Subprime in Deutschland
Doch muss man nicht auch den Anlegern den Vorwurf machen, nicht eigenverantwortlich gehandelt zu haben, zu leichtgläubig und möglicherweise auch zu gierig gewesen zu sein?
Nein, sagt der Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick (Grüne). "Verantwortung kann man nur dann übernehmen, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen stimmen." Der Finanzmarkt sei aber immer noch vollkommen intransparent.
Verbraucherschützer fordern seit Jahren eine strengere Regulierung. "Wir brauchen eine Finanzierungsaufsicht, die auch den Verbraucherschutz umfasst und die Banken stärker in die Verantwortung nimmt", sagt Verbraucherschützer Frank Pauli. "Sie können ihren Schaden noch immer umverlagern und Ausfälle abschreiben. Aber die Anleger, die erst einmal durch den Erwerb einer solchen Schrottimmobilie in die Schuldenfalle geraten sind, kommen bis heute kaum aus dieser Situation heraus." Auch die Novellierung des Anlegerschutzgesetzes hat daran wenig geändert. Nach wie vor arbeitet die Finanzaufsicht nur im öffentlichen Interesse, der Verbraucherschutz zählt, anders als in anderen europäischen Ländern wie Schweden, nicht dazu.
"Solche Kredite lohnen sich vor allem dann, wenn sie in Massen vergeben und verbrieft werden können", sagt Grünen-Politiker Schick. Verbriefung heißt: Immobilienkredite mit unterschiedlichen Ausfallrisiken werden zu Paketen verpackt und in handelbare Wertpapiere umgewandelt. Schick vermutet, dass genau das auch mit den Schrottimmobilienkrediten passiert ist. Der Abgeordnete, der auch im Untersuchungsausschuss um die Pleite der Hypo-Real-Estate (HRE) saß, versuchte herauszufinden, ob die rund 100.000 Schrottimmobilien-Kredite der HVB an die HRE als verbriefte Papiere ausgelagert wurden. "Meine Sorge ist, dass es durchaus auch in Deutschland Entwicklungen in Richtung eines Subprime-Segments gegeben hat", sagt der Politiker. Bislang hat er dies aber noch nicht beweisen können.
Subprime in Deutschland? Schick stellte im Januar 2009 eine Anfrage an die Bundesregierung, wie man den Markt für Kredite mit geringer Bonität in Deutschland regulieren wolle. Die Antwort sei ein weitgehendes Achselzucken gewesen. Anleger müssten eigenverantwortlich entscheiden, ob der Erwerb einer Immobilie für sie sinnvoll sei oder nicht. Wenn ein Schaden entstünde, gebe es ja den Anspruch auf Rückabwicklung. Heißt: An der Beweispflicht der geprellten Anleger und einem mitunter Jahre dauernden, teuren Rechtsstreit ändert sich vorerst nichts.
Familie Blaschek hat den Kampf mittlerweile aufgenommen. Berichte über sie im heute-Magazin und in der Zeitschrift Finanztest haben für Aufmerksamkeit gesorgt. "Wir haben jetzt wenigstens das Gefühl, etwas tun zu können", sagt Guido Blaschek. Sein Vertrauen in die Banken hat er überdies nicht verloren, wohl aber das in die DKB.
Die Bank selbst kämpft ebenfalls. Sie teilt mit, dass sie bereits im März 2009 ihre Kreditvergaberichtlinien verschärft habe, seither sei auch die Zahl der Finanzierungen gesunken. Mittlerweile habe man eine Eigenmittelunterlegung von mindestens acht Prozent eingeführt, heißt es von der DKB. Zudem seien die Aktivitäten im Bereich der Baufinanzierung eingeschränkt worden. Die Bank fokussiere sich nun "auf Geschäftsfelder, die weniger Risikoaktiva binden".
Beim Esslinger Anwalt Schäfer kommen trotzdem ständig aktuelle Fälle hinzu. "Höhepunkt war vor Kurzem, dass ein Anleger unter dem Vorwand, er würde eine Werbung auf seinem Fahrzeug angeboten bekommen, in die Verkaufsräume eines Vermittlers gelockt wurde", erzählt der Anwalt. Stattdessen wurde der Kleinverdiener zum Notar geschleppt, um noch einige Steuervorteile zu gewinnen. Tatsächlich wurde dem Mann aber eine Immobilie verkauft, "die über die DKB, fix und fertig vorbereitet, finanziert werden sollte".
