Laufzeiten Atomstrom ist nur für die Konzerne billig

Längere Laufzeiten sollen Energie günstig halten. Faktisch zementieren sie nur die Marktmacht der großen Vier und verhindern sinkende Preise. Ein Kommentar

Atomkraft = billiger Strom! Mit diesem Mantra laufen die Befürworter längerer Laufzeiten gerade durchs Land. Würden die Kernkraftwerke wie geplant abgeschaltet, müssten die Verbraucher die Rechnung bezahlen. "Energie darf kein Luxusgut werden" , sagt Wirtschaftsminister Rainer Brüderle von der FDP.

Ein Argument, dass sich in der Öffentlichkeit gut verkaufen lässt. Es spricht jeden Bürger direkt an und lässt sich scheinbar plausibel und einfach erklären: Erneuerbare Energie ist teuer und muss subventioniert werden, Atomkraft nicht.

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Aber es ist wie so oft in politischen Debatten: Das Argument hält keinem zweiten Blick stand. Strom ist in Deutschland nicht billig. Theoretisch ist der deutsche Energiemarkt seit 1998 liberalisiert, faktisch herrscht aber nur wenig Wettbewerb. Die vier großen Atomkonzerne produzieren rund 80 Prozent des Stroms in Deutschland. Diese Marktmacht verhindert, dass günstig produzierte Kernenergie beim Verbraucher ankommt.

Werden die Laufzeiten verlängert, wird die marktbeherrschende Stellung zementiert, was tendenziell zu weiter steigenden Preisen führt. Das schrittweise Abschalten der Atomkraftwerke würde dagegen potenziellen Konkurrenten neue Spielräume eröffnen. Viele Stadtwerke haben sich bereits auf den Atomausstieg eingestellt und in erneuerbare Energie investiert. Ihre Marktchancen werden bei längeren Laufzeiten für viele Jahre im Keim erstickt.

Eine möglichst rasche Umstellung Richtung erneuerbare Energie hätte einen weiteren Vorteil: Eine erneute Marktkonzentration wird erschwert, da die Energieerzeugung dezentralisiert vonstatten geht. Strom wird künftig oft in kleinen Einheiten produziert, es wird eine Fülle von Anbietern geben. Ein funktionierender Wettbewerb sorgt für sinkende Preise und verhindert eine zu große Marktmacht einzelner Unternehmen.

Allen Gegnern der Subventionierung der Erneuerbaren sei gesagt: Die Atomindustrie wurde von 1950 bis 2008 mit 165 Milliarden Euro unterstützt – allein 65 Milliarden Euro in Form von Steuervergünstigungen. Nur deshalb kann Atomstrom so günstig produziert werden. Der Preisvorteil kommt aber gar nicht beim Verbraucher an.

Aber Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft sich ja am Donnerstag mit Chefs von E.on und RWE. Die werden ihr sicher erklären wollen, warum das so sein muss.

 
Leser-Kommentare
  1. Strom wird also billiger, wenn wir billigen Strom durch teuren Strom ersetzen. Das ist Logik à la Zeit.

    Der Autor schreibt einige richtige Sachen. Es herrscht wenig Wettbewerb zwischen den großen Energiekonzernen und mehr Wettbewerb wäre wünschenswert. Aber mehr Wettbewerb ist kein Nutzen an sich. Mehr Wettbewerb durch Alternativen Energiequellen statt ein Atomstrom-Oligopol hilft mir herzlich wenig, wenn Strom durch Alternative Energie weiterhin deutlich teurer ist als Atomstrom. Und so wird es höchstwahrscheinlich noch lange Zeit sein.

    Der Autor hat auch Recht, dass Atomstrom nur so billig ist, weil in der Vergangenheit massiv in diesem Bereich subventioniert wurde. Aber das ist doch keine Rechtfertigung dafür, das Gleiche heute und morgen noch mal zu machen. Das sind versunkene Kosten. Diese Subventionen sind weg und spielen keine Rolle mehr. Das ist Vergangenheit. HEUTE und aufabsehbare Zeit wird Strom aus Alternativen Energien ohne Subventionen in keinster Weise mit Atomstrom preislich konkurrieren können. Und nur das zählt. Das Argument der Atomkraftbefürworter, dass Atomstrom billiger sei, hat also weiter bestand.

    Der Autor macht richtige Aussagen. Er zieht aber absurde Schlüsse aus diesen rictigen Aussagen. Es gibt genug gute Gründe, gegen Atomstrom zu sein. Da muss man nicht so einen Unsinn erfinden.

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    Redaktion

    Lieber Herr Schreiber,

    Sie haben in einem Punkt recht: Regenerative Energie ist zum jetzigen Zeitpunkt teurer als Atomstrom. Die Ursache liegt aber einzig und allein daran, dass die AKWs abgeschrieben sind. Atomstrom ist nicht per se günstiger.

    Bei der Alternativen Energie wird genau dasselbe eintreten, wie bei der Atomkraft. Sie wird über die Zeit günstiger und könnte langfristig sogar billiger sein als Atomstrom jetzt. Denn: Die variablen Kosten sind bei Solar- und Windenergie niedriger als bei Strom aus Kernkraftwerken.

    Wenn man Ihrer Logik folgen würden, hieße das: Wie überlassen den Atom-Konzernen ihr Oligopol, verhindern Wettbewerb, weil wir für einen Zeitraum von vielleicht einigen Jahren vermeintlich günstigen Atomstrom bekommen.

    Die Folge: Die vier Stromkonzerne verdienen etliche Jahre zig Milliarden Euro zusätzlich. Das Geld versetzt sie in die Lage, bei den erneuerbare Energien im schlimmsten Fall erneut die Marktführerschaft zu erlangen. Die kleine Konkurrenz bleibt auf den Investitionen, die sie bereits mit Blick auf den bestehen Atomausstieg betätigt hat, sitzen.

    Die Subventionen, die die Atomenergie bekommen haben, geschenkt, haben Sie ja nicht zahlen müssen. Die Folgekosten für die notwendigen Endlager interessieren Sie wahrscheinlich auch nicht.

    Das soll sinnvoll sein?

    Liebe Grüße

    Marcus Gatzke

    ... "billiger Strom durch teueren" ersetzt. Was getan werden soll, ist der, durch die massiven staatlichen Subventionen für die Atomkonzerne sehr billigen Strom (aber für die Bürger sehr teuren, da massiv subventioniert, und da die Atomkonzerne dann halt doch 20 Cent statt 1 Cent von ihren Kunden für den Atomstrom verlangen) durch Strom zu ersetzen, der in einer Weise erzeugt wird, die nicht unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen zerstört. Dieser Strom ist per se erstmal preiswert, die Sonne scheint kostenlos für uns, der Wind weht kostenlos. Genauso ist es mit Wasserkraft und Gezeitenkraftwerken. Auch Biomasse ist nicht teuer.

    denn es werden immer die Kosten von (neuen) Windkraftanlagen mit (alten) und abgeschriebenen Atomkraftwerken verglichen (so wie Sie es auch machen)! Dieser Vergleich muss hinken! Würde man aktuelle Vergleichszahlen von Neuinvestionen heranziehen, ergäbe sich ein ganz anderes Bild. Der neue EPR wird nährungsweise 6 Mrd. Euro kosten, 3mal mehr als ein Windpark mit der gleichen Leistung! Ein AKW wird sich allerdings schwertun, auch 3mal soviel Strom zu produzieren. Und dabei sind die von einem AKW ausgehenden zusätzlichen Belastungen (Uranförderung, Anlagenrückbau und Entsorgung) in Milliardenhöhe noch nicht einmal berücksichtigt! Zu einem ähnlichen Ergebnis würde man beim Vergleich mit anderen thermischen Kraftwerken (Kohle) kommen! Andere Erneuerbare Energien sind zwar heute noch teurer, aber dass muss ja nicht immer so bleiben. Insbesondere die Photovoltaik wird ziemlich sicher noch in diesem Jahrzehnt den Schritt zur Wettbewerbsfähigkeit vollziehen. Es ist eben wichtig, dass man rechtzeitig beginnt, Alternativen aufzubauen. Auch wenn diese am Anfang der Entwicklung noch teurer sind. Eine Umstellung der Energieversorgung gelingt halt nicht über Nacht, sondern benötigt Jahrzehnte. Da ist das eine Prozent, welches die Erneuerbaren Energien jedes Jahr am Gesamtanteil zulegen, sicher nicht zuviel, sondern eher noch zu wenig!

