Beschäftigung In Zukunft werden Fachkräfte richtig knapp
Aktuelle Zahlen zeigen: Noch herrscht in Deutschland kein Fachkräftemangel. Doch bald werden Millionen Arbeitskräfte fehlen. Zuwanderung allein hilft nicht dagegen.
© Michael Urban/AFP/Getty Images

Bald heiß begehrt auf dem Arbeitsmarkt: Ingenieur eines Kohlekraftwerks in Jänschwalde (Archivbild)
Zwei, drei Jahre lang wurde das Thema durch die Wirtschaftskrise verdrängt, plötzlich ist es wieder da: der Fachkräftemangel. Zuerst stritten sich Regierung und Opposition, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit, wie man ihn am besten bekämpfen soll. Die Zuwanderung erleichtern ? Lieber einheimische Talente besser aus- und weiterbilden ? Dann ließ Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Sprecher ausrichten, die Zuwanderungsgesetze bedürften keiner grundsätzlichen Überarbeitung , und fuhr in die Sommerfrische.
Doch bis zum Herbst wird das Problem nicht verschwinden. Im Gegenteil: Es wird in den kommenden Jahren größer werden. Politik wie Unternehmen täten gut daran, schon jetzt für die Zeit der Knappheit vorzusorgen.
Im Moment kann von einem allgemeinen Fachkräftemangel nämlich trotz aller Klagen noch gar keine Rede sein. Zwar beziffert der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) die Zahl der fehlenden Ingenieure auf 36.000. Dem IT-Verband Bitkom zufolge sehen ein Drittel seiner Mitgliedsunternehmen im Mangel an qualifiziertem Personal ein Hindernis für ihre Geschäftstätigkeit. Der DIHK berichtet, aus Sicht seiner Mitglieder sei die Knappheit an geeigneten Fachkräften – ob Akademiker, Facharbeiter oder qualifizierte Azubis – ein Hindernis für den gerade begonnenen Aufschwung. Neben Ingenieuren und IT-Fachleuten fehlen auch Pflegekräfte und Erzieherinnen .
Doch zugleich liegt die Zahl der Arbeitslosen immer noch bei mehr als drei Millionen, und weitere Indizien sprechen ebenfalls gegen einen flächendeckenden Expertenmangel. So wandern immer noch Fach- und Führungskräfte aus. Im Jahr 2009 verließen 155.000 Deutsche das Land, viele von ihnen, weil sie sich anderswo bessere Karrierechancen erhofften.
Bräuchten die Unternehmen tatsächlich so dringend Personal, würden sie solche Leute viel stärker umwerben. Einzelfälle deuten zumindest darauf hin, dass sie das nicht tun. So streicht Siemens, einer der wichtigsten Arbeitgeber für technisches Fachpersonal in Deutschland, 2000 Stellen in einem Tochterunternehmen, dem IT-Dienstleister SIS. Vor allem ältere Ingenieure sollen durch Prämien zum Ausstieg bewegt werden.
Aktuelle Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg bestätigen: Es gibt Engpässe in bestimmten Unternehmen, aber von einem flächendeckenden Fachkräftemangel ist Deutschland noch weit entfernt. Insgesamt lag die Zahl der offenen Stellen in Deutschland im zweiten Quartal bei rund 977.000, zehn Prozent über dem Niveau des Vorquartals – doch vor Einsetzen der Rezession, im Jahr 2008, waren noch deutlich mehr Stellen unbesetzt.
"Offensichtlich sind viele Betriebe weiterhin vorsichtig mit Neueinstellungen und beobachten die weitere Entwicklung", sagt Anja Kettner, die am Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zum Fachkräftemangel forscht. Ihren Erhebungen zufolge zeigt sich der Zuwachs der offenen Stellen vor allem unter Großunternehmen. Doch in kleineren Betrieben, die für den Arbeitsmarkt insgesamt deutlich wichtiger seien, habe sich der Bedarf an Arbeitskräften trotz des beginnenden Aufschwungs noch nicht erhöht.
Ansonsten verweist das IAB auf Forschungsergebnisse, die schon vor der Krise galten, im August 2007. "Aktuell gibt es keine Anzeichen für einen allgemeinen Fachkräftemangel, auch wenn die Lage in einigen Teilarbeitsmärkten angespannt ist", hieß es damals in einer Stellungnahme. "Der vielfach diskutierte Ingenieurmangel kann bisher nur in einigen Teilbereichen beobachtet werden – auf längere Frist sind jedoch breitere Mangellagen zu erwarten."
