Steuerpläne Deutschlands Spitzensteuersatz ist europaweit nur Mittelmaß

Die SPD will den Spitzensteuersatz erhöhen und erntet Kritik. Dabei zahlen deutsche Spitzenverdiener im europäischen Vergleich nur wenig Steuern.

Die SPD will die Steuern für Gutverdiener erhöhen, wenn sie wieder auf die Regierungsbank kommt. Der Spitzensteuersatz soll von derzeit 42 auf 49 Prozent erhöht werden. Doch selbst mit dem neuen Satz läge Deutschland im Vergleich nur im Mittelfeld . Spitzenverdiener in anderen europäischen Ländern müssten häufig tiefer in die Taschen greifen.

Den höchsten Satz bei der Einkommenssteuer müssen die Schweden bezahlen. Dort gehen bis zu 56,4 Prozent des Einkommens der Steuerzahler an den Staat. In Portugal liegt der Spitzensatz bei 42 Prozent, in Frankreich bei 45,8 Prozent und in Belgien bei 53,7 Prozent. Die niedrigsten Steuersätze für Spitzenverdiener gibt es in Litauen und der Tschechischen Republik. Dort liegt der Steuersatz bei lediglich 15 Prozent.

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Erst vor sechs Jahren wurde nach dem Willen von SPD-Finanzminister Hans Eichel der deutsche Spitzensteuersatz von fast 54 Prozent auf das heutige Niveau gesenkt. Seitdem zahlen Steuerpflichtige ab einem Einkommen von etwa 53.000 Euro den höchsten Steuersatz. Nach den Plänen der Sozialdemokraten soll der Spitzensteuersatz von 49 Prozent für Singles erst ab 100.000 Euro und für Verheiratete ab einem Jahreseinkommen von 200.000 greifen.

Zuletzt wurden auch in der Union Forderungen nach einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes laut. Kritik an den SPD-Plänen kommt von der FDP. "Die Sozialdemokraten wollen Investitionen im Mittelstand bremsen und die Kapitalflucht ins Ausland provozieren", sagt FDP-Generalsekretär Christian Lindner.

Gustav Horn vom gewerkschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hält die Pläne der Sozialdemokraten hingegen für einen Schritt in die richtige Richtung. "Die SPD hat erkannt, dass der Binnenmarkt gefördert werden muss", sagt Horn. Die geplante Erhöhung des Spitzensteuersatzes werde die Binnennachfrage beleben, weil mit den zusätzlichen Steuereinnahmen neue staatliche Investitionen möglich werden.

Eine Kapitalflucht ins Ausland hält IMK-Leiter Horn für "sehr unwahrscheinlich". Das Kapital fließe dorthin, wo es hinfließen wolle. "Als der Spitzensteuersatz unter Rot-Grün gesenkt worden war, floss das Geld schließlich auch nicht in Strömen nach Deutschland", sagt Horn.

 
Leser-Kommentare
  1. diese nicht gesenkt?

  2. falls noch jemand dieser Partei(SPD) vertrauen würde, was dann nach ihrer "Wahl" kommenwürde! Dann weiß diese an Vergesslichkeit erkrankte Partei wieder von nichts.
    Absolut nicht "regierungsfähig"!

  3. das die SPD genau so wie die CDU Verbrecher sind, denn Betrüger sind nun mal kriminell! Wer Wahlversprechen nicht hält ist ein Betrüger und das können beide Parteien sehr gut(auch alles was diese bringen).Die SPD ,oder CDU an der Macht arbeiten nur für die Lobby!
    Nach jeder Wahl ist alles Geschichte .

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    und welche Partei hat nicht die Interessen ihrer Lobby im Blick ? Jede Partei möchte gewählt und wiedergewählt werden,
    darum versucht sie den Leuten von denen sie gewählt wurde etwas gutes zu tun.
    Das ist bei der Linken nicht anders, sondern am schlimmsten Hartz4 abzuschaffen ,Vermögen umzuverteilen, Stromkonzerne & Banken privatisieren, Atomkraft abschaffen , Bundeswehr & Nato abschaffen,Studiengebühren abschaffen -> alles reine Lobby Propaganda.

