Arbeitsmarkt Illegale Praktiken bei Zeitarbeitsfirmen nehmen zu
Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und falsch angewandte Tarifverträge: Die Zahl der Verstöße von Zeitarbeitsfirmen hat sich in drei Jahren vervierfacht.
Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums haben Zeitarbeitsfirmen in den vergangenen Jahren häufig die gesetzlichen Vorschriften missachtet. Die Zahl der Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Leiharbeits-Regelungen habe sich von 510 im Jahr 2005 auf 2139 im Jahr 2008 erhöht. Dies geht aus Antworten des Arbeitsministeriums in Fragestunden des Bundestages hervor, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen. Die Fragen hatten die Linken gestellt, nachdem der Missbrauch der Leiharbeit bei der Drogeriekette Schlecker bekannt geworden war.
Als besonders gravierende Verfehlungen nennt das Ministerium unter anderem die falsche Anwendung von Tarifverträgen. Außerdem würden Zeitarbeitsunternehmen bei Krankheit den Lohn teilweise nicht weiterzahlen, Sozialversicherungsbeiträge oder Steuern unzureichend oder verspätet abgeben oder Urlaubsansprüche und Urlaubsgeld nicht vollständig gewähren.
Trotz der Verstöße ging aber die Zahl der Prüfungen bei den Firmen im vergangenen Jahr leicht auf 1429 zurück. Bezogen auf die Zahl der Zeitarbeitsfirmen sank die Prüfquote damit von 9,02 Prozent (2008) auf 8,58 Prozent 2009. Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, zeigte sich empört. Leiharbeitskräfte seien gesetzlich ohnehin in fast allen Belangen schlechter gestellt. "Es ist deshalb ein Skandal, dass viele Unternehmen sich noch nicht einmal an diese unzureichenden Bestimmungen halten."
Das Arbeitsministerium hat dem Bericht zufolge inzwischen erste Konsequenzen gezogen. Von Mitte Juli an erhält die Bundesagentur 25 zusätzliche Prüfer, die befristet bis Ende 2011 die Zeitarbeitsfirmen durchleuchten sollen. Die Zahl der Prüfer steigt damit auf etwa 100.
- Datum 07.07.2010 - 07:07 Uhr
- Quelle dpa
- Kommentare 49
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






osteuropäische Zeitarbeitsfirmen, mitsamt Personalressourcen, frei zugänglich.
Was das für den deutschen Arbeitsmarkt bedeutet, kann sich jeder Leser bestimmt selbst ausmalen. Insbesondere im Kontext des obigen Artikels.
... noch lustig werden. Insbesondere in der jetzigen Krise und angesichts der Tatsache, dass einige hundertausend Polen wieder von den Inseln (GB und Irland) zurückkommen, weil da der künstliche Blasenboom zu Ende ist.
Dafür dürften die jetzt gut englisch beherrschen und unseren Niedriglohnsektor auf britische Größe bringen (die Briten haben in der EU noch den relativ größten Niedriglohnsektor). Darauf arbeiten deutsche Politiker ja schon lange hin.
Dann kann es endlich heißen: nicht nur Exportweltmeister, sondern auch Niedriglohnweltmeister! Die effizienteste Volkswirtschaft der Welt (oder zumindest der EU)! Nur leben will man dann nicht mehr hier.
... noch lustig werden. Insbesondere in der jetzigen Krise und angesichts der Tatsache, dass einige hundertausend Polen wieder von den Inseln (GB und Irland) zurückkommen, weil da der künstliche Blasenboom zu Ende ist.
Dafür dürften die jetzt gut englisch beherrschen und unseren Niedriglohnsektor auf britische Größe bringen (die Briten haben in der EU noch den relativ größten Niedriglohnsektor). Darauf arbeiten deutsche Politiker ja schon lange hin.
Dann kann es endlich heißen: nicht nur Exportweltmeister, sondern auch Niedriglohnweltmeister! Die effizienteste Volkswirtschaft der Welt (oder zumindest der EU)! Nur leben will man dann nicht mehr hier.
Diese Unternehmen manifestieren das Unrecht auf dem Arbeitsmarkt. Mit deren Einführung erhielt Unglück und Missbrauch von Arbeitnehmern freie Bahn. Zeitarbeitsfirmen sind kontraproduktiv für den Arbeitsmarkt und eine schlechte Notlösung, die wirklich niemand braucht.
Nur wenige Arbeitsuchende erhalten durch sie eine neue Anstellung mit leistungsgerechter Bezahlung. Die allermeisten arbeiten sich für lausiges Geld den Rücken bucklig, immer in der Hoffnung von einem Arbeitgeber übernommen zu werden.
... man müsste nur gesetzlich festlegen, dass Leiharbeiter 25% mehr Lohn als die entsprechend fest Angestellten bekommen. Schon wäre die Sache wieder attraktiv und die AG hätten weiterhin ein kurzfristig abschöpfbares Arbeitskräftepotential mit echtem Anreiz fest anzustellen.
Meines Wissens steht sogar im Gesetz, dass Leiharbeiter nicht schlechtergestellt sein dürfen als Feste. Nur hat die deutsche Lügen-Politik ein Hintertürchen für die Unternehmer eingebaut: separate Gewerkschaften. Seitdem übernimmt die christliche Gewerkschaft (ganz im Sinne: "den echten Lohn gibts erst im Jenseits") Pseudotarifabschlüsse für die Firmen:
http://www.focus.de/finan...