    So so der Strom ist also billig in Deutschland...

    Vor ein paar Jahren war man da noch anderer Meinung:

    http://www.manager-magazi...

    Merkwürdigerweise steigt der Gewinn "Big four" und der Strom-Eportüberschuß seit 2003, dem Zeitpunkt an dem das Erneuerbaren-Gesetzt seine ersten Wirkungen gezeigt haben dürfte. 2008 gab es trotz der Abschaltung von zwei KKWs einen Exportüberschuß von 20TW...

    Der Kommentar ist bedenklich gemeldet.

    Dem stimme ich uneingeschränkt zu !
    Natürlich kann eine Online-Zeitung unbotmäßige Beiträge löschen.
    Das ist journalisitsche Freiheit.

    Natürlich können auch andere Teilnehmer Beiträge als bedenklich melden.
    Der Beitrag von Knut Schreiber ist durchaus bedenklich.
    Ich muß allerdings sagen, daß ich Herrn Schreiber inhaltlich zustimme und infolge meine eigene Meinung als bedenklich kennzeichnen muß.

    Es wäre schön, wenn die Zeit neben der Kennung "Der Kommentar ist bedenklich gemelde" auch den Bedenklichkeitsmelder offenlegt.

    Redaktion

    Lieber Herr Schreiber,

    Sie haben in einem Punkt recht: Regenerative Energie ist zum jetzigen Zeitpunkt teurer als Atomstrom. Die Ursache liegt aber einzig und allein daran, dass die AKWs abgeschrieben sind. Atomstrom ist nicht per se günstiger.

    Bei der Alternativen Energie wird genau dasselbe eintreten, wie bei der Atomkraft. Sie wird über die Zeit günstiger und könnte langfristig sogar billiger sein als Atomstrom jetzt. Denn: Die variablen Kosten sind bei Solar- und Windenergie niedriger als bei Strom aus Kernkraftwerken.

    Wenn man Ihrer Logik folgen würden, hieße das: Wie überlassen den Atom-Konzernen ihr Oligopol, verhindern Wettbewerb, weil wir für einen Zeitraum von vielleicht einigen Jahren vermeintlich günstigen Atomstrom bekommen.

    Die Folge: Die vier Stromkonzerne verdienen etliche Jahre zig Milliarden Euro zusätzlich. Das Geld versetzt sie in die Lage, bei den erneuerbare Energien im schlimmsten Fall erneut die Marktführerschaft zu erlangen. Die kleine Konkurrenz bleibt auf den Investitionen, die sie bereits mit Blick auf den bestehen Atomausstieg betätigt hat, sitzen.

    Die Subventionen, die die Atomenergie bekommen haben, geschenkt, haben Sie ja nicht zahlen müssen. Die Folgekosten für die notwendigen Endlager interessieren Sie wahrscheinlich auch nicht.

    Das soll sinnvoll sein?

    Liebe Grüße

    Marcus Gatzke

    ... "billiger Strom durch teueren" ersetzt. Was getan werden soll, ist der, durch die massiven staatlichen Subventionen für die Atomkonzerne sehr billigen Strom (aber für die Bürger sehr teuren, da massiv subventioniert, und da die Atomkonzerne dann halt doch 20 Cent statt 1 Cent von ihren Kunden für den Atomstrom verlangen) durch Strom zu ersetzen, der in einer Weise erzeugt wird, die nicht unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen zerstört. Dieser Strom ist per se erstmal preiswert, die Sonne scheint kostenlos für uns, der Wind weht kostenlos. Genauso ist es mit Wasserkraft und Gezeitenkraftwerken. Auch Biomasse ist nicht teuer.

