Umfrage Steuern? Zahlen wir gerne!
Lange wollte die Koalition die Steuern senken. Daraus wurde nichts. Nicht schlimm, meinen neun Prominente und Bürger. Hier erzählen sie, warum sie gerne Steuern zahlen.
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) setzt sich immer wieder für Steuersenkungen ein, sein Parteifreund Dirk Niebel ebenfalls: "Wir brauchen die Entlastung vor der nächsten Bundestagswahl, damit die Leute wissen, was wir Gutes für sie getan haben", forderte er erst vor wenigen Tagen. Dabei sollte das Thema eigentlich erledigt sein – zumindest, wenn es nach der Bundeskanzlerin geht. "Steuersenkungen werden auf absehbarer Zeit nicht durchsetzbar sein", sagte Angela Merkel kurz nach der Wahlniederlage ihrer Partei in Nordrhein-Westfalen. Damit fiel eines der großen Wahlversprechen der schwarz-gelben Koalition.
Steuersenkungen, um den Leuten Gutes zu tun? Nicht alle Bürger teilen die Auffassung des Entwicklungsministers. Neun Menschen erklären auf ZEIT ONLINE, warum sie gerne Steuern zahlen: Für ein gutes Bildungssystem, die Förderung von Kultur oder die Gesundheitsversorgung. Ihre Statements können Sie auf den folgenden Seiten lesen.
- Datum 02.08.2010 - 11:57 Uhr
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Im Jahr 2009 hievte das Wirtschaftsmagazin "Forbes" den mexikanischen Drogenboss "El Chapo" Joaquin Guzman auf seine Liste der "World's Most Powerful People". Man wolle ein Zeichen setzen, hieß es.
Auch wieder so eine teure Aufgabe des Staates, die Kriminalitätsbekämpfung.
Steuern sind überhaupt die Grundlage der Zivilisiertheit eines Gemeinwesens, das sollte sich dringend weiter herumsprechen.
Kritik an der Besteuerung kommt immer gerne aus "Wirtschaftskreisen". Dabei gilt auch hier: Kinderbetreuung ist ein Standortfaktor, wenn Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte dringend gebraucht wird. So wie Bildung, Kultur, sozialer Frieden usw.
Wenn der Staat seine klassischen Aufgaben gut erfüllen kann, macht dies ein Land nicht nur lebenswert, sondern auch attraktiv.
....nicht nass gepudert ist. Es geht darum, wieviel man zahlen muss. Ein Staat kann alle öffentlichen Aufgaben wahrscheinlich mit 25%-30% Staatsquote erfüllen. Geht man darüber hinaus erfüllt man Konsumwünsche spezieller Interessengruppen. Dagegen sollte fast jeder etwas haben, da er nicht weiß, ob er mehr zahlt, als er bekommt, sehr wohl aber weiß, dass die Gesamtgesellschaft dadurch weniger hat also insgesamt ärmer ist.
....nicht nass gepudert ist. Es geht darum, wieviel man zahlen muss. Ein Staat kann alle öffentlichen Aufgaben wahrscheinlich mit 25%-30% Staatsquote erfüllen. Geht man darüber hinaus erfüllt man Konsumwünsche spezieller Interessengruppen. Dagegen sollte fast jeder etwas haben, da er nicht weiß, ob er mehr zahlt, als er bekommt, sehr wohl aber weiß, dass die Gesamtgesellschaft dadurch weniger hat also insgesamt ärmer ist.
aber die uneinigkeit liegt in der art der erhebung und vor
allem in der art der verwendung. Das muss viel getan werden,
damit unser system von allen buergern mitgetragen wird
Ein paar Gutverdiener, die gerne Steuern zahlen, na und!
Zehn Seiten um einigen Selbstdarstellern Raum für ihre Koketterie als treue Staatsbürger einzuräumen, ein journalistischer Wahnsinn.
Die eigentlich Frage, nämlich, ob es mehr Staat oder mehr private Verantwortung bedarf ist doch intellektuell viel anspruchsvoller.
Die Gesundheitsversorgung, Krippenplätze usw. hängen doch nicht an der Gesamtsumme der Staatseinnahmen. Das ist doch eine Frage, wie sinnvoll planwirtschaftliche Allokation gegenüber Allokation über den Preis ist. Ebenso eine Verteilungsfrage.
Letztlich wird nie thematisiert, dass ein Politiker doch völlig hilflos ist bei der Frage, ob er Mehreinnahmen für zwei zusätzliche Krippenplätze, 10 EUR höhere Hartz 4 Sätze, einen zusätzlichen Lehrer oder eine kostenlose Vorsorgeuntersuchung anbieten soll. Der Privatmensch weiß, da noch am ehesten was er braucht und gibt so sein Geld aus.