    • joG
    • 01.09.2010 um 10:04 Uhr

    ....als um die Frage, wie groß der Staat sein soll. Dieses Jahr haben wir wahrscheinlich eine Staatsquote von 50%. Das bedeutet, der Staat übernimmt die Verwendung so vieler Mittel, wie alle Bürger, Unternehmen und sonstige Private zusammen. Es ist kaum vorstellbar aus unserer Erfahrung damit, dass das auch nur annähernd ein wirtschaftliches Optimum darstellt. Eher entspricht es den Interessen derer, die die Gesetze vorbereiten und machen. Wenn ich Beamter wäre, würde ich auch mehr Geld für meine Interessen haben wollen. Sie nicht auch?

    und welche Partei hat nicht die Interessen ihrer Lobby im Blick ? Jede Partei möchte gewählt und wiedergewählt werden,
    darum versucht sie den Leuten von denen sie gewählt wurde etwas gutes zu tun.
    Das ist bei der Linken nicht anders, sondern am schlimmsten Hartz4 abzuschaffen ,Vermögen umzuverteilen, Stromkonzerne & Banken privatisieren, Atomkraft abschaffen , Bundeswehr & Nato abschaffen,Studiengebühren abschaffen -> alles reine Lobby Propaganda.

    • joG
    • 01.09.2010 um 10:04 Uhr

    ....als um die Frage, wie groß der Staat sein soll. Dieses Jahr haben wir wahrscheinlich eine Staatsquote von 50%. Das bedeutet, der Staat übernimmt die Verwendung so vieler Mittel, wie alle Bürger, Unternehmen und sonstige Private zusammen. Es ist kaum vorstellbar aus unserer Erfahrung damit, dass das auch nur annähernd ein wirtschaftliches Optimum darstellt. Eher entspricht es den Interessen derer, die die Gesetze vorbereiten und machen. Wenn ich Beamter wäre, würde ich auch mehr Geld für meine Interessen haben wollen. Sie nicht auch?

    • Crest
    • 31.08.2010 um 17:23 Uhr

    Die geplante Erhöhung des Spitzensteuersatzes werde die Binnennachfrage beleben, weil mit den zusätzlichen Steuereinnahmen neue staatliche Investitionen möglich werden.

    Das kann ich mir theoretisch vorstellen.

    Wenn aber dieselben Gewerkschaftler zu bedenken geben, dass die Bevölkerung mehr persönliche) Kaufktaft beötigen, um dieselbe Binnennachfrage zu beleben, dann hab ich ein gedankliches Problem.

    Sicher nur eine vorübergehende Denk- oder Phantasieblockade menerseits ;-)

    Wer also mag mir da helfen?

    Herzlichst Crest

    • gauss
    • 31.08.2010 um 17:39 Uhr

    Nicht Steuern alleine, sondern Steuern und Sozialabgaben bilden die einmalige Abgabenlast Deutschlands Arbeitnehmer. Gerade unter dem Gesichtspunkt der Zuwanderung von Fachkräften (sprich Ingenieuren, Physikern und Informatikern) ist es sicherlich nicht besonders sinnvoll diesen Satz ins Exorbitante zu heben. Es ist auch eine unglaubliche Verachtung gegenüber den Leistungsträgern der Gesellschaft, wenn die Abgabenlast weit über 50% liegt und die Leistungen dafür immer weiter gekürzt werden.
    Zur Notiz: Dänemark und Schweden haben zwar höhere Steuersätze, dafür kennen beide Ländern den Begriff der Sozialabgaben kaum. Nur ein minimaler Anteil der Abgaben sind Sozialabgaben, daher greift das Argument zu kurz.

  4. Redaktion
    6. Konsum

    Lieber Crest,

    ganz einfach: Mit steigendem Einkommen nimmt der Anteil der Ausgaben für Konsum am Einkommen ab. Heißt: Die negativen Wirkungen eine höheren Besteuerung von Spitzeneinkommen auf den Konsum sind gering.

    Schöne Grüße

    Marcus Gatzke

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    • Crest
    • 31.08.2010 um 19:02 Uhr

    Sie sagen, die Steuererhöhung greife nur (ich übertreibe) diejenigen Teile der Gehälter ab, die ansonsten auf der Bank landen würden (so haben Sie das vermutlich gemeint?).

    Angen. dieses "sehr einfache" Gesetz träfe zu (wie sehens eigentlich die Betroffenen?).

    Nun sind Gelder auf der Bank ja nicht dem Geldfluss entzogen, die Bank speist sie wieder ins Wirtschaftsgeschehen - wenn sie nicht zuviel davon hat.

