Meeres-Energie Eine Seeschlange, die Energie erzeugt
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Noch weit von der Serienproduktion entfernt

Schließlich verspricht die Meeresenergie ein lukratives Geschäftsfeld zu werden. "Die Leistung variiert bei Wellen-, Strömungs- und Gezeitenkraftwerken weitaus weniger als bei Windanlagen", sagt Jochen Bard, Meeresenergieanlagen-Spezialist am Fraunhofer Institut IWES." Gerade Strömungen sind gut prognostizierbar – und damit auch die erzeugten Strommengen. Zudem hat Wasser eine 800 Mal höhere Energiedichte als Wind. So erzeugt der Motor einer Meeresströmungsturbine bei gleicher Größe etwa die fünffache Strommenge wie eine Windkraftanlage.

Auch die geschätzten Energiepotenziale stimmen. Siemens geht etwa allein im Bereich Gezeitenkraftwerke weltweit von jährlich 500 Terawattstunden aus. Das entspricht etwa dem Energiebedarf Deutschlands in einem Jahr. "In einigen Jahren können Meeresströmungsanlagen auf ähnliche Investitionskosten je Megawatt und ähnliche Erzeugungsleistungen kommen wie Offshore-Windanlagen heute", ist sich Bard sicher.

Doch noch stehen den aussichtsreichen Prognosen handfeste, technische Schwierigkeiten entgegen. Egal, ob Wellenbojen, Gezeiten- oder Osmose-Kraftwerke: Kaum eine Anlage hat bislang mehr als einen Prototyp. Das Seeschlangen-Projekt, eine der technisch fortgeschrittensten Anlagen, gibt es etwa seit mehr als sechs Jahren. Eine im vergangenen Jahr vor Portugal installierte Pelamis, die den Startschuss für eine großen Wellenenergie-Farm geben sollte, musste wieder eingeholt werden – zu groß waren technische Probleme bei der Verankerung und mit den Schwimmkörpern.

Die Meereskraftwerke haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie Offshore-Windanlagen: Da sind nicht nur die hohen Investitionskosten, insbesondere auch die Verkabelung, um den Strom an Land zu transportieren. Vor allem zerren ungeheure Kräfte an den Anlagen, sogenannte Monsterwellen könnten sie sogar aus der Verankerung reißen. Das Salzwasser setzt den schwimmenden Kraftwerken ebenso zu wie Muschelbewuchs und Algen. Schmieröle und Fette können das Meer verunreinigen. Und natürlich nehmen auch die Küstenbewohner die neue technische Entwicklung nicht ohne Murren hin. Im US-Bundesstaat Oregon an der Pazifikküste formiert sich etwa Widerstand gegen die erste kommerzielle Wellenenergie-Farm in den USA . Hier sind es die Krabbenfischer, die um ihre Fischgründe fürchten.

"Es dauert vom Konzept bis zur Kommerzialisierung einer Meeresenergieanlage etwa zehn bis 15 Jahre dauern", ist sich IWES-Fachmann Bard sicher. Vor den Orkney-Inseln seien bis 2015 erste kommerzielle Projekte in einem Umfang von bis zu 1000 Megawatt geplant. Bis dahin müssen die Meeresspezialisten in der Öko-Sparte von E.on aber erst einmal noch ein müdes Lächeln ihrer Windkraft-Kollegen ertragen. Diese bauen schon heute Windparks mit einer Leistung von 700 Megawatt – das entspricht einem mittleren Kohlekraftwerk. Die Seeschlange, eines der eher fortgeschrittenen Projekte im Bereich Meeresenergie, kommt dagegen auf gerade einmal 750 Kilowatt, einem Tausendstel der Leistung.

 
Leser-Kommentare
  1. ...dass die Energiekonzerne nicht geahnt haben, welche massive Subventionierung die rot-grüne Regierung auf den Weg bringen würde.

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    Das muß ein Irrtum sein. Im Gegensatz zu Atom u. Kohle gibt es für EE so gut wie keine Subventionen sondern nur Förderung.
    Windstrom wird schon heute in Dtl zu 4 ct/kwh an guten Standorten erzeugt (inkl. Abschreibung!).
    2009 hatte die Windindustrie eine Exportquote von 75%.
    Im Gegensatz dazu muß unsere Atomindustrie schon über Rußland nach Iran exportieren, oder Mrd Euro zuschiessen (siehe Olkiluoto) wenn da überhaupt etwas gehn soll...

    die gegen den Strom geschwommen sind und ungefähr ab 1975 auf ökologisch sinnvolle Technik gesetzt haben. Die beschäftigen heute mehr Menschen als die Kernkraftwerksbetreiber und exportieren auch noch fleißig.

