Wir haben Glück im Unglück
Dabei haben wir derzeit auf paradoxe Weise noch Glück: Die globale Wirtschaftskrise hat 2009 die Nachfrage nach Nahrungsmitteln gedämpft, gleichzeitig war es - auch dank des günstigen Wetters - ein Rekorderntejahr. Die Getreidespeicher, 2008 so leer wie seit Jahrzehnten nicht, sind wieder halbwegs gefüllt. Dies trägt dazu bei, dass Unruhen in den Hungerregionen derzeit noch ausbleiben. Es lässt 2008 aber auch wie ein Ausnahmejahr erscheinen – zu Unrecht.
Seit dem Jahr 2000 überstieg die weltweite Nachfrage nach Getreide fast jedes Jahr das Angebot. Das verdeutlicht das eigentliche Problem, das hinter den aktuellen Katastrophen wie den Waldbränden und der Jahrhundertdürre in Russland steht: Die Ära der Nahrungsmittelüberschüsse ist vorbei.
Bevölkerungswachstum, wachsender Fleischkonsum und Biospritproduktion haben eine völlig neue Epoche eingeleitet. Bis 2030 muss die Menschheit die Produktion von Nahrungsmitteln um 50 Prozent erhöhen, damit alle Menschen satt werden. Hunger ist künftig nicht nur eine Frage der gerechteren Verteilung. Wenn wir nicht umsteuern, wird es immer öfter gar nicht mehr genug zum Verteilen geben.
Dabei haben uns Wirtschaftskrise und Rekordernten eine unerwartete Atempause verschafft, um das Problem an der Wurzel zu packen: Wir brauchen eine Wende in der Agrarpolitik. Es muss mehr investiert werden, wir müssen die Handelsbedingungen fairer gestalten und die Hungernden durch Landreformen fördern. Denn höhere Agrarpreise eröffnen für die Produzenten in den Entwicklungsländern neue Möglichkeiten.
Doch diese historische Chance wird auf tragische Weise verspielt: Noch vor 20 Jahren floss fast ein Fünftel der Entwicklungshilfe in den ländlichen Raum – heute sind es keine fünf Prozent mehr. Die Staaten Afrikas haben versprochen, zehn Prozent ihrer öffentlichen Mittel in die Landwirtschaft zu investieren. Real sind es um die vier Prozent. Das UN World Food Programme hat den Auftrag erhalten, 2010 rund 115 Millionen der am schlimmsten Hunger leidenden Menschen weltweit zu unterstützen. Bislang sind aber nur rund ein Drittel der dafür benötigten Gelder geflossen.
Wir müssen alle dringend verstehen, dass die Welternährungskrise nie beendet war. Sie ist seit 2008 eine Dauerkrise und die humanitäre Herausforderung für die nächsten Jahrzehnte. Nur wer das begreift, kann den Hunger besiegen.
- Datum 16.08.2010 - 13:21 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Wegen (!) des gewachsenen Fleischkonsums muss die Produktion von Nahrungsmitteln weltweit um 50% erhoeht werden? Wie waere es denn, stattdessen nur den Fleischmarkt besser zu regulieren? Wenn man hier keine transnationalen Einigungen findet, kann man durchaus auch mit nationalen Loesungen voranpreschen. Man koennte z.B. einfache pflanzliche Nahrungsmittel steuerfrei verkaufen und prozessierte Produkte sowie Fleisch dafuer doppelt so hoch besteuern. So muss niemand hungern, und eine Ernaehrung, die sparsam mit Ressourcen umgeht, lohnt sich auch finanziell.
Die Argumentation ist vollkommen richtig. Dann kann man auch vom "steuern" sprechen. Vom steuern in eine gewünschte Richtung.
Aber: "so muß niemand hungern" ist ein Wunschbild, das nie eintreten wird! Die Bezeichnung "2/3 Gesellschaft" ist lange Realität geworden und bei weltweiter Betrachtung könnte eher von der 3/4 oder 90/10 Menschheit die Rede sein.
Die Argumentation ist vollkommen richtig. Dann kann man auch vom "steuern" sprechen. Vom steuern in eine gewünschte Richtung.
Aber: "so muß niemand hungern" ist ein Wunschbild, das nie eintreten wird! Die Bezeichnung "2/3 Gesellschaft" ist lange Realität geworden und bei weltweiter Betrachtung könnte eher von der 3/4 oder 90/10 Menschheit die Rede sein.