Die Bayerische Landesbank hat ihr Geschäft mit privaten Immobilienfinanzierungen Anfang 2009 komplett eingestellt. Aber man betont, "oberste Zielsetzung" für den Umgang mit den laufenden, problematischen Fällen sei "nicht etwa das Kreditengagement zu beenden, sondern ein Sanierungskonzept zu entwerfen, das dem Kreditnehmer hilft, seinen Forderungen langfristig nachkommen zu können". So wie bei Uwe Weidmann, der seit über 25 Jahren für seine Schrottwohnung zahlt.
Die Recherchen für diesen Artikel wurden mit dem
Recherchestipendium der Otto-Brenner-Stiftung (OBS) 2009
ermöglicht.
- Datum 02.09.2010 - 11:14 Uhr
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das ist keine gute Mischung....
...aber die ganze Wahrheit ist das auch nicht. Ich weise zwar selbst immer auf eine gehörige Portion Eigenverschulden durch Gier hin, aber andererseits ähnelt das System den Kaffeefahrten mit Verkaufsveranstaltung als "Gewinn" - und die, welch Wunder, gibt es seit fünf Jahrzehnten. Sogar die Verantwortlichen agieren immer noch weiter.
Das Einzige, was zu zählen scheint, ist der Profit. Bei den Kaffeefahrtanbieter, Busunternehmern und Gaststättenbetreibern, bei den Banken, den Maklern und Vertriebsagenten, bei den Politikern, den Managern und inzwischen schon bei vielen Nachbarn. Niemand steht auf und sagt: Jetzt ist es genug, und wenn ihr trotzdem weiter macht, drohen wirklich empfindliche Strafen. Wer sollte das auch tun? Die, die noch eine Stimme haben, haben diese, weil sie sich an dem Spiel beteiligen. Sarrazin versucht es gerade auch einmal wieder. Und der Rest ist nicht nur stimmlos, sondern auch resigniert und hat sich dadurch zum Teil sogar angepasst, indem er selbst auf irgend einen schnellen Profit hofft.
Funktionieren kann das nicht auf Dauer. Und gut ist ganz etwas anderes.
Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich von solchen Machenschaften höre.
Außer Prüfung der Finanzlage scheint da nicht viel zu laufen.
H.
....ebenfalls nicht.
...aber die ganze Wahrheit ist das auch nicht. Ich weise zwar selbst immer auf eine gehörige Portion Eigenverschulden durch Gier hin, aber andererseits ähnelt das System den Kaffeefahrten mit Verkaufsveranstaltung als "Gewinn" - und die, welch Wunder, gibt es seit fünf Jahrzehnten. Sogar die Verantwortlichen agieren immer noch weiter.
Das Einzige, was zu zählen scheint, ist der Profit. Bei den Kaffeefahrtanbieter, Busunternehmern und Gaststättenbetreibern, bei den Banken, den Maklern und Vertriebsagenten, bei den Politikern, den Managern und inzwischen schon bei vielen Nachbarn. Niemand steht auf und sagt: Jetzt ist es genug, und wenn ihr trotzdem weiter macht, drohen wirklich empfindliche Strafen. Wer sollte das auch tun? Die, die noch eine Stimme haben, haben diese, weil sie sich an dem Spiel beteiligen. Sarrazin versucht es gerade auch einmal wieder. Und der Rest ist nicht nur stimmlos, sondern auch resigniert und hat sich dadurch zum Teil sogar angepasst, indem er selbst auf irgend einen schnellen Profit hofft.
Funktionieren kann das nicht auf Dauer. Und gut ist ganz etwas anderes.
Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich von solchen Machenschaften höre.
Außer Prüfung der Finanzlage scheint da nicht viel zu laufen.
H.
....ebenfalls nicht.
einen virenverseuchten Rechner, wenn er wahl- und sorglos alles unterschreibt oder anklickt.........
*SIE HABEN EIN IPAD GEWONNEN!!! KLICKEN SIE HIER UM IHN EINZULÖSEN !!!*
@GelberSack und christygoe: Mal ganz langsam mit den Verurteilungen der Opfer. Das ist nämlich genau die Haltung, welche die Geschädigten NOCH MEHR stigmatisiert und dazu führt, dass sie sich nicht wehren, dass sie schweigen und somit auch kritische Berichterstattung NICHT stattfinden kann. Und somit noch mehr Menschen Opfer werden und die Politik und Rechtssprechung niemals handeln wird.
