Konjunktur Bundesbank rechnet mit drei Prozent Wirtschaftswachstum

Die Bundesbank hat ihre Jahresprognose deutlich nach oben korrigiert. Die deutsche Wirtschaftsleistung werde um drei und nicht nur um knapp zwei Prozent steigen.

Ein Mitarbeiter steht unter einer riesigen Rolle Wellpappe-Rohpapier in einer Papierfabrik im südbrandenburgischen Spremberg

Ein Mitarbeiter steht unter einer riesigen Rolle Wellpappe-Rohpapier in einer Papierfabrik im südbrandenburgischen Spremberg

Nach der überraschend rasanten Konjunkturentwicklung im zweiten Quartal erwarten die Experten der Notenbank nun für das Gesamtjahr ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von rund drei Prozent, schreibt die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Im Juni hatten sie noch einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um knapp zwei Prozent prognostiziert. Die deutsche Wirtschaft habe den krisenbedingten Produktionsrückgang bereits gut zur Hälfte wettgemacht.

Im zweiten Halbjahr werde sich die Dynamik zwar "normalisieren". Bei der weltweiten Produktion und dem internationalen Handel zeichne sich eine etwas langsamere Gangart ab. Die Aussichten seien insgesamt aber weiterhin günstig. Allerdings seien die Risiken an den internationalen Finanzmärkten noch nicht überwunden.

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Das moderatere Wachstum der Weltwirtschaft wird nach der Prognose auch das "bisher außerordentlich hohe Exportwachstum" in Deutschland verlangsamen. Der Außenhandel hatte im zweiten Quartal maßgeblich zum rasanten BIP-Wachstum von 2,2 Prozent gegenüber dem Auftaktvierteljahr beigetragen. Damit konnten fast drei Viertel der krisenbedingten Exportverluste aufgeholt werden.

Das langsamere Exportwachstum werde im Inland aber voraussichtlich über eine steigende gewerbliche Investitionstätigkeit aufgefangen, weil Ersatzbeschaffungen dringlicher würden und Anpassungen der Produktpalette anstünden, schreibt die Notenbank: "Für eine zunehmende Investitionsbereitschaft sprechen auch die überaus optimistischen Zukunftseinschätzungen der Unternehmen."

Zugleich dürften die privaten Konsumausgaben von der fortgesetzten Erholung auf dem Arbeitsmarkt profitieren. Dass der Aufschwung wie lange Zeit von Politik und Unternehmen befürchtet von einer Kreditklemme ausgebremst wird, halten die Experten der Bundesbank für unwahrscheinlich: "Finanzierungsschranken dürften aus heutiger Sicht einer Fortsetzung der konjunkturellen Erholung nicht im Wege stehen." Weder Umfragen bei Banken noch bei Unternehmen hätten Hinweise auf eine bestehende oder drohende Kreditklemme in Deutschland gebracht.

Dem Dax hat die optimistische Prognose der Bundesbank Auftrieb gegeben. Der Leitindex drehte ins Plus und notierte zuletzt mit plus 0,5 Prozent bei 6215 Punkten.

 
Leser-Kommentare
    • WiKa
    • 19.08.2010 um 14:50 Uhr

    Zunächst: Statistik ist wie eine Laterne im Hafenbecken, man kann sich bei Sturm daran festhalten, sie bringt aber keine Erleuchtung.

    So in etwa würde ich auch diese Nachricht bewerten, wenn wir auf der anderen Seite mal die Teuerungen weglassen oder den zeitweilig im Kurs gefallenen Euro. Will damit sagen, dass dies eine schöne, isolierte Prognose ist, die rein mathematisch aufgehen mag … sprich die Steigerung von Prozenten und Beträgen … aber nicht die Preissteigerungen reflektiert. Sollte beispielsweise die Inflationsrate letztlich größer sein als der hier verbreitete Wert des Wachstums, dann reden wir schon wieder über ein reales Minus. Heute kann man in diversen Veröffentlichungen einiges zu recht veritablen Preissteigerungen im letzten Quartal nachlesen.

    Insoweit nehme ich diese Meldung genauso ernst wie jene, wonach unsere Kanzlerin den USA just im Moment den Krieg erklärt: http://qpress.de/2010/06/30/kriegserklarung-–-merkel-erklart-usa-den-krieg/

    Wenn man nämlich etwas detaillierter über den Teich sieht (Arbeitslosenquote real, Foodstampbezieher, Verfallende Infrastruktur), dann gibt es leider immer noch mehr rote als grüne Signale. Und wenn es an einigen Ecken beginnt zu lodern, dann ist es schneller abgebrannt als gelöscht. Für die Psychologie und die Volksberuhigung mag dieser Artikel Sinn machen, gibt aber zu wenig der realen Einflüsse und Risiken wieder, denen wir immer noch massiv ausgesetzt sind. Ist halt ein System-Problem.