Diese Mär vom staatlichen Beglücker, ein intellektueller Tiefflug.
Ihre Argumentation bitte auch zuende denken. Würden die von Ihnen angesprochenen Posten privatwirtschaftlich geregelt, hieße das, einen großen Teil der Bevölkerung davon auszuschließen. Die Grundversorgung kann garnicht privatwirtschaftlich geführt werden. Wie soll man denn das Solidarsystem weiter beibehalten? Wie soll man die weniger gut Bemittelten teilhaben lassen? Wie bekommt man die Kosten in den Griff (die evtl. höhere Effizienz übersteigt in den seltensten Fällen die geforderte Rendite)?
Die Politik hat doch jetzt schon keine Kontrolle mehr über die Wirtschaft. Der totale Ausverkauf wäre somit eine Form der Anarchie. Die Möglichkeit, Politik zu gestalten würde gegen Null tendieren, genauso wie die demokratische Teilhabe.
ich habe doch ausdrücklich gesagt, dass es eine Umverteilungskomponente (wer hat wieviel) gibt und eine Allokationskomponente (wofür wird das Geld verwendet) gibt.
Der Staat sollte natürlich in Maßen umverteilen, aber bei der Mittelverwendung ist der Staat ziemlich hilflos. Es gibt viel Gutes, was man tun könnte. Dementsprechend sollte der Markt in den meisten Bereichen die Allokation übernehmen. Das machen wir doch auch weitgehend, schließlich geben wir Transfergelder aus statt staatlichen Essensmarken usw.!
Meine Kritik richtet sich doch nicht daran, das wir Steuern zahlen, sondern, dass hier so hoffnungslos einfach diskutiert wird à la: "Ich zahle gerne Steuern"
einen intellektueller Tiefflug dar.
Außer, dass sie mit Nicht-Verstandenen Begriffen aus der VWL widersinnige Aussagen tätigen, erschöpft sich weiters ihre Aussage in eine Null-Aussage.
Ich bin gerne bereit, sie zu erleuchten: Aggregation heißt das Wort, welches als Methode bei diesen Aussagen anzuwenden.
Und: Voraussetzungen ist sorgfältig und kritisch lesen, und denken was darauf folgt (nach Brecht. Also handeln sie bitte nach dieser Maxime!
Ihre Argumentation bitte auch zuende denken. Würden die von Ihnen angesprochenen Posten privatwirtschaftlich geregelt, hieße das, einen großen Teil der Bevölkerung davon auszuschließen. Die Grundversorgung kann garnicht privatwirtschaftlich geführt werden. Wie soll man denn das Solidarsystem weiter beibehalten? Wie soll man die weniger gut Bemittelten teilhaben lassen? Wie bekommt man die Kosten in den Griff (die evtl. höhere Effizienz übersteigt in den seltensten Fällen die geforderte Rendite)?
Die Politik hat doch jetzt schon keine Kontrolle mehr über die Wirtschaft. Der totale Ausverkauf wäre somit eine Form der Anarchie. Die Möglichkeit, Politik zu gestalten würde gegen Null tendieren, genauso wie die demokratische Teilhabe.
ich habe doch ausdrücklich gesagt, dass es eine Umverteilungskomponente (wer hat wieviel) gibt und eine Allokationskomponente (wofür wird das Geld verwendet) gibt.
Der Staat sollte natürlich in Maßen umverteilen, aber bei der Mittelverwendung ist der Staat ziemlich hilflos. Es gibt viel Gutes, was man tun könnte. Dementsprechend sollte der Markt in den meisten Bereichen die Allokation übernehmen. Das machen wir doch auch weitgehend, schließlich geben wir Transfergelder aus statt staatlichen Essensmarken usw.!
Meine Kritik richtet sich doch nicht daran, das wir Steuern zahlen, sondern, dass hier so hoffnungslos einfach diskutiert wird à la: "Ich zahle gerne Steuern"
einen intellektueller Tiefflug dar.
Außer, dass sie mit Nicht-Verstandenen Begriffen aus der VWL widersinnige Aussagen tätigen, erschöpft sich weiters ihre Aussage in eine Null-Aussage.
Ich bin gerne bereit, sie zu erleuchten: Aggregation heißt das Wort, welches als Methode bei diesen Aussagen anzuwenden.
Und: Voraussetzungen ist sorgfältig und kritisch lesen, und denken was darauf folgt (nach Brecht. Also handeln sie bitte nach dieser Maxime!