- Datum 05.08.2010 - 13:03 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wir bei diesen Rechnungen die Produktivitätssteigerung im Laufe von 40 Jahren berücksichtigt? Alleine der durchschnittliche Tischcomputer wird bereits im Jahr 2020 32 Mal schneller sein als heutige Topmodelle.
nicht einen auf Nelson Muntz zu machen. .oO(Ha. Ha!)
http://www.zeit.de/2010/3...
Zuerst vergraulen die Unternehmen einheimische Fachkräfte in das Ausland (bessere Bezahlung, bessere Arbeitsbedinungen, bessere Aussichten usw.). Den Studenten versaut man mit Bologna (wäre es doch nur ein italienisches Gericht :<) und Studiengebühren den Spaß am studieren. (Das Bildungsniveau der Bevölkerung aber hält nicht Schritt.)
Und nun wird unsere Lobby-Regierung bestimmt nicht davor zurückzuschrecken ein Gastarbeiter-2.0-Programm aufzulegen.
Die Firmen haben es einfach nicht verdient jetzt - neben den fallenden Ost-Schranken - jetzt auch noch nach belieben im Ausland mit Lohndumpingabsichten nach "Fachkräften" zu fischen.
=> Statt im Ausland um bestimmte Berufsgruppen zu werben, die in einer Branchenkrise schnell arbeitslos werden könnten, sollte die Politik lieber die Rahmenbedingungen so setzen, dass qualifizierte Fachleute grundsätzlich aus Deutschland kommen. Sollte das hoffentlich heißen! *böse guck*
entfleucht mir nur bei diesem thema. denn gerade in dieser frage hat man munter auf den beschriebenen zustand hingearbeitet und ihn gefördert, so gut es geht: billiglohnland deutschland, abwertung diverser branchen durch 1-€-jobs etc., abwertung der ehemals guten deutschen studienabschlüsse durch eine art mac-studium, billiglohnkräfte auch an den unis, in den volkshochschulen etc., gläserne grenze für qualifizierte schon ab mitte dreißig(!)... und vieles mehr. einiges wurde hier ja bereits genannt: vertreibung der fachkräfte ins ausland durch aktive initiativen der arbeitsmarktbehörden (!), entwertung älterer qualifizierter arbeitskräfte, die in der arbeitslosigkeit versauern... nicht zuletzt die katastrophale situation auf dem ausbildungsmarkt, wo eine ganze generation an jungen leuten in den letzten jahren schon durch das sogenannte übergangssystem in die aussichtslosigkeit getrieben wird (und da wundert man sich, daß die "keinen bock" mehr haben, gewalt zunimmt etc.)
man kommt sich schon vor wie unter den berühmten schildbürgern, die das licht mit eimern ins rathaus trugen. die spatzen pfiffen es von den dächern, wo diese maßnahmen hinführen, aber die wirtschaftsweisen feierten ihre einsparungen im personalbereich. und merkten nicht, daß sie am eigenen ast sägen. ja sie merken es heute noch nicht. und wenn die situation dann richtig akut wird (heute kündigt sie sich ja erst an), wird man lamentieren und jammern und nicht wissen, wieso und weshalb. ich sehe es schon genau.
wenn ich diesen artikel lese, besonders aber wenn ich die aktuellen meldungen über den neuen aufguß eines alten themas höre, dann schwant mir, worum es wirklich geht:
- die einwerbung von fachkräften, die man nicht selbst in deutschland ausbilden mußte (spart ausbildungskosten, besonders lukrativ für unternehmen, zunehmend aber auch in staatlichen stellen),
- die bereit sind zu bedingungen zu arbeiten, die in deutschland eigentlich nicht möglich sind dank der tarife. eigentlich. denn tatsächlich werden diese ja seit etlichen jahren bereits sehr kreativ durch wirtschaftsunternehmen (und nicht nur durch diese, besonders sozial"unternehmen" sind darin auch sehr kreativ) unterwandert und ausgehebelt.
