Energiekonzept Atomstreit sorgt für ungewöhnliche Bündnisse

Statt über Jahreszahlen wollen Umweltverbände, Gewerkschaften und Verbraucherschützer über Energieeffizienz diskutieren. Sie fordern einen milliardenschweren Fonds.

1989 wurde das Kernkraftwerk Hamm-Uentrop stillgelegt. Durch besseres Energiesparen ließen sich sechs Atomkraftwerke bis 2020 abschalten, schätzen Umweltschützer

1989 wurde das Kernkraftwerk Hamm-Uentrop stillgelegt. Durch besseres Energiesparen ließen sich sechs Atomkraftwerke bis 2020 abschalten, schätzen Umweltschützer

Umweltschutz und Verbraucherinteressen gehen nicht immer Hand in Hand, vor allem, wenn es ums Geld geht. Oft regen sich Verbraucherschützer über neue Zwangsabgaben auf, die Umweltschützer gerne lässig fordern.

Doch es sind ungewöhnliche Zeiten. Seit Monaten diskutiert die Bundesregierung über die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, die Debatte über das energiepolitische Konzept der Bundesregierung geht in die entscheidende Runde. Für die Gegner bedeutet das, sich zu ungewöhnlichen Bündnissen zusammenzuschließen.

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In Berlin haben das am Mittwoch gleich sechs große Verbände getan: Der Bund für Naturschutz (BUND) und der Deutsche Naturschutzring, der Mieterbund, die Gewerkschaft IG Bau, Agrar, Umwelt und die IG Metall sowie die Verbraucherzentralen. Sie alle sind gegen den Ausstieg vom Atomausstieg – die Verbraucherschützer aus Sorge um den Wettbewerb und zu hohe Strompreise, die Umweltschützer aus Sorge um die Klimawende. Gemeinsam  plädieren sie für stärkere Anstrengungen im Bereich Energieeffizienz. Das müsse sich im Energiekonzept der Bundesregierung widerspiegeln.

"Wir betrachten mit großer Sorge, dass sich die energiepolitische Diskussion nur noch um die Laufzeitverlängerung dreht", sagt Klaus Brunsmeier, stellvertretender BUND-Vorsitzender, "die Potenziale des Energiesparens drohen völlig unterzugehen". Durch den sparsameren Umgang mit Energie ließen sich in den kommenden zehn Jahren jährlich 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) vermeiden – das wäre etwa ein Achtel der jährlichen, deutschen Emissionen .

Die Verbände fordern daher ein Energieeffizienzgesetz, das ein verbindliches Energieeinsparziel von zwei Prozent jährlich festlegt. Mit einem solchen Ziel ließe sich bis zum Jahr 2020 die Stromproduktion von sechs Atomkraftwerken einsparen.

Zudem gebe es enorme Arbeitsplatzeffekte. "Ähnlich wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz könnte ein solches Gesetz zum Job-Motor werden", ist Wolfgang Rhode, Vorstandsmitglied der IG Metall, überzeugt. Er verweist auf eine McKinsey-Studie , die schätzt, dass durch verstärktes Energiesparen und die gezielte Förderung von Umwelttechnologien bis zum Jahr 2020 insgesamt 850.000 neue Arbeitsplätze entstehen könnten.

Die Bundesregierung hatte im Frühjahr nach langer Verspätung eine EU-Richtlinie umgesetzt und ein Energieeffizienzgesetz verabschiedet. Dabei hatte sie allerdings nur die Minimalanforderungen festgeschrieben. Verbindliche Einsparziele legt das Gesetz nicht fest. Umweltschützer kritisieren es als "zahnlosen Tiger".

Um den Verbrauchern Anreize beim Stromsparen zu geben, schlagen die Verbände einen Energieeffizienzfonds vor. Er soll unter anderem Zuschüsse für den Kauf sparsamer Elektrogeräte finanzieren. Im Gespräch sind auch "Abwrackprämien", etwa für alte Kühltruhen oder Nachtspeicheröfen. Sein Volumen beziffern die Verbände auf etwa fünf bis sechs Milliarden Euro.

Leser-Kommentare
  1. Was haben Umweltverbnde, Gewerkschaften und selbsternannte Verbraucherschützer gemeinsam? Sie wollen mehr Geld, mehr Staat, mehr Bürokratie, mehr Einschränkung der individuellen Rechte. Selten, daß das einmal so deutlich wird wie in obigem Artikel.

  2. dass es ohne die genannten Verbände ja soviel besser war ...
    Ach nein, man muss ja nur nach China schauen!

    • Lyaran
    • 24.08.2010 um 21:08 Uhr

    Ordnungspolitik hat natürlich immer Mängel und sollte das letzzte Mittel sein. Aber Merktwirtschaft funktioniert nur wenn der Preis alle Kosten vermittelt. Und da dies nicht möglich ist was Umwelt betrifft muss hier der Staat eingreifen. Das sollte jedem Anfänger der Ökonomie bekannt sein.

  3. Mit jedem weiteren Cent auf der Stromrechnung und jedem weiteren Tag an dem NIX passiert - trotz all der gefährlichen Atomkraftwerke, dem Klimaverwandel und dem CO2-Ausstoß,

    nimmt die Bereitschaft der Bürger ab - für kostspielige Fantasiemaßnahmen zu bezahlen.

    Heute wäre auch sicher niemand mehr bereit auf eine Flasche Fichtennadelschaumbad einen Euro Waldschutzgebühr wegen saurem Regen oder eine Toasternutzungspauschale gegen Ozonloch zu entrichten.

    Europa ist global gesehen eine Region mit höchstem Lebensstandard. Hohe Summen wurden in die Nukleartechnologie investiert - die nun eine sichere, billige und nachhaltige Energieversorgung garantiert.

    Ich kann den Spaß und die Freude an einer durch ein Windrad oder ein Fotovoltaikmodul erzeugten Wattsekunde nachvollziehen und verstehen. Ich schlage einmal ganz unbedarft ein europaweites Schulfach Energietechnik vor.

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    "Hohe Summen wurden in die Nukleartechnologie investiert - die nun eine sichere, billige und nachhaltige Energieversorgung garantiert."
    Der erste Halbsatz stimmt - leider. Der zweite Halbsatz ist aber eine freche Lüge!
    Sicher? - Klar, bis zum nächsten GAU - Terroranschlag - Flugzeugabsturz, oder bis die Abfälle ins Grundwasser sickern!
    Billig? - Die Endlagerkosten und Haftpflicht sind nicht eingepreist!
    Nachhaltig? - Die Endlagerzeit beträgt einige 100.000 Jahre!
    Garantiert? - Warum müssen die AKW-Betreiber dann nicht wie jeder Autofahrer eine Haftpflichtversicherung abschließen?

    "Hohe Summen wurden in die Nukleartechnologie investiert - die nun eine sichere, billige und nachhaltige Energieversorgung garantiert."
    Der erste Halbsatz stimmt - leider. Der zweite Halbsatz ist aber eine freche Lüge!
    Sicher? - Klar, bis zum nächsten GAU - Terroranschlag - Flugzeugabsturz, oder bis die Abfälle ins Grundwasser sickern!
    Billig? - Die Endlagerkosten und Haftpflicht sind nicht eingepreist!
    Nachhaltig? - Die Endlagerzeit beträgt einige 100.000 Jahre!
    Garantiert? - Warum müssen die AKW-Betreiber dann nicht wie jeder Autofahrer eine Haftpflichtversicherung abschließen?

  4. in die Bildung umleiten, damit unsere Kinder endlich eine kostenlose Schulspeisung kriegen?

  5. Immer diese Gewerkschaften, Verbraucherschutz- und Umweltverbände, die die indivuellen Rechte der Bürger einschränken wollen. Dass wir nicht endlich alle auf die Großkonzerne hören! Und dass die meisten Bürger zu dumm sind, zu verstehen, dass Atomenergie sicher, günstig und toll ist. Wir haben einfach viel zu schwachen Lobbyismus in Deutschland.

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    Wozu leisten wir uns überhaupt noch so eine teure und unfähige Regierung, wo es doch die Lobby-Weisen gibt. Wir müssten dann auch nicht mehr wählen gehen und könnten den ganzen Tag vor der Glotze hocken. Auch die Steuern könnten komplett abgeschafft werden und durch eine Lastschriftvollmacht an die Großkotz, äh Großkonzerne ersetzt werden. Das würde unser Leben sehr vereinfachen, und wir hätten mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.

    Wozu leisten wir uns überhaupt noch so eine teure und unfähige Regierung, wo es doch die Lobby-Weisen gibt. Wir müssten dann auch nicht mehr wählen gehen und könnten den ganzen Tag vor der Glotze hocken. Auch die Steuern könnten komplett abgeschafft werden und durch eine Lastschriftvollmacht an die Großkotz, äh Großkonzerne ersetzt werden. Das würde unser Leben sehr vereinfachen, und wir hätten mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.

  6. "Hohe Summen wurden in die Nukleartechnologie investiert - die nun eine sichere, billige und nachhaltige Energieversorgung garantiert."
    Der erste Halbsatz stimmt - leider. Der zweite Halbsatz ist aber eine freche Lüge!
    Sicher? - Klar, bis zum nächsten GAU - Terroranschlag - Flugzeugabsturz, oder bis die Abfälle ins Grundwasser sickern!
    Billig? - Die Endlagerkosten und Haftpflicht sind nicht eingepreist!
    Nachhaltig? - Die Endlagerzeit beträgt einige 100.000 Jahre!
    Garantiert? - Warum müssen die AKW-Betreiber dann nicht wie jeder Autofahrer eine Haftpflichtversicherung abschließen?

  7. Wozu leisten wir uns überhaupt noch so eine teure und unfähige Regierung, wo es doch die Lobby-Weisen gibt. Wir müssten dann auch nicht mehr wählen gehen und könnten den ganzen Tag vor der Glotze hocken. Auch die Steuern könnten komplett abgeschafft werden und durch eine Lastschriftvollmacht an die Großkotz, äh Großkonzerne ersetzt werden. Das würde unser Leben sehr vereinfachen, und wir hätten mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge.

    Antwort auf "jawoll!"
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    Aber ich will es nicht bezahlen und deshalb sollten die Lobby Weisen raus aus der Regierung und dann müssen endlich richtig Volksvertreter von uns bestimmt werden.Denn wenn ich schlechte Arbeit leisten würde, würde ich entlassen werden, aber die da oben stellen sich stur und wollen uns nicht hören. 165 Miliarden kosten für uns und die stecken nur die Gewinne ein.Jetzt würden die durch die neue Steuer nur noch zweidrittel vom Gewinn behalten können und das ist denen zuwenig, wie fühlen sich dann die Hartz IV Beziehen, die dazu noch betteln (Tafel ) gehen müssen.

    Nachdem der Grossteil der für die Regierungsarbeit und Regierungsentscheidungen wichtigen Gutachten ohnehin aus den eng stehenden Reihen der Lobby-Leute kommen, wäre eine Reduzierung der Ministerien, oder noch besser, die Schaffung eines 3-köpfigen Staatsrats (Merkel, Seehofer, Westerwelle) ausgesprochen sinnvoll. *schmunzel* Da würde sich selbst die LINKE im Kapitalismus "zuhause" fühlen.

    Aber ich will es nicht bezahlen und deshalb sollten die Lobby Weisen raus aus der Regierung und dann müssen endlich richtig Volksvertreter von uns bestimmt werden.Denn wenn ich schlechte Arbeit leisten würde, würde ich entlassen werden, aber die da oben stellen sich stur und wollen uns nicht hören. 165 Miliarden kosten für uns und die stecken nur die Gewinne ein.Jetzt würden die durch die neue Steuer nur noch zweidrittel vom Gewinn behalten können und das ist denen zuwenig, wie fühlen sich dann die Hartz IV Beziehen, die dazu noch betteln (Tafel ) gehen müssen.

    Nachdem der Grossteil der für die Regierungsarbeit und Regierungsentscheidungen wichtigen Gutachten ohnehin aus den eng stehenden Reihen der Lobby-Leute kommen, wäre eine Reduzierung der Ministerien, oder noch besser, die Schaffung eines 3-köpfigen Staatsrats (Merkel, Seehofer, Westerwelle) ausgesprochen sinnvoll. *schmunzel* Da würde sich selbst die LINKE im Kapitalismus "zuhause" fühlen.

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