Glauben Sie nicht, dass die geschädigten Familien – wir sprechen hier von KLEINverdienern, nicht von Vermögenden – sich sonstwas für Vorwürfe machen? Ja, sie waren leichtgläubig, ja, sie haben einfach unterschrieben, ohne sich die Immobilie vorab anzusehen. ABER: Die dubiosen Vertriebe sind psychologisch geschult, sie setzen die Leute unter Druck. Nahezu jeder könnte Opfer werden, wenn er sowieso geneigt ist, ein bisschen Geld fürs Alter zu sparen.
Finden Sie es gerecht, diese Menschen dafür zu verurteilen?
Nein, das ist nicht gerecht. Verbraucher müssen vor solchen Betrügereien geschützt werden. Noch stimmen die Rahmenbedingungen dafür nicht (beachten Sie bitte auch meinen Kommentar zum Thema http://www.zeit.de/wirtsc...).
@GelberSack und christygoe: Mal ganz langsam mit den Verurteilungen der Opfer. Das ist nämlich genau die Haltung, welche die Geschädigten NOCH MEHR stigmatisiert und dazu führt, dass sie sich nicht wehren, dass sie schweigen und somit auch kritische Berichterstattung NICHT stattfinden kann. Und somit noch mehr Menschen Opfer werden und die Politik und Rechtssprechung niemals handeln wird.
Glauben Sie nicht, dass die geschädigten Familien – wir sprechen hier von KLEINverdienern, nicht von Vermögenden – sich sonstwas für Vorwürfe machen? Ja, sie waren leichtgläubig, ja, sie haben einfach unterschrieben, ohne sich die Immobilie vorab anzusehen. ABER: Die dubiosen Vertriebe sind psychologisch geschult, sie setzen die Leute unter Druck. Nahezu jeder könnte Opfer werden, wenn er sowieso geneigt ist, ein bisschen Geld fürs Alter zu sparen.
Finden Sie es gerecht, diese Menschen dafür zu verurteilen?
Nein, das ist nicht gerecht. Verbraucher müssen vor solchen Betrügereien geschützt werden. Noch stimmen die Rahmenbedingungen dafür nicht (beachten Sie bitte auch meinen Kommentar zum Thema http://www.zeit.de/wirtsc...).
es ist doch immer die gleiche Masche.
Erst macht man die Leute gierig, sei es mit Ködergewinnen oder hohen Renditeversprechen und dann zieht man ihnen das Geld aus der Tasche.
Da hat man halt mit Steuer "sparen" und Rendite gelockt.
bei einem einfachen Steuerrecht ohne Hunderte von Ausnahmen läuft so etwas nicht.
bei einem einfachen Steuerrecht ohne Hunderte von Ausnahmen läuft so etwas nicht.
die dkb scheint sich ziemlich stark in leipzig zu engagieren.
aehnlich wie in den 90igern die hypovereinsbank...
zumindest lassen das viele banner an geruesten von zu sanierenden/ sanierten mehrfamilienhaeusern vermuten.
kurioserweise ist mir dies an einem strassenzug aufgefallen, der sich zwar in relativ guter lage befindet aber als hauptstrasse m. strassenbahn und viel autoverkehr an sich keine topinvest-adresse/ mieteradresse ist, zumindest nicht auf einem wohnungsmarkt wo (noch) der wohnungssuchende am laengeren hebel sitzt (keine maklerprov., rel. viel leertstand).
jedenfalls begannen die arbeiten dort fast gleichzeitig an mehreren haeusern, die bisher dem verfall preis gegeben waren...da sich aus oben genannten gruenden wohl kein investor gefunden hat.
ob es einen zusammenhang zu dem artikel gibt, weiss ich natuerlich nicht.
wollte auch keinen anleger verunsichern - in den beschriebenen hauesern gibt es eine geschaetzte vermietungsquote von 60-80%. :=)
...aber die ganze Wahrheit ist das auch nicht. Ich weise zwar selbst immer auf eine gehörige Portion Eigenverschulden durch Gier hin, aber andererseits ähnelt das System den Kaffeefahrten mit Verkaufsveranstaltung als "Gewinn" - und die, welch Wunder, gibt es seit fünf Jahrzehnten. Sogar die Verantwortlichen agieren immer noch weiter.
