Ökonom Michael Burda "Die Fed sitzt auf einem Pulverfass"

Die Deutschen können mit einer schwachen US-Wirtschaft leben, sagt der Ökonom Michael Burda. Im Interview erklärt er, warum den USA eine hohe Inflation droht.

Leerer Containerhafen: Die Vereinigten Staaten leiden noch immer stark unter den Folgen der Weltfinanzkrise

Leerer Containerhafen: Die Vereinigten Staaten leiden noch immer stark unter den Folgen der Weltfinanzkrise

Frage: Herr Burda, während in Deutschland die Wirtschaft boomt, kommt Amerika nicht aus der Krise. Wie konnte das passieren?

Michael C. Burda: Die USA leiden stärker unter den Folgen der Weltfinanzkrise als die Bundesrepublik. Dort hat ja alles begonnen, und es ist viel mehr Geld verloren gegangen als hier. Amerika hat zwar einen Aufschwung, er ist aber eher bescheiden und wackelig.

Anzeige

Frage: Lange galten die USA als das dynamischste Land der Welt, das Krisen schnell abschüttelt. Gilt das heute nicht mehr?

Burda: Alle haben jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt, jetzt sind sie hoch verschuldet. Die Haushalte sparen und versuchen, aus den Hypotheken auszusteigen. Shoppingtouren, sonst eine Stütze des Wachstums, kann sich kaum einer leisten. Und die Unternehmen, vor allem der Mittelstand, bekommen keine Kredite von den Banken, die legen ihr Geld lieber in Staatsanleihen an. Entsprechend wenig wird investiert.

Michael Burda
Michael Burda

kommt aus New Orleans. Seit 1993 lehrt er Wirtschaftstheorie an der Berliner Humboldt-Universität, seit 2007 zusätzlich an der European School of Management and Technology am Schlossplatz. Er ist einer der wenigen US-Bürger, die an einer deutschen Hochschule unterrichten. Burda studierte in Havard und beschäftigt sich vor allem mit Makroökonomie und dem Arbeitsmarkt.

Frage: Die Regierung hat ein Konjunkturprogramm von 800 Milliarden Dollar aufgelegt, zugleich flutet die Notenbank Federal Reserve das Land mit billigem Geld. Warum wirkt das nicht?

Burda: Die USA haben sich zunächst darauf konzentriert, die Banken zu retten. Das war auch richtig. Nach Finanzkrisen dauert es immer eine gewisse Zeit, bis die Wirtschaft wieder anspringt. Da nützt es nichts, dass die Fed ihre Bilanz seit 2008 verdreifacht und die Hypotheken im Finanzsystem quasi verstaatlicht hat. Das ist eine Situation wie in den dreißiger Jahren.  

Frage: Viele Ökonomen befürchten ein erneutes Abgleiten in die Rezession, ein Double Dip. Sie auch?

Burda: Das ist durchaus möglich. Die Amerikaner haben momentan viel Pech auf einmal: Der Ölpreis ist immer noch hoch, die Konsumenten sind vorsichtig, Barack Obamas Gesundheitsreform verunsichert die Wirtschaft. Die Stimmung ist sehr schlecht, ich war gerade zweieinhalb Wochen dort. Ohne eine Durststrecke wird es nicht gehen. Kommt ein weiterer Schock hinzu, gibt es ein dickes Problem.

Frage: Washington streitet über ein weiteres Konjunkturpaket. Wäre das sinnvoll?

Burda: Diese Programme sind nur ein Pflaster, mit dem eine offene Wunde besser heilt. Die Grundprobleme, die immense Verschuldung und die angeschlagenen Banken bleiben aber. In Japan in den neunziger Jahren war es ähnlich. Dort hat ein Konjunkturprogramm das nächste abgelöst, das hat den Banken aber nicht geholfen. Am Ende stand Deflation. Washington sollte es anders machen. Eine Abwertung des Dollar würde den USA mehr nutzen, dann käme der Export in Schwung.

Frage: Dass momentan jeder zehnte Erwachsene keinen Job hat, dürfte für Amerika schwer zu ertragen sein.

