Schuldenbremse, Sparpaket und die Debatte um höhere Steuern: Die Bundesregierung ringt um die richtigen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung. Nach Meinung der OECD sollte der deutsche Staat aber auch bei der Steuerverwaltung nachjustieren: Demnach müsse die Steuerprüfung verschärft und vor allem die Banken härter kontrolliert werden. So ließen sich die Einnahmen um mehrere Milliarden Euro im Jahr erhöhen.

Es liege ein "enormes Potenzial brach, um durch einen besseren Steuervollzug den Defizitabbau zu unterstützen", sagte der Leiter der Steuerabteilung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Jeffrey Owens, der Berliner Zeitung . Es gehe dabei nicht um ein oder zwei Milliarden, sondern um "viele, viele Milliarden Euro."

Der Finanzexperte der OECD rief dazu auf, die Steuerverwaltung von Sparanstrengungen auszunehmen und sogar auszubauen: "Investitionen in die Steuerverwaltung sind Investitionen mit hohen Renditen." So gingen die Regierungen in Australien, Irland oder Großbritannien alle davon aus, dass sie "durch einen besseren Steuervollzug die Einnahmen mindestens um 20 Prozent steigern können".

Der Steuerexperte der internationalen Organisation kritisierte insbesondere die Umgehungsmöglichkeiten für Banken. Effektiv zahlten Banken weniger Steuern als andere Branchen. Sie hätten mehr Gestaltungsmöglichkeiten, um die Steuerlast zu reduzieren.