    Übrigens! Der Bau der Kernkraftwerke wurde in den 60er Jahren vom Staat mit ca. 80% subventioniert, schon weil RWE und seine Mitbewerber erst keine Kernkraftwerke wollten. Vergessen Sie auch nicht, dass auch die Lagerung und insbesondere die Endlagerung des Atommülls vom Staat bezahlt, also subventioniert, wird.

    Das muß ein Irrtum sein. Im Gegensatz zu Atom u. Kohle gibt es für EE so gut wie keine Subventionen sondern nur Förderung.
    Windstrom wird schon heute in Dtl zu 4 ct/kwh an guten Standorten erzeugt (inkl. Abschreibung!).
    2009 hatte die Windindustrie eine Exportquote von 75%.
    Im Gegensatz dazu muß unsere Atomindustrie schon über Rußland nach Iran exportieren, oder Mrd Euro zuschiessen (siehe Olkiluoto) wenn da überhaupt etwas gehn soll...

    die gegen den Strom geschwommen sind und ungefähr ab 1975 auf ökologisch sinnvolle Technik gesetzt haben. Die beschäftigen heute mehr Menschen als die Kernkraftwerksbetreiber und exportieren auch noch fleißig.

    Übrigens! Der Bau der Kernkraftwerke wurde in den 60er Jahren vom Staat mit ca. 80% subventioniert, schon weil RWE und seine Mitbewerber erst keine Kernkraftwerke wollten. Vergessen Sie auch nicht, dass auch die Lagerung und insbesondere die Endlagerung des Atommülls vom Staat bezahlt, also subventioniert, wird.

    • smojoe
    • 10.08.2010 um 14:09 Uhr

    drehen sich Windturbinen?
    Meine Vermutung wäre das es sich hierbei um Turbinen oder Wasserturbinen handelt.

  2. Redaktion

    Hallo "smoje"
    da haben Sie natürlich Recht, die Windturbinen drehen sich über Wasser und unter Wasser sind es Turbinen. Der Begriff ist allerdings hier sehr anschaulich, daher hatte ich ihn verwendet.
    Beste Grüße
    M.Uken

  3. gibt es schon seit über 30 jahren in fr und gb, was ist also neu ?

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    Redaktion

    Hallo Her Breuell
    das französische Gezeitenkraftwerk La Rance ist ein fest installierter Damm. Die Gezeitenkraftwerke, mit denen sich der Text beschäftigt, sind kleiner und mobiler: Hier werden keine Staudämme errichtet, sondern eben Unterwasser-Turbinen oder Bojen installiert. Die großen Staudamm-Gezeitenkraftwerke sind heute aus Naturschutzbedenken kaum noch zu realisieren.
    Besten Gruß
    M. Uken

    Redaktion

    Hallo Her Breuell
    das französische Gezeitenkraftwerk La Rance ist ein fest installierter Damm. Die Gezeitenkraftwerke, mit denen sich der Text beschäftigt, sind kleiner und mobiler: Hier werden keine Staudämme errichtet, sondern eben Unterwasser-Turbinen oder Bojen installiert. Die großen Staudamm-Gezeitenkraftwerke sind heute aus Naturschutzbedenken kaum noch zu realisieren.
    Besten Gruß
    M. Uken

  4. Das muß ein Irrtum sein. Im Gegensatz zu Atom u. Kohle gibt es für EE so gut wie keine Subventionen sondern nur Förderung.
    Windstrom wird schon heute in Dtl zu 4 ct/kwh an guten Standorten erzeugt (inkl. Abschreibung!).
    2009 hatte die Windindustrie eine Exportquote von 75%.
    Im Gegensatz dazu muß unsere Atomindustrie schon über Rußland nach Iran exportieren, oder Mrd Euro zuschiessen (siehe Olkiluoto) wenn da überhaupt etwas gehn soll...

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    Tatsache ist, dass die Windkraft von der Bundesrepublik seit 1991 massiv gefördert wird, was mit dem EEG zur rot-grünen Regierungszeit stabilisiert und ausgebaut wurde. Ob man von Förderung, Subvention, CO2-Strafsteuer, Einspeiseverpflichtung usw. spricht variiert je nach Land - die ökonomische Wirkung ist aber jeweils ähnlich. Die meisten Energiekonzerne haben sowohl den politischen Willen (Klimaschutzbewegung) als auch die Kostensenkungen im Bereich der Turbinenfertigung unterschätzt. Ausnahme bildet in Europa iberdrola renovables, die sehr früh den Trend zum Wind erkannt haben.