Burda: Es ist ein Drama. Die Menschen sind jetzt im Schnitt länger als sechs Monate arbeitslos. Das kennt man aus Europa, aber für Amerika ist es neu. Viele haben aufgegeben, weil sie schlecht ausgebildet sind und bestenfalls einen schlecht bezahlten Job bekommen würden. Zugleich haben einige Unternehmen Probleme, Fachkräfte zu finden. Die Verlängerung des Arbeitslosengeldbezugs von 26 auf 99 Wochen durch die Obama-Regierung war ein Fehler.

Frage: Was hätte Obama besser machen müssen? 

Burda: Er konnte wenig tun. Obama musste die Suppe auslöffeln, die ihm Vorgänger George W. Bush eingebrockt hat.

Frage: Was bedeutet die US-Schwäche für Deutschland und die Weltwirtschaft?

Burda: Auch wenn es mit den USA frühestens im nächsten Jahr besser wird: Die Deutschen können damit leben. Amerika bleibt zwar die größte Volkswirtschaft, ist aber nicht mehr der Nabel der Welt. Wenn China, Indien, Brasilien und die kleinen Länder Asiens weiter in dem Tempo wachsen, verschieben sich die globalen Gewichte. Im Moment läuft dort alles sehr gut. Das ist auch gut für die exportstarken Deutschen.

Frage: Die Hegemonie der USA stützte sich immer auf ihre wirtschaftliche Stärke. Erleben wir das schleichende Ende der Pax Americana?

Burda: China ist immer noch ziemlich arm – Schanghai sieht zwar aus wie New York, aber gehen Sie mal in die Provinzen. Wenn China im bisherigen Tempo wächst, wird es meiner Berechnung zufolge in 20 Jahren die Pro-Kopf-Wirtschaftleistung von Portugal erreichen. Die USA werden vorerst an der Spitze bleiben, auch wegen ihres schnelleren Bevölkerungswachstums. Indien hat eher die Chance, nach oben zu kommen. Das ist eine stabile Demokratie, die aber ihre Ungleichheit und ihr Bildungsproblem in den Griff bekommen muss. Dann ist vieles möglich.

Frage: Im Moment sieht es aber so aus, als sei der Kommandokapitalismus chinesischer Prägung obenauf, nicht der US-Kasinokapitalismus mit Markt und Deregulierung, den Ronald Reagan eingeführt hat.

Burda: Sie sollten die Staaten nicht abschreiben. Amerika kommt wieder, sobald die Exzesse verarbeitet sind. Das sage ich nicht, weil ich US-Bürger bin. Die Kombination aus politischer und wirtschaftlicher Freiheit ist ein einzigartiges Erfolgsrezept. Die weltwirtschaftliche Dynamik der letzten 200 Jahre kam aus Amerika, warum sollte das ausgerechnet jetzt vorbei sein? In China wird sich vieles ändern. Heute werden die Arbeiter ausgebeutet wie im Frühkapitalismus, jeder, der ein Apple iPhone besitzt, sollte sich schämen. Irgendwann werden dort Gewerkschaften entstehen, eine andere Partei wird an die Macht kommen, es wird Instabilität geben. 

Frage: Auch Amerika kämpft mit sozialen Problemen. Jeder achte Bürger, jedes vierte Kind lebt mittlerweile von Essensmarken.

Burda: Es gibt zu wenig Jobs, und viele werden von ihren Schulden erdrückt. Ihre Häuser sind weniger wert als ihre Hypotheken, aber man scheut sich, das Haus der Bank zu überschreiben – dann würde es nie wieder einen Kredit oder eine Kreditkarte geben. Das schafft Immobilität. Viele warten verzweifelt darauf, dass es besser wird, um Verluste zu vermeiden.

Frage: Ist der amerikanische Traum in Gefahr, der Aufstiegs-Mythos vom Tellerwäscher zum Millionär?

Burda: Bei der Vermögensverteilung ist die Schere lange Zeit auseinandergegangen. Aber nach der Krise haben viele Reiche viel Geld verloren, die Ungleichheit hat sich sogar reduziert. Bei den Einkommen ist es ähnlich, die Boni fallen bescheidener aus, und der Finanzsektor schrumpft. Im unteren Bereich steigen die Löhne sogar. Überhaupt ist der Glaube an den Aufstieg viel stärker als die Realität. Amerika ist voller Einwanderer, die wegen dieses Traums gekommen sind. Und es gelingt ja auch – wer aus Somalia kommt und in den USA Taxi fährt, hat seine Lebensbedingungen um das 20-Fache verbessert.

