Arbeitsmarkt Wieder weniger Arbeitslose
Der deutsche Arbeitsmarkt hat die Wirtschaftskrise offenbar überstanden. Auch im August ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken – allerdings nur minimal.
© Andreas Rentz/Getty Images

Der Rückgang der Arbeitslosigkeit setzt sich fort. Grund ist die gute konjunkturelle Entwicklung
Die Arbeitslosenzahl ist im August geringfügig auf 3,188 Millionen gesunken und lag damit knapp unter dem Vorkrisenstand im August 2008. Dies teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mit. Die Behörde geht nun fest davon aus, dass im Herbst die Zahl von drei Millionen Erwerbslosen erstmals seit November 2008 wieder unterschritten wird. In den Monaten September bis November sei ein Rückgang um 200.000 bis 300.000 Arbeitslose üblich, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt: "Wenn Sie die derzeitige Zahl nehmen, kann man – ohne Prophet zu sein – sagen, dass wir irgendwann im Herbst unter die drei Millionen kommen werden."
Die BA warnte aber vor übertriebener Euphorie. Es gebe ein Bündel von Risiken für die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt. "Die bisherige Entwicklung ist stabil, aber wir dürfen nicht übersehen, dass die Lage fragiler ist als in anderen Zeiten des Aufschwungs", sagte Alt. Es gebe nach wie vor erhebliche Risiken in der Weltwirtschaft und in der deutschen Wirtschaft.
Für den Monat August ist eine nur geringe Änderung der Arbeitslosenzahl üblich, weil vielerorts noch Ferien sind. Mit 3,188 Millionen ist es in diesem Jahr die beste August-Zahl seit 1992. Das waren 4000 Arbeitslose weniger als im Juli und 283.000 weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb im Monatsvergleich stabil bei 7,6 Prozent.
Auch unter Herausrechnung der Saison-Faktoren fiel die Zahl nahezu auf das Vorkrisenniveau. Hier errechnete die BA einen Rückgang um 17.000 auf noch 3,193 Millionen Erwerbslose – nur 3000 mehr als auf dem Tiefstand im November 2008.
"Die konjunkturelle Entwicklung hat die Situation am Arbeitsmarkt weiter verbessert", sagte Alt. Die Kurzarbeit verliere an Bedeutung. Im Juni arbeiteten noch etwa 406.000 Beschäftigte aus konjunkturellen Gründen kurz. Das waren 82.000 weniger als im Mai und über 600.000 weniger als im Juni 2009.
Die Entwicklung fällt in den Branchen ganz unterschiedlich aus. Im Vorjahresvergleich verzeichnen vor allem das Gesundheits- und Sozialwesen sowie Dienstleistungen wie die Zeitarbeit kräftige Beschäftigungsgewinne um 442.000 sozialversicherungspflichtige Jobs. Im verarbeitenden Gewerbe und im Handel gab es dagegen im Vorjahresvergleich noch 159.000 sozialabgabenpflichtig Beschäftigte weniger.
- Datum 31.08.2010 - 11:44 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, dpa
- Kommentare 15
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Wie lange noch,will die gesamte Presse die wahren Zahlen verschweigen?
Das diese Zahlen keiner mehr glaubt,dürfte doch mitterweile auch der Presse nicht entgangen sein?
"Mit 3,188 Millionen ist es in diesem Jahr die beste August-Zahl seit 1992."
Wieder werden die 6 Millionen Hartz-IV-Bezieher bei dieser Statistik nicht berücksichtigt, also die gigantische Menge der Langzeitarbeitslosen!!
Auch werden die Arbeitslosen, die von den Argen zu Privatvermittlern abgeschoben werden, aus der Statistik entfernt, obwohl sie ebenfalls Arbeit suchen.
Zusammen mit der "Stillen Reserve" suchen mehr als 10 Millionen Unterbeschäftigte oder Arbeitslose in Deutschland einen Job!