    Windkraft benötigt immer Backupkapazität von Kern- oder Kohlekraftwerken. Die regenerativen Energie sind mit wenigen Ausnahmen leider nicht geeignet um Baseloadenergie herzustellen. Das dürfte sich herumgesprochen haben.

    Ich bin ein Öko der ersten Stunde, aber ich habe nichts gegen Energiekonzerne und auch nicht gegen Kernkraft. Ich habe übrigens auch nichts gegen Förderung. Es gibt demokratische Mehrheiten dafür, warum sollte man dann so tun als wenn die Regenerativen ohne Förderung auskommen.
    Gerade die deutschen Energiekonzerne haben aus dem Fehler gelernt und haben eine erhebliche Anzahl an Wind-Projekten in der Pipeline. Das darf man durchaus auch loben.

    Tatsache ist, dass die Windkraft von der Bundesrepublik seit 1991 massiv gefördert wird, was mit dem EEG zur rot-grünen Regierungszeit stabilisiert und ausgebaut wurde. Ob man von Förderung, Subvention, CO2-Strafsteuer, Einspeiseverpflichtung usw. spricht variiert je nach Land - die ökonomische Wirkung ist aber jeweils ähnlich. Die meisten Energiekonzerne haben sowohl den politischen Willen (Klimaschutzbewegung) als auch die Kostensenkungen im Bereich der Turbinenfertigung unterschätzt. Ausnahme bildet in Europa iberdrola renovables, die sehr früh den Trend zum Wind erkannt haben.

    Windkraft benötigt immer Backupkapazität von Kern- oder Kohlekraftwerken. Die regenerativen Energie sind mit wenigen Ausnahmen leider nicht geeignet um Baseloadenergie herzustellen. Das dürfte sich herumgesprochen haben.

    Ich bin ein Öko der ersten Stunde, aber ich habe nichts gegen Energiekonzerne und auch nicht gegen Kernkraft. Ich habe übrigens auch nichts gegen Förderung. Es gibt demokratische Mehrheiten dafür, warum sollte man dann so tun als wenn die Regenerativen ohne Förderung auskommen.
    Gerade die deutschen Energiekonzerne haben aus dem Fehler gelernt und haben eine erhebliche Anzahl an Wind-Projekten in der Pipeline. Das darf man durchaus auch loben.

  5. die gegen den Strom geschwommen sind und ungefähr ab 1975 auf ökologisch sinnvolle Technik gesetzt haben. Die beschäftigen heute mehr Menschen als die Kernkraftwerksbetreiber und exportieren auch noch fleißig.

    Übrigens! Der Bau der Kernkraftwerke wurde in den 60er Jahren vom Staat mit ca. 80% subventioniert, schon weil RWE und seine Mitbewerber erst keine Kernkraftwerke wollten. Vergessen Sie auch nicht, dass auch die Lagerung und insbesondere die Endlagerung des Atommülls vom Staat bezahlt, also subventioniert, wird.

  6. Gezeitenkraftwerke, wie am Rance in Fr, laufen seit Jahrzehnten. Seit Jahrhunderten wird mech Energie durch
    Gezeitenmuehlen erzeugt, so am Tejo in Portugal.
    Wellenenergie ist neu, aber seit einiger Zeit laeuft eine
    Anlage auf den Azoren zufriedenstellend. Es gibt eine Reihe
    unterschiedlicher Konzepte, aber ohne private oder staatl
    Foerderung wird es noch recht lange dauern, bis die Prototypen erzeugt und optimiert werden koennen. Vielleicht
    koennte man vom Verteidigungsbudget etwas abzweigen?

  7. Redaktion

    Hallo Her Breuell
    das französische Gezeitenkraftwerk La Rance ist ein fest installierter Damm. Die Gezeitenkraftwerke, mit denen sich der Text beschäftigt, sind kleiner und mobiler: Hier werden keine Staudämme errichtet, sondern eben Unterwasser-Turbinen oder Bojen installiert. Die großen Staudamm-Gezeitenkraftwerke sind heute aus Naturschutzbedenken kaum noch zu realisieren.
    Besten Gruß
    M. Uken

    Antwort auf "gezeitenkraftwerke"

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