Das Einzige, was zu zählen scheint, ist der Profit. Bei den Kaffeefahrtanbieter, Busunternehmern und Gaststättenbetreibern, bei den Banken, den Maklern und Vertriebsagenten, bei den Politikern, den Managern und inzwischen schon bei vielen Nachbarn. Niemand steht auf und sagt: Jetzt ist es genug, und wenn ihr trotzdem weiter macht, drohen wirklich empfindliche Strafen. Wer sollte das auch tun? Die, die noch eine Stimme haben, haben diese, weil sie sich an dem Spiel beteiligen. Sarrazin versucht es gerade auch einmal wieder. Und der Rest ist nicht nur stimmlos, sondern auch resigniert und hat sich dadurch zum Teil sogar angepasst, indem er selbst auf irgend einen schnellen Profit hofft.
Funktionieren kann das nicht auf Dauer. Und gut ist ganz etwas anderes.
Wie sagte es der Bruder Barnabas auf dem Nockerlberg so schön:
"Herr Stoiber - wie viele Bumerangs haben sie denn noch in der Luft?"
@GelberSack und christygoe: Mal ganz langsam mit den Verurteilungen der Opfer. Das ist nämlich genau die Haltung, welche die Geschädigten NOCH MEHR stigmatisiert und dazu führt, dass sie sich nicht wehren, dass sie schweigen und somit auch kritische Berichterstattung NICHT stattfinden kann. Und somit noch mehr Menschen Opfer werden und die Politik und Rechtssprechung niemals handeln wird.
Glauben Sie nicht, dass die geschädigten Familien – wir sprechen hier von KLEINverdienern, nicht von Vermögenden – sich sonstwas für Vorwürfe machen? Ja, sie waren leichtgläubig, ja, sie haben einfach unterschrieben, ohne sich die Immobilie vorab anzusehen. ABER: Die dubiosen Vertriebe sind psychologisch geschult, sie setzen die Leute unter Druck. Nahezu jeder könnte Opfer werden, wenn er sowieso geneigt ist, ein bisschen Geld fürs Alter zu sparen.
Finden Sie es gerecht, diese Menschen dafür zu verurteilen?
Nein, das ist nicht gerecht. Verbraucher müssen vor solchen Betrügereien geschützt werden. Noch stimmen die Rahmenbedingungen dafür nicht (beachten Sie bitte auch meinen Kommentar zum Thema http://www.zeit.de/wirtsc...).
Ich finde es schon mehr als seltsam, wenn ich mit nicht oder nur wenig vorhandenem Geld etwas kaufe, das ich nicht gesehen habe und unterschreibe, obwohl ich es mir nicht leisten kann bzw. nur wenn alle Sterne mir wohl gesonnen sind und nie, aber auch gar nie etwas schief geht.
Bei allem Verständnis für Menschen in Situationen, in denen sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Einmal drüber schlafen, sich das Objekt vor Ort ansehen und überlegen, ob man sich das tatsächlich auch leisten kann, wenn doch mal etwas nicht klappt, reichen völlig aus, um nicht zum Opfer zu werden.
...zu Vermögen zu kommen, muß - manchmal schmerzhaft - lernen, daß es das nicht gibt. Da informieren sich die gleichen Unbedarften in zig Autohäusern, Internet und Fachzeitschriften über die Eigenschaften und Preise ihres neuen Gefährtes, monatelang. Aber bei Geschäften, die den Autokauf um ein Vielfaches überschreiten unterschreibt man fast blind. Aus Schaden wird man klug, sagt ein Sprichwort.
Geschäftsfähige Erwachsene müssen in einer freiheitlichen Gesellschaft, in der Vertragsfreiheit herrscht, selbst durchlesen was sie unterschreiben. Wenn sie sich dazu nicht in der Lage sehen dann dürfen sie es halt nicht machen. Darüber hinaus kenne ich die Einzelfälle nicht aber man sieht doch immer ein gewisses Muster, auch bei Kleinanlegern bei "Lehman"-Zertifikaten etc. die auf eine möglichst hohe Rendite aus waren und konservativen Sparformen, wie dem Sparbuch, vorgezogen haben - nach eigenem Bekennen ohne verstanden zu haben was sie da eigentlich unterschrieben/gekauft haben.