Frage: Griechenland ist wegen seiner Finanzen von den Märkten abgestraft worden. Ist Amerika angesichts seiner zwölf Billionen Dollar Staatsschulden noch kreditwürdig?

Burda: Zugegeben, das ist eine enorme Summe – aber angesichts der Wirtschaftsleistung von 14 Billionen Dollar tragbar. Trotzdem ist die Verschuldung eine immense Gefahr, vor allem, wenn man die Verbindlichkeiten von Haushalten und Unternehmen hinzurechnet. Zudem könnten die Garantien für die Banken, die der Staat übernommen hat, fällig werden. Ohne ein wenig Inflation wird es nicht gehen.

Frage: Sie setzen auf schleichende Entschuldung? 

Burda: Die Fed sitzt auf einem Pulverfass, sie hat so viel Geld in den Markt gedrückt wie noch nie. Irgendwann, wenn die Wirtschaft wieder wächst, werden die Banken dieses Geld als Kredite ausreichen. Über steigenden Konsum und Investitionen – oder durch höhere Importpreise – werden dann die Preise anziehen, möglicherweise um 20 oder 30 Prozent in fünf Jahren. Das hat Nachteile, aber einen Vorteil: Man kommt relativ schnell und geräuschlos von den Schulden herunter.

Frage: Dann stürzt der Dollar-Kurs ab.

Burda: Wenn die Kreditgeber das ahnen, werden sie möglicherweise fluchtartig den Dollar verlassen. Eine Abwertung hilft aber auch dem Export. In den siebziger Jahren hat Amerika sein Schuldenproblem schon einmal über Inflation gelöst.

Frage: Eine Sanierung zulasten Europas?

Burda: Tja. Europa ist hoffentlich so stark, dass es das aushält. Deshalb sollten die Euro- Länder zusehen, dass sie ihre eigenen Probleme in den Griff bekommen.

Frage: Ist die Schuldenkrise bewältigt?

Burda: Nein. Es hat sich wenig geändert, schon in einigen Wochen kann es wieder brisant werden. Mit dem Rettungspaket haben sich die Europäer nur Zeit gekauft. Griechenland hat noch eine Schonfrist von zweieinhalb Jahren. Aber der Sparkurs wird kaum reichen, um das Defizit in den Griff zu bekommen. Wenn es Athen mit den Reformen nicht gelingt, kommt es am Ende doch zu einer Umschuldung. 

(Erschienen imTagesspiegel)

 
Leser-Kommentare
  1. Wenn doch die USA so ein Problem mit den Arbeitslosen hat, die kaum qualifiziert sind, werden diese doch noch zu einem noch größerem Problem (durch wachsende Armut) wenn es zur Inflation kommt oder nicht? Dadurch müsste die Regierung mehr Geld in die sozialen Bereich stecken wodurch die Schulden nicht kleiner werden. Oder nicht?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hierzulande ist man ja immer so bange, weil man in den Maßstäben einer bäuerlichen Gesellschaft denkt - mehr Geburten=Wohlstand, weniger Einwohner=Niedergang. Das ist im industriellen und erst recht im postindustriellen Zeitalter aber nicht mehr der Fall. Auf die Qualität der Arbeitnehmer kommt es bezüglich Ökonomie an.

    Und da haben die USA ein echtes Problem. Im Durchschnitt aller Altersgruppen haben die USA zwar prozentual die meisten Akademiker unter den Erwerbstätigen - aller großen Industrieländer! Aber wenn man die jungen Amerikaner betrachtet, unter 35 Jahren, die die Baby Boomer demnächst ersetzen sollen wenn diese in den Ruhestand gehen, dann sieht das genau umgekehrt aus. Durch den langjährigen Sozialabbau ist eine akademische Ausbildung, selbst ein "training", für immer mehr junge Amerikaner unerfüllbar geblieben.

