SpekulationBeim Rohstoff-Roulette gewinnt immer die Bank

Russland stoppt den Weizenexport. Banken und Fonds nutzen den Handel mit Nahrungsrohstoffen als Spielfeld für Spekulationen. Die Verlierer sind die Ärmsten der Welt.

Es sind Szenen wie aus einem Krieg: Tausende Soldaten aus ganz Russland treten am Moskauer Großflughafen Domodedowo an. Alle paar Minuten landen Löschflugzeuge zum Betanken, beißender Brandgeruch mischt sich mit dem Gestank von Kerosin.

Katastrophenalarm in Moskau: Mehr als 200.000 Einsatzkräfte kämpfen gegen die verheerenden Waldbrände im Land. Doch die Flammen sind einfach nicht in den Griff zu bekommen. Aktuell stehen mehr als 200.000 Hektar in Flammen - eine Fläche, auf der Russland in normalen Jahren rund 40 Mio. Tonnen Weizen ernten könnte. Voriges Jahr hat das Land als einer der größten Getreidehersteller der Welt 97 Mio. Tonnen produziert und rund ein Viertel davon exportiert. Jetzt hat Regierungschef Wladimir Putin ein Export-Verbot für Getreide verhängt. Russland wird dieses Jahr gar kein einziges Korn ausführen, die Versorgung der eigenen Bevölkerung geht vor.

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Putin ruft den Notstand aus, und Spekulanten reiben sich die Hände. Die Profiteure der Katastrophe sind diejenigen, die auf dem Weltmarkt auf steigende Getreidepreise gesetzt haben. Seit Anfang Juli sind die Notierungen um 50 Prozent in die Höhe geschnellt. Ein Bushel, die Maßeinheit für Weizen, kostete zuletzt knapp neun Dollar. Tendenz steigend. "Es zeichnet sich ein Anstieg auf zehn Dollar ab", sagt Peter McGuire, Rohstoffexperte bei CWA Global Markets.

Aber nicht nur der Weizenpreis ist explodiert, auch andere Agrarrohstoffe haben sich in kurzer Zeit massiv verteuert. Kakao beispielsweise. Mittlerweile werden an der Londoner Rohstoffbörse gut 2200 britische Pfund je Tonne bezahlt. Vor fünf Jahren waren es noch nicht einmal 1000 Pfund. Oder Kaffee: Wer sich an der Börse in Chicago mit den begehrten Bohnen eindecken will, zahlt heute rund 170 US-Cent je Pfund. Vor fünf Jahren waren es gerade mal 90 Cent.

Global operierende Banken und große Fonds haben das Rohstoffmonopoly längst als lukratives Spielfeld entdeckt und bewegen Hunderte von Milliarden, egal ob es um Schweinbäuche, Mais oder Sojabohnen geht. Die Banken verdienen gleich doppelt. Sie sichern Unternehmen über Termingeschäfte gegen die stark schwankenden Preise ab, aber auf der anderen Seite gehen sie selbst auf Einkaufstour, ordern Kaffee und Weizen, um die Bestände später teurer wieder auf den Markt zu werfen. Das Pikante daran: Indem sie in großem Stil einkaufen, verstärken die Finanzakrobaten die Preisschwankungen, gegen die sie ihre Kunden eigentlich absichern sollen. Je heftiger die Ausschläge an den Märkten, desto teurer das Absicherungsgeschäft. Am Ende gewinnt immer die Bank.

2009 legten allein Versicherer und Pensionskassen 60 Mrd. Dollar in Rohstoffen an. Hedge-Fonds, die sich auf das Geschäft mit Aluminium, Öl, Weizen oder Kakao konzentrieren, betreuten 2007 gerade einmal 5,8 Mrd. Dollar, bis heute hat sich diese Summe nach Berechnungen der Beratungsgesellschaft Hedge Fund Research verdreifacht. Doch selbst diese Zahlen verblassen im Vergleich mit den gigantischen Summen, die die Banken mit komplexen Derivategeschäften an den Rohstoffmärkten hin und herschieben. Im vergangenen Jahr haben allein Goldman Sachs, Morgan Stanley, JP Morgan und die Bank of America vier Billionen Dollar am Rohstoffmarkt bewegt.