Meiner Meinung nach ist das sogar fast schon dreist, nach dem Motto wenn es gut geht umso besser dann wird die Rendite gerne mitgenommen, wenn es schief geht gibt man sich ahnungslos und nutzt den antikapitalistischen Zeitgeist um jegliche Verantwortung von sich zu weisen. Es mag zudem durchaus sein dass Verbraucher beplappert werden, aber das ist auch keine neue Sache. Hausierer gab es schon im Mittelalter. Es gibt keine "Beratung"; auch nicht bei Banken. Das war schon immer ein Euphemismus, weil es besser klingt als "Verkaufsgespräch". Das Ziel ist immer dem Kunde etwas zu verkaufen. Das ist nicht verwerflich, es gibt ja auch genug sinnvolle Produkte die dem Kunden nutzen. Nur wer wirklich Beratung will der muss sich an unabhängige Finanzberater werden die selbst auch keine Produkte abschließen/vertreiben, aber das kostet Geld...hier sparen die meisten Deutschen man an der falschen Stelle.
Frau Groll,
Sie stellen sich hier auf die Seite der Geprellten und das bringt Ihnen natürlich Sympathien, ist gefahrlos und legitim.
Sofort wird der Ruf nach Anlegerschutz, Regulierung, Garantie laut.
Meine Sympathie ist auch nicht auf der Seite von Betrügern.
Aber leider machen Sie es sich etwas bequem, indem Sie nicht über die unintended consequences des Verbraucherschutzes schreiben, so zB werden die dadurch entstehenden Kosten auf die Objekte umgelegt und dann auch noch eine (Pseudo)Versicherung zusätzlich verkauft, was die Käufer noch tiefer in die Schulden treibt. Wer liest denn die immer länger werdenden Beipackzettel von Aspirin? Niemand.
Und warum soll in der Finanzbranche verboten sein, was in der Politik erlaubt ist? Aufnahme eines Zwangskredits bei unseren Kindern, um die entsprechenden Summen nach Griechenland zur Finanziereung der dortigen Beamtenschaft schieben zu können und das unter Bruch des gültigen Vertrags von Maastricht. Bei Finanzgeschäften leistet man die Unterschrift unter den Schuldenvertrag freiwillig, kann die Unterschrift verweigern - in der Politik ist nicht einmal das möglich, man wird gezwungen Schulden zu machen. Glauben Sie, dass meine Kinder die Konsumkredite ihrer Eltern mit Freude abzahlen? Das Elend wird noch sehr viel größer sein, wird aber nicht thematisiert, weil Ihnen das illustrierende und zu Herzen gehende Einzelschicksal fehlt, der direkte Zusammenhang zwischen dem Schicksal des Einzelnen und der Handlung eines Schuldigen.
Ich finde es schon mehr als seltsam, wenn ich mit nicht oder nur wenig vorhandenem Geld etwas kaufe, das ich nicht gesehen habe und unterschreibe, obwohl ich es mir nicht leisten kann bzw. nur wenn alle Sterne mir wohl gesonnen sind und nie, aber auch gar nie etwas schief geht.
Bei allem Verständnis für Menschen in Situationen, in denen sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Einmal drüber schlafen, sich das Objekt vor Ort ansehen und überlegen, ob man sich das tatsächlich auch leisten kann, wenn doch mal etwas nicht klappt, reichen völlig aus, um nicht zum Opfer zu werden.
...zu Vermögen zu kommen, muß - manchmal schmerzhaft - lernen, daß es das nicht gibt. Da informieren sich die gleichen Unbedarften in zig Autohäusern, Internet und Fachzeitschriften über die Eigenschaften und Preise ihres neuen Gefährtes, monatelang. Aber bei Geschäften, die den Autokauf um ein Vielfaches überschreiten unterschreibt man fast blind. Aus Schaden wird man klug, sagt ein Sprichwort.