    Haben die Banken zuviel Geld, dass sie nicht wissen, wohin damit? (Für Fonds etc. gelten vermutl. ähnliche Überlegungen.)

    Sie können entgegenhalten, dass dieses Geld nicht der staatlichen (Investitions)Kontrolle unterliegt. Dass es also nach Kriterien investiert wird, auf die der Staat weniger Einfluss hat.

    Ist das schlimm? (So wie bei den Stifter-Milliardären, die sich bei ihren Zuweisungen "als vom Staat emanzipiert" verhalten?)

    Diese Gelder fehlten dann dem Bildungssystem, wie gestern in unserer Zeitung suggeriert wurde?

    Nun würde ich persönlich das Bildungssystem auch nicht dem Marktgeschehen von Angebot und Nachfrage unterwerfen. (Die Prozesse im Hochschulbereich könnten einen gruseln lassen.) Dann aber muss sich die Politik fragen lassen:

    Es ist immer zuwenig öffentliches Geld da. In einer solchen Situation muss man sich hinstellen und sagen: Die Bildung ist uns in der Priorität wichtiger, und wir nehmen es aus einem anderen Bereich der (schon vorhandenen) öffentlichen Einnahmen heraus (vulgo: wir widmen um.)

    Herzlichst Crest

    ... jemand, der ein hohes Einkommen hat, wenn er dann mehr Steuern zahlen muss, dann auch gleich anschließend mehr für seinen Konsum ausgibt?
    Diese Wissenschaft ist wohl doch zu sehr in der Wirtschaft entstanden.
    Nicht, dass wir uns missverstehen, dass Gejaule der Wohlhabenden, sie würden demnächst am Hungertuche nagen müssen, geht mir extrem auf den Keks. Aber das Lechzen der Politiker nach immer "mehr", anstatt intelligente Lösungen anzubieten, ist nicht besser.

    • joG
    • 01.09.2010 um 9:58 Uhr

    ....dass die erste Inzidenz also deren erste Wirkung nicht alleine staht. So kann der Multiplikator für I1 eine Folge erwarten lassen aber für In das Gegenteil erreichen. Der Zusammenhang könnte über die Sparneigung laufen und die Investition treffen. Dort führt das Ausbleiben der Gelder zu einer Kostensteigerung und so leicht zu einem Arbeitsplatzabbau.

    Die Leichtigkeit der Argumente, die hier verwendet wird ist täuschend und kann seriös so nicht eigentlich betrieben werden. Man müsste da schon weiter ausholen. Auch ist die Annahme, die Arbeitsplätze würden nicht abwandern trügerisch. Wenn eine internationale Unternehmung jemanden sucht, gerade im Hochpreissegment, dann wird man dort einstellen und den Vertrag machen, wo man den Arbeitsplatz am Besten füllen kann. Tendenziell sind solche Mitarbeiter eher zu finden, wo die Steuerlast geringer ist bzw das Einkommen höher ist. Das zumindest war die Erfahrung in allen Großbetrieben, die ich miterleben durfte. Momentan sehen wir ja auch eine gewisse Bestätigung dieser These im Gefälle von London zu Genf oder Zürich. Das liegt sicher nicht alleine an den Steuern. Sie sind aber ein Faktor.

    • Crest
    • 31.08.2010 um 19:02 Uhr

    Sie sagen, die Steuererhöhung greife nur (ich übertreibe) diejenigen Teile der Gehälter ab, die ansonsten auf der Bank landen würden (so haben Sie das vermutlich gemeint?).

    Angen. dieses "sehr einfache" Gesetz träfe zu (wie sehens eigentlich die Betroffenen?).

    Nun sind Gelder auf der Bank ja nicht dem Geldfluss entzogen, die Bank speist sie wieder ins Wirtschaftsgeschehen - wenn sie nicht zuviel davon hat.

    Haben die Banken zuviel Geld, dass sie nicht wissen, wohin damit? (Für Fonds etc. gelten vermutl. ähnliche Überlegungen.)

    Sie können entgegenhalten, dass dieses Geld nicht der staatlichen (Investitions)Kontrolle unterliegt. Dass es also nach Kriterien investiert wird, auf die der Staat weniger Einfluss hat.

    Ist das schlimm? (So wie bei den Stifter-Milliardären, die sich bei ihren Zuweisungen "als vom Staat emanzipiert" verhalten?)

    Diese Gelder fehlten dann dem Bildungssystem, wie gestern in unserer Zeitung suggeriert wurde?

    Nun würde ich persönlich das Bildungssystem auch nicht dem Marktgeschehen von Angebot und Nachfrage unterwerfen. (Die Prozesse im Hochschulbereich könnten einen gruseln lassen.) Dann aber muss sich die Politik fragen lassen:

    Es ist immer zuwenig öffentliches Geld da. In einer solchen Situation muss man sich hinstellen und sagen: Die Bildung ist uns in der Priorität wichtiger, und wir nehmen es aus einem anderen Bereich der (schon vorhandenen) öffentlichen Einnahmen heraus (vulgo: wir widmen um.)

    Herzlichst Crest

    ... jemand, der ein hohes Einkommen hat, wenn er dann mehr Steuern zahlen muss, dann auch gleich anschließend mehr für seinen Konsum ausgibt?
    Diese Wissenschaft ist wohl doch zu sehr in der Wirtschaft entstanden.
    Nicht, dass wir uns missverstehen, dass Gejaule der Wohlhabenden, sie würden demnächst am Hungertuche nagen müssen, geht mir extrem auf den Keks. Aber das Lechzen der Politiker nach immer "mehr", anstatt intelligente Lösungen anzubieten, ist nicht besser.

    • joG
    • 01.09.2010 um 9:58 Uhr

    ....dass die erste Inzidenz also deren erste Wirkung nicht alleine staht. So kann der Multiplikator für I1 eine Folge erwarten lassen aber für In das Gegenteil erreichen. Der Zusammenhang könnte über die Sparneigung laufen und die Investition treffen. Dort führt das Ausbleiben der Gelder zu einer Kostensteigerung und so leicht zu einem Arbeitsplatzabbau.

    Die Leichtigkeit der Argumente, die hier verwendet wird ist täuschend und kann seriös so nicht eigentlich betrieben werden. Man müsste da schon weiter ausholen. Auch ist die Annahme, die Arbeitsplätze würden nicht abwandern trügerisch. Wenn eine internationale Unternehmung jemanden sucht, gerade im Hochpreissegment, dann wird man dort einstellen und den Vertrag machen, wo man den Arbeitsplatz am Besten füllen kann. Tendenziell sind solche Mitarbeiter eher zu finden, wo die Steuerlast geringer ist bzw das Einkommen höher ist. Das zumindest war die Erfahrung in allen Großbetrieben, die ich miterleben durfte. Momentan sehen wir ja auch eine gewisse Bestätigung dieser These im Gefälle von London zu Genf oder Zürich. Das liegt sicher nicht alleine an den Steuern. Sie sind aber ein Faktor.

    • hugok
    • 31.08.2010 um 18:22 Uhr

    Bei dem zum Vergleich gerne herangezogenen Schweden sollte man - wie bei anderen "Steuerspitzenreitern" auch - im Auge behalten, dass in diesen Steuersätzen die Kosten für Krankenversicherung und Basisrentenversicherung bereits enthalten sind (auf Arbeitgeber kommen daher auch keine weiteren Kosten hinzu). Wenn wir allein die durchschnittlich 15% KV (inkl. Arbeitgeberanteil) oben drauf rechnen und noch ein bisschen RV kommen wir locker auf über 60%. Zugegebenermassen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze - einer sehr merkwürdigen Erfindung übrigens. Betrachtet man mal einen Durchschnittsverdiener kommt dieser auch in den Hochsteuerländern wie Schweden und Dänemark gut dabei weg (z.T. besser als hierzulande). So gesehen sind die Steuern in Deutschland hoch genug. Ich habe nichts -absolut gar nichts gegen steuerlich finanzierten Lastenausgleich - aber immer nur von von den "bösen Reichen" zu nehmen ist ein schon fast reflexhafter Zwang bestimmter politischer Kreise. Das Problem sind in unserem Land m.E. nicht die Einnahmen sondern die Ausgaben. Das ist aber ein sogenanntes weites Feld....

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    ...muß man aus den Spitzensteuersätzen herausrechnen, inwieweit hier bereits Krankenversorgung und Rentenbeiträge enthalten sind, um auf Vergleichbarkeit zu kommen.

