Konsumklima Stimmung unter Konsumenten verbessert sich

Die Verbraucher in Deutschland schauen optimistischer in die Zukunft: Das Konsumklima steigt – nicht zuletzt dank der guten Lage am Arbeitsmarkt.

Konsumenten im Berliner Kaufhaus KaDeWe

Konsumenten im Berliner Kaufhaus KaDeWe

Die optimistische Stimmung der deutschen Wirtschaft hat nun auch die Verbraucher erfasst. Mit der verbesserten Arbeitsmarktlage wachse die wirtschaftliche Zuversicht in vielen Haushalten und damit die Hoffnung auf höhere Einkommen, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in einer neuen Studie mit.

"Der erfolgreiche Auftritt von Schweinsteiger und Co. in Südafrika sowie das sonnige Wetter mit hochsommerlichen Temperaturen haben die Bundesbürger in gute Laune versetzt", stellten die Konsumforscher fest. Ein Teil des Umfragezeitraums fiel noch in die WM. Belastende Faktoren wie etwa das Sparpaket der Bundesregierung seien dadurch beinahe vergessen. In der Gesamtschau registrierten die GfK-Marktforscher ein deutlich besseres Konsumklima als im Vormonat. Der Index werde im August auf 3,9 Punkte steigen, hieß es. Im Juli waren es 3,6 Punkte.

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Analysten hatten damit nicht gerechnet. Es bleibe abzuwarten, ob die gute Stimmung in den kommenden Monaten anhalte, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl: "Die Rahmenbedingungen dafür sind jedenfalls gegeben." Denn der Arbeitsmarkt entwickle sich günstig, auch in den kommenden Monaten werde die Zahl der Arbeitslosen sinken . Im Juni waren mit 3,15 Millionen so wenige Menschen arbeitslos wie seit Dezember 2008 nicht mehr. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet im Herbst mit weniger als drei Millionen Menschen ohne Job.

Zudem dürften die Preise weitgehend stabil bleiben. GfK-Experte Bürkl erwartet eine Teuerungsrate von etwa einem Prozent. Damit dürften Kaufkraft und Konsumbereitschaft zunehmen. Ökonomen rechnen bereits mit einem Wirtschaftswachstum von mehr als zwei Prozent im laufenden Jahr.

Deutlich zugenommen bei den Einzelindikatoren der Studie hat die Konjunkturerwartung. Der Indikator stieg um 31,3 Zähler auf 36,8. Höher war der Wert zuletzt im Oktober 2007. Im Vergleich zum Krisenjahr 2009 bedeutet dies sogar ein Plus von 50,8 Punkten.

"Die Verbraucher erwarten, dass sich die Erholung der deutschen Wirtschaft nicht nur weiter fortsetzt, sondern sogar noch an Dynamik gewinnt", heißt es in der Analyse. Ausdruck für den wachsenden Optimismus sei auch die Erwartung vieler Verbraucher, demnächst wieder mehr Geld in der Tasche zu haben. So würden beim Indikator Einkommenserwartung der Verlust aus dem Juni mit einem Plus von 20,9 Prozent mehr als ausgeglichen. Jetzt liegt der Indikator bei 29,1 Punkten, im Vergleich zum Juli 2009 27,3 Punkte mehr.

Gesunken ist lediglich die Anschaffungsneigung. Der Wert fiel um 2,5 Punkte auf 27,9. Dennoch liegt er damit laut GfK im langfristigen Durchschnitt. Der Grund dafür sei die Sonderkonjunktur vor allem der Unterhaltungselektronik vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft. Viele Verbraucher hätten sich etwa einen neuen Großbild-Fernseher geleistet, schreiben die Konsumforscher. "Der geringe Rückgang der Anschaffungsneigung ist daher als eine Normalisierung zu werten."

 
Leser-Kommentare
  1. Gesunken ist lediglich die Anschaffungsneigung und die hat ja bekanntlich keinen Einfluss auf den Umsatz!

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