    denn es werden immer die Kosten von (neuen) Windkraftanlagen mit (alten) und abgeschriebenen Atomkraftwerken verglichen (so wie Sie es auch machen)! Dieser Vergleich muss hinken! Würde man aktuelle Vergleichszahlen von Neuinvestionen heranziehen, ergäbe sich ein ganz anderes Bild. Der neue EPR wird nährungsweise 6 Mrd. Euro kosten, 3mal mehr als ein Windpark mit der gleichen Leistung! Ein AKW wird sich allerdings schwertun, auch 3mal soviel Strom zu produzieren. Und dabei sind die von einem AKW ausgehenden zusätzlichen Belastungen (Uranförderung, Anlagenrückbau und Entsorgung) in Milliardenhöhe noch nicht einmal berücksichtigt! Zu einem ähnlichen Ergebnis würde man beim Vergleich mit anderen thermischen Kraftwerken (Kohle) kommen! Andere Erneuerbare Energien sind zwar heute noch teurer, aber dass muss ja nicht immer so bleiben. Insbesondere die Photovoltaik wird ziemlich sicher noch in diesem Jahrzehnt den Schritt zur Wettbewerbsfähigkeit vollziehen. Es ist eben wichtig, dass man rechtzeitig beginnt, Alternativen aufzubauen. Auch wenn diese am Anfang der Entwicklung noch teurer sind. Eine Umstellung der Energieversorgung gelingt halt nicht über Nacht, sondern benötigt Jahrzehnte. Da ist das eine Prozent, welches die Erneuerbaren Energien jedes Jahr am Gesamtanteil zulegen, sicher nicht zuviel, sondern eher noch zu wenig!

    So so der Strom ist also billig in Deutschland...

    Vor ein paar Jahren war man da noch anderer Meinung:

    http://www.manager-magazi...

    Merkwürdigerweise steigt der Gewinn "Big four" und der Strom-Eportüberschuß seit 2003, dem Zeitpunkt an dem das Erneuerbaren-Gesetzt seine ersten Wirkungen gezeigt haben dürfte. 2008 gab es trotz der Abschaltung von zwei KKWs einen Exportüberschuß von 20TW...

    Der Kommentar ist bedenklich gemeldet.

    Dem stimme ich uneingeschränkt zu !
    Natürlich kann eine Online-Zeitung unbotmäßige Beiträge löschen.
    Das ist journalisitsche Freiheit.

    Natürlich können auch andere Teilnehmer Beiträge als bedenklich melden.
    Der Beitrag von Knut Schreiber ist durchaus bedenklich.
    Ich muß allerdings sagen, daß ich Herrn Schreiber inhaltlich zustimme und infolge meine eigene Meinung als bedenklich kennzeichnen muß.

    Es wäre schön, wenn die Zeit neben der Kennung "Der Kommentar ist bedenklich gemelde" auch den Bedenklichkeitsmelder offenlegt.

  2. Endlich! Es wurde ja auch buchstäblich ZEIT, dass mal ganz vorne an steht, für wen ( und ausschließlich ) Atomstrom so "billig" ist.

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    ... ich glaubs nicht, ist die Anzeigenwelle abgeflaut und die Medien nutzen die Lücke um zur Abwechslung mal ihrer eigentlichen Aufgabe zu frönen? Sehr positiv.

    ... ich glaubs nicht, ist die Anzeigenwelle abgeflaut und die Medien nutzen die Lücke um zur Abwechslung mal ihrer eigentlichen Aufgabe zu frönen? Sehr positiv.

  3. Mehr Konkurrenz wäre natürlich eine gute Sache. Aber gerade da die Stadtwerke viel in ereuerbare Energie investiert haben ist nicht mit sinkenden Preisen zu rechnen. Durch die Atomkraft wird ja gerade die Marktmacht der großen 4 zementiert weil die Atomkraft so billig ist. Da die können die Stadtwerke einfach nicht mithalten (ganz besonders nicht mit erneuerbarer Energie).

    Sich dann aber von Konkurrenten die teurer sind als die heutigen Stromanbieter billigere Preise zu erwarten ist utopisch.

    Auch sollte man nicht vergessen, dass nur ca. 1/3 der Stromkosten auf die Stromerzeugung entfällt. Der Rest sind Verwaltung, Netzinfrastruktur und Steuern. Daran lässt sich aber auch mit erneuerbaren Energien nichts sparen.