Geschäftsfähige Erwachsene müssen in einer freiheitlichen Gesellschaft, in der Vertragsfreiheit herrscht, selbst durchlesen was sie unterschreiben. Wenn sie sich dazu nicht in der Lage sehen dann dürfen sie es halt nicht machen. Darüber hinaus kenne ich die Einzelfälle nicht aber man sieht doch immer ein gewisses Muster, auch bei Kleinanlegern bei "Lehman"-Zertifikaten etc. die auf eine möglichst hohe Rendite aus waren und konservativen Sparformen, wie dem Sparbuch, vorgezogen haben - nach eigenem Bekennen ohne verstanden zu haben was sie da eigentlich unterschrieben/gekauft haben.
Meiner Meinung nach ist das sogar fast schon dreist, nach dem Motto wenn es gut geht umso besser dann wird die Rendite gerne mitgenommen, wenn es schief geht gibt man sich ahnungslos und nutzt den antikapitalistischen Zeitgeist um jegliche Verantwortung von sich zu weisen. Es mag zudem durchaus sein dass Verbraucher beplappert werden, aber das ist auch keine neue Sache. Hausierer gab es schon im Mittelalter. Es gibt keine "Beratung"; auch nicht bei Banken. Das war schon immer ein Euphemismus, weil es besser klingt als "Verkaufsgespräch". Das Ziel ist immer dem Kunde etwas zu verkaufen. Das ist nicht verwerflich, es gibt ja auch genug sinnvolle Produkte die dem Kunden nutzen. Nur wer wirklich Beratung will der muss sich an unabhängige Finanzberater werden die selbst auch keine Produkte abschließen/vertreiben, aber das kostet Geld...hier sparen die meisten Deutschen man an der falschen Stelle.
Frau Groll,
Sie stellen sich hier auf die Seite der Geprellten und das bringt Ihnen natürlich Sympathien, ist gefahrlos und legitim.
Sofort wird der Ruf nach Anlegerschutz, Regulierung, Garantie laut.
Meine Sympathie ist auch nicht auf der Seite von Betrügern.
Aber leider machen Sie es sich etwas bequem, indem Sie nicht über die unintended consequences des Verbraucherschutzes schreiben, so zB werden die dadurch entstehenden Kosten auf die Objekte umgelegt und dann auch noch eine (Pseudo)Versicherung zusätzlich verkauft, was die Käufer noch tiefer in die Schulden treibt. Wer liest denn die immer länger werdenden Beipackzettel von Aspirin? Niemand.
Und warum soll in der Finanzbranche verboten sein, was in der Politik erlaubt ist? Aufnahme eines Zwangskredits bei unseren Kindern, um die entsprechenden Summen nach Griechenland zur Finanziereung der dortigen Beamtenschaft schieben zu können und das unter Bruch des gültigen Vertrags von Maastricht. Bei Finanzgeschäften leistet man die Unterschrift unter den Schuldenvertrag freiwillig, kann die Unterschrift verweigern - in der Politik ist nicht einmal das möglich, man wird gezwungen Schulden zu machen. Glauben Sie, dass meine Kinder die Konsumkredite ihrer Eltern mit Freude abzahlen? Das Elend wird noch sehr viel größer sein, wird aber nicht thematisiert, weil Ihnen das illustrierende und zu Herzen gehende Einzelschicksal fehlt, der direkte Zusammenhang zwischen dem Schicksal des Einzelnen und der Handlung eines Schuldigen.
Ich finde es schon mehr als seltsam, wenn ich mit nicht oder nur wenig vorhandenem Geld etwas kaufe, das ich nicht gesehen habe und unterschreibe, obwohl ich es mir nicht leisten kann bzw. nur wenn alle Sterne mir wohl gesonnen sind und nie, aber auch gar nie etwas schief geht.
Bei allem Verständnis für Menschen in Situationen, in denen sie sich unter Druck gesetzt fühlen. Einmal drüber schlafen, sich das Objekt vor Ort ansehen und überlegen, ob man sich das tatsächlich auch leisten kann, wenn doch mal etwas nicht klappt, reichen völlig aus, um nicht zum Opfer zu werden.
Keine Angst, er ist schlecht und Sie müssen darüber nicht lachen.
"Wenn der kleine Bundesbürger mit seinem ersparten Geld von Profis mit wertlosen Immobilien über einen gut eingefetteten Tisch gezogen wird isser selber Schuld und muss damit leben.