    Und die Bundesrepublik, zwar zahlenmäßig in langsamer Schrumpfung begriffen, hat den genau umgekehrten Weg eingeschlagen. Im Durchschnitt aller Arbeitnehmer "hinkt" die Bundesrepublik zwar international hinterher, betrachten wir aber erneut die jungen Deutschen, unter 35 Jahren, dann dreht sich das Bild um. Das deutsche Bildungswesen ist weitaus leistungsfähig als sein Ruf (naja, Deutsche haben an ihrem Land grundsätzlich eh nur zu meckern, da weiss man eh nicht wann Kritik substantiell ist und wann nur das übliche "in Deutschland alles schlecht, überall sonst alles toll" Gejammer ist).

    Offen bleibt: wer rennt jetzt eher in die "Schuldenfalle"?

    Hierzulande ist man ja immer so bange, weil man in den Maßstäben einer bäuerlichen Gesellschaft denkt - mehr Geburten=Wohlstand, weniger Einwohner=Niedergang. Das ist im industriellen und erst recht im postindustriellen Zeitalter aber nicht mehr der Fall. Auf die Qualität der Arbeitnehmer kommt es bezüglich Ökonomie an.

    Und da haben die USA ein echtes Problem. Im Durchschnitt aller Altersgruppen haben die USA zwar prozentual die meisten Akademiker unter den Erwerbstätigen - aller großen Industrieländer! Aber wenn man die jungen Amerikaner betrachtet, unter 35 Jahren, die die Baby Boomer demnächst ersetzen sollen wenn diese in den Ruhestand gehen, dann sieht das genau umgekehrt aus. Durch den langjährigen Sozialabbau ist eine akademische Ausbildung, selbst ein "training", für immer mehr junge Amerikaner unerfüllbar geblieben.

    Und die Bundesrepublik, zwar zahlenmäßig in langsamer Schrumpfung begriffen, hat den genau umgekehrten Weg eingeschlagen. Im Durchschnitt aller Arbeitnehmer "hinkt" die Bundesrepublik zwar international hinterher, betrachten wir aber erneut die jungen Deutschen, unter 35 Jahren, dann dreht sich das Bild um. Das deutsche Bildungswesen ist weitaus leistungsfähig als sein Ruf (naja, Deutsche haben an ihrem Land grundsätzlich eh nur zu meckern, da weiss man eh nicht wann Kritik substantiell ist und wann nur das übliche "in Deutschland alles schlecht, überall sonst alles toll" Gejammer ist).

    Offen bleibt: wer rennt jetzt eher in die "Schuldenfalle"?

    • WiKa
    • 23.08.2010 um 16:36 Uhr

    Ein schöner Artikel, der durchaus den gewollten Optimismus rüberbringt, bei allen enthaltenen Warnungen. Und was passiert wenn in China jetzt doch noch ein Sack Reis umfällt? Kann das den Supergau auslösen? Viel zu wenig wird beachtet in welchem Maß sich weltweit die Geldmenge erhöht hat, die an sich nur über eine satte Inflation korrigiert werden könnte. Andererseits bleibt zu fragen wo das Geld geblieben ist? Es ist in den Casinos der Banken verschwunden und muss dort Löcher stopfen. Dieser Umstand ist volkswirtschaftlich völlig kontraproduktiv und lässt die nächsten Blasen gedeihen. Nicht nur Europa hat sich ein wenig Zeit damit erkauft, die Amerikaner noch in größerem Umfang.

    Was soll passieren wenn tatsächlich eine nächste Blase platzt. Soll dann noch mehr Geld ins Casino getragen werden? Man könnte auch sagen, dass wir bereits weit über das Ende der Fahnenstange hinausgeschossen sind, zwar noch in einer angenehmen Aufwärtsbewegung, nur werden wir aus diesem Grunde den Fahnenmast verfehlen der uns auf dem Weg nach unten als Bremse dienen könnte.

    Kommentare wie diese sind pessimistisch und man will sie nicht lesen, weil sie etwas vorwegnehmen, was viele Leute ahnen aber nicht wollen dass es passiert. Auch ich könnte mir etwas schöneres vorstellen, kann aber den Verstand nicht ausschalten und muss mir nicht alle Nebelkerzen gefallen lassen. Warum es nicht gut enden kann dürfen sie hier nachlesen: http://qpress.de/2010/07/...

