Energiepolitik Atomlobby und Kanzlerin – gleichermaßen zukunftsfeindlich
Mehr Mut fordern Teile der Wirtschaft von der Regierung. Mit dem Appell für längere Laufzeiten wollen sie aber lediglich eigene Interessen sichern. Ein Kommentar
Mutig ist, wer etwas wagt und sich zutraut, die Zukunft positiv zu gestalten. 40 Lobbyisten, Manager und Politiker fordern jetzt von der Bundesregierung, in diesem Sinne mutig zu sein. Ihr energiepolitischer Appell zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Deutschland trägt den Titel "Mut und Realismus für Deutschlands Energiezukunft". Darin fordern sie eine längere Laufzeit von Atomkraftwerken, weiterhin Privilegien bei der Ökosteuer und einen Verzicht auf die Brennelementesteuer. Es geht um die Wahrung des Status quo, die Sicherung von Partialinteressen. Das ist nicht mutig, sondern zukunftsfeindlich.
Längere Laufzeiten manifestieren das Energieoligopol in Deutschland. Sie verhindern Wettbewerb und hinterlassen künftigen Generationen einen Berg von Atommüll. Gleichzeitig sichern sie den Unternehmen Milliardengewinne aus den abgeschriebenen Kernkraftwerken. Mutig ist dagegen Umweltminister Röttgen, der sich gegen große Teile der eigenen Partei stellt, und die Laufzeiten allenfalls um ein paar Jahre ausweiten will.
Verwegen ist die Behauptung im Appell, die Regierung plane eine Erhöhung der Ökosteuer. Finanzminister Schäuble will lediglich einen Teil der Privilegien streichen , von denen bestimmte Unternehmen pauschal profitieren. Anders ausgedrückt: Schäuble will Subventionen abbauen. Auch künftig werden die energieintensivsten Industrieprozesse von der Steuer komplett befreit sein – von einer Gefahr für den Standort kann deshalb keine Rede sein.
Als Letztes die Brennelementesteuer: Als mutig bezeichnen die Unterzeichner, sie nicht einzuführen. Sie verhindere Investitionen in die Zukunft. Dabei waren es doch die vier Atomkonzerne, die den Umbau der Energieversorgung jahrelang blockiert und verschlafen haben. Sie jetzt mit den Milliardengewinnen aus den längeren Laufzeiten zu belohnen, wäre genau das falsche Signal. Besser wäre es, die Marktmacht der großen Vier endlich nachhaltig aufzubrechen. Aber dazu fehlt es der Kanzlerin an Courage.
- Datum 20.08.2010 - 14:56 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 76
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Offensichtlich geht die Zeit jetzt den Weg der Mutigen. Wie dem anderen Zeitartikel:
"Wir waren zu feige
Die Lehre aus der Krise: Wir haben nicht zu viel riskiert, sondern zu wenig – nur deshalb krachte es. Das gilt für Banker, Politiker und Journalisten. Von Marc Brost" beschrieben, hat auch der Journalismus bei der Finanzkrise versagt, weil doch alles so gut lief.
Schreibt doch diese Atomkraft-Befürworter nieder und lasst sie nicht durchkommen mit ihrer unsagbaren Gier!
...kommt letztlich doch den Konsumenten zu Gute. Es geht doch gar nicht anders. Industrien konsumieren nicht. Wird also mit den Meilern weiter produziert, so sind die Durchschnittskosten geringer für Strom. Dadurch kann man mehr in Alternative Anlagen investieren, ohne die Preise für Strom hoch zu setzen bzw so weit hoch zu setzen, wie das durch die Umstellung auf Alternativenergiequellen sonst notwendig wäre. So hilft eine längere Laufzeit Ihnen und mir und der ledigen Mutter, soweit sie ihr Geld nicht vom Staat bekommt. Dann trift es Sie und mich, soweit Sie Steuern bezahlen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Achten Sie auf die Wortwahl.
Würde man wenigstens sagen "Argumentiert Sie nieder".
Keine Hemmungen.
(Rationalität sieht anders aus.)
Herzlichst Crest
...kommt letztlich doch den Konsumenten zu Gute. Es geht doch gar nicht anders. Industrien konsumieren nicht. Wird also mit den Meilern weiter produziert, so sind die Durchschnittskosten geringer für Strom. Dadurch kann man mehr in Alternative Anlagen investieren, ohne die Preise für Strom hoch zu setzen bzw so weit hoch zu setzen, wie das durch die Umstellung auf Alternativenergiequellen sonst notwendig wäre. So hilft eine längere Laufzeit Ihnen und mir und der ledigen Mutter, soweit sie ihr Geld nicht vom Staat bekommt. Dann trift es Sie und mich, soweit Sie Steuern bezahlen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Achten Sie auf die Wortwahl.
Würde man wenigstens sagen "Argumentiert Sie nieder".
Keine Hemmungen.
(Rationalität sieht anders aus.)
Herzlichst Crest
Vor einigen Tagen war in der Zeit Online zulesen Die Bundeskanzlerin will Sich nach der Sommerpause ändern. Da Frage Ich mich in welche Richtung,Für die Atomlobby und somit gegen den Bürger, Oder für den Bürger und gegen die Atomlobby.Frau Bundeskanlzerin ich bin schon gespannt auf Ihre Endscheidung. Obwohl Ich da so eine Ahnung habe. Aber diesmal werden Ihnen keine Leeren Reden Helfen.
anstatt zur Halbwertzeit der Debatte etwas auszusagen schweigt sie nun durchgängig - wenn das mal keine Veränderung ist für ein mecklenburgisches Kind.
Bei soviel Dreistigkeit der Atomlobby, die bis heute kein Entsorgungskonzept für den radioaktiven Abfalldreck vorgelegt haben, sollte diese 4 Konzerne schnellstmöglich verstaatlicht und zerschlagen werden.
leider auch keine Lösung, oder ?
leider auch keine Lösung, oder ?
leider auch keine Lösung, oder ?
Hallo,
danke fuer dieses Artikel und die Courage diese verlogene konzentrierte PR Aktion richtig zu kommentieren.
mfg
Erst die Steuererleichterung für Hoteliers, jetzt die Laufzeitverlängerung für Energiekonzerne als nächste in einer Kette von Unsäglichkeiten, die sich die aktuelle Regierung da gönnt. Ehrlich gemeinte Frage: Sieht irgend jemand einen Sinn in dieser Laufzeitverlängerung, abgesehen davon, Geld in die Taschen der Energiekonzerne zu schaufeln?
Ich jedenfalls bin ratlos ob einer vom Volk gewählten Regierung mit einer Chefin, die behauptet Kanzlerin aller Deutschen zu sein und dann derartigen Lobbyismus betreibt.
Verständlich, dass das von den Befürwortern mutig genannt wird, denn es gehört schon Mut dazu, sich derart bodenlosen Unsinn zu eigen zu machen.
Wenn man sich vor Augen hält, welche Großkonzerne mitmachen, wird mir klar, welch ein Druck auf die Bundesregierung, vorallem auf Merkel und Röttgen,
ausgeübt wird und warum Röttgen plötzlich nach NRW muss.
Das ist kein gutes Zeichen!
Den Bierhoff ins Bot zu holen ist dabei ein populistischer, manipulativer Trick.
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