Geldpolitik Japans Notenbank kämpft gegen Deflation
Der starke Yen und Deflation machen Japan zu schaffen. Die japanische Notenbank will weitere Milliarden zur Verfügung stellen, um die Wirtschaft zu stärken.
Die japanische Notenbank hat auf einer Dringlichkeitssitzung beschlossen, den Banken des Landes noch mehr Geld zu leihen. Das bestehende Programm werde von 20 Billionen Yen auf 30 Billionen Yen (275,5 Milliarden Euro) aufgestockt, teilte die Bank of Japan (BOJ) mit. Aggressivere Schritte behalte man sich für den Fall vor, dass es deutlichere Zeichen für eine wirtschaftliche Verlangsamung gebe. Den Leitzins ließen die Notenbanker wie erwartet bei rekordniedrigen 0,1 Prozent.
Der Yen legte nach der Ankündigung leicht zu, blieb jedoch im Tagesverlauf zum Dollar im Minus. Der Nikkei gab einen Teil seiner vorherigen Gewinne wieder ab. In einer ersten Reaktion sprach Andy Ji von der Royal Bank of Scotland in Singapur von einem halbherzigen Vorgehen der Notenbank. "Nichts hat sich grundsätzlich geändert", sagte er. Die BOJ widersetze sich weiter dem Druck der Regierung.
Das exportabhängige Japan leidet zunehmend unter dem starken Yen und der hartnäckigen Deflation mit fallenden Preisen. Eine Deflation drückt die Umsätze und Gewinne der Unternehmen, die dann Abstand von neuen Investitionen nehmen und Arbeitsplätze abbauen. Die Währung hatte zuletzt ein 15-Jahres-Hoch zum Dollar erreicht und belastete damit zunehmend die ausfuhrorientierte Wirtschaft Japans.
Die BOJ steht entsprechend unter wachsendem Druck der Regierung, ihre Geldpolitik zu lockern. Im Laufe des Tages sollte Shirakawa Medienberichten zufolge mit Ministerpräsident Naoto Kan zu Gesprächen zusammengekommen.
- Datum 30.08.2010 - 09:36 Uhr
- Quelle Reuters, dpa
- Kommentare 9
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Wieder einmal zeigt sich, dass nicht das Geld uns dient, sondern wir dem Geld.
Japans Wirtschaft könnte (und sollte) blühen, gehören sie doch was Innovationen angeht immer noch zur Weltspitze. Dazu sind japanische Unternehmen meist sehr gut geführt und die Identifikation der Mitarbeiter mit Ihrem Betrieb ist groß (=motivierte Arbeitskräfte).
Warum geht es also der Wirtschaft nicht gut? Wegen dem Wechselkurs des Yen zum Dollar, der Währung des höchstverschuldeten Landes der Welt.
Das ist Irrsinn und deshalb sollten wir uns schleunigst nach Alternativen umsehen.
Warum es Japan nicht gut geht liegt nicht an Amerika sondern an Japan. Ein drittel der arbeitenden Bevölkerung sind mittlerweile schlecht bezahlte und schlecht abgesicherte Teilzeitarbeiter. Jeder sechste Japaner zählt mittlerweile zu den "working poor", Menschen die weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommen von 350.000 Yen (rund 3.000 Euro) brutto im Monat verdienen und das in einem Land dessen Städte noch immer zu den teuersten der Welt gehören (Zum Vergleich, meine 67 qm Wohnung in Tokyo kostet 2.000 Euro Miete im Monat). Zudem gibt es kein Soziales Netz wie es Deutschland kennt. Wer hier arbeitslos wird steht schnell auf der Straße (die Wohnung gehört oftmals zur Firma).
Die Sparrate ist von beinahe 20 % in den 80er Jahren auf Null gefallen und soll in den kommenden Jahren ins negative abdriften. Der Frauenanteil der Erwerbstätigen liegt bei nur 5 % während die Bevölkerung rasant altert. Bereits in 2020 sollen für einen Pensionär nur mehr 1.7 Erwerbstätige aufkommen.