"Wir erfüllen eine extrem wichtige Funktion für unsere Kunden, die sich gegen Preisschwankungen absichern wollen", betont Jerry del Missier, Präsident des Investment-Bankings der britischen Großbank Barclays. Das stimmt natürlich, aber auch Barclays verdient längst nicht mehr nur an den Absicherungsgeschäften von Landwirten, Fluglinien oder Lebensmittelproduzenten.

Im vergangenen Jahr legte sich die zweitgrößte britische Bank eine eigene Reederei zu, um mit einer kleinen Tankerflotte selbst Öl über die Ozeane zu schippern. Barclays spielt dieses Spiel nicht alleine, viele Banken zocken nicht mehr nur mit Finanzpapieren sondern mit den Rohstoffen selbst. Geldhäuser wie der Marktführer Goldman Sachs kaufen nicht nur Schiffe, sondern Pipelines, Kraftwerke und Lagerhäuser. 2009 kontrollierten Goldman, Barclays und JP Morgan gemeinsam physische Rohstoffe im Wert von 16 Mrd. Pfund. Mehr als drei Mal so viel wie im Vorjahr.

Das Wettrüsten im Rohstoffgeschäft ist noch lange nicht zu Ende. Erst vor kurzem hat sich JP Morgan für 1,7 Mrd. Dollar den Zuschlag für den Rohstoffhändler RBS-Sempra gesichert. Auch die Deutsche Bank hatte mitgeboten, allerdings den Kürzeren gezogen. Die Frankfurter drehen ebenfalls ein großes Rad am Rohstoffmarkt. Wie groß, darüber wollen sie im Moment aber ähnlich wie die Konkurrenz nicht gerne sprechen. Detaillierte Informationen zu Gewinnen und Einnahmen gibt es nicht, zu heikel ist das Thema nach der Katastrophe in Russland.

"Machen wir uns nichts vor, wenn so viel Geld in so kurzer Zeit, in einen Markt gepumpt wird, dann führt das zu Verwerfungen im Preisgefüge", räumt ein Londoner Hedge-Fonds-Manager ein. Eine Erfahrung, die auch Olaf Reichardt machen musste. Reichardt ist Geschäftsführer der Firma Fuchs + Hoffmann, einem saarländischen Kakaomasse-Produzenten mit etwa 100 Mio. Euro Jahresumsatz. Reichhardt kennt den Markt seit 20 Jahren, aber noch nie musste er so wachsam sein wie heute.

Der 120 Zentimeter große Flachbildschirm hängt noch nicht lange in seinem Büro. Reichhardt braucht ihn, weil er den Preis der Londoner Rohstoff-Kontrakte keine Sekunde mehr aus den Augen lassen darf. "Wenn ein großer Teilnehmer seine Dominanz ausspielt, kann es schnell zu einer künstlichen Verknappung kommen. Wer da nicht rechtzeitig reagiert, kann viel Geld verlieren", warnt der Kakao-Unternehmer.

Noch vor einigen Jahren trafen sich an der Warenterminbörse an der Themse fast ausschließlich Bekannte aus der Kakao- und Schokoladenindustrie. Heute bestimmen andere das Geschäft, Spekulanten wie Anthony Ward. Die britischen Medien haben Ward den Spitznamen "Schokofinger" verpasst, weil er mit seinem Hedge-Fonds Armajaro so eben mal 241.000 Tonnen Kakaobohnen aufgekauft hat - Wert eine Mrd. Dollar. Das entspricht sieben Prozent der globalen Jahresproduktion und würde reichen, um 5,3 Mrd. Tafeln Schokolade herzustellen.

Es sei sehr viel "branchenfremdes Geld" an den Markt gekommen, konstatiert Reichardt nüchtern. Geld, das die Märkte durcheinander wirbelt. "Wir müssen schneller reagieren, unser Risiko steigt und wir brauchen mehr Kapital", erklärt er. Das aber ist heute schwerer zu bekommen als früher - eine Tatsache, die den Marktbefürworter Reichardt dann doch ärgert: "Die gleichen Banken, die sich am Spiel beteiligen, geben uns heute keinen Kredit mehr oder verlangen mehr Sicherheiten, weil der Markt volatiler geworden ist. Das ist schon grotesk."

Wards Coup ließ den Kakaopreis auf den höchsten Stand seit 33 Jahren schnellen. Prompt hagelte es Beschwerden bei der Londoner Terminbörse Liffe. 20 Firmen forderten mehr Transparenz, so wie es in New York längst üblich ist. Während in den USA Positionen aller Marktteilnehmer veröffentlicht und großen Händlern Obergrenzen gesetzt werden, scheint man in London im Moment keinen Reformbedarf zu sehen.

Die Ersten, die das spüren, sind die Schwächsten. Eine Milliarde Menschen auf der Welt lebt in absoluter Armut. Menschen, die mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen müssen. Den größten Teil ihres kargen Einkommens geben sie für Nahrung aus, um zu überleben. "Wenn für diese Menschen die Preise steigen, kann das ganz dramatische Auswirkungen haben", warnt Harald von Witzke, Agrarökonom an der Berliner Humboldt-Universität. Vor gut zwei Jahren löste eine Explosion der Lebensmittelpreise schon einmal Hungersnöte aus; in Ländern wie Haiti und Ägypten kam es zu Unruhen.

In Deutschland werden die Verbraucher schon unruhig, wenn Butter oder Milch ein paar Cent mehr kostet. Doch sie werden umdenken müssen, meint von Witzke. Für ihn steht fest, dass die Preise für Nahrung weltweit steigen werden - und das nicht wegen der Spekulanten.

"Die Jahrtausendwende markiert die Trendwende auf den Weltagrarmärkten", sagt der Wissenschaftler Über mehr als ein Jahrhundert sei das Angebot an Nahrungsgütern stärker als die Nachfrage gestiegen - bis zum Jahr 2000. Seitdem beobachtet von Witzke genau den umgekehrten Trend. Während die Nachfrage weltweit rasant steigt, kommt das Angebot nicht mehr mit, weil die Weltbevölkerung extrem wächst und sich in den Schwellenländern China und Indien ein Mittelstand herausbildet, der einen anspruchsvolleren Speiseplan hat. "Mit wachsendem Wohlstand steigt der Fleischverbrauch", erläutert Richard Davis vom weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock, der gerade erst einen neuen Agrarfonds aufgelegt hat. Um ein Kilogramm Rindfleisch zu produzieren, brauche man aber acht Kilo Getreide.

Landwirte stellen auf Biokraftstoff um

Nach einer Prognose der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 von 6,6 Mrd. auf neun Milliarden Menschen wachsen. Wie soll dieser Hunger gestillt werden? Die Flächen, die weltweit für die Nahrungsproduktion zur Verfügung stehen, sind begrenzt. Hinzu kommt, dass Bauern ihre Produktion umstellen - statt auf Nahrungsmittel setzen sie auf Biokraftstoff. Damit landen mehr und mehr landwirtschaftliche Erzeugnisse nicht auf dem Teller, sondern im Tank. All das treibt die Preise.

Bleibt die Frage: Ist es in dieser Situation nicht unanständig, wenn die Finanzjongleure in London, New York und Frankfurt mit Lebensmitteln spekulieren? Nein, sagt Professor von Witzke. Auf die langfristige Entwicklung, steigende Nachfrage, knappes Angebot - hätten Spekulanten keinen Einfluss. Sie seien sogar notwendig, um die Preise am Markt zu bestimmen. Allerdings, das räumt von Witzke ein, verstärkten die Spekulanten die Schwankungen.

Welch heftige Ausschläge sich hinter dieser harmlosen Formulierung verbergen können, zeigt sich gerade am Weizenmarkt. Denn trotz der Waldbrände in Russland erwarten Experten eigentlich keinen dramatischen Lieferengpass. "70 Prozent der Preisaufschläge sind den Spekulanten geschuldet", klagt Klaus Josef Lutz, Vorstandschef von Europas größtem Agrarhändler Baywa. Wobei man sich fragen muss, wer überhaupt gemeint ist, wenn von Spekulanten die Rede ist. Lutz will nämlich auch registriert haben, dass sich viele Landwirte im Westen Deutschlands beim Verkauf von Getreide zurückhalten. Auch eine Art der Spekulation, wenn auch nicht so schlagzeilenwirksam wie die der internationalen Finanzelite.

Mit von der Partie sind auch die Privatanleger. Seit einigen Jahren können sie mit Zertifikaten und Indexfonds in Agrarrohstoffe investieren. Was die meisten nicht wissen, ist dass sie sich mit ihrem Einsatz auf ein Glücksspiel einlassen. Im Vergleich zu Großinvestoren, die mit umfangreichen Analyse-Apparaten und sogar eigenen Wetterstationen operieren, tappen die Kleinanleger auf dem komplexen Markt weitgehend im Dunkeln.

Der Wissensrückstand wiegt umso schwerer, weil die meisten am Markt verfügbaren privaten Anlageprodukte im Agrarsektor auf die kurzfristige Preisentwicklung abstellen. Doch die ist für Otto-Normal-Anleger kaum zu kalkulieren. Großen Orders, die die wenig liquiden Agrarmärkte ins Wackeln bringen können, sind sie hilflos ausgeliefert. Und diese Preisschocks sind alles andere als selten: „Agrarmärkte laufen häufig monatelang seitwärts und reagieren dann auf Störungen im Angebot sehr heftig“, erklärt Tobias Merath, Leiter der Rohstoff-Analyse der Credit Suisse.

Aber auch die Profis können sich verzocken. Die gigantische Schokowette von Hedge-Fonds-Manager Ward scheint trotz des enormen finanziellen Einsatzes nicht aufzugehen. Seit Wochen fallen die Preise wieder, und in London ist Kakao inzwischen so billig wie seit Mitte Mai nicht mehr. Ähnlich könnte es auch beim Weizen laufen. So schnell wie der Preis jetzt gestiegen ist, so schnell kann er wieder einbrechen - wenn die Spekulationsblase platzt.

(Dieser Artikel erschien imHandelsblatt )

 
Leserkommentare
    • self22
    • 09.08.2010 um 17:07 Uhr

    Die Verlierer sind wir ALLE!

    Die Spekulanten haben eigentlich gar nicht genug Felder zum Spekulieren. Sie müssen erst dauernde Preisschwankungen erzeugen, damit sie danach ihr Insiderwissen versilbern können.

    Aber wir müssen sie zu richtiger! ARBEIT zwingen. Der Welt fehlt dann überhaupt nichts…

  1. In diesem Artikel werden einige Rohstoffkontrakte mittelmäßig erklärt, mit klassischen linken Vorurteilen vermischt und durchgerührt.
    Wer sich auf Grundlage solcher Artikel informieren muss, ist arm dran. Hier ist meine TopThree der Halbwahrheiten:

    1. "Die Verlierer sind die Ärmsten der Welt."

    2. "Am Ende gewinnt immer die Bank."

    3. "Indem sie in großem Stil einkaufen, verstärken die Finanzakrobaten die Preisschwankungen..."

    Ich kann verstehen, dass es als Journalist schwer ist, sich über diese komplexen Sachverhalte zu informieren. Die Banken sind tatsächlich sehr verschlossen in ihrer Informationspolitik. Man sollte aber diese Lücken nicht durch Phantasie ersetzen. Zeigen Sie doch einfach mal die Charts von den Rohstoffen, über die Sie hier dramatisieren.
    Dann kann sich jeder selbst ein Bild machen.

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    wenn sie dem Artikel schon Halbwahrheiten unterstellen, dann sollten sie das wenigstens argumentativ belegen. Wenn sie meinen, dass die Darstellung falsch ist, dann erklären sie uns doch bitte, wie sich die Zusammenhänge eigentlich gestalten und wo die inhaltlichen Fehler des Artikels liegen, anstatt ihm einfach eine ideologisch-verkürzte Position zu unterstellen. Oder können sie das vielleicht gar nicht, weil sie sich selber in ihrer Bewertung nur auf ideologische Affirmationen stützen?

    frank 12-13 ist zuzustimmen: Dieser Artikel, geschrieben wie ein expressionistischer Roman, baut Wahrheiten, Halbwahrheiten, Teilwahrheiten und Unwahrheiten so zusammen, dass ein echtes Schauergemälde entsteht. Und dem Volk gefällt's.

    Um nur eines herauszugreifen: Spekulation kann auf Dauer Preise nicht hochtreiben, da sie keine endgültige Nachfrage und kein endgültiges Angebot schafft. Nur vorübergehend kann sie das, sofern sie mit Lageraufbau einhergeht (was beileibe nicht jede Spekulation tut). Lagerabbau würde die Preise entsprechend senken.

    frank 12-13 ist ebenfalls zuzustimmen darin, dass dieser Kommentarbereich völlig ungeeignet ist, diesen Artikel in großem Ausmaß richtigzustellen und richtigstellende Argumente auch noch zu belegen. Dazu ist die Sache zu kompliziert. Der Hinweis auf ein Lehrbuch ist vielleicht nicht das schlechteste. Die Diskussion, ob Spekulation sinnvoll oder zerstörerisch ist, ist mindestens 100 Jahre alt. Dieser Artikel ist keine angemessene Zusammenfassung dieser Diskussion.

    wenn sie dem Artikel schon Halbwahrheiten unterstellen, dann sollten sie das wenigstens argumentativ belegen. Wenn sie meinen, dass die Darstellung falsch ist, dann erklären sie uns doch bitte, wie sich die Zusammenhänge eigentlich gestalten und wo die inhaltlichen Fehler des Artikels liegen, anstatt ihm einfach eine ideologisch-verkürzte Position zu unterstellen. Oder können sie das vielleicht gar nicht, weil sie sich selber in ihrer Bewertung nur auf ideologische Affirmationen stützen?

    frank 12-13 ist zuzustimmen: Dieser Artikel, geschrieben wie ein expressionistischer Roman, baut Wahrheiten, Halbwahrheiten, Teilwahrheiten und Unwahrheiten so zusammen, dass ein echtes Schauergemälde entsteht. Und dem Volk gefällt's.

    Um nur eines herauszugreifen: Spekulation kann auf Dauer Preise nicht hochtreiben, da sie keine endgültige Nachfrage und kein endgültiges Angebot schafft. Nur vorübergehend kann sie das, sofern sie mit Lageraufbau einhergeht (was beileibe nicht jede Spekulation tut). Lagerabbau würde die Preise entsprechend senken.

    frank 12-13 ist ebenfalls zuzustimmen darin, dass dieser Kommentarbereich völlig ungeeignet ist, diesen Artikel in großem Ausmaß richtigzustellen und richtigstellende Argumente auch noch zu belegen. Dazu ist die Sache zu kompliziert. Der Hinweis auf ein Lehrbuch ist vielleicht nicht das schlechteste. Die Diskussion, ob Spekulation sinnvoll oder zerstörerisch ist, ist mindestens 100 Jahre alt. Dieser Artikel ist keine angemessene Zusammenfassung dieser Diskussion.

  2. wenn sie dem Artikel schon Halbwahrheiten unterstellen, dann sollten sie das wenigstens argumentativ belegen. Wenn sie meinen, dass die Darstellung falsch ist, dann erklären sie uns doch bitte, wie sich die Zusammenhänge eigentlich gestalten und wo die inhaltlichen Fehler des Artikels liegen, anstatt ihm einfach eine ideologisch-verkürzte Position zu unterstellen. Oder können sie das vielleicht gar nicht, weil sie sich selber in ihrer Bewertung nur auf ideologische Affirmationen stützen?

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    Bei ernsthaftem Interesse rate ich zu dem Grundlagenbuch:
    "Commodities and Commodity Derivatives: Modelling and Pricing for Agriculturals, Metals and Energy"

    Zu den drei Halbwahrheiten:

    1. "Die Verlierer sind die Ärmsten der Welt."
    --> Wenn die Preise hochgehen, sind die Kakaobauern natürlich die großen Gewinner. Teilweise verkaufen Sie ihre Ernte aber auch zu einem Festpreis.

    2. "Am Ende gewinnt immer die Bank."
    Die Bank versucht Kontrakte so zu machen, dass sie im Durchschnitt gewinnt. Diese Rechnung geht aber längst nicht immer auf. Pricing von Commodity derivatives ist mathematisch ziemlich komplex.

    3. "Indem sie in großem Stil einkaufen, verstärken die Finanzakrobaten die Preisschwankungen..."
    In kaum einem Commoditymarkt können einzelne Händler Preisschwankungen verursachen (erst recht nicht im Ölmarkt!). Zahlreiche Rohstoffmärkte sind sogar geprägt durch starke Herstelleroligopole, z.B. Kaliumcarbonat.

    Bei ernsthaftem Interesse rate ich zu dem Grundlagenbuch:
    "Commodities and Commodity Derivatives: Modelling and Pricing for Agriculturals, Metals and Energy"

    Zu den drei Halbwahrheiten:

    1. "Die Verlierer sind die Ärmsten der Welt."
    --> Wenn die Preise hochgehen, sind die Kakaobauern natürlich die großen Gewinner. Teilweise verkaufen Sie ihre Ernte aber auch zu einem Festpreis.

    2. "Am Ende gewinnt immer die Bank."
    Die Bank versucht Kontrakte so zu machen, dass sie im Durchschnitt gewinnt. Diese Rechnung geht aber längst nicht immer auf. Pricing von Commodity derivatives ist mathematisch ziemlich komplex.

    3. "Indem sie in großem Stil einkaufen, verstärken die Finanzakrobaten die Preisschwankungen..."
    In kaum einem Commoditymarkt können einzelne Händler Preisschwankungen verursachen (erst recht nicht im Ölmarkt!). Zahlreiche Rohstoffmärkte sind sogar geprägt durch starke Herstelleroligopole, z.B. Kaliumcarbonat.

  3. Sehr deutlich gesagt: Spekulation auf Nahrungsmittel tötet! Man braucht dazu keine herkömmlichen Waffen, die Waffe Spekulation tötet indirekt, dezent, zynisch könnte man sagen: elegant. Man sieht es nicht, man sieht nur, wie die Einnahmen auf dem Konto wachsen.

    All die Anstrengungen, den Hunger in der Welt zu überwinden, werden auch durch die Spekulation mit Nahrungsmitteln zunichte gemacht. Denn ein weiterer Punkt ist: statt für den Eigenbedarf zu produzieren, wird wachsend für den Weltmarkt produziert, mit zugleich wachsender Abhängigkeit von diesem und den dort stattfindenden Preisregulierungen.

  4. Jede(r) kann und sollte überlegen, ob er sein Geld den Händen der "richtigen" Banker anvertraut.

  5. Bei ernsthaftem Interesse rate ich zu dem Grundlagenbuch:
    "Commodities and Commodity Derivatives: Modelling and Pricing for Agriculturals, Metals and Energy"

    Zu den drei Halbwahrheiten:

    1. "Die Verlierer sind die Ärmsten der Welt."
    --> Wenn die Preise hochgehen, sind die Kakaobauern natürlich die großen Gewinner. Teilweise verkaufen Sie ihre Ernte aber auch zu einem Festpreis.

    2. "Am Ende gewinnt immer die Bank."
    Die Bank versucht Kontrakte so zu machen, dass sie im Durchschnitt gewinnt. Diese Rechnung geht aber längst nicht immer auf. Pricing von Commodity derivatives ist mathematisch ziemlich komplex.

    3. "Indem sie in großem Stil einkaufen, verstärken die Finanzakrobaten die Preisschwankungen..."
    In kaum einem Commoditymarkt können einzelne Händler Preisschwankungen verursachen (erst recht nicht im Ölmarkt!). Zahlreiche Rohstoffmärkte sind sogar geprägt durch starke Herstelleroligopole, z.B. Kaliumcarbonat.

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    Vielleicht können Spekulanten den Ölpreis nicht in die Höhe treiben, indem sie das Öl aufkaufen, aber bei der globalen Weizenernte von 650 Millionen Tonnen, bei einem Preis von 200 Dollar je Tonne, wären das 130 Milliarden Dollar oder für die Kapitalmärkte Peanuts.

    2008 kam es in über 30 Ländern zu Hungerrevolten wegen erhöhter Preise!

    Weil ein paar globale Konzerne den Kakaohandel bestimmen, geht man davon aus, dass jede vierte bis zweite Kakaobohne von Sklaven geerntet wird, da die Bauern nicht viel von den Weltmartpreisen abbekommen. (Ein acht Jähriger Sklave kostet in Mali um die 30 Dollar!) Warum sind die da so Billig? Nebendran liegt rein zufällig die Efenbeinküste, der zufällig der größte Kakaoexporteur der Welt ist. Und die Bauern und Plantagen müssen halt Sklaven kaufen um Gewinnbringend Arbeiten zu können.

    Momentan geht man davon aus, dass in den letzen 10 Jahren 20 bis 50 Millionen Hektar an Anbauland von Investoren aufgekauft wurden (Länder,Fonds und Banken), weil davon ausgegangen wird, dass es das Geschäft der Zukunft wird. Preisteigerung des Landes und Ertrag. Und was wollen insbesondere die Investoren anpflanzen? Nachwachsende Rohstoffe in der Regel und keine Nahrungsmittel!

    Schöne neue Welt!

    "Vielleicht können Spekulanten den Ölpreis nicht in die Höhe treiben, indem sie das Öl aufkaufen, aber bei der globalen Weizenernte von 650 Millionen Tonnen, bei einem Preis von 200 Dollar je Tonne, wären das 130 Milliarden Dollar oder für die Kapitalmärkte Peanuts."

    Dann nennen Sie doch ein Institut, das das kann! Benennen Sie doch Ross und Reiter. Leider kennen Sie sich nicht aus, deswegen können Sie nur spekulieren.

    "Weil ein paar globale Konzerne den Kakaohandel bestimmen, geht man davon aus, dass jede vierte bis zweite Kakaobohne von Sklaven geerntet wird."

    Wo gibt es bitte Sklaven. So ein Unsinn? Die letzte Sklaverei unserer Geschichte war die Zwangsarbeit in sozialistischen Regimen.

    "Momentan geht man davon aus, dass in den letzen 10 Jahren 20 bis 50 Millionen Hektar an Anbauland von Investoren aufgekauft wurden."

    Wer geht wovon aus? Investoren - wie böse. Was für Investoren, jede Privatperson ist auch Investor. Niemand weiß wie viel Ackerland den Eigentümer wechselt. Es gibt ja keine Behörde wo man das anzeigen muss.
    Aber klar, Sie wissen es. Der Kapitalismus wird jetzt die Nahrungsmittelpreise kontrollieren. Was für ein blanker Unsinn.

    Vielleicht können Spekulanten den Ölpreis nicht in die Höhe treiben, indem sie das Öl aufkaufen, aber bei der globalen Weizenernte von 650 Millionen Tonnen, bei einem Preis von 200 Dollar je Tonne, wären das 130 Milliarden Dollar oder für die Kapitalmärkte Peanuts.

    2008 kam es in über 30 Ländern zu Hungerrevolten wegen erhöhter Preise!

    Weil ein paar globale Konzerne den Kakaohandel bestimmen, geht man davon aus, dass jede vierte bis zweite Kakaobohne von Sklaven geerntet wird, da die Bauern nicht viel von den Weltmartpreisen abbekommen. (Ein acht Jähriger Sklave kostet in Mali um die 30 Dollar!) Warum sind die da so Billig? Nebendran liegt rein zufällig die Efenbeinküste, der zufällig der größte Kakaoexporteur der Welt ist. Und die Bauern und Plantagen müssen halt Sklaven kaufen um Gewinnbringend Arbeiten zu können.

    Momentan geht man davon aus, dass in den letzen 10 Jahren 20 bis 50 Millionen Hektar an Anbauland von Investoren aufgekauft wurden (Länder,Fonds und Banken), weil davon ausgegangen wird, dass es das Geschäft der Zukunft wird. Preisteigerung des Landes und Ertrag. Und was wollen insbesondere die Investoren anpflanzen? Nachwachsende Rohstoffe in der Regel und keine Nahrungsmittel!

    Schöne neue Welt!

    "Vielleicht können Spekulanten den Ölpreis nicht in die Höhe treiben, indem sie das Öl aufkaufen, aber bei der globalen Weizenernte von 650 Millionen Tonnen, bei einem Preis von 200 Dollar je Tonne, wären das 130 Milliarden Dollar oder für die Kapitalmärkte Peanuts."

    Dann nennen Sie doch ein Institut, das das kann! Benennen Sie doch Ross und Reiter. Leider kennen Sie sich nicht aus, deswegen können Sie nur spekulieren.

    "Weil ein paar globale Konzerne den Kakaohandel bestimmen, geht man davon aus, dass jede vierte bis zweite Kakaobohne von Sklaven geerntet wird."

    Wo gibt es bitte Sklaven. So ein Unsinn? Die letzte Sklaverei unserer Geschichte war die Zwangsarbeit in sozialistischen Regimen.

    "Momentan geht man davon aus, dass in den letzen 10 Jahren 20 bis 50 Millionen Hektar an Anbauland von Investoren aufgekauft wurden."

    Wer geht wovon aus? Investoren - wie böse. Was für Investoren, jede Privatperson ist auch Investor. Niemand weiß wie viel Ackerland den Eigentümer wechselt. Es gibt ja keine Behörde wo man das anzeigen muss.
    Aber klar, Sie wissen es. Der Kapitalismus wird jetzt die Nahrungsmittelpreise kontrollieren. Was für ein blanker Unsinn.

    • Atan
    • 09.08.2010 um 18:28 Uhr

    sind, ist die Glaubwürdigkeit eines Artikel bei den schwerer zu überprüfenden Angaben natürlich ziemlich erschüttert.
    Auf 200.000 Hektar erntet Rußland wohl eher zwischen 1 und 1,8 Mio Tonnen Weizen, den die durchschnittlichen Erträge liegen eben nur zwischen 5 und 8 Tonnen pro Hektar.

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