Finanzmarktreform Europäische Finanzaufsicht vorerst gescheitert
Die Chance für eine schnelle Reform der EU-Finanzkontrolle ist wohl vertan: Eine entscheidende Verhandlung wurde am späten Abend in Straßburg ohne Einigung unterbrochen.
© John Thys/AFP/Getty Images

EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek
In den Verhandlungen um eine Reform der europäischen Finanzaufsicht sind die Fronten verhärtet. Vertreter des Europaparlaments, der EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommmission unterbrachen eine entscheidende Verhandlungsrunde am späten Montagabend in Straßburg ohne Einigung. Damit ist die Chance offensichtlich vertan, wie ursprünglich vorgesehen, das Parlamentsplenum am Mittwoch in erster Lesung über eine Kompromisslösung abstimmen zu lassen. Diese hätten die europäischen Finanzminister bei ihrem Rats-Treffen am 13. Juli dann endgültig verabschieden können.
Zuletzt hatte die neue belgische Ratspräsidentschaft offenbar noch Druck gemacht, um zu einer Einigung zu gelangen. Schon vor dem Treffen hatten sich mehrere Beteiligte aber zu den Erfolgschancen eher zurückhaltend gezeigt. Es geht um die Schaffung von drei neuen EU-Aufsichtsbehörden für die Banken-, Wertpapier- und Versicherungssektoren. Auch soll ein bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesiedelter Weisenrat geschaffen werden zur Früherkennung systemischer Risiken für den gesamten Finanzsektor.
Umstritten ist, wie viel Macht gegenüber den nationalen Regierungen und Aufsehern die EU-Agenturen bekommen sollen, etwa wenn sich nationale Regulierer nicht einigen können, bei der Aufsicht grenzüberschreitend tätiger Banken oder um im Notfall hochspekulative Finanzprodukte verbieten zu können. Großbritannien und Deutschland sind nach Angaben von Teilnehmern etwa gegen starke Durchgriffsrechte auf die nationale Ebene. EU-Parlament und Kommission wünschen sich hingegen mehr Macht für die europäischen Institutionen.
Nach den ergebnislosen Verhandlungen will das EU-Parlament die entscheidende Abstimmung über die Reform nun auf September verschieben. Das ursprünglich in dieser Woche geplante Votum werde im Plenum von der Tagesordnung genommen, sagte der SPD-Europaabgeordnete Udo Bullmann am Rande der Beratungen des Parlaments in Straßburg. "Wir wollen aber nach der Sommerpause ein Ergebnis haben", ergänzte er. Das sei notwendig, damit die geplanten neuen Aufsichtsbehörden Anfang 2011 ihre Arbeit aufnehmen könnten. Andernfalls könnte dies auch andere Finanzreformen wie die geplante Kontrolle von Derivaten verzögern. "Wir wollen keine Verhärtung der Position, aber der Spielball liegt jetzt beim Rat", sagte der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold, einer der Unterhändler des Parlaments.
- Datum 06.07.2010 - 12:29 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Was man national nicht will, siehe unsere Deutsche Regierung, das darf dann für Europa erst recht nicht gelten. Aber wer sonst, wenn nicht die EZB. Die Merkel Regierung will weiterzocken obwohl die Krise zwar schön geredet wird aber noch lange nicht vorbei ist. Es gibt keine verlässlichen Zahlen aus Spanien, Italien und Portugal. Geschweige denn von den Hauptaktören in Irland und England. Affenzirkus nennt man so etwas - die Bürger müssen die Rechnungen alleine zahlen.
Also jetzt reicht es wirklich. Frau Ackermann...äh Merkel lügt uns so hemmungslos in Gesicht. Sie und ihre Goldman Sachs Freunde tun wirklich alles um eine Einigung zu verhindern. Wie können wir sie schnellstmöglich wieder loswerden? Hat jemand einen Vorschlag? Wenn die Regulierung jetzt nicht verabschiedet wird, wann dann? Die Zeitspanne für solche Abkommen schließt sich schon wieder.
Wenn ich einem Feind (vorherrschende Finanzsystem) gegenüberstehe und erkenne, dass er keine Eigenexistenz hat (Papiergeld), dann werde ich ihn nicht bekämpfen, sondern fördern.
Denn gewinnt der Schatten, dann hat er verloren, sagt ein asiatisches Sprichwort.
Wir sollten also das Spekulationsgeschäft weiter fördern, damit es sich selbst schneller zerstört. Jedes Bekämpfen dieses Finanzdschungels verlängert nur das Leiden derjenigen, die das System mittragen müssen - die Anzeichen eines Zerfalls des Finanzsystems sehen ja zum Glück vielversprechend aus.
denn wenn der Finanzmarkt "vernünftig" geregelt würde, würde das System am Ende länger durchhalten. So kann man auf ein baldiges Ende mit Schrecken hoffen.
Bleibt nur die Frage was danach kommt, Demokratie und Marktwirtschaft passen eben nicht zusammen.
Es handelt sich nicht um europäische, sondern um nationale Finanzminister, die hier eine Entscheidung verhindert haben.
Diplomatisches Verhandeln hinter verschlossenen Türen führt häufig zu dubiosen Deals und nicht zu mehr Demokratie. Subsidiarität sollte nicht missverstanden und nach Möglichkeit nicht missbraucht werden.
Sie meinen es mit Ihrem Eid wirklich Ernst. Schaden von deutschen Volk abzuwenden und Wohlstand zu mehren. Nur haben Sie vergessen, dass es neben dem Finanzsektor und einigen Superreichen auch noch mehrere Millionen durchschnittliche Buerger gibt. Offensichtlich gilt Ihr Eid fuer diese Menschen nicht. In Ihren Augen scheint diese Masse nur aus einem Grund zu existieren : Die Rechnung fuer Ihr Versagen zu bezahlen.
Es wird niemals eine Finanzkontrolle geben. Wer will die denn ernsthaft? Die Hochfinanz bestimmt nicht. Das Treffen war eine Art Kurzurlaub für die Beteiligten.
Nur raushauen kann man die Steuermilliarden immer ganz schnell.
Die Politiker verstehen immer noch nicht, was sich "unten" zusammenbraut.
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