Wo bleibt eigentlich unsere Adelige von der Leyen? Wollte die nicht was gegen den Missbrauch tun? Wann dürfen wir damit rechnen liebe Ursula?
... man müsste nur gesetzlich festlegen, dass Leiharbeiter 25% mehr Lohn als die entsprechend fest Angestellten bekommen. Schon wäre die Sache wieder attraktiv und die AG hätten weiterhin ein kurzfristig abschöpfbares Arbeitskräftepotential mit echtem Anreiz fest anzustellen.
Meines Wissens steht sogar im Gesetz, dass Leiharbeiter nicht schlechtergestellt sein dürfen als Feste. Nur hat die deutsche Lügen-Politik ein Hintertürchen für die Unternehmer eingebaut: separate Gewerkschaften. Seitdem übernimmt die christliche Gewerkschaft (ganz im Sinne: "den echten Lohn gibts erst im Jenseits") Pseudotarifabschlüsse für die Firmen:
http://www.focus.de/finan...
Wo bleibt eigentlich unsere Adelige von der Leyen? Wollte die nicht was gegen den Missbrauch tun? Wann dürfen wir damit rechnen liebe Ursula?
wird auch kaum einer übernommen. Die meisten arbeiten eine Weile und werden durch andere ersetzt, wenn eine Verlängerung der Befristung nicht mehr möglich ist.
Armes Deutschland.
aber troztdem haben sie dann bessere Chancen an ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu kommen , als wenn sie monatelang Arbeitslos zuhause gesessen haben.
aber troztdem haben sie dann bessere Chancen an ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu kommen , als wenn sie monatelang Arbeitslos zuhause gesessen haben.
Einfach nur widerlich der Gedanke, daß an meiner Arbeitskraft ein Dritter sich bereichert.
Glücklicherweise mußte ich diese [...] bislang nicht in Anspruch nehmen.
Diese Firmen gehören im Grunde verboten.
Bitte verzichten Sie auf eine Wortwahl, die als diskriminierend aufgefasst werden kann. Die Redaktion/is
Existenzberechtigung erlangt hat, weil er sich zwischen den Arbeitnehmer und Arbeitgeber gedrängt hat.
Nicht als Verhandlungspartner oder Vermittler, sondern um sich an der Arbeitskraft beider Seiten zu erlaben. Das ist deren Intention!
Man hat also bei 1429 kontrollierten Firmen insgesamt 2139 Verstöße festgestellt.
Ist es in diesem Kontext vermessen zu fordern, Zeitarbeitsfirmen an die kurze Leine zu nehmen?
Mir hat letztens eine Kollegin erzählt dass ihre Tochter bei einer solchen Firma arbeitet. Eine Firma wollte sie übernehmen und hätte dafür 6000€ Ablöse an die Firma zahlen müssen. Ohne Ablöse geht es wohl nur wenn sie mindestens 6 Monat arbeitslos wäre. Und welche Firma zahlt schon 6000€ für einen Mitarbeiter wenn es (leider) ja noch genügend andere auf der Strasse gibt. Zeitarbeitsfirmen scheinen eher das Finden einer neuen Stelle unmöglich zu machen.
Es gibt auch Zeitarbeitsfirmen, die die Mitarbeiter betreuen und ihnen damit die Übernahme ermöglichen. Das ist eien geldwerte Leistung. Was der Arbeitgeber dem Entleiher bezahlt geht den Übenommenen doch nichts an.
Die Nennung des Betrags in Höhe von € 6.000,00 allein sagt auch nicht aus. Es ist eine Investition des neuen Arbeitgebers, die er tätigen will oder nicht. Je nach dem, was ihm die neue Kraft wert ist. Wenn das Argument, es gibt genug von allem, stimmen würde, hätte sich der Arbeitgeber ja die Übernahmeplanung von vorneherein sparen können.
Und mit einer überzogenen Ablöseforderungen stellt sich die Zeitarbeitsfirma genauso ein Bein, wie jeder Geschäftsmann, der überhöhte Preise verlangt. Man riskiert, keinen Auftarg mehr zu bekommen.
Es gibt auch Zeitarbeitsfirmen, die die Mitarbeiter betreuen und ihnen damit die Übernahme ermöglichen. Das ist eien geldwerte Leistung. Was der Arbeitgeber dem Entleiher bezahlt geht den Übenommenen doch nichts an.
Die Nennung des Betrags in Höhe von € 6.000,00 allein sagt auch nicht aus. Es ist eine Investition des neuen Arbeitgebers, die er tätigen will oder nicht. Je nach dem, was ihm die neue Kraft wert ist. Wenn das Argument, es gibt genug von allem, stimmen würde, hätte sich der Arbeitgeber ja die Übernahmeplanung von vorneherein sparen können.
Und mit einer überzogenen Ablöseforderungen stellt sich die Zeitarbeitsfirma genauso ein Bein, wie jeder Geschäftsmann, der überhöhte Preise verlangt. Man riskiert, keinen Auftarg mehr zu bekommen.
[Entfernt, bitte bemühen Sie sich um sachliche Diskussionsbeiträge. Danke. /Die Redaktion pt.]
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren