Alternative Energien "2050 gibt es nur noch Ökostrom"

Schon 2020 werden 47 Prozent des Stroms regenerativ erzeugt, sagt Erneuerbare-Energie-Präsident Schütz. Im Interview erklärt er, warum längere AKW-Laufzeiten falsch sind.

Frage: Herr Schütz, was ist Ihr Tipp: Wie viele Jahre länger werden die AKW laufen?

Dietmar Schütz: Ich hoffe gar nicht. Denn es wäre Gift für die Erneuerbaren. Ich glaube, dass die Regierung sich jetzt nicht nur die Szenarien anschaut, sondern auch, wie viele Jahre Laufzeitverlängerung sie ohne Zustimmung des Bundesrates durchsetzen kann. Das Justizministerium glaubt an dreieinhalb Jahre, das Umweltministerium an acht Jahre. Ich tippe, am Ende wird es eine Verlängerung am oberen Ende dieser Spanne geben – auch wenn ich persönlich dagegen bin.

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Frage: Warum wäre eine Verlängerung Gift?

Schütz: Zunächst sind Atomkraftwerke nicht so regelbar, wie es nötig wäre, um den flexiblen Strom aus Wind und Sonne auszugleichen. Zum Zweiten haben sich die Unternehmen unserer Branche wie auch viele Stadtwerke bei ihren Investitionsentscheidungen darauf verlassen, dass die AKW nach und nach vom Netz gehen, wie es im geltenden Gesetz beschrieben ist. Wenn das nicht mehr gilt, verändert das alle Planungen und macht viele Investitionen nachträglich unrentabel.

Dietmar Schütz
Dietmar Schütz

ging 1987 für die SPD in den Bundestag und arbeitete dort unter anderem im Umweltausschuss. Er war maßgeblich an der Gestaltung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beteiligt, das im Jahr 2000 verabschiedet wurde. Seit 2008 ist er Präsident des Bundesverband der Erneuerbaren Energien (BEE).

 Frage: Heute erzeugen wir hierzulande rund zehn Prozent der Energie regenerativ. Wann werden es 100 sein?

Schütz: Beim Strom wird das schnell gehen. Da sind es heute schon 16 Prozent. Und wir glauben, dass Deutschland 2020 schon 47 Prozent des Stroms erneuerbar erzeugt. Die Bundesregierung glaubt, dass 30 bis 38 Prozent möglich sind in zehn Jahren. Bis 2040 oder 2050 wird der Strom komplett aus regenerativen Quellen stammen. Bei der Wärmeerzeugung, wo die Hälfte der Energie verbraucht wird, bin ich skeptischer.

Frage: In einer Studie Ihres Verbandes heißt es, in den kommenden zehn Jahren könnten 235 Milliarden Euro in den Ausbau der Erneuerbaren fließen, wenn die Bedingungen stimmen. Was heißt das konkret? 

Schütz: Wir haben berechnen lassen, welche Investitionen in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr durch den Ausbau der erneuerbaren Energien ausgelöst werden. Danach summieren sich die Gesamtinvestitionen bis zum Jahr 2020 auf rund 235 Milliarden Euro. Richtige Bedingung heißt: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz muss weiter gelten. Außerdem brauchen wir zusätzlich den Ausbau von Netzen, vor allem in Nord-Süd-Richtung, und Investitionen in Speichertechnologien.

Frage: Wer soll das bezahlen?

Schütz: Wir gehen davon aus, dass der Erzeugerpreis für erneuerbaren Strom noch steigen wird, von heute gut zwei Cent je Kilowattstunde auf rund 3,5 Cent pro Kilowattstunde beim Haushaltsstrom.

Frage: Also zahlen die Verbraucher.

Schütz: Die werden eine Zusatzbelastung ertragen müssen und auch der Staat muss Investitionen tätigen, um den Weg in die Erneuerbaren zu gehen. Das muss man ganz ehrlich sagen. Der Umbau zu einer klimafreundlichen Energiewirtschaft ist nicht zum Nulltarif zu haben. Aber das Geld ist gut angelegt. Und man darf nicht vergessen, dass die Erneuerbaren allein im vergangenen Jahr externe Kosten in Höhe von 5,1 Milliarden Euro vermieden haben. Das sind Kosten für Klima-, Umwelt-, Gesundheits- und Materialschäden, die durch die Verwendung fossiler und atomarer Brennstoffe ansonsten entstanden wären, die im Preis dieser Technologien aber nicht enthalten sind. Allein im letzten Jahr haben die Erneuerbaren auch Brennstoffimporte in Höhe von 6,4 Milliarden Euro substituiert. 