    • Sufi
    • 23.08.2010 um 16:41 Uhr

    Meiner Meinung stellt Herr Burda die Lage zu rosig dar.
    Offiziell hat die USA Staatsschulden in Höhe von 14 Billionen $ , aber die tatsächlichen Schulden betragen 74 Billionen $.
    Mittlerweile wandern 14 % der Steuereinnahmen des Staates in die Tilgung der Staatsverschuldung , eine horrende Zahl.
    Die amerikanische Wirtschaft ist zu 73 % vom Konsum abhängig , bei sinkender Kaufkraft , kommt eine Lawine in Rollen.
    Hier ein Link der ohne Gnade die US Staatsverschuldung auf die Sekunde genau angibt:

    [...]

    Link entfernt. Die Redaktion/sc

  2. eines schönen Filmes: The Fall of the Republic. Ansonsten gilt maxkeiser anschauen und sich eine eigene Meinung bilden. Wie sagte doch jemand: In den USA wird nichts mehr produziert ausser Waffen, Donuts und Pornos. Amerika, wie bist Du heruntergekommen!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Sufi
    • 23.08.2010 um 17:41 Uhr

    Ziemlich ausgeflippt dieser Max Keiser , ich sehe ihn immer auf RT News , wo er eine eigene Sendung hat.
    Seine Prognosen zur amerikanischen Wirtschaft haben sich fast immer bewahrheitet , insofern ein sehr kluger Kopf.
    Hier sein neuestes Interview , viel Spass :

    www.chaostheorien.de/arti...

    • Sufi
    • 23.08.2010 um 17:41 Uhr

    Ziemlich ausgeflippt dieser Max Keiser , ich sehe ihn immer auf RT News , wo er eine eigene Sendung hat.
    Seine Prognosen zur amerikanischen Wirtschaft haben sich fast immer bewahrheitet , insofern ein sehr kluger Kopf.
    Hier sein neuestes Interview , viel Spass :

    www.chaostheorien.de/arti...

  3. "Wie sagte doch jemand: In den USA wird nichts mehr produziert ausser Waffen, Donuts und Pornos. Amerika, wie bist Du heruntergekommen!"

    Na ja: Gibt durchaus noch einiges, was dort hergestellt wird und für die hiesige Wirtschaft interessant ist. Der Verkauf von Software und -lizenzen wäre da nicht zuletzt zu nennen; auch sind die Hardwareindustrie und der Chemiesektor führend oder an vorderster Stelle weltweit zu nennen, des weiteren last but not least die der medizinische Gerätesektor. In der Beziehung ist die Obama-Regierung schon auf dem richtigen Kurs, daß sie in den Ausbau des Exportsektors investiert und den industriellen Bereich stützt. Sonst hätte es die Rettungsaktion für GM nicht gegeben.

    Auch eine mehrwöchige Reise in die USA mit einer prall gefüllten Urlaubskasse hätte denselben Effekt, den Verbrauchern in den USA den Konsum nicht durch Verschuldung, sondern durch Einkommen zu ermöglichen. Aber dazu müßten die Europäer, vor allem die Deutschen, wieder mehr Geld in der Tasche und eine bessere Perspektive hinsichtlich der beruflichen Aussichten haben. Danach sieht es im Moment gar nicht aus, wenn man sich die Aktionen der Bundesregierung und die Äußerungen von neoliberalen Vertretern der Wirtschaftsverbände wie die eines Herrn Hundt so anhört.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Es stimmt: Viel Computerhardware kommt nominell noch aus den USA, wird aber in Shengzen (Foxconn) zusammengebaut. Wie lange dauert es wohl, bis sich Foxconn überlegt auch die Geräte selbst zu planen. Wenn man die Geräte nicht mehr selbst fertigt, wie Apple - HP usw., dann gibt man Know-How aus der Hand, das man nicht so leicht wieder reinbekommt.

    Hochwertige Medizintechnik kommt m. E. vor allem aus Japan (Hitachi). Coulter mag eine Ausnahme sein.

    Die meiste hochwertige Software kommt aus Indien. Durch das Internet und die Kollaboration kann man ja auch verteilt arbeiten.