    Weitere Verschleierungselemente: Das Spitzensteuersatzopfer zahlt zusätzlich noch Soli und ggf. Kirchensteuer, kommt damit allein an direkten Steuern auf ca. 55%, dazu kommen die indirekten Steuern auf den Rest, insbesondere die Mehrwertsteuer, dazu Kranken- und Rentenversicherung. Von auf den ersten Blick recht ordentlichen 100000€ bleiben dann vielleicht noch 30000€ übrig. Da überlegt man sich doch, ob sich da eine Beschäftigung noch lohnt, besonders wenn man Kinder hat. Oder man wandert aus.

    Bei den jetzt erneut auf uns zukommenden Steuererhöhungsorgien ist auch zu berücksichtigen, daß der Staat nur noch ein Viertel seiner Einnahmen für die eigentlichen Staatsausgaben wie innere und äußere Sicherheit, Bildung und Infrastruktur ausgibt. Ein weiteres Viertel geht in den Schuldendienst und der Rest wird wählerstimmenoptimierend von den Linksparteien (gibt es überhaupt noch andere???) umverteilt.

    Kein Wunder, daß die Wut bei denen, die alles bezahlen, allmählich den Siedepunkt erreicht. Eigentlich ist es höchste Zeit für eine Zweite Bürgerliche Revolution (nach 1848).

    ...muß man aus den Spitzensteuersätzen herausrechnen, inwieweit hier bereits Krankenversorgung und Rentenbeiträge enthalten sind, um auf Vergleichbarkeit zu kommen.

    Weitere Verschleierungselemente: Das Spitzensteuersatzopfer zahlt zusätzlich noch Soli und ggf. Kirchensteuer, kommt damit allein an direkten Steuern auf ca. 55%, dazu kommen die indirekten Steuern auf den Rest, insbesondere die Mehrwertsteuer, dazu Kranken- und Rentenversicherung. Von auf den ersten Blick recht ordentlichen 100000€ bleiben dann vielleicht noch 30000€ übrig. Da überlegt man sich doch, ob sich da eine Beschäftigung noch lohnt, besonders wenn man Kinder hat. Oder man wandert aus.

    Bei den jetzt erneut auf uns zukommenden Steuererhöhungsorgien ist auch zu berücksichtigen, daß der Staat nur noch ein Viertel seiner Einnahmen für die eigentlichen Staatsausgaben wie innere und äußere Sicherheit, Bildung und Infrastruktur ausgibt. Ein weiteres Viertel geht in den Schuldendienst und der Rest wird wählerstimmenoptimierend von den Linksparteien (gibt es überhaupt noch andere???) umverteilt.

    Kein Wunder, daß die Wut bei denen, die alles bezahlen, allmählich den Siedepunkt erreicht. Eigentlich ist es höchste Zeit für eine Zweite Bürgerliche Revolution (nach 1848).

    • Crest
    • 31.08.2010 um 19:02 Uhr

    Sie sagen, die Steuererhöhung greife nur (ich übertreibe) diejenigen Teile der Gehälter ab, die ansonsten auf der Bank landen würden (so haben Sie das vermutlich gemeint?).

    Angen. dieses "sehr einfache" Gesetz träfe zu (wie sehens eigentlich die Betroffenen?).

    Nun sind Gelder auf der Bank ja nicht dem Geldfluss entzogen, die Bank speist sie wieder ins Wirtschaftsgeschehen - wenn sie nicht zuviel davon hat.

    Haben die Banken zuviel Geld, dass sie nicht wissen, wohin damit? (Für Fonds etc. gelten vermutl. ähnliche Überlegungen.)

    Sie können entgegenhalten, dass dieses Geld nicht der staatlichen (Investitions)Kontrolle unterliegt. Dass es also nach Kriterien investiert wird, auf die der Staat weniger Einfluss hat.

    Ist das schlimm? (So wie bei den Stifter-Milliardären, die sich bei ihren Zuweisungen "als vom Staat emanzipiert" verhalten?)

    Diese Gelder fehlten dann dem Bildungssystem, wie gestern in unserer Zeitung suggeriert wurde?

    Nun würde ich persönlich das Bildungssystem auch nicht dem Marktgeschehen von Angebot und Nachfrage unterwerfen. (Die Prozesse im Hochschulbereich könnten einen gruseln lassen.) Dann aber muss sich die Politik fragen lassen:

    Es ist immer zuwenig öffentliches Geld da. In einer solchen Situation muss man sich hinstellen und sagen: Die Bildung ist uns in der Priorität wichtiger, und wir nehmen es aus einem anderen Bereich der (schon vorhandenen) öffentlichen Einnahmen heraus (vulgo: wir widmen um.)

    Herzlichst Crest

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