Vor kurzem hörte ich eine Aussage, ich glaube es war die des Welternährungspräsidenten, nach der man derzeit für 12 Milliarden Menschen auf der Erde Nahrungsmittel produziert. Warum bei diesem Volumen immer noch Menschen auf dem Planeten verhungern, kann somit nicht am Mangel an Nahrungsmitteln liegen.
Ich glaube es interessiert die Industrienationen nicht wirklich, dass in den Drittländern Menschen täglich verhungern. Ansonsten wäre dieses Problem aufgrund der Produktionsmenge schon längst gelöst.
Vermeiden Sie zynische Kommentare. Die Redaktion / mh
Vermeiden Sie zynische Kommentare. Die Redaktion / mh
Im Kommentar Nr. 2 wird auf der Verteilung der produzierten Lebensmittel rumgehackt, ohne zu bedenken, dass die Produktionen ebenfalls schlecht Verteilt sind.
Sollen nun also Nahrungsmittel gerecht verteilt werden entstehen potenziell gefährliche Abhängigkeiten der ohne hin schon "drittklassigen" ärmeren Ländern von den Produzierenden Staaten.
Lösung des Problems: Produktionen in hungernde Regionen verlegen
Problem der Lösung: Schlechtes oder zu wenig Ackerland und klimatische Extrema lassen die meisten Ernten kümmerlich ausfallen.
Lösung des Problems der Lösung:
Die Genforschung. Während Monsanto und andere zwielichtige Unternehmen Forschen wie sie wollen werden staatlich Unterstützte Forschungen blockiert, sabotiert oder gleich im Vorfeld für Teufelswerk erklährt.
Solange die Genforschung von der Moral und dem Gewissen begrenzt, jedoch mit aller Macht vorrangetrieben würde, könnte man sich Hoffnungnen auf resistentere, ertragsreichere, angepasstere Pflangensorten machen, die nebenbei auch noch die unabhängigkeit der produzierenden Regionen ermöglichen könnten
Grüne Gentechnik ist kein Wundermittel gegen den Hunger. Aber sie ist dennoch ein nützliches Instrument, dass man nicht aus ideologischen Gründen verbieten darf.
Das gilt für den Privatsektor ebenso wie für die öffentliche Forschung. Die gv-Pflanzen der großen Saatguthersteller haben positive Auswirkungen (Ertrag, Einkommen, Umwelt), insbesondere in Entwicklungsländern, ungeachtet der umstrittenen Geschäftspraktiken. Die öffentliche Forschung investiert hier zu wenig, was auch an einer politischen Öffentlichkeit liegt, die teilweise ideologisch verblendet ist und die sich anbahnenden Probleme nicht sehen will.
Die Problematik ist doch eine ganz andere und zwar ganz egoistisch, zynischer Natur.
Solange hungernde Menschen keine Konsumenten sind (und/oder die Region keine interessanten Schätze hat), sind sie wirtschaftlich überflüssig, uninteressant - sozusagen egal. Entwicklungshilfe bewirkt oft das Gegenteil, was die, die es ändern könnten, nicht die Bohne interessiert.
Es gibt eine einflußreiche und verdammt reiche Gruppe, die über kurz oder lang die Bevölkerung auf unter 1 Milliarde begrenzen wollen und dazu auch die Eugenik bemühen, um die sich z.B. die Rockefeller-Stiftung seit Gründung kümmert.
Das neuere Stiftungs-Steckenpferd (auch mit Melinda & Bill Gates-Stiftung) ist die Verbeitung genmanipulierten Saatgutes, auch über die CGIAR zuerst überwiegend in Entwicklungsländern (wohl auch um Abhängigkeiten zu erzeugen) - wobei verschiedene US-Regierungsorganisationen wie USAID benutzt werden und gar das US-Landwirtschaftsministerium kritilwürdige Patente hält.
Hoffnungsträger Gen-Aubergine
Kann es in einer Welt mit “Gen-Food” Frieden geben?
(auch weiterführende Links).
Schaut man sich die Besitzverhältnisse z.B. der Gentechnikbranche genau an, stößt man in der Tiefe auf das Duett Rothschild und Rockefeller, die auch CFR, Trilaterale Kommission und Bilderberger dominieren.
Grüne Gentechnik ist kein Wundermittel gegen den Hunger. Aber sie ist dennoch ein nützliches Instrument, dass man nicht aus ideologischen Gründen verbieten darf.
Das gilt für den Privatsektor ebenso wie für die öffentliche Forschung. Die gv-Pflanzen der großen Saatguthersteller haben positive Auswirkungen (Ertrag, Einkommen, Umwelt), insbesondere in Entwicklungsländern, ungeachtet der umstrittenen Geschäftspraktiken. Die öffentliche Forschung investiert hier zu wenig, was auch an einer politischen Öffentlichkeit liegt, die teilweise ideologisch verblendet ist und die sich anbahnenden Probleme nicht sehen will.
Die Problematik ist doch eine ganz andere und zwar ganz egoistisch, zynischer Natur.
Solange hungernde Menschen keine Konsumenten sind (und/oder die Region keine interessanten Schätze hat), sind sie wirtschaftlich überflüssig, uninteressant - sozusagen egal. Entwicklungshilfe bewirkt oft das Gegenteil, was die, die es ändern könnten, nicht die Bohne interessiert.
Es gibt eine einflußreiche und verdammt reiche Gruppe, die über kurz oder lang die Bevölkerung auf unter 1 Milliarde begrenzen wollen und dazu auch die Eugenik bemühen, um die sich z.B. die Rockefeller-Stiftung seit Gründung kümmert.
Das neuere Stiftungs-Steckenpferd (auch mit Melinda & Bill Gates-Stiftung) ist die Verbeitung genmanipulierten Saatgutes, auch über die CGIAR zuerst überwiegend in Entwicklungsländern (wohl auch um Abhängigkeiten zu erzeugen) - wobei verschiedene US-Regierungsorganisationen wie USAID benutzt werden und gar das US-Landwirtschaftsministerium kritilwürdige Patente hält.
Hoffnungsträger Gen-Aubergine
Kann es in einer Welt mit “Gen-Food” Frieden geben?
(auch weiterführende Links).
Schaut man sich die Besitzverhältnisse z.B. der Gentechnikbranche genau an, stößt man in der Tiefe auf das Duett Rothschild und Rockefeller, die auch CFR, Trilaterale Kommission und Bilderberger dominieren.
"Der Preis für Weizen ist in Europa allein im Juni um 50 Prozent gestiegen, an der wichtigen Börse in Chicago sogar so stark wie noch nie in den vergangenen 60 Jahren."
Wahr ist: Der Weizenpreis bewegt sich seit 100 Jahren in einem bestimmten Intervall. Preisschwankungen drücken vor allem Schwankungen in den Ernten aus. Weizen ist kein Markt, wo es Blasen gibt - schon wegen der begrenzten Lagerbarkeit und der niedrigen Wertdichte.
Schauen Sie sich die Charts von Weizen an, wir sind weit unter den Ständen von 2008. In den nächsten Jahren werden mehr Bauern Weizen anbauen, weil man damit zur Zeit viel Geld verdient wird.
Der Ausgleich der nicht trendbedingten Schwankungen des Angebots wurde schon immer darüber erreicht, dass man in ärmeren Regionen je nach Preis mehr Reis, mehr Brot oder andere Grundnahrungsmittel konsumiert.
Die trendbedingten Nachfrageveränderungen werden über bessere Anbautechnologie, resistentere Sorten und Flächennutzung ausgeglichen.
Die Marktskepsis ist nach der Finanzkrise verständlich, intellektuell ist sie aber nicht.
... ist das alles nur Panikmache.
Diese Berichte stören die Hedgefonds und Spekulanten bei ihrer systemimmanenten Arbeit!
Schweinzyklus und der wurde erstmals 1927 dargestellt.
Die Frage ist doch, wer verdient womit wieviel. Wenn ich z.B. Milchpulver aus Südamerika nach Europa (Rotterdam) einführe und das erste Mal Subventionen kassiere, dieses dann zu Verpackungszwecken in eine der spanischen Enklaven in Afrika (ausserhalb EU Raum) wieder ausführe und dafür noch mal Subs kassieren und dann bei der erneuten Einfuhr nochmals Geld bekommen und dieses hochsubventionierte Endprodukt dann billig auf den afrikanischen Markt werfe (http://www.tagesschau.de/...), dann ist doch klar, dass das auf lange Sicht nichts werden kann. Die meisten Bürger der agrarisch geprägten Länder verlieren damit ihren Lebensunterhalt, da sie mit solch subventionierten Produkten nicht mithalten können und sind auf Dauer von der "Großzügigkeit" des Westens abhängig.
... ist das alles nur Panikmache.
Diese Berichte stören die Hedgefonds und Spekulanten bei ihrer systemimmanenten Arbeit!
Schweinzyklus und der wurde erstmals 1927 dargestellt.
Die Frage ist doch, wer verdient womit wieviel. Wenn ich z.B. Milchpulver aus Südamerika nach Europa (Rotterdam) einführe und das erste Mal Subventionen kassiere, dieses dann zu Verpackungszwecken in eine der spanischen Enklaven in Afrika (ausserhalb EU Raum) wieder ausführe und dafür noch mal Subs kassieren und dann bei der erneuten Einfuhr nochmals Geld bekommen und dieses hochsubventionierte Endprodukt dann billig auf den afrikanischen Markt werfe (http://www.tagesschau.de/...), dann ist doch klar, dass das auf lange Sicht nichts werden kann. Die meisten Bürger der agrarisch geprägten Länder verlieren damit ihren Lebensunterhalt, da sie mit solch subventionierten Produkten nicht mithalten können und sind auf Dauer von der "Großzügigkeit" des Westens abhängig.
die "Reiskrise" (nicht Mangel) vor ein paar Jahren nicth von den "Industrieländern" verursacht wurde sondern von Malaysia und denPhilipienen deren Reis Kauf- und Verkauf staatlich reguliert ist.
Diese Ländere hatten trotz sehr guter Ernten nicht verkauft sondern noch zu höchstpreisen Reis angekauft und damit die Preise in die Höhe getrieben.
Vermutlich geschah das ganze weil einige Beamte mit familiären Verbindungen zur Staatsführung ihre Prämien in die Höhe treiben wollten.
Für den "Weizenmangel" jetzt trifft vermutlich etwas ähnliches zu und nicht die Maßloßsigkeit der Industrieländer.
Ein weiterer Punkt der in der Doku deutlich wurde war die totale Unfähigkeit/Gleichgültigkeit/Unwille der verantwortlichen Minister/Beamten in den Afrikanischen Staaten ihre Landwirtschaft weiter zu entwickeln d.h. teilweise infachste Maschinen zu veredelung des selbstproduzierten Reises an zu schaffen oder die Produktion aus zu weiten (durch garantierten staatlichen ankauf z.B. wie auf den Philipienen).
Die Afrikanischen Länder könnten nähmlich mehr als genug Reis etc. selbst herstellen.
Exportverbote sind natürlich schädlich. Aber ebenso wie Spekulantentum passieren sie nur, weil ein Gut knapp ist. Wenn es Nahrungsmittel wirklich im Überfluss gäbe, würden Exportstopps ohne Effekt und Spekulationen nicht möglich sein.
Die Produktion muss erhöht werden, und die Einkommen der Hungernden müssen wachsen.
Exportverbote sind natürlich schädlich. Aber ebenso wie Spekulantentum passieren sie nur, weil ein Gut knapp ist. Wenn es Nahrungsmittel wirklich im Überfluss gäbe, würden Exportstopps ohne Effekt und Spekulationen nicht möglich sein.
Die Produktion muss erhöht werden, und die Einkommen der Hungernden müssen wachsen.
Herr Südhoff hat Recht. Seit Jahren wachsen die Erträge jedes Jahr langsamer. Es wird zuwenig in landwirtschaftliche Produktitvitätssteigerungen investiert. Der Privatsektor kann die öffentliche Agrarforschung ergänzen, aber nicht ersetzen.
http://www.arte.tv/de/Die...
Die Argumentation ist vollkommen richtig. Dann kann man auch vom "steuern" sprechen. Vom steuern in eine gewünschte Richtung.
Aber: "so muß niemand hungern" ist ein Wunschbild, das nie eintreten wird! Die Bezeichnung "2/3 Gesellschaft" ist lange Realität geworden und bei weltweiter Betrachtung könnte eher von der 3/4 oder 90/10 Menschheit die Rede sein.
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