Wenn nun aber die "Profis" von anderen "Profis" mittels wertloser Immobilien über den gutgeschmierten Tisch gezogen werden, dann rennt und hetzt alles, um einen Schutzschirm für Banken aufzuspannen, es werden Bürgschafter vergeben und eigene Körperschaften zum kostenlosen abladen der Schrottimmos erschaffen."
Das wars. *tätääätätääätätäää*
Macht mich nieder! ;)
aber hier sind Kräfte am Werk, die die Gutgläubigkeit für ihre kriminellen
Geschäfte nutzen.
Für ältere Bürger ist ein Sachbearbeiter einer Bank immer noch eine Institution.
Die glauben was der oder die sagen und genau das ist beabsichtigt.
Sehen sie sich das Verhältnis vom Verkaufswert zum tatsächlichen Wert an.
Die Differenz ist die Manöveriermasse für die Prämien an alle Beteiligten
und der Verdienst der Mafia.
Wie kann es angehen, das alle, die daran verdienen straflos ausgehen und
angeblich keine Ahnung hatten.
Befassen sie sich mal mit dem Thema NEUE HEIMAT, liegt schon lange zurück.
ging auch um Immobilien.
Der ehemalige Chef Redakteur der CAPITAL, Johannes Gross schrieb damals
unter der Überschrift:
"Die Spitze des Eisbergs"
Erst wenn wir wissen wie viele Eigentumswohnungen an Staatsanwälte und Richter gegangen sind, werden wir das wahre Ausmaß wissen, so ähnlich jedenfalls.
Diese Mafia ist nicht zu fassen und das nächste Geschäftsmodell bestimmt
schon in Arbeit.
Wenn unsereins falsch parkt und den Strafzettel nicht bezahlt, wird
vollstreckt, löhnen oder ersatzweise Haft, aus die Maus.
Die journalistische Absicht in allen Ehren, aber daran haben
sich schon ganz andere versucht.
Heute verdient man nicht mehr mit dem Objekt, sondern am Objekt, sie müssen
nur genug Dumme finde, die sich beteiligen.
Die gesamte Abschreibungsbranche ist so aufgebaut und keiner haftet.
Die Landesbanken und die daran beteiligten Sparkassen sind noch längst nicht
über den Berg.
schauen Sie mal in die Anzeigenspalte neben dem Artikel. Da tummelt sich von Sofortkrediten und "Psssst"-Aktientipps über Baufinanzierung bis zu Anwälten "für danach" das gesamte Spektrum der Geschäftemacherei mit schlecht informierten, leichtgläubigen oder in Not geratenen Menschen.
Ausserdem meine ich persönlich, dass die Geschädigten alleine dadurch benachteiligt sind, wenn etwa die Ex-Immo-Sparte der Hypovereinsbank involviert ist, die sich ja heute durch den Übergang in die HRE in Staatsbesitz befindet. Bei der Konstellation sagt mir mein Gefühl, dass die Chancen etwas ungleich verteilt sind.
Aber auch andere Banken haben sich hastig von ihren Immobiliensparten getrennt, wenn z.B. öffentlich bekannt wurde, dass Aquise, "Beratung" und Kreditvergabe in nur einem Unternehmen gebündelt waren. Was wäre das für ein Bänker, der ruhig abwartet, ob per Gerichtsbeschluss teilweise Zehntausende Immobilienverkäufe rückabgewickelt werden müssen?
Insofern: "Quid licet Jovis non licet bovis" gilt auch beim Geld anlegen - und beim mit den Anlegern Geld Machen erst recht.
Alles Gute
Kai Hamann
Ich bin da mit der im Artikel genannten Haltung der Bundesregierung einer Meinnung, nach der Anleger selbst entscheiden müssen, ob sich der Kauf einer bestimmten Immobilie für sie lohnt.
Gleichwohl wäre hier, wie man anhand der doch recht hohen Anzahl an Fällen sieht, mehr Regulierung wünschenswert. Man könnte beispielsweise ein aktuelles Wertgutachten eines vereidigten Sachverständigen zur Pflicht machen. Und wenn da eine wesentlich andere Zahl drinsteht als im Kaufvertrag, genügt das vielleicht einigen mehr, sich informierter zu entscheiden.
Keine Angst, er ist schlecht und Sie müssen darüber nicht lachen.
"Wenn der kleine Bundesbürger mit seinem ersparten Geld von Profis mit wertlosen Immobilien über einen gut eingefetteten Tisch gezogen wird isser selber Schuld und muss damit leben.