- und die man schnell wieder loswerden kann, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, dem steuerzahler also nicht zur last fallen, wie gegenwärtig
ich kann es nur immer wieder sagen: man kommt sich vor wie bei den schildbürgern! nur die waren ja vorsätzlich dumm. aber die diesen unsinn verzapfen, die glauben ja tatsächlich an das, was sie da tun.
entfleucht mir nur bei diesem thema. denn gerade in dieser frage hat man munter auf den beschriebenen zustand hingearbeitet und ihn gefördert, so gut es geht: billiglohnland deutschland, abwertung diverser branchen durch 1-€-jobs etc., abwertung der ehemals guten deutschen studienabschlüsse durch eine art mac-studium, billiglohnkräfte auch an den unis, in den volkshochschulen etc., gläserne grenze für qualifizierte schon ab mitte dreißig(!)... und vieles mehr. einiges wurde hier ja bereits genannt: vertreibung der fachkräfte ins ausland durch aktive initiativen der arbeitsmarktbehörden (!), entwertung älterer qualifizierter arbeitskräfte, die in der arbeitslosigkeit versauern... nicht zuletzt die katastrophale situation auf dem ausbildungsmarkt, wo eine ganze generation an jungen leuten in den letzten jahren schon durch das sogenannte übergangssystem in die aussichtslosigkeit getrieben wird (und da wundert man sich, daß die "keinen bock" mehr haben, gewalt zunimmt etc.)
man kommt sich schon vor wie unter den berühmten schildbürgern, die das licht mit eimern ins rathaus trugen. die spatzen pfiffen es von den dächern, wo diese maßnahmen hinführen, aber die wirtschaftsweisen feierten ihre einsparungen im personalbereich. und merkten nicht, daß sie am eigenen ast sägen. ja sie merken es heute noch nicht. und wenn die situation dann richtig akut wird (heute kündigt sie sich ja erst an), wird man lamentieren und jammern und nicht wissen, wieso und weshalb. ich sehe es schon genau.
wenn ich diesen artikel lese, besonders aber wenn ich die aktuellen meldungen über den neuen aufguß eines alten themas höre, dann schwant mir, worum es wirklich geht:
- die einwerbung von fachkräften, die man nicht selbst in deutschland ausbilden mußte (spart ausbildungskosten, besonders lukrativ für unternehmen, zunehmend aber auch in staatlichen stellen),
- die bereit sind zu bedingungen zu arbeiten, die in deutschland eigentlich nicht möglich sind dank der tarife. eigentlich. denn tatsächlich werden diese ja seit etlichen jahren bereits sehr kreativ durch wirtschaftsunternehmen (und nicht nur durch diese, besonders sozial"unternehmen" sind darin auch sehr kreativ) unterwandert und ausgehebelt.
- und die man schnell wieder loswerden kann, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, dem steuerzahler also nicht zur last fallen, wie gegenwärtig
ich kann es nur immer wieder sagen: man kommt sich vor wie bei den schildbürgern! nur die waren ja vorsätzlich dumm. aber die diesen unsinn verzapfen, die glauben ja tatsächlich an das, was sie da tun.
Respekt: " So wandern immer noch Fach- und Führungskräfte aus."
Ich glaube in der Tat, dass dies, genau gieses, ein eindeutiger Indikator ist. Die skandinavischen Läner, Holland, Luxemburg - nirgends ein Problem.
http://www.nachdenkseiten...
Die Deutschen denken sehr zentralistisch, immer nur in der Kategorie von "deutsch" und "Deutschland" oder "bundesweit". Der Bundesdurchschnitt hat aber null Aussagekraft, taugt höchstens für Schlagzeilen nicht aber als Handlungsgrundlage. Hier in Südbayern gibt es seit Ende der 1990er einen spürbaren Fachkräftemangel. Der Zuzug von hunderttausenden (!) Deutschen aus dem restlichen Bundesgebiet konnte diesen nur unzureichend stillen, gerade auf dem Land - die meisten Zugereisten zieht es nur nach München und andere größere Ballungsräume - gibt es extrem gutbezahlte freie Stellen in allen Bereichen. Also auch für Spengler oder Schreiner. Und erst recht freie Lehrstellen, bei meinem Metzger auf dem Dorf bei dem ich ab und zu gerne einkaufe wenn ich in dem Eck bin hat seit Jahren (!) keine Bewerbung mehr für eine Lehrstelle bekommen, obwohl er Lehrbuben sucht. Seit Jahren.