Die Kurzarbeit verliere an Bedeutung. Im Juni arbeiteten noch etwa 406.000 Beschäftigte aus konjunkturellen Gründen kurz. Das waren 82.000 weniger als im Mai und über 600.000 weniger als im Juni 2009.
Aha - davor waren es aber nur 31.000 Kurzarbeiter - also 12 mal weniger als die 406.000.
Ich kann mich #1 und #2 nur anschliessen.
Bei SPON gibt es einen ähnlich undifferenzierten Jubelbericht, der entsprechend kommentiert.
Inzwischen sind die Kommentare erheblich interessanter als die Artikel, die zum Vermeldeten die Realitäten wieder herstellen - sofern die "Moderation" das zulässt.
Ja da müßten aber doch die Sozialkassen nur so sprudeln. Die Steuereinnahmen müßten in ungeahnte Höhen schießen, tun sie aber nicht? Merkwürdig! Da haben wohl viele Leute einen sehr schlecht bezahlten Job und müssen vom Staat bezuschußt werden? Oder sind aus diversen Gründen erst gar nicht in der Statistik zu finden? Wie lange werden wir denn noch veräppelt!
Ich surfe viel durch diverse Online Zeitungen,da stehen überall die gleichen Zahlen!
Sie lesen deshalb überall die gleichen Zahlen, weil dies so von der Bundesregierung befohlen wurde. Seit einiger Zeit sind die deutschen Medien verpflichtet, nur solche Meldungen über den deutschen Arbeitsmarkt in die Öffentlichkeit zu bringen, die vorher von der Bundesanstalt für Arbeit abgesegnet wurden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ist halt ähnlich wie in der ehemaligen DDR.
Sie lesen deshalb überall die gleichen Zahlen, weil dies so von der Bundesregierung befohlen wurde. Seit einiger Zeit sind die deutschen Medien verpflichtet, nur solche Meldungen über den deutschen Arbeitsmarkt in die Öffentlichkeit zu bringen, die vorher von der Bundesanstalt für Arbeit abgesegnet wurden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ist halt ähnlich wie in der ehemaligen DDR.
Es ist wirklich unverständlich, wie unkritisch die meisten Medien diese "offiziellen Zahlen" herunterbeten.
Ja, es sind in Wirklichkeit 8 - 10 Millionen. Man muß einfach mal mit Arbeitslosen reden, wie sie in unsinnige halbjährige "Weiterbildungs- oder Trainingsmaßnahmen" gezwungen werden, wo sie lernen, wie man Computer an- und ausschaltet und einfache Eingaben in ein Schreibprogramm macht. Egal ob der Teilnehmer vielleicht auch studierter Informatiker oder die neben ihm sitzende 55 Jährige Frau mit Migrationshintergrund ist, die aus Angst vor der Maschine stets einen Sicherheitsabstand von 1 Meter zum PC einhält. Ansonsten muß man, in diesem halben Jahr, alle 2 Wochen bei einem "Coach" vorsprechen, der einem in 20 Minuten dann 3-5 Stellenangebote aus dem Internet ausdruckt (das kann man auch täglich von zuhause aus machen), bei dehnen man sich dann bewerben muß.
Sinn des Ganzen ist (und das hat mir eine Berater erzählt) dass die Berater beim jeweiligen Arbeitsamt Vorgaben bekommen, wieviele Arbeitslose sie jeden Monat aus der Statistik herausschieben müßen.
Nebenbei verdienen dabei dann noch die Träger der Maßnahmen Millionen für diese sinnlose "Beschäftigung". Auch wenn man aus Erfahrung, durch die Teilnahme an zahlreichen vorherigen "Maßnahmen, von deren Sinnlosigkeit weiß, wird man, egal ob man von der Argentur für Arbeit Geld erhält, oder nicht (z.B. Arbeitsuchend gemeldet, wegen Rentenanrechnungszeiten), zur Teilnahme gezwungen.