Leser-Kommentare
  1. "Heute gibt es schon Räder, die sechs Megawatt bringen."

    mehr als 50% der Menschen sind der Meinung das Windräder die Landschaft verschandeln , nochweniger wollen in unmittelbarer Näche von einem leben.

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    • NoG
    • 30.08.2010 um 11:41 Uhr

    baurechtliche und immisionschutzrechtliche vorschriften sollten den einzelnen ausreichend schuetzen.

    der eindruck der verschandelung der landschaft ist mE ein rein aesthetisches problem. die anderen 50% finden windraeder dann schoen/ stoeren sich nicht daran?

    das ganze leben besteht aus kompromissen. wenn ich das ein will, muss ich das andere in kauf nehmen.
    wenn es moeglich waere das jeder sein eigenes windrad zur stromerzeugung haette, wuerde sich keiner mehr daran stoeren.

    wenn natuerlich 50% die windenergie als solches wegen der aestethik ablehnen, wird ihre aussage ein argument.

    • JSt
    • 30.08.2010 um 12:49 Uhr

    wenn der mich einestages fragt: "Opa, warum habt Ihr Anfang des Jahrhunderts angesichts der unkalkulierbaren Risiken anthropogenen Klimawandels nicht alles menschenmögliche getan um Eure Wirkung auf das Klima zu verringern?"

    "Weißt Du", sage ich ihm, "es ist ja wirklich nicht schön wie der steigende Meeresspiegel das Gangesdelta, die häufigeren und heftigeren Wirbelstürme die Golfküste und die längeren Trockenperioden die nordchinesischen Agrarflächen verschandelt haben, aber wie hätte denn bitteschön die süddeutsche Kulturlandschaft voller Windräder ausgesehen?"

    "mehr als 50% der Menschen sind der Meinung das Windräder die Landschaft verschandeln , nochweniger wollen in unmittelbarer Näche von einem leben."

    Was ist die Quelle dafür?

    Und ich hoffe, die entsprechende Umfrage wurde nicht vom sogenannten "Bundesverband Landschaftsschutz" in Auftrag gegeben. "Astroturfing" betreiben inzwischen nicht nur amerikanische Konzerne...

    Denken nach dem St.-Florians-Prinzip hilft ja nun überhaupt nicht. Lieber 10 Windräder in der Nachbarschaft, als ein AKW in 20 Km Entfernung.

    • Afa81
    • 01.09.2010 um 10:11 Uhr

    Also, ich glaube die wenigsten verstehen, was für eine Chance (auch wirtschaftlich) in den regenerativen Energien steckt. Von der Unabhängigkeit ganz abgesehen.
    Des Weiteren sind dicke Schlote, aus denen es qualmt auch nicht so toll (kann ich aus eig. Erfahrung sagen). Vor allem, wenn dann auf einmal impregnierte Bahnschwellen verheizt werden.

    Der Strom wächst nicht auf den Bäumen. Wir müssen schon ein Opfer dafür bringen. Das kleine, schöne Kraftwerk, welches man nicht sieht und hört und das aus dem Nichts Energie erzeugt gibt es (noch) nicht. Wer weis, was die Kernfusion bringen wird.

    • NoG
    • 30.08.2010 um 11:41 Uhr

    baurechtliche und immisionschutzrechtliche vorschriften sollten den einzelnen ausreichend schuetzen.

    der eindruck der verschandelung der landschaft ist mE ein rein aesthetisches problem. die anderen 50% finden windraeder dann schoen/ stoeren sich nicht daran?

    das ganze leben besteht aus kompromissen. wenn ich das ein will, muss ich das andere in kauf nehmen.
    wenn es moeglich waere das jeder sein eigenes windrad zur stromerzeugung haette, wuerde sich keiner mehr daran stoeren.

    wenn natuerlich 50% die windenergie als solches wegen der aestethik ablehnen, wird ihre aussage ein argument.

    • JSt
    • 30.08.2010 um 12:49 Uhr

    wenn der mich einestages fragt: "Opa, warum habt Ihr Anfang des Jahrhunderts angesichts der unkalkulierbaren Risiken anthropogenen Klimawandels nicht alles menschenmögliche getan um Eure Wirkung auf das Klima zu verringern?"

    "Weißt Du", sage ich ihm, "es ist ja wirklich nicht schön wie der steigende Meeresspiegel das Gangesdelta, die häufigeren und heftigeren Wirbelstürme die Golfküste und die längeren Trockenperioden die nordchinesischen Agrarflächen verschandelt haben, aber wie hätte denn bitteschön die süddeutsche Kulturlandschaft voller Windräder ausgesehen?"

    "mehr als 50% der Menschen sind der Meinung das Windräder die Landschaft verschandeln , nochweniger wollen in unmittelbarer Näche von einem leben."

    Was ist die Quelle dafür?

    Und ich hoffe, die entsprechende Umfrage wurde nicht vom sogenannten "Bundesverband Landschaftsschutz" in Auftrag gegeben. "Astroturfing" betreiben inzwischen nicht nur amerikanische Konzerne...

    Denken nach dem St.-Florians-Prinzip hilft ja nun überhaupt nicht. Lieber 10 Windräder in der Nachbarschaft, als ein AKW in 20 Km Entfernung.

    • Afa81
    • 01.09.2010 um 10:11 Uhr

    Also, ich glaube die wenigsten verstehen, was für eine Chance (auch wirtschaftlich) in den regenerativen Energien steckt. Von der Unabhängigkeit ganz abgesehen.
    Des Weiteren sind dicke Schlote, aus denen es qualmt auch nicht so toll (kann ich aus eig. Erfahrung sagen). Vor allem, wenn dann auf einmal impregnierte Bahnschwellen verheizt werden.

    Der Strom wächst nicht auf den Bäumen. Wir müssen schon ein Opfer dafür bringen. Das kleine, schöne Kraftwerk, welches man nicht sieht und hört und das aus dem Nichts Energie erzeugt gibt es (noch) nicht. Wer weis, was die Kernfusion bringen wird.

  2. Dass der Verbraucher und der Staat einen Teil der Zusatzbelastung tragen müssen, ist ja sowieso klar.
    Aber dass die Energiekonzerne und die Mineralölkonzerne mit ihren ohnehin schon milliardenschweren Gewinnen nicht daran beteiligt werden ist m.E. völlig unlogisch. Und mit einer Laufzeitverlängerung der AKWs werden noch viel mehr Milliarden Gewinn gemacht. Diese Riesengewinne müssen komplett investiert werden in Erneuerbare!
    Ganz einfache Lösung:
    Für jedes Jahr Laufzeitverlängerung müssen von den EVUs gleichwertige (MegaWatt) Erneuerbare Stromanlagen gebaut werden.
    Für jedes Bohrloch (Erdöl oder Erdgas) ist eine Geothermiebohrung von den Mineralölkonzernen zu finanzieren.

    Diese simple Botschaft würde selbst der Geldgierigste Spitzenmanager verstehen und höchstwahrscheinlich nur noch in erneuerbare Energien zukunftssicher und umweltschonend investieren. Und das wäre absolut richtig.

    Aber so einfach es auch klingt, der politische Wille zum radikalen Umschwung fehlt hierzulande. Leider. Noch nicht mal die Förderung der Elektromobilität wird hier beschlossen. Nachbarländer wie Österreich, Norwegen oder Frankreich und England tun da weitaus mehr.

    Schönen Tag noch.

    • TDU
    • 30.08.2010 um 11:36 Uhr

    Dass der Verbraucher 2*zahlen soll, einmal durch Steuern und durch den Preis, dran hat man sich ja schon gewöhnt. Und der Herr von der SPD wird sicher schon die Steuererhöhuungen zur Finanzierung der Stromkosten bei den Ärmeren der Gesellschat einkalkuliert haben.

    Da gehen dann die Steuern hn, statt in die angeblichen Folgekosten der anderen Technologien, die je nach argumentativem Bedarf ermittelt und behauptet werden.

    Das Unfassbare ist aber die Aussicht, dass sich in den nächsten 40 Jahren im Energiebereich nichts an neuen Techniken entwickeln soll, denn davon spricht er ja nicht, die die klimafreundliche Energienutzung für den Verbraucher günstiger machen könnten.

    Also gilt: Die Gefahr der Atomkraftnutzung soll die Ausbreitung der erneuerbaren Energien behindern. Für den Verbraucher ist das egal. Denn die Subventionen verhindern den qualitativen technischen Fortschritt der Erneuerbaren.

    So ist der Verbraucher das im Zweifel durch Sozialleistungen subventionierte Daueropfer im Kampf der Industrien von Atom und Fossil und Erneuerbaren.