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    • WIHE
    • 19.08.2010 um 16:12 Uhr

    Wenn man nämlich etwas detaillierter über den Teich sieht (Arbeitslosenquote real, Foodstampbezieher, Verfallende Infrastruktur),<

    Über den Teich schauen viele, vor allen Dingen die Börsianer. Die Tendenz des Dax ist immer 20 Minuten hinter der des DOW, als ob es siamesische Zwillinge wären und Deutschalnd der 5X Bundesstaat der USA wäre.

    Da können Aktien 5 % Dividendenrenbdite abwerfen, der deutsche Anleger kauft lieber zu 3 % verzinste Staatsanleihen, deren Wert bei der nächsten Zinserhöhung drastisch verfallen wird.
    Hannover Rück verkaufte gar seine gesamten Aktien bei einem DAX-Stand von 3800. Dümmer geht es nimmer.

    Dann zur Infrastruktur in den USA, gerade die zerrüttete Infrastruktur in den USA sollte der Wirtschaft Hoffnung machen. Denn ist ist doch sehr verwunderlich, die Amerikaner schauen auf kaputte Straßen und Brücken und ihnen fällt offenbar nicht ein, was zu tun wäre.
    Viellicht sollten sie dort auch einfach zur Reparatur der Infrastruktur einen Arbeitsdienst einführen.

    Das ist ja ähnlich wie wenn ich in meinen Garten auf das immer höher wachsende Gras schaute und mir fiele nicht ein, den Rasen zu mähen oder auf dem Dach eine herunter gefallene Dachziegel wieder einzuhängen, obwohl ich mich ansonsten zu Tode langweilte.

    In den USA wäre es viel schlimmer, wenn alles tiptop in Ordnung wäre, dann wüsste dort nämlich keiner mehr, was er noch sinnvoll tun könnte.

    • WIHE
    • 19.08.2010 um 16:12 Uhr

    Wenn man nämlich etwas detaillierter über den Teich sieht (Arbeitslosenquote real, Foodstampbezieher, Verfallende Infrastruktur),<

    Über den Teich schauen viele, vor allen Dingen die Börsianer. Die Tendenz des Dax ist immer 20 Minuten hinter der des DOW, als ob es siamesische Zwillinge wären und Deutschalnd der 5X Bundesstaat der USA wäre.

    Da können Aktien 5 % Dividendenrenbdite abwerfen, der deutsche Anleger kauft lieber zu 3 % verzinste Staatsanleihen, deren Wert bei der nächsten Zinserhöhung drastisch verfallen wird.
    Hannover Rück verkaufte gar seine gesamten Aktien bei einem DAX-Stand von 3800. Dümmer geht es nimmer.

    Dann zur Infrastruktur in den USA, gerade die zerrüttete Infrastruktur in den USA sollte der Wirtschaft Hoffnung machen. Denn ist ist doch sehr verwunderlich, die Amerikaner schauen auf kaputte Straßen und Brücken und ihnen fällt offenbar nicht ein, was zu tun wäre.
    Viellicht sollten sie dort auch einfach zur Reparatur der Infrastruktur einen Arbeitsdienst einführen.

    Das ist ja ähnlich wie wenn ich in meinen Garten auf das immer höher wachsende Gras schaute und mir fiele nicht ein, den Rasen zu mähen oder auf dem Dach eine herunter gefallene Dachziegel wieder einzuhängen, obwohl ich mich ansonsten zu Tode langweilte.

    In den USA wäre es viel schlimmer, wenn alles tiptop in Ordnung wäre, dann wüsste dort nämlich keiner mehr, was er noch sinnvoll tun könnte.

  1. mit dem Wachstum . Woher kommt es? Die Banken machen dicke Gewinne, die Energiekonzerne mahen sich die Taschen wieder voll und die Autoindustrie boomt wie noch nie. Zahlt einer mal Kurzarbeitergeld wieder in die Kassen zurück? Nur ein Beispiel. Wie war das mit dem Leitzinssenkungen?
    Deutschland geht als Gewinner aus dieser Kriese (jedenfalls im Vergleich zu anderen)heraus, aber alle haben sich die Taschen auf Grund der KRISE voll gemacht. Der Kleine gemeine Bürger ist der Verlierer!

    • iDog
    • 19.08.2010 um 15:29 Uhr

    für 3% der bevölkerung?

    • Isaidy
    • 19.08.2010 um 15:40 Uhr

    die Einstellung einiger weiterer Zeitarbeiter, die dann wiederum die Arbeitslosenstatistik schönen, wenngleich sie zu großen Teilen trotz 8-Stunden-Job weiterhin auf staatliche Alimentierung angewiesen sind. Gleichzeitig damit verbunden die Drohung an die Festangestellten, sich schön kompatibel zu verhalten, arbeitet doch der Kollege von der Zeitarbeit als warnendes Beispiel für ein schlechteres Schicksal gleich nebenan. Gesundstoßen werden sich an jedem Aufschwung immer nur wenige Prozente der deutschen Bevölkerung, der Rest zieht weder eine Gehaltserhöhung noch sonst einen Profit aus dem schönen Wachstum. Nur die Preise, die steigen unaufhörlich.

    • WIHE
    • 19.08.2010 um 16:12 Uhr

    Wenn man nämlich etwas detaillierter über den Teich sieht (Arbeitslosenquote real, Foodstampbezieher, Verfallende Infrastruktur),<

    Über den Teich schauen viele, vor allen Dingen die Börsianer. Die Tendenz des Dax ist immer 20 Minuten hinter der des DOW, als ob es siamesische Zwillinge wären und Deutschalnd der 5X Bundesstaat der USA wäre.

    Da können Aktien 5 % Dividendenrenbdite abwerfen, der deutsche Anleger kauft lieber zu 3 % verzinste Staatsanleihen, deren Wert bei der nächsten Zinserhöhung drastisch verfallen wird.
    Hannover Rück verkaufte gar seine gesamten Aktien bei einem DAX-Stand von 3800. Dümmer geht es nimmer.

    Dann zur Infrastruktur in den USA, gerade die zerrüttete Infrastruktur in den USA sollte der Wirtschaft Hoffnung machen. Denn ist ist doch sehr verwunderlich, die Amerikaner schauen auf kaputte Straßen und Brücken und ihnen fällt offenbar nicht ein, was zu tun wäre.
    Viellicht sollten sie dort auch einfach zur Reparatur der Infrastruktur einen Arbeitsdienst einführen.

    Das ist ja ähnlich wie wenn ich in meinen Garten auf das immer höher wachsende Gras schaute und mir fiele nicht ein, den Rasen zu mähen oder auf dem Dach eine herunter gefallene Dachziegel wieder einzuhängen, obwohl ich mich ansonsten zu Tode langweilte.

    In den USA wäre es viel schlimmer, wenn alles tiptop in Ordnung wäre, dann wüsste dort nämlich keiner mehr, was er noch sinnvoll tun könnte.

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    • WiKa
    • 19.08.2010 um 19:11 Uhr

    Ich könnte mir schon vorstellen, das dem gemeinen Amerikaner das einfallen würde. Aber auch dort werden die Mittel zur Rettung von Banken und Konzernen benötigt (vornehmlich Finanz- und Immobilienbereich) und natürlich zur Befreiung der Welt vom Bösen, siehe Irak, Afghanistan und die weiteren anstehenden Baustellen. Letztere Position könnte man natürlich auch unter Konsumgüterindustrie buchen. Nur leider sind die Konsumenten in diesem Falle nicht die „Ureinwohner" Amerikas sondern irgendwelche zu missionierenden demokratieungläubigen Völker auf diesem Planeten.

    Insoweit gilt dasselbe hier, hätte man die Abermilliarden der breiten Masse zur Verfügung gestellt, dann hätten wir schon wieder ein Wirtschaftswunderland … auf die Bewertung der Folgen aus der Staatsverschuldung sei hier mal verzichtet.

    • WiKa
    • 19.08.2010 um 19:11 Uhr

    Ich könnte mir schon vorstellen, das dem gemeinen Amerikaner das einfallen würde. Aber auch dort werden die Mittel zur Rettung von Banken und Konzernen benötigt (vornehmlich Finanz- und Immobilienbereich) und natürlich zur Befreiung der Welt vom Bösen, siehe Irak, Afghanistan und die weiteren anstehenden Baustellen. Letztere Position könnte man natürlich auch unter Konsumgüterindustrie buchen. Nur leider sind die Konsumenten in diesem Falle nicht die „Ureinwohner" Amerikas sondern irgendwelche zu missionierenden demokratieungläubigen Völker auf diesem Planeten.

    Insoweit gilt dasselbe hier, hätte man die Abermilliarden der breiten Masse zur Verfügung gestellt, dann hätten wir schon wieder ein Wirtschaftswunderland … auf die Bewertung der Folgen aus der Staatsverschuldung sei hier mal verzichtet.

    • WiKa
    • 19.08.2010 um 19:11 Uhr

    Ich könnte mir schon vorstellen, das dem gemeinen Amerikaner das einfallen würde. Aber auch dort werden die Mittel zur Rettung von Banken und Konzernen benötigt (vornehmlich Finanz- und Immobilienbereich) und natürlich zur Befreiung der Welt vom Bösen, siehe Irak, Afghanistan und die weiteren anstehenden Baustellen. Letztere Position könnte man natürlich auch unter Konsumgüterindustrie buchen. Nur leider sind die Konsumenten in diesem Falle nicht die „Ureinwohner" Amerikas sondern irgendwelche zu missionierenden demokratieungläubigen Völker auf diesem Planeten.

    Insoweit gilt dasselbe hier, hätte man die Abermilliarden der breiten Masse zur Verfügung gestellt, dann hätten wir schon wieder ein Wirtschaftswunderland … auf die Bewertung der Folgen aus der Staatsverschuldung sei hier mal verzichtet.

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