Aus diesem Grund hatte die FDP bei der letzten BTW soviel Prozente. Warten ja noch viele dieser gutgläubigen Wähler auf Ihr geschenk.
Ist doch wohl Aussage genug, oder?
Ihre Argumentation bitte auch zuende denken. Würden die von Ihnen angesprochenen Posten privatwirtschaftlich geregelt, hieße das, einen großen Teil der Bevölkerung davon auszuschließen. Die Grundversorgung kann garnicht privatwirtschaftlich geführt werden. Wie soll man denn das Solidarsystem weiter beibehalten? Wie soll man die weniger gut Bemittelten teilhaben lassen? Wie bekommt man die Kosten in den Griff (die evtl. höhere Effizienz übersteigt in den seltensten Fällen die geforderte Rendite)?
Die Politik hat doch jetzt schon keine Kontrolle mehr über die Wirtschaft. Der totale Ausverkauf wäre somit eine Form der Anarchie. Die Möglichkeit, Politik zu gestalten würde gegen Null tendieren, genauso wie die demokratische Teilhabe.
ich habe doch ausdrücklich gesagt, dass es eine Umverteilungskomponente (wer hat wieviel) gibt und eine Allokationskomponente (wofür wird das Geld verwendet) gibt.
Der Staat sollte natürlich in Maßen umverteilen, aber bei der Mittelverwendung ist der Staat ziemlich hilflos. Es gibt viel Gutes, was man tun könnte. Dementsprechend sollte der Markt in den meisten Bereichen die Allokation übernehmen. Das machen wir doch auch weitgehend, schließlich geben wir Transfergelder aus statt staatlichen Essensmarken usw.!
Meine Kritik richtet sich doch nicht daran, das wir Steuern zahlen, sondern, dass hier so hoffnungslos einfach diskutiert wird à la: "Ich zahle gerne Steuern"
Ich habe auch nicht behauptet, dass Sie gegen Steuern sind. Ich habe den Faktor Privatisierung angesprochen und seine Gefahren. Wie die Allokation jetzt privat übernommen werden könnte, würde ich gerne genauer wissen.
Dass der Steuerzahler mehr Kontrolle über seine Steuergelder haben sollte, da stimme ich Ihnen ja zu. Aber wie soll der Markt das regeln? Für mich hört sich sowas immer eher nach weniger Demokratie an.
Es wird niemals soweit kommen, dass der Steuerzahler vollständig bestimmen kann, wohin sein Geld fliesst. Aber man könnte kommunal z.B. sehr viel mehr Teilhabe ermöglichen. Hätte es eine Elbphilarmonie gegeben mit Bürgerentscheid? Oder Stuttgart 21? Wohl kaum...
Ich habe auch nicht behauptet, dass Sie gegen Steuern sind. Ich habe den Faktor Privatisierung angesprochen und seine Gefahren. Wie die Allokation jetzt privat übernommen werden könnte, würde ich gerne genauer wissen.
Dass der Steuerzahler mehr Kontrolle über seine Steuergelder haben sollte, da stimme ich Ihnen ja zu. Aber wie soll der Markt das regeln? Für mich hört sich sowas immer eher nach weniger Demokratie an.
Es wird niemals soweit kommen, dass der Steuerzahler vollständig bestimmen kann, wohin sein Geld fliesst. Aber man könnte kommunal z.B. sehr viel mehr Teilhabe ermöglichen. Hätte es eine Elbphilarmonie gegeben mit Bürgerentscheid? Oder Stuttgart 21? Wohl kaum...
Ich habe auch nicht behauptet, dass Sie gegen Steuern sind. Ich habe den Faktor Privatisierung angesprochen und seine Gefahren. Wie die Allokation jetzt privat übernommen werden könnte, würde ich gerne genauer wissen.
Dass der Steuerzahler mehr Kontrolle über seine Steuergelder haben sollte, da stimme ich Ihnen ja zu. Aber wie soll der Markt das regeln? Für mich hört sich sowas immer eher nach weniger Demokratie an.
Es wird niemals soweit kommen, dass der Steuerzahler vollständig bestimmen kann, wohin sein Geld fliesst. Aber man könnte kommunal z.B. sehr viel mehr Teilhabe ermöglichen. Hätte es eine Elbphilarmonie gegeben mit Bürgerentscheid? Oder Stuttgart 21? Wohl kaum...
Zunächst die Umverteilung geht relativ leicht - negative Einkommenssteuer oder ähnliches, meinetwegen auch ein Transfersystem mit Bedarfssprüfung. Kann man in beliebiger Höhe ausgestalten, je nach politischem Gusto.