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    Das Geld für die Netzinfrastruktur kassieren die Inhaber der Netze, also auch meist die 4 Großen Konzerne. Das Stromnetz bauen sie seit Jahren nicht ausreichend aus und erneuern es auch nicht genug. Lieber verbuche sie das Geld als gewinne und missbrauchen das Geld so mit auch noch. Und wenn sie das Netz ausbauen dann nur da wo es ihnen nutzt und keinen anderen. Warum muss ein Windrad oft abgeschaltet werden weil das Stromnetz es nicht aushält. Zum teil 20-30% mehr Strom erzeugen könnte übers Jahr gesehen. Aber die Leitung schon voll sind mit Atomstrom, Kohlestrom oder sonst was. Eigentlich sind sie dazu verpflichtet den erneuerbaren Energien vorfahrt zu gewähren aber man hat die so genannte Grundlast die nicht runter gefahren werden kann bei dieser Art von Kraftwerken.

    Das Geld für die Netzinfrastruktur kassieren die Inhaber der Netze, also auch meist die 4 Großen Konzerne. Das Stromnetz bauen sie seit Jahren nicht ausreichend aus und erneuern es auch nicht genug. Lieber verbuche sie das Geld als gewinne und missbrauchen das Geld so mit auch noch. Und wenn sie das Netz ausbauen dann nur da wo es ihnen nutzt und keinen anderen. Warum muss ein Windrad oft abgeschaltet werden weil das Stromnetz es nicht aushält. Zum teil 20-30% mehr Strom erzeugen könnte übers Jahr gesehen. Aber die Leitung schon voll sind mit Atomstrom, Kohlestrom oder sonst was. Eigentlich sind sie dazu verpflichtet den erneuerbaren Energien vorfahrt zu gewähren aber man hat die so genannte Grundlast die nicht runter gefahren werden kann bei dieser Art von Kraftwerken.

  4. und Ihren Lobbyisten - die ganze Kiste ist doch so durchschaubar wie jene vermeidlich spontane Anzeigenkampange von Ackermann und Co -
    Merkel bleibt hart und Deutschland hat Sie wieder lieb -
    und der "kleine Mann" zahlt und zahlt und ..........

    Das ist Deutschland

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    Der kleine Mann zahlt vor allem für grüne, "Die Zeit" lesende Besserverdiener, die sich schöne Photovoltaianlagen aufs Dach setzen, die sich nur dank exzessiver Steuersubventionen rechnen.

    Der kleine Mann ist auch derjenige, der am ehesten draufzahlen wird, wenn billiger Atomstrom durch teuren Strom aus Alternativen Energie ersetzt wird. Und es ist auch der kleine Arbeitnehmer in der Industrie, der mit seinem Arbeitsplatz dafür bezahlen wird, dass ohne Atomkraft die Energiekosten für unsere Industrie massiv steigen werden.

    Aber manch einem sind seine Vorurteile eben wichtiger als seine Interessen ;)

    Der kleine Mann zahlt vor allem für grüne, "Die Zeit" lesende Besserverdiener, die sich schöne Photovoltaianlagen aufs Dach setzen, die sich nur dank exzessiver Steuersubventionen rechnen.

    Der kleine Mann ist auch derjenige, der am ehesten draufzahlen wird, wenn billiger Atomstrom durch teuren Strom aus Alternativen Energie ersetzt wird. Und es ist auch der kleine Arbeitnehmer in der Industrie, der mit seinem Arbeitsplatz dafür bezahlen wird, dass ohne Atomkraft die Energiekosten für unsere Industrie massiv steigen werden.

    Aber manch einem sind seine Vorurteile eben wichtiger als seine Interessen ;)

    • huhi
    • 26.08.2010 um 16:02 Uhr

    Der Kommentar ist völlig daneben und bar jeder ökonomischen Vernunft!
    "Viele Stadtwerke haben sich bereits auf den Atomausstieg eingestellt und in erneuerbare Energie investiert. Ihre Marktchancen werden bei längeren Laufzeiten für viele Jahre im Keim erstickt."
    --> dann hat man halt aufs falsche Pferd gesetzt! Soll man Fehlentscheidungen noch staatlicherseits fördern?
    "Die Atomindustrie wurde von 1950 bis 2008 mit 165 Milliarden Euro unterstützt. Nur deshalb kann Atomstrom so günstig produziert werden. Der Preisvorteil kommt aber gar nicht beim Verbraucher an."
    --> diese Subventionen, egal wie man dazu steht, sind "sunk costs" und damit