Alle wollen in die Städte und handwerkliche Berufe sind eh "out" bei der Jugend. Es birgt daher nicht nur enorme Chancen wenn abseits der Großstädte und populären Berufe sucht - es zeigt auch einen Vorgeschmack auf die Zukunft. Die stark zurückgehenden Schülerzahlen, kombiniert mit den "Baby Boomern" die demnächst zu Millionen (!) in den Ruhestand gehen, wird einen Fachkräftemangel in Süddeutschland verursachen gegen den auch die bundesweite Arbeitslosenzahl nicht mehr anschreien kann. Hilft dem Metallbauer in Ottobrunn ja nichts wenn er dort keinen findet aber in Vorpommern drei seit Jahren arbeitslos sind.
Zitat: "Alle wollen in die Städte und handwerkliche Berufe sind eh "out" bei der Jugend."
Mein Beobachtung ist, dass es viele Jugendliche in die Ballungsräume zieht, da es im ländlichen Bereich zunehmend weniger Arbeitsplätze gibt und falls solche vorhanden sind, diese extrem schlecht bezahlt werden. Diese Arbeitsplätze in der Peripherie werden oft von Handwerksbetrieben gestellt. Das Handwerk, das angeblich "Goldenen Boden" hat wird generell seit Jahren sträflich vernachlässigt und wird nicht grundlos von vielen Jugendlichen gemieten. Handwerksstellen werden seit einigen Jahren zunehmend von
Zeitarbeitsfirmen angeboten, die schlecht bezahlen und schlechte Arbeitsbedingungen bieten. Hinzu kommt, dass zunehmend mehr Handwerker aus östlichen Ländern ihren Tätigkeit hier billig anbieten. Aufgrund der schlechten Berufs- und Verdienstaussichten würde ich selber zur Zeit keinem Jugendlichen raten, einen Beruf in diesem Bereich zu wählen. Die Folgen werden sich in einigen Jahren zeigen, wenn sich kaum noch qualifizierte Handwerker finden lassen. Der Trend zu Billigarbeitnehmern wird vermutlich auch den Abschied vom Qualitätsgütesiegel "Made in Germany" bedeuten.
"---Und erst recht freie Lehrstellen, bei meinem Metzger auf dem Dorf bei dem ich ab und zu gerne einkaufe wenn ich in dem Eck bin hat seit Jahren (!) keine Bewerbung mehr für eine Lehrstelle bekommen, obwohl er Lehrbuben sucht. Seit Jahren...."
----------------------------------------------------------
Es geht eben nicht nur um die Belange und Befindlichkeiten Ihres Metzgers, sondern auch um den Auszubildenden.
Was hat Ihr Metzger denn dem Jugendlichen noch so zu bieten?
Ein Ansiedlungshilfe, vernünftige Unterkunft (und ich meine nicht irgendeinen Raum mit Bett und Stuhl), Unterstützung bei der Aufrechterhaltung der sozialen und familiären Kontakte des Auszubildenden? Immerhin kommt er/sie von weiter her.
Es ist nicht nur eine Frage der unwilligen Jugendlichen, sondern auch die der Attraktivität des Angebots.
Nur mal so zu rufen: "Hier ist eine Lehrstelle, freut euch drüber und seid dankbar", reicht eben nicht mehr!!
ich habe jahrelang in Oberbayern als Diplom-Informatiker in der Entwicklung gearbeitet. Zuerst 1 Jahr Trainee für 800 EUR und dann zusammen mit polnischen, russischen und chinesischen Studenten und vielen vielen Studienabbrechern ( die bevorzugt eingestellt werden) für 1000 EUR. So siehts aus in Bayern.
Der Personalchef in München schwadroniert immer über Praxixferne und Anspruchsmentalität deutscher Uniabsolventen und betont, dass für Ihn ein tüchtiger Hauptschüler aus Bayern die gleiche Chance hat, wie eine "Intelligenzbestie mit Besserwisserattitüde von der Hochschule".
So sieht in einer Weltfirma, mit Sitz in München, der Fachkräftemangel aus.
Zitat: "Alle wollen in die Städte und handwerkliche Berufe sind eh "out" bei der Jugend."