Und schlussendlich, um mit einem der größten Mythen aufzuräumen, die japanische Mitarbeiter sind eben nicht motiviert sondern nur lange im Büro. Die Ineffizienz der Unternehmen ist für den Ausländer der zum ersten Mal in einer japanischen Firma arbeitet verblüffend.
Economists lost for kind words as japans decline continues:
http://www.theaustralian....
Japan not greece is the real economic worry:
http://www.newsweek.com/2...
Japan public debt hits record high:
http://www.google.com/hos...
Mummies Tell Tale of Economy Missing in Action:
http://www.bloomberg.com/...
Japanese women struggle in recession: (http://www.atimes.com/ati...)
Japanese female employment dilemma:
http://blogs.reuters.com/...
Warum es Japan nicht gut geht liegt nicht an Amerika sondern an Japan. Ein drittel der arbeitenden Bevölkerung sind mittlerweile schlecht bezahlte und schlecht abgesicherte Teilzeitarbeiter. Jeder sechste Japaner zählt mittlerweile zu den "working poor", Menschen die weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommen von 350.000 Yen (rund 3.000 Euro) brutto im Monat verdienen und das in einem Land dessen Städte noch immer zu den teuersten der Welt gehören (Zum Vergleich, meine 67 qm Wohnung in Tokyo kostet 2.000 Euro Miete im Monat). Zudem gibt es kein Soziales Netz wie es Deutschland kennt. Wer hier arbeitslos wird steht schnell auf der Straße (die Wohnung gehört oftmals zur Firma).
Die Sparrate ist von beinahe 20 % in den 80er Jahren auf Null gefallen und soll in den kommenden Jahren ins negative abdriften. Der Frauenanteil der Erwerbstätigen liegt bei nur 5 % während die Bevölkerung rasant altert. Bereits in 2020 sollen für einen Pensionär nur mehr 1.7 Erwerbstätige aufkommen.
Und schlussendlich, um mit einem der größten Mythen aufzuräumen, die japanische Mitarbeiter sind eben nicht motiviert sondern nur lange im Büro. Die Ineffizienz der Unternehmen ist für den Ausländer der zum ersten Mal in einer japanischen Firma arbeitet verblüffend.
Economists lost for kind words as japans decline continues:
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Japanese women struggle in recession: (http://www.atimes.com/ati...)
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Warum es Japan nicht gut geht liegt nicht an Amerika sondern an Japan. Ein drittel der arbeitenden Bevölkerung sind mittlerweile schlecht bezahlte und schlecht abgesicherte Teilzeitarbeiter. Jeder sechste Japaner zählt mittlerweile zu den "working poor", Menschen die weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommen von 350.000 Yen (rund 3.000 Euro) brutto im Monat verdienen und das in einem Land dessen Städte noch immer zu den teuersten der Welt gehören (Zum Vergleich, meine 67 qm Wohnung in Tokyo kostet 2.000 Euro Miete im Monat). Zudem gibt es kein Soziales Netz wie es Deutschland kennt. Wer hier arbeitslos wird steht schnell auf der Straße (die Wohnung gehört oftmals zur Firma).
Die Sparrate ist von beinahe 20 % in den 80er Jahren auf Null gefallen und soll in den kommenden Jahren ins negative abdriften. Der Frauenanteil der Erwerbstätigen liegt bei nur 5 % während die Bevölkerung rasant altert. Bereits in 2020 sollen für einen Pensionär nur mehr 1.7 Erwerbstätige aufkommen.
Und schlussendlich, um mit einem der größten Mythen aufzuräumen, die japanische Mitarbeiter sind eben nicht motiviert sondern nur lange im Büro. Die Ineffizienz der Unternehmen ist für den Ausländer der zum ersten Mal in einer japanischen Firma arbeitet verblüffend.
Sicher sind Ihre Beobachtungen der Probleme der japanischen Gesellschaft real. Ich wollte auch nicht behaupten, dass der teure Yen Japans einziges Problem ist.
Aber sicher werden auch sie, mir nicht widersprechen wenn ich behaupte, dass es in Japan mehr wirtschaftliches Potential gibt als derzeit abgeschöpft werden kann. Und vielleicht stimmen Sie mir auch zu, wenn ich sage, dass etliche der von Ihnen genannten Probleme eben aus diesem ungenutzen Potential resultieren.
Vergleicht man die Situation Japans mit der Deutschlands findet man einige Gemeinsamkeiten: hohes know-how, auf Export orientierte Wirtschaft, sinkende Löhne, demoskopischer Wandel.
Der Unterschied, der zur Zeit zu Gunsten Deutschlands ausfällt ist, dass der Euro derzeit billig ist und somit die deutsche Wirtschaft auf dem Weltmarkt günstige Waren anbieten kann, (trotz eines umfangreichen Sozialsystems).
Der teure Yen ist also Japans dringlichstes Problem.
Der Yen widerum ist so teuer, weil die Geldmenge in Japan offenbar langsamer ansteigt als anderswo, weil offenbar weniger Kredite aufgenommen werden.
Der wahrscheinlichste Grund dafür scheint mir der sehr hohe Schuldenstand Japans zu sein (gemessen am BPI ist Japan das höchstverschuldete Land, gemessen am Gesamtbetrag die USA). Somit belastet die Staatsverschuldung das Land gleich doppelt, die Zinsen tilgen die Überschüsse und der Schuldenstand beeinflußt die Währung negativ.
Ergebnis von Zins und Zinseszins (gepaart mit fehlender politischer Vorsorge).
Sicher sind Ihre Beobachtungen der Probleme der japanischen Gesellschaft real. Ich wollte auch nicht behaupten, dass der teure Yen Japans einziges Problem ist.
Aber sicher werden auch sie, mir nicht widersprechen wenn ich behaupte, dass es in Japan mehr wirtschaftliches Potential gibt als derzeit abgeschöpft werden kann. Und vielleicht stimmen Sie mir auch zu, wenn ich sage, dass etliche der von Ihnen genannten Probleme eben aus diesem ungenutzen Potential resultieren.
Vergleicht man die Situation Japans mit der Deutschlands findet man einige Gemeinsamkeiten: hohes know-how, auf Export orientierte Wirtschaft, sinkende Löhne, demoskopischer Wandel.
Der Unterschied, der zur Zeit zu Gunsten Deutschlands ausfällt ist, dass der Euro derzeit billig ist und somit die deutsche Wirtschaft auf dem Weltmarkt günstige Waren anbieten kann, (trotz eines umfangreichen Sozialsystems).
Der teure Yen ist also Japans dringlichstes Problem.
Der Yen widerum ist so teuer, weil die Geldmenge in Japan offenbar langsamer ansteigt als anderswo, weil offenbar weniger Kredite aufgenommen werden.
Der wahrscheinlichste Grund dafür scheint mir der sehr hohe Schuldenstand Japans zu sein (gemessen am BPI ist Japan das höchstverschuldete Land, gemessen am Gesamtbetrag die USA). Somit belastet die Staatsverschuldung das Land gleich doppelt, die Zinsen tilgen die Überschüsse und der Schuldenstand beeinflußt die Währung negativ.
Ergebnis von Zins und Zinseszins (gepaart mit fehlender politischer Vorsorge).
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Japanese female employment dilemma:
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wie sauer Bier, doch niemand will es haben. Denn es ist sauer Bier und kann nur weniger Wert werden.
@kyoken
Super Kommentar. Sollte empfohlen werden! :D
"Sie bieten ihr Geld an wie sauer Bier, doch niemand will es haben."
Und deswegen steigt es auch im Wert, bis es einen gibt, ders haben will.
Wie Otto schon sagte: "Nicht zwei, nicht vier. nein sechs Mark!"
Sicher sind Ihre Beobachtungen der Probleme der japanischen Gesellschaft real. Ich wollte auch nicht behaupten, dass der teure Yen Japans einziges Problem ist.