Wenn nun aber die "Profis" von anderen "Profis" mittels wertloser Immobilien über den gutgeschmierten Tisch gezogen werden, dann rennt und hetzt alles, um einen Schutzschirm für Banken aufzuspannen, es werden Bürgschafter vergeben und eigene Körperschaften zum kostenlosen abladen der Schrottimmos erschaffen."
Das wars. *tätääätätääätätäää*
Macht mich nieder! ;)
aber hier sind Kräfte am Werk, die die Gutgläubigkeit für ihre kriminellen
Geschäfte nutzen.
Für ältere Bürger ist ein Sachbearbeiter einer Bank immer noch eine Institution.
Die glauben was der oder die sagen und genau das ist beabsichtigt.
Sehen sie sich das Verhältnis vom Verkaufswert zum tatsächlichen Wert an.
Die Differenz ist die Manöveriermasse für die Prämien an alle Beteiligten
und der Verdienst der Mafia.
Wie kann es angehen, das alle, die daran verdienen straflos ausgehen und
angeblich keine Ahnung hatten.
Befassen sie sich mal mit dem Thema NEUE HEIMAT, liegt schon lange zurück.
ging auch um Immobilien.
Der ehemalige Chef Redakteur der CAPITAL, Johannes Gross schrieb damals
unter der Überschrift:
"Die Spitze des Eisbergs"
Erst wenn wir wissen wie viele Eigentumswohnungen an Staatsanwälte und Richter gegangen sind, werden wir das wahre Ausmaß wissen, so ähnlich jedenfalls.
Diese Mafia ist nicht zu fassen und das nächste Geschäftsmodell bestimmt
schon in Arbeit.
Wenn unsereins falsch parkt und den Strafzettel nicht bezahlt, wird
vollstreckt, löhnen oder ersatzweise Haft, aus die Maus.
Die journalistische Absicht in allen Ehren, aber daran haben
sich schon ganz andere versucht.
Heute verdient man nicht mehr mit dem Objekt, sondern am Objekt, sie müssen
nur genug Dumme finde, die sich beteiligen.
Die gesamte Abschreibungsbranche ist so aufgebaut und keiner haftet.
Die Landesbanken und die daran beteiligten Sparkassen sind noch längst nicht
über den Berg.
schauen Sie mal in die Anzeigenspalte neben dem Artikel. Da tummelt sich von Sofortkrediten und "Psssst"-Aktientipps über Baufinanzierung bis zu Anwälten "für danach" das gesamte Spektrum der Geschäftemacherei mit schlecht informierten, leichtgläubigen oder in Not geratenen Menschen.
Ausserdem meine ich persönlich, dass die Geschädigten alleine dadurch benachteiligt sind, wenn etwa die Ex-Immo-Sparte der Hypovereinsbank involviert ist, die sich ja heute durch den Übergang in die HRE in Staatsbesitz befindet. Bei der Konstellation sagt mir mein Gefühl, dass die Chancen etwas ungleich verteilt sind.
Aber auch andere Banken haben sich hastig von ihren Immobiliensparten getrennt, wenn z.B. öffentlich bekannt wurde, dass Aquise, "Beratung" und Kreditvergabe in nur einem Unternehmen gebündelt waren. Was wäre das für ein Bänker, der ruhig abwartet, ob per Gerichtsbeschluss teilweise Zehntausende Immobilienverkäufe rückabgewickelt werden müssen?
Insofern: "Quid licet Jovis non licet bovis" gilt auch beim Geld anlegen - und beim mit den Anlegern Geld Machen erst recht.
Alles Gute
Kai Hamann
Ich bin da mit der im Artikel genannten Haltung der Bundesregierung einer Meinnung, nach der Anleger selbst entscheiden müssen, ob sich der Kauf einer bestimmten Immobilie für sie lohnt.
Gleichwohl wäre hier, wie man anhand der doch recht hohen Anzahl an Fällen sieht, mehr Regulierung wünschenswert. Man könnte beispielsweise ein aktuelles Wertgutachten eines vereidigten Sachverständigen zur Pflicht machen. Und wenn da eine wesentlich andere Zahl drinsteht als im Kaufvertrag, genügt das vielleicht einigen mehr, sich informierter zu entscheiden.
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