    Die einträgliche Ideologie auf beiden Seiten feiert Triumpfe einschliesslich der kommenden Verzichtsappelle die den Kirchen des Mittelalters alle Ehre machen werden.

    Mal sehen, was danach staatlicherseits passieren wird, wenn die Menschen sich freiwillig nicht dran halten. Denn die Macht des Staates ist immer dann am grössten, wenn er gedanklichen und technischen Fortschritt zu Gunsten seines Wohls verhindern kann.

    • NoG
    • 30.08.2010 um 11:41 Uhr

    baurechtliche und immisionschutzrechtliche vorschriften sollten den einzelnen ausreichend schuetzen.

    der eindruck der verschandelung der landschaft ist mE ein rein aesthetisches problem. die anderen 50% finden windraeder dann schoen/ stoeren sich nicht daran?

    das ganze leben besteht aus kompromissen. wenn ich das ein will, muss ich das andere in kauf nehmen.
    wenn es moeglich waere das jeder sein eigenes windrad zur stromerzeugung haette, wuerde sich keiner mehr daran stoeren.

    wenn natuerlich 50% die windenergie als solches wegen der aestethik ablehnen, wird ihre aussage ein argument.

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    bitte teilen Sie uns doch mal eben mit, wann Sie in Ihrem Garten ein 6 MW Windrad aufstellen werden!

    bitte teilen Sie uns doch mal eben mit, wann Sie in Ihrem Garten ein 6 MW Windrad aufstellen werden!

  3. Das ist nun mal in BaWü, Bayern u. Hessen. Dort ist noch viel Platz und mit Förderkosten von 9 Ct/kwh können die Betreiber gut leben.
    Anders sieht es offshore (im Meer) aus: Hier sind die Eigner große Energiekonzerne und erhalten 15 ct/kwh. Da hat sich mal wieder die Lobby durchgesetzt.

    Besser onshore die Windkraft ausbauen. Neue, moderne WKA, anstatt der alten, bringen nicht nur das Vielfache der Stromerträge sondern neue WKA sind auch lautlos. Man sollte auch an die Anwohner denken und die alten WKA repowern.

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    ...dass für einen Offshore-Windpark höhere Investitionskosten angesetzt werden müssen als für Onshore-Anlagen.

    Die Deutschen fangen dummerweise erst 40km vor der Küste an mit Windparks - Engländer und Schweden bspw. haben näher an der Küste angefangen - auch das spart Kosten dank geringerer Wassertiefe und weniger extremen Wetterverhältnissen. Und führt früher zu Lerneffekten und Kostensenkungen.

    In einer Wassertiefe von mehr als 20m wie bei Alpha Ventus liegen die Investitionskosten pro installiertem Megawatt aber beim Doppelten der Kosten an Land. Auch wenn die Windausbeute offshore größer ist - die Bau- und Wartungskosten sind es eben auch. Weil man bei einem Defekt eben nicht einfach mal rausfahren oder -fliegen kann um das zu reparieren wenn das Wetter zu schlecht ist. Und das ist es öfter als an Land.

    Aus diesem Grund macht eine höhere Förderung auf See schon Sinn und ist nicht ausschliesslich auf Lobbyinteressen der Großkonzerne zurückzuführen. Zudem ist auch offshore eine deutliche Kostendegression zu erwarten mit zunehmender Erfahrung.

    Und dass Offshore nur Großkonzerne agieren liegt leider daran dass man für einen Windpark auf See eben wesentlich größere Summen in die Hand nehmen muss als für Anlagen an Land. Zudem sind die Rentabilitätsrisiken auf See größer als an Land und somit auch eventuelle Kredite teurer. Diese Zusatzkosten und Risikoaufschläge können dann zumeist nur noch die Großen stemmen - und Mittelständler bleiben aussen vor.

    • Loki45
    • 30.08.2010 um 22:19 Uhr

    Das WKA dort gebaut werden sollen, wo sie günstig Strom erzeugen ist nicht von der Hand zu weisen. Aber erklären Sie mir doch bitte, wo in BaWü, Bayern oder Hessen noch viel Platz ist und es günstige Standorte mit über 2.000 Voll-Laststunden im Jahr gibt.

    ...dass für einen Offshore-Windpark höhere Investitionskosten angesetzt werden müssen als für Onshore-Anlagen.

    Die Deutschen fangen dummerweise erst 40km vor der Küste an mit Windparks - Engländer und Schweden bspw. haben näher an der Küste angefangen - auch das spart Kosten dank geringerer Wassertiefe und weniger extremen Wetterverhältnissen. Und führt früher zu Lerneffekten und Kostensenkungen.