Mein Beobachtung ist, dass es viele Jugendliche in die Ballungsräume zieht, da es im ländlichen Bereich zunehmend weniger Arbeitsplätze gibt und falls solche vorhanden sind, diese extrem schlecht bezahlt werden. Diese Arbeitsplätze in der Peripherie werden oft von Handwerksbetrieben gestellt. Das Handwerk, das angeblich "Goldenen Boden" hat wird generell seit Jahren sträflich vernachlässigt und wird nicht grundlos von vielen Jugendlichen gemieten. Handwerksstellen werden seit einigen Jahren zunehmend von
Zeitarbeitsfirmen angeboten, die schlecht bezahlen und schlechte Arbeitsbedingungen bieten. Hinzu kommt, dass zunehmend mehr Handwerker aus östlichen Ländern ihren Tätigkeit hier billig anbieten. Aufgrund der schlechten Berufs- und Verdienstaussichten würde ich selber zur Zeit keinem Jugendlichen raten, einen Beruf in diesem Bereich zu wählen. Die Folgen werden sich in einigen Jahren zeigen, wenn sich kaum noch qualifizierte Handwerker finden lassen. Der Trend zu Billigarbeitnehmern wird vermutlich auch den Abschied vom Qualitätsgütesiegel "Made in Germany" bedeuten.
"---Und erst recht freie Lehrstellen, bei meinem Metzger auf dem Dorf bei dem ich ab und zu gerne einkaufe wenn ich in dem Eck bin hat seit Jahren (!) keine Bewerbung mehr für eine Lehrstelle bekommen, obwohl er Lehrbuben sucht. Seit Jahren...."
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Es geht eben nicht nur um die Belange und Befindlichkeiten Ihres Metzgers, sondern auch um den Auszubildenden.
Was hat Ihr Metzger denn dem Jugendlichen noch so zu bieten?
Ein Ansiedlungshilfe, vernünftige Unterkunft (und ich meine nicht irgendeinen Raum mit Bett und Stuhl), Unterstützung bei der Aufrechterhaltung der sozialen und familiären Kontakte des Auszubildenden? Immerhin kommt er/sie von weiter her.
Es ist nicht nur eine Frage der unwilligen Jugendlichen, sondern auch die der Attraktivität des Angebots.
Nur mal so zu rufen: "Hier ist eine Lehrstelle, freut euch drüber und seid dankbar", reicht eben nicht mehr!!
ich habe jahrelang in Oberbayern als Diplom-Informatiker in der Entwicklung gearbeitet. Zuerst 1 Jahr Trainee für 800 EUR und dann zusammen mit polnischen, russischen und chinesischen Studenten und vielen vielen Studienabbrechern ( die bevorzugt eingestellt werden) für 1000 EUR. So siehts aus in Bayern.
Der Personalchef in München schwadroniert immer über Praxixferne und Anspruchsmentalität deutscher Uniabsolventen und betont, dass für Ihn ein tüchtiger Hauptschüler aus Bayern die gleiche Chance hat, wie eine "Intelligenzbestie mit Besserwisserattitüde von der Hochschule".
So sieht in einer Weltfirma, mit Sitz in München, der Fachkräftemangel aus.
ganz einfach. Ein Zukunftsprogramm, nachhaltig, wirtschaftlich sinnvoll, gesellschaftlich gewollt: BILDUNG!!! Fangt endlich an, Bildungs- und keine Wirtschaftspolitik zu machen..
Ich halte das für überschätzt. Es handelt sich großteils nur um Rosinenpickerei, fortgesetzte Selektion die bereits in der Grundschulzeit beginnt. Abschlüsse als Türöffner. Um die echte Befähigung geht es selten. Und dass man inzwischen schon als "Gebäudereiniger" eine mehrjährige Berufsausbildung braucht, das geht einfach an jeder pragmatischen Sinnhaftigkeit von Bildung vorbei und dient nur noch der Selektion. Die Arbeitgeber konnten ja nun über Jahre aus einem Überangebot am Arbeitsmarkt schöpfen, wo die Leute ihre Arbeitskraft ohne Ende verramscht haben weil sie so verzweifelt auf Suche nach Arbeit waren.
Daran ändern auch immer neue Rufe nach Qualifikation nichts, dadurch steigt die Zahl der offenen Stellen nicht an. Und das Handwerk, viele Millionen Deutsche sind im Handwerk tätig aber alles redet immer nur über die Großindustrie, hat bereits eklatante Nachwuchssorgen. Und wenn die jungen Leute studieren dann nicht Ingenieur oder Mathematiker, wo es Mangel hat, sondern irgendwelche Geistes- oder Sozialwissenschaften von denen es eh schon zuviel am Arbeitsmarkt gibt. Das nennt man dann auf Neudeutsch "Mismatch". Ein bischen taktischer sollten Studienanfänger halt auch denken.
Die Rahmenbedingungen für Bildung und Arbeit sind in Deutschland für gut ausgebildete Arbeitskräfte einfach nicht attraktiv genug. Mehr Bildung allein nützt da wenig.
Ich lebe seit einigen Jahren in Großbritannien und jeder Versuch, nach Deutschland zurückzukehren, ist bisher gescheitert. Es ist Vieles toll an Deutschland, ich würde gerne wieder dort leben und arbeiten, aber stoße überall auf Hindernisse, die nicht sein müssten und die mir die Lust auf Deutschland nehmen. Das beginnt schon beim Bewerbungsprozess, der in Deutschland im Vergleich unendlich kompliziert und langwierig ist. Die hohe Abgabenlast durch Steuern, Sozial- und Krankenversicherung macht arbeiten in Deutschland auch nicht gerade attraktiv. Dazu kommt die unflexible Einstellung der Arbeitgeber. Da wird ein Bewerber, der drei Sprachen auf Muttersprachniveau spricht, fachlich sehr gut qualifiziert ist und Jahre relevante Arbeitserfahrung hat nicht in Betracht gezogen, weil das Studium vor Jahren mit 2 anstatt 1 abgeschlossen wurde und man generall nur 1er Kandidaten berücksichtigt. Der Lebenslauf wird nicht einmal angesehen, obwohl der nach Jahren Berufserfahrung eindeutig aussagekräftiger ist als die Abschlussnote des Studiums. Unter diesen Vorraussetzungen darf sich kein Arbeitgeber und kein Politiker beschweren, dass es nicht genügend Fachkräfte gibt.
Ich halte das für überschätzt. Es handelt sich großteils nur um Rosinenpickerei, fortgesetzte Selektion die bereits in der Grundschulzeit beginnt. Abschlüsse als Türöffner. Um die echte Befähigung geht es selten. Und dass man inzwischen schon als "Gebäudereiniger" eine mehrjährige Berufsausbildung braucht, das geht einfach an jeder pragmatischen Sinnhaftigkeit von Bildung vorbei und dient nur noch der Selektion. Die Arbeitgeber konnten ja nun über Jahre aus einem Überangebot am Arbeitsmarkt schöpfen, wo die Leute ihre Arbeitskraft ohne Ende verramscht haben weil sie so verzweifelt auf Suche nach Arbeit waren.
Daran ändern auch immer neue Rufe nach Qualifikation nichts, dadurch steigt die Zahl der offenen Stellen nicht an. Und das Handwerk, viele Millionen Deutsche sind im Handwerk tätig aber alles redet immer nur über die Großindustrie, hat bereits eklatante Nachwuchssorgen. Und wenn die jungen Leute studieren dann nicht Ingenieur oder Mathematiker, wo es Mangel hat, sondern irgendwelche Geistes- oder Sozialwissenschaften von denen es eh schon zuviel am Arbeitsmarkt gibt. Das nennt man dann auf Neudeutsch "Mismatch". Ein bischen taktischer sollten Studienanfänger halt auch denken.
Die Rahmenbedingungen für Bildung und Arbeit sind in Deutschland für gut ausgebildete Arbeitskräfte einfach nicht attraktiv genug. Mehr Bildung allein nützt da wenig.
Ich lebe seit einigen Jahren in Großbritannien und jeder Versuch, nach Deutschland zurückzukehren, ist bisher gescheitert. Es ist Vieles toll an Deutschland, ich würde gerne wieder dort leben und arbeiten, aber stoße überall auf Hindernisse, die nicht sein müssten und die mir die Lust auf Deutschland nehmen. Das beginnt schon beim Bewerbungsprozess, der in Deutschland im Vergleich unendlich kompliziert und langwierig ist. Die hohe Abgabenlast durch Steuern, Sozial- und Krankenversicherung macht arbeiten in Deutschland auch nicht gerade attraktiv. Dazu kommt die unflexible Einstellung der Arbeitgeber. Da wird ein Bewerber, der drei Sprachen auf Muttersprachniveau spricht, fachlich sehr gut qualifiziert ist und Jahre relevante Arbeitserfahrung hat nicht in Betracht gezogen, weil das Studium vor Jahren mit 2 anstatt 1 abgeschlossen wurde und man generall nur 1er Kandidaten berücksichtigt. Der Lebenslauf wird nicht einmal angesehen, obwohl der nach Jahren Berufserfahrung eindeutig aussagekräftiger ist als die Abschlussnote des Studiums. Unter diesen Vorraussetzungen darf sich kein Arbeitgeber und kein Politiker beschweren, dass es nicht genügend Fachkräfte gibt.
Ich habe in meinem Leben schon mehrere Male erlebt, dass "Experten" einen bestimmten Fachkräftemangel vorhersagten - und dann total falsch lagen. Zumindest ist es korrekt, dass der demografische Faktor das Bild der arbeitenden Bevölkerung verändern wird und dass für den Erhalt eines gesellschaftlichen Standards immer mehr Bildung benötigt wird. Aber lässt sich hieraus schon der Mangel schließen? Und welche Konsequenzen hat dies - nicht nur für die wirtschaftliche Seite? Es gibt einfach keine Diskussion darüber, man folgt nur den Vorgaben einer Wirtschaft, die hier sowohl für eine Gesellschaft als auch für ein Individuum das einfach unterstellt, was sie anderswo bereits tat: unbegrenztes Wachstum.
Aber selbst wenn - schauen wir doch auf die Politik! Dann möchte man doch am liebsten die Regierungen davon jagen. Ausbau von Bildungsangeboten? Fehlanzeige! Der größte Impuls waren zuletzt die Schaffung von Elite-Universitäten. Bin mir jetzt nicht ganz sicher, was "Elite" sagt, aber irgend wie hat das doch nichts mit Bildung aller zu tun, nicht? Ein Konjunkturpaket unterstützte den Kauf von neuen Autos, ein bisschen fiel dann noch für die Schulen ab. Und das neue Sparpaket listet Kürzungen überall da auf, wo Bildung am dringendsten gefordert wäre, etwa bei der Bundesagentur für Arbeit. Hat irgend wer etwas davon gehört, dass das ALG II erhöht werden sollte (auch über Gutscheine) für Kurse oder Bücher für Langzeitarbeitslose? Und die Zahl der Stellen für Lehrer und Dozenten... na ja
Ich halte das für überschätzt. Es handelt sich großteils nur um Rosinenpickerei, fortgesetzte Selektion die bereits in der Grundschulzeit beginnt. Abschlüsse als Türöffner. Um die echte Befähigung geht es selten. Und dass man inzwischen schon als "Gebäudereiniger" eine mehrjährige Berufsausbildung braucht, das geht einfach an jeder pragmatischen Sinnhaftigkeit von Bildung vorbei und dient nur noch der Selektion. Die Arbeitgeber konnten ja nun über Jahre aus einem Überangebot am Arbeitsmarkt schöpfen, wo die Leute ihre Arbeitskraft ohne Ende verramscht haben weil sie so verzweifelt auf Suche nach Arbeit waren.
Daran ändern auch immer neue Rufe nach Qualifikation nichts, dadurch steigt die Zahl der offenen Stellen nicht an. Und das Handwerk, viele Millionen Deutsche sind im Handwerk tätig aber alles redet immer nur über die Großindustrie, hat bereits eklatante Nachwuchssorgen. Und wenn die jungen Leute studieren dann nicht Ingenieur oder Mathematiker, wo es Mangel hat, sondern irgendwelche Geistes- oder Sozialwissenschaften von denen es eh schon zuviel am Arbeitsmarkt gibt. Das nennt man dann auf Neudeutsch "Mismatch". Ein bischen taktischer sollten Studienanfänger halt auch denken.
Letztendlich ist ein zukünftiger Fachkräftemangel doch von der Wirtschaft auch selbst herbeigeführt worden. Dazu muss man woanders anfangen zu schauen. Unser Schul- und Bildungssystem führt bekanntlich dazu, dass die meisten Kinder bildungstechnisch in die Fußstapfen ihrere Eltern treten. Das heißt, Facharbeiterkind wird zu Facharbeiter und Akademiker wird zu Akademikerkind ...
Nur leider gibt es, durch die Arbeitgeber, zuviele Faktoren, die diese Personengruppen davon abhalten (mehr) Kinder zu bekommen. Keine Jobsicherheit mehr, unfelxibilität seitens des Arbeitgeber (diese wird immer nur vom Arbeitnehmer gefordert) ... Dazu kommen noch fehlende Betreuungsmöglichkeiten und schon wird der passende Nachwuchs nicht mehr geboren. Vielleicht sollte mal an diesen Dingen gearbeitet werden. Aber das kostet ja Geld, und vielleicht arbeitet ja die Fachkraft aus dem Ausland für weniger ...
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