Die Allokation über den Markt funktioniert indem sie ihr Geld für das ausgeben, was sie brauchen. Sie stimmen mit den Füßen ab, ob sie ein Produkt wollen oder nicht. Nehmen wir einen Krippenplatz für ihr Kind, kostet 300 EUR im Monat - wenn sie das ausgeben wollen, wird sich ein Investor finden, der eine Krippe baut. Wenn sie es nicht ausgeben wollen, werden weniger Krippen gebaut oder die überflüssigen Krippen gehen pleite.
Der Markt ist gigantisch gut darin schnell die benötigten Produkte und Leistungen zur Verfügung zu stellen. Mit Ausnahme öffentlicher Güter (z.B. Gehweg, Straße, Infrastruktur).
Jetzt sagen sie wahrscheinlich, dass sich nicht jeder die Krippe leisten kann und genau hier sind wir bei der Aufgabe des Staates - Umverteilung (Geld oder Gutschein) an die, die den Krippenplatz brauchen.
Meinetwegen kann der Staat auch Qualitätsstandards überprüfen, aber eine staatliche Krippe ist nicht zwingend notwendig.
Der Staat schafft es schlicht nicht schnell genug auf Bedarfe und Überschüsse zu reagieren. In China gab es 20 Jahre Hungersnöte (Falsche Verteilung, Transportprobleme usw.), dann wurden kleine (!) Bäuernmärkte erlaubt, danach gab es nie wieder flächendeckend Hunger in China. Die Bauern haben Transport und Anbau effizienter erledigt.
Was ist schon eine "Schein-Demokratie" wert, in der seit Beginn immer wieder die 5 üblichen Parteien gewählt werden.
Das ist in etwa so demokratisch wie das Amerikanische 2 Parteien System.
Aufwachen bitte...Demokratie...das ich nicht lache..
Zunächst die Umverteilung geht relativ leicht - negative Einkommenssteuer oder ähnliches, meinetwegen auch ein Transfersystem mit Bedarfssprüfung. Kann man in beliebiger Höhe ausgestalten, je nach politischem Gusto.
Die Allokation über den Markt funktioniert indem sie ihr Geld für das ausgeben, was sie brauchen. Sie stimmen mit den Füßen ab, ob sie ein Produkt wollen oder nicht. Nehmen wir einen Krippenplatz für ihr Kind, kostet 300 EUR im Monat - wenn sie das ausgeben wollen, wird sich ein Investor finden, der eine Krippe baut. Wenn sie es nicht ausgeben wollen, werden weniger Krippen gebaut oder die überflüssigen Krippen gehen pleite.
Der Markt ist gigantisch gut darin schnell die benötigten Produkte und Leistungen zur Verfügung zu stellen. Mit Ausnahme öffentlicher Güter (z.B. Gehweg, Straße, Infrastruktur).
Jetzt sagen sie wahrscheinlich, dass sich nicht jeder die Krippe leisten kann und genau hier sind wir bei der Aufgabe des Staates - Umverteilung (Geld oder Gutschein) an die, die den Krippenplatz brauchen.
Meinetwegen kann der Staat auch Qualitätsstandards überprüfen, aber eine staatliche Krippe ist nicht zwingend notwendig.
Der Staat schafft es schlicht nicht schnell genug auf Bedarfe und Überschüsse zu reagieren. In China gab es 20 Jahre Hungersnöte (Falsche Verteilung, Transportprobleme usw.), dann wurden kleine (!) Bäuernmärkte erlaubt, danach gab es nie wieder flächendeckend Hunger in China. Die Bauern haben Transport und Anbau effizienter erledigt.
Was ist schon eine "Schein-Demokratie" wert, in der seit Beginn immer wieder die 5 üblichen Parteien gewählt werden.
Das ist in etwa so demokratisch wie das Amerikanische 2 Parteien System.
Aufwachen bitte...Demokratie...das ich nicht lache..
Ich habe überhaupt kein Problem damit, daß der Staat von mir seinen Anteil in Form von Steuern verlangt. Nur sehe ich eine Diskrepanz in den Einkommensarten, jemand, der sein Geld anlegt, zahlt auf die erzielten Gewinne vie weniger Steuern als der, der in gleicher Höhe Einnahmen durch Arbeit erzielt.
Hier erfolgt im Grunde die große Umverteilung. Daher können Reiche problemlos über höhere Steuern lamentieren, es beträfe sie ja nur, wenn auch Kapitalerträge wie Einkommen aus Arbeit besteuert würden.
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