    In einer Wassertiefe von mehr als 20m wie bei Alpha Ventus liegen die Investitionskosten pro installiertem Megawatt aber beim Doppelten der Kosten an Land. Auch wenn die Windausbeute offshore größer ist - die Bau- und Wartungskosten sind es eben auch. Weil man bei einem Defekt eben nicht einfach mal rausfahren oder -fliegen kann um das zu reparieren wenn das Wetter zu schlecht ist. Und das ist es öfter als an Land.

    Aus diesem Grund macht eine höhere Förderung auf See schon Sinn und ist nicht ausschliesslich auf Lobbyinteressen der Großkonzerne zurückzuführen. Zudem ist auch offshore eine deutliche Kostendegression zu erwarten mit zunehmender Erfahrung.

    Und dass Offshore nur Großkonzerne agieren liegt leider daran dass man für einen Windpark auf See eben wesentlich größere Summen in die Hand nehmen muss als für Anlagen an Land. Zudem sind die Rentabilitätsrisiken auf See größer als an Land und somit auch eventuelle Kredite teurer. Diese Zusatzkosten und Risikoaufschläge können dann zumeist nur noch die Großen stemmen - und Mittelständler bleiben aussen vor.

    • Loki45
    • 30.08.2010 um 22:19 Uhr

    Das WKA dort gebaut werden sollen, wo sie günstig Strom erzeugen ist nicht von der Hand zu weisen. Aber erklären Sie mir doch bitte, wo in BaWü, Bayern oder Hessen noch viel Platz ist und es günstige Standorte mit über 2.000 Voll-Laststunden im Jahr gibt.

  4. Die Politiker der SPD und der Grünen fordern doch immer das gleiche. Noch stärkere Förderung der erneuerbaren Energie mit hohen Subventionen des Staates (sprich der Steuerzahler)und mit weiteren Aufschlägen der Stromkosten. Die Energiegewinnung aus Kernkraft wird strikt abgelehnt, z.B. weil die Endlagerung nicht gesichert ist. Beantworten Sie die Fragen aus dem Quiz der ZEIT "Wie gut kennen Sie die Atomkraft" nebenan, dann erhalten Sie die überraschende Antwort, dass es auf der ganzen Erde noch kein einziges Endlager gibt. Es wird immer so hingestellt, als ob nur Deutschland dieses Problem zu lösen hat. Andere Länder wie Frankreich, USA usw. haben wesentlich mehr AKW´s. Darauf sollten die Gegner von AKW´s in unserem Land ehrlicherweise auch offen hinweisen.

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    Sie fordern Objektivität und Ehrlichkeit und bieten nichts als ihren eigenen Fatalismus (andere haben auch keine Endlager) als ein Argument für Kernkraft an.
    Ich staune darüber, denn mir macht genau das was sie betonen eher Angst und ich frage mich warum das ein Argument für Kernkraft sein soll.

    ....waren bis 1993 auch Spitzenreiter beim Versenken von Atommüll im Meer.

    100.000 Tonnen schwach und mittel verstrahlter Atommüll wurden von den Atomnationen bis dahin einfach im Meer versenkt. Bis zu 80% davon eben von unseren Nachbarn.

    Erst Nachforschungen und Proteste von greenpeace und anderen NGOs haben zum Stopp dieser Praxis geführt.

    Zudem ist die Antwort dass es weltweit noch kein Endlager gibt eigentlich wenig überraschend. Und vor Allem auch kein Argument für Atomenergie.

    Atomenergie gibt es seit den 50ern - und seitdem hat noch kein Land ein Endlager für die hochverstrahlten Reste der Stromerzeugung aus Kernenergie errichten können.

    Sie sollten sich mal fragen warum.

    Ich finde es logisch dass da zunehmend meht Leute auf den Gedanken kommen "Endlagerproblem nicht gelöst, das strahlt Tausende von Jahren, vielleicht sollten wir versuchen unseren Strom ohne derartige Abfallprodukte zu gewinnen. Auch wenn es eine Weile dauert und anfangs etwas teurer wird."

    Ihr Hinweis auf andere Länder mit gleichem Problem erinnert mich an das gute alte "Wenn die Franzosen von der Brücke springen, springen sie hinterher?"

    Sie fordern Objektivität und Ehrlichkeit und bieten nichts als ihren eigenen Fatalismus (andere haben auch keine Endlager) als ein Argument für Kernkraft an.
    Ich staune darüber, denn mir macht genau das was sie betonen eher Angst und ich frage mich warum das ein Argument für Kernkraft sein soll.

    ....waren bis 1993 auch Spitzenreiter beim Versenken von Atommüll im Meer.

    100.000 Tonnen schwach und mittel verstrahlter Atommüll wurden von den Atomnationen bis dahin einfach im Meer versenkt. Bis zu 80% davon eben von unseren Nachbarn.

    Erst Nachforschungen und Proteste von greenpeace und anderen NGOs haben zum Stopp dieser Praxis geführt.

    Zudem ist die Antwort dass es weltweit noch kein Endlager gibt eigentlich wenig überraschend. Und vor Allem auch kein Argument für Atomenergie.

    Atomenergie gibt es seit den 50ern - und seitdem hat noch kein Land ein Endlager für die hochverstrahlten Reste der Stromerzeugung aus Kernenergie errichten können.

    Sie sollten sich mal fragen warum.

    Ich finde es logisch dass da zunehmend meht Leute auf den Gedanken kommen "Endlagerproblem nicht gelöst, das strahlt Tausende von Jahren, vielleicht sollten wir versuchen unseren Strom ohne derartige Abfallprodukte zu gewinnen. Auch wenn es eine Weile dauert und anfangs etwas teurer wird."

    Ihr Hinweis auf andere Länder mit gleichem Problem erinnert mich an das gute alte "Wenn die Franzosen von der Brücke springen, springen sie hinterher?"

  5. sollte nur noch Kraft-Wärme-Kopplung erlaubt sein, nachdem Solarthermie und andere Quellen ausgeschöpft wurden.
    Ansonsten gilt selbstverständlich: Vorrang nur für regenerative Energieformen.
    Die AKWs und die großen Braunkohledreckschleudern müssen geschlossen werden.
    Bei PKWs muss der CO²-Ausstoß auf 100gCO²/km limitiert werden.

    • LJA
    • 30.08.2010 um 12:20 Uhr

    Herr Schütz vertritt die Interessen von zahlreichen kleineren Firmen im Markt der erneuerbaren Energien, die alle sehr gut von den Zwangsabgaben für ihre Produkte leben. Aber natürlich würden sie gerne auch noch ein bißchen besser leben wollen, deshalb also noch mehr Geld vom Staat, bzw. von den Verbrauchern.
    Dafür bekommen wir dann ein bestenfalls wackeliges Energienetz, denn wie die Stromversorgung während einer langen knackigen Frostperiode im Winter (so wie kürzlich erst erlebt) gesichert werden kann, weiß leider noch niemand.

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    • lepkeb
    • 30.08.2010 um 19:34 Uhr

    und den Aktionär wird es freuen. Die Großen kaufen dann den Strom billigst im Ausland ein und verscherbeln ihn zu Höchstpreisen in D-land und der Finanzminister freut sich, da er dadurch höhere Steuereinnahmen erzielt. Dann kommt der Aufschrei, dass der Strom so teuer und die Grünen werden den schwarzen Peter den Konzernen zu schieben. Und wenn sie dann noch für den Unterhalt des Netzes sorgen dürfen, wird es richtig teuer.
    Daher sofort alle AKW runterfahren, den Stromeinkauf im Ausland unterbinden und mal schauen was passiert.
    Und die armen kleineren Firmen im Markt der erneuerbaren Energien das sind doch alles Philantropen, die wollen doch nur das Beste aus den Leute herauskitzeln, nämlich ihr Geld. Also nicht drauf schimpfen.

    • lepkeb
    • 30.08.2010 um 19:34 Uhr

    und den Aktionär wird es freuen. Die Großen kaufen dann den Strom billigst im Ausland ein und verscherbeln ihn zu Höchstpreisen in D-land und der Finanzminister freut sich, da er dadurch höhere Steuereinnahmen erzielt. Dann kommt der Aufschrei, dass der Strom so teuer und die Grünen werden den schwarzen Peter den Konzernen zu schieben. Und wenn sie dann noch für den Unterhalt des Netzes sorgen dürfen, wird es richtig teuer.
    Daher sofort alle AKW runterfahren, den Stromeinkauf im Ausland unterbinden und mal schauen was passiert.
    Und die armen kleineren Firmen im Markt der erneuerbaren Energien das sind doch alles Philantropen, die wollen doch nur das Beste aus den Leute herauskitzeln, nämlich ihr Geld. Also nicht drauf schimpfen.

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