Aber sicher werden auch sie, mir nicht widersprechen wenn ich behaupte, dass es in Japan mehr wirtschaftliches Potential gibt als derzeit abgeschöpft werden kann. Und vielleicht stimmen Sie mir auch zu, wenn ich sage, dass etliche der von Ihnen genannten Probleme eben aus diesem ungenutzen Potential resultieren.
Vergleicht man die Situation Japans mit der Deutschlands findet man einige Gemeinsamkeiten: hohes know-how, auf Export orientierte Wirtschaft, sinkende Löhne, demoskopischer Wandel.
Der Unterschied, der zur Zeit zu Gunsten Deutschlands ausfällt ist, dass der Euro derzeit billig ist und somit die deutsche Wirtschaft auf dem Weltmarkt günstige Waren anbieten kann, (trotz eines umfangreichen Sozialsystems).
Der teure Yen ist also Japans dringlichstes Problem.
Der Yen widerum ist so teuer, weil die Geldmenge in Japan offenbar langsamer ansteigt als anderswo, weil offenbar weniger Kredite aufgenommen werden.
Der wahrscheinlichste Grund dafür scheint mir der sehr hohe Schuldenstand Japans zu sein (gemessen am BPI ist Japan das höchstverschuldete Land, gemessen am Gesamtbetrag die USA). Somit belastet die Staatsverschuldung das Land gleich doppelt, die Zinsen tilgen die Überschüsse und der Schuldenstand beeinflußt die Währung negativ.
Ergebnis von Zins und Zinseszins (gepaart mit fehlender politischer Vorsorge).
Wenn die Japaner eine Deflation und dazu ein Schuldenberg haben, wieso drucken die nicht einfach Geld mit dem der Staat seine Schulden tilgt. Das Anwerfen der Geldpress-Maschinen würde doch einfach den Yen entwerten, bzw. Inflationere Wirkung entfalten und so das Deflationsproblem lösen, zugleich Geld in den Umlauf bringen was den Wachstum zugleich fördern würde.
Was ist falsch an meiner Formel, kann mir das jemand erklären?
Inflation und Deflation kann nicht direkt vom Staat gelenkt werden. Das einzige, was die Zentralbank machen kann ist die Leitzinsen senken (und diese sind bereits auf Tiefststand) um damit die Kreditaufnahme der Banken zu fördern.
Nur haben Banke nur ein Interesse daran Zentralbankgeld aufzunehmen, wenn es bei Ihnen widerum eine Nachfrage nach Krediten (von Unternehmen oder Privatpersonen) gibt. Dies scheint aber nicht im ausreichenden Maße der Fall zu sein. So kann also kein neues Geld entstehen (bzw nicht genug).
Weiterführende Informationen finden zB auch hier:
http://www.bundesbank.de/...
Inflation und Deflation kann nicht direkt vom Staat gelenkt werden. Das einzige, was die Zentralbank machen kann ist die Leitzinsen senken (und diese sind bereits auf Tiefststand) um damit die Kreditaufnahme der Banken zu fördern.
Nur haben Banke nur ein Interesse daran Zentralbankgeld aufzunehmen, wenn es bei Ihnen widerum eine Nachfrage nach Krediten (von Unternehmen oder Privatpersonen) gibt. Dies scheint aber nicht im ausreichenden Maße der Fall zu sein. So kann also kein neues Geld entstehen (bzw nicht genug).
Weiterführende Informationen finden zB auch hier:
http://www.bundesbank.de/...
Inflation und Deflation kann nicht direkt vom Staat gelenkt werden. Das einzige, was die Zentralbank machen kann ist die Leitzinsen senken (und diese sind bereits auf Tiefststand) um damit die Kreditaufnahme der Banken zu fördern.
Nur haben Banke nur ein Interesse daran Zentralbankgeld aufzunehmen, wenn es bei Ihnen widerum eine Nachfrage nach Krediten (von Unternehmen oder Privatpersonen) gibt. Dies scheint aber nicht im ausreichenden Maße der Fall zu sein. So kann also kein neues Geld entstehen (bzw nicht genug).
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