Eine Betreuung der Arbeitslosen findet so gut wie nicht statt, auch fast keine Beratung. In der Tat ist das Einzige, was auf den Argen bei den "Vorsprachen" gemacht wird, das Ausdrucken von angeblich offenen Stellen, die einigen dutzend anderen Arbeitssuchenden ebenfalls angeboten werden. Meistens sind es immer die gleichen Firmen, die angeblich freie Stellen ausschreiben. Vermutlich sind viele der offenen Stellen Fakes, um die Arbeitswilligkeit der Arbeitssuchenden zu testen. Hier in meiner Gegend ist allgemein bekannt, dass man einen Job eh nur über Beziehungen und mit viel Vitamin B bekommt. Wer älter als 40 Jahre alt ist, der gilt auf dem heutigen Arbeitsmarkt schon als alt und fast unvermittelbar, mit 55 Jahren und älter sind nicht einmal die Hälfte der Deutschen noch erwerbstätig.
Versucht man mal soetwas Sinnvolles wie einen SAP-Kurs oder einen Zollrechtskurs von der ARGE zu "fordern" ist in etwa so effektiv, als wenn man Lotto spielt.
Außer natürlich soetwas wie Quelle geht pleite, dann wird wieder mit dem Geld um sich geworden.
Ganz toll was?
Und mit jedem Monat wird es schwerer auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.
Eine Betreuung der Arbeitslosen findet so gut wie nicht statt, auch fast keine Beratung. In der Tat ist das Einzige, was auf den Argen bei den "Vorsprachen" gemacht wird, das Ausdrucken von angeblich offenen Stellen, die einigen dutzend anderen Arbeitssuchenden ebenfalls angeboten werden. Meistens sind es immer die gleichen Firmen, die angeblich freie Stellen ausschreiben. Vermutlich sind viele der offenen Stellen Fakes, um die Arbeitswilligkeit der Arbeitssuchenden zu testen. Hier in meiner Gegend ist allgemein bekannt, dass man einen Job eh nur über Beziehungen und mit viel Vitamin B bekommt. Wer älter als 40 Jahre alt ist, der gilt auf dem heutigen Arbeitsmarkt schon als alt und fast unvermittelbar, mit 55 Jahren und älter sind nicht einmal die Hälfte der Deutschen noch erwerbstätig.
Versucht man mal soetwas Sinnvolles wie einen SAP-Kurs oder einen Zollrechtskurs von der ARGE zu "fordern" ist in etwa so effektiv, als wenn man Lotto spielt.
Außer natürlich soetwas wie Quelle geht pleite, dann wird wieder mit dem Geld um sich geworden.
Ganz toll was?
Und mit jedem Monat wird es schwerer auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen.
http://www.theonussbaum.d...
allerdings nur in den Ohren und Augen derjenigen, die allein blindlings auf die, wohlfeilen Zahlen der staatlichen Statistiken und deren politischen Verkündern (der "frohen Botschaft") vertrauen.
Tatsächlich "boomt" bestenfalls die junge Branche, die sich mittels moderner Sklaverei verdingt und unter der verharmlosenden Bezeichnung 'Leiharbeit' Schindluder mit der menschlichen Arbeitskraft und der Menschenwürde treibt!
Jobs für bedauernswerte Menschen, die hin und her verschoben werden, gleich Zinnsoldaten auf dem Schlachtfeld von Gewinnoptimierung, geopfert dem Reibach der Kapitalisten; Außerstande sich jemals in eine echte Vollzeitstelle einarbeiten zu können, dort Fuß zu fassen und beruflich eine neue Heimat zu finden; Nicht in der Lage mit dem dort generierten Einkommen sich selbst und seine Familien auch nur annähernd mit den Nötigsten zum Leben zu versorgen; Angewiesen auf den beschämenden Gang als Bittsteller um aufstockende Stütze zur ARGE, um dort das zum Überleben notwendige finanzielle Zubrot zu erheischen!
Weniger Arbeitslose?! Hmmmmmmh, doch zu welchem Preis???
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