    Ich war vor einigen Wochen in Philadelphia, Bekannte besuchen. Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass vor ein paar Monaten geplant wurde, alle öffentlichen Bibliotheken (!) zu schliessen. Amerikanische Bibliotheken sind ja auch ein Teil des amerikanischen Traums, wo sich auch jemand, der kein Geld hat, informieren kann.

    Zudem las ich neulich, dass man viele asphaltierte Wege nicht mehr unterhalten kann; man baut dann nur noch Schotterpisten.

    Es stimmt: Viel Computerhardware kommt nominell noch aus den USA, wird aber in Shengzen (Foxconn) zusammengebaut. Wie lange dauert es wohl, bis sich Foxconn überlegt auch die Geräte selbst zu planen. Wenn man die Geräte nicht mehr selbst fertigt, wie Apple - HP usw., dann gibt man Know-How aus der Hand, das man nicht so leicht wieder reinbekommt.

    Hochwertige Medizintechnik kommt m. E. vor allem aus Japan (Hitachi). Coulter mag eine Ausnahme sein.

    Die meiste hochwertige Software kommt aus Indien. Durch das Internet und die Kollaboration kann man ja auch verteilt arbeiten.

    Ich war vor einigen Wochen in Philadelphia, Bekannte besuchen. Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass vor ein paar Monaten geplant wurde, alle öffentlichen Bibliotheken (!) zu schliessen. Amerikanische Bibliotheken sind ja auch ein Teil des amerikanischen Traums, wo sich auch jemand, der kein Geld hat, informieren kann.

    Zudem las ich neulich, dass man viele asphaltierte Wege nicht mehr unterhalten kann; man baut dann nur noch Schotterpisten.

    • Sufi
    • 23.08.2010 um 17:41 Uhr

    Ziemlich ausgeflippt dieser Max Keiser , ich sehe ihn immer auf RT News , wo er eine eigene Sendung hat.
    Seine Prognosen zur amerikanischen Wirtschaft haben sich fast immer bewahrheitet , insofern ein sehr kluger Kopf.
    Hier sein neuestes Interview , viel Spass :

    www.chaostheorien.de/arti...

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    maxkeiser.com können Sie sich auch noch seine Radiosendungen anhören. Ich halte ihn auch für ein wenig flippig, aber hey... In den Radiosendungen legt er dann richtig los. Höre ich mir immer auf Zugfahrten an. Die Mitreisenden schauen mich dann immer so komisch an, wenn ich wieder mal lachen muss.

    Zudem scheinen Frauen auf ihn zu stehen. Meine Mutter möchte ihn gerne adoptieren. Meine Frau findet ihn auch toll.

    Besonders gelungen finde ich seine Dokus. Max ist ja ein Zyniker, aber was er da in Island ca. 2 Jahre vor der Finanzkrise erlebt hat, verschlug auch ihm die Sprache. Der Film heisst glaube ich "Money Geysir". Keiser sagte den genauen Verlauf der isländischen Misere voraus.

    maxkeiser.com können Sie sich auch noch seine Radiosendungen anhören. Ich halte ihn auch für ein wenig flippig, aber hey... In den Radiosendungen legt er dann richtig los. Höre ich mir immer auf Zugfahrten an. Die Mitreisenden schauen mich dann immer so komisch an, wenn ich wieder mal lachen muss.

    Zudem scheinen Frauen auf ihn zu stehen. Meine Mutter möchte ihn gerne adoptieren. Meine Frau findet ihn auch toll.

    Besonders gelungen finde ich seine Dokus. Max ist ja ein Zyniker, aber was er da in Island ca. 2 Jahre vor der Finanzkrise erlebt hat, verschlug auch ihm die Sprache. Der Film heisst glaube ich "Money Geysir". Keiser sagte den genauen Verlauf der isländischen Misere voraus.

  4. Es stimmt: Viel Computerhardware kommt nominell noch aus den USA, wird aber in Shengzen (Foxconn) zusammengebaut. Wie lange dauert es wohl, bis sich Foxconn überlegt auch die Geräte selbst zu planen. Wenn man die Geräte nicht mehr selbst fertigt, wie Apple - HP usw., dann gibt man Know-How aus der Hand, das man nicht so leicht wieder reinbekommt.

    Hochwertige Medizintechnik kommt m. E. vor allem aus Japan (Hitachi). Coulter mag eine Ausnahme sein.

    Die meiste hochwertige Software kommt aus Indien. Durch das Internet und die Kollaboration kann man ja auch verteilt arbeiten.

    Ich war vor einigen Wochen in Philadelphia, Bekannte besuchen. Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass vor ein paar Monaten geplant wurde, alle öffentlichen Bibliotheken (!) zu schliessen. Amerikanische Bibliotheken sind ja auch ein Teil des amerikanischen Traums, wo sich auch jemand, der kein Geld hat, informieren kann.

    Zudem las ich neulich, dass man viele asphaltierte Wege nicht mehr unterhalten kann; man baut dann nur noch Schotterpisten.

    Antwort auf "@4 erich kartmann:"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Wenn man die Geräte nicht mehr selbst fertigt, wie Apple - HP usw., dann gibt man Know-How aus der Hand, das man nicht so leicht wieder reinbekommt."

    Schwer zu sagen, ob man dort das Level schon hat. Aber diese Tendenzen sind den Chefs der amerikanischen Hardwareindustrie wie auch dem Wirtschaftsminister bekannt. Ich rechne sowohl mit administrativen Maßnahmen als auch mit Investitionen der amerikanischen Konzerne.

    "Hochwertige Medizintechnik kommt m. E. vor allem aus Japan (Hitachi). Coulter mag eine Ausnahme sein."

    Da müßte man mehr über die Marktanteile wissen.

    "Die meiste hochwertige Software kommt aus Indien. Durch das Internet und die Kollaboration kann man ja auch verteilt arbeiten."

    Obwohl eine große Masse der hergestellten Sofware aus Indien kommt, haben die Erzeugnisse von dort keinen guten Ruf.

    "Ich war vor einigen Wochen in Philadelphia, Bekannte besuchen. Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass vor ein paar Monaten geplant wurde, alle öffentlichen Bibliotheken (!) zu schliessen..

    Zudem las ich neulich, dass man viele asphaltierte Wege nicht mehr unterhalten kann; man baut dann nur noch Schotterpisten."

    Als Defizitland müßten die USA im Moment eigentlich größte Anstrengungen zur Steigerung der privaten und öffentlichen Investitionen unternehmen. Die Infrastruktur befindet sich in einem desolaten Zustand. Aber mit einem Zustrom des Kapitals von außen in Höhe von 800 Mrd. US-$ können sich die USA nicht einmal ihren Konsum aus eigener Kraft leisten.

    "Wenn man die Geräte nicht mehr selbst fertigt, wie Apple - HP usw., dann gibt man Know-How aus der Hand, das man nicht so leicht wieder reinbekommt."

    Schwer zu sagen, ob man dort das Level schon hat. Aber diese Tendenzen sind den Chefs der amerikanischen Hardwareindustrie wie auch dem Wirtschaftsminister bekannt. Ich rechne sowohl mit administrativen Maßnahmen als auch mit Investitionen der amerikanischen Konzerne.

    "Hochwertige Medizintechnik kommt m. E. vor allem aus Japan (Hitachi). Coulter mag eine Ausnahme sein."

    Da müßte man mehr über die Marktanteile wissen.

    "Die meiste hochwertige Software kommt aus Indien. Durch das Internet und die Kollaboration kann man ja auch verteilt arbeiten."

    Obwohl eine große Masse der hergestellten Sofware aus Indien kommt, haben die Erzeugnisse von dort keinen guten Ruf.

    "Ich war vor einigen Wochen in Philadelphia, Bekannte besuchen. Ich war schockiert, als ich erfuhr, dass vor ein paar Monaten geplant wurde, alle öffentlichen Bibliotheken (!) zu schliessen..

    Zudem las ich neulich, dass man viele asphaltierte Wege nicht mehr unterhalten kann; man baut dann nur noch Schotterpisten."

    Als Defizitland müßten die USA im Moment eigentlich größte Anstrengungen zur Steigerung der privaten und öffentlichen Investitionen unternehmen. Die Infrastruktur befindet sich in einem desolaten Zustand. Aber mit einem Zustrom des Kapitals von außen in Höhe von 800 Mrd. US-$ können sich die USA nicht einmal ihren Konsum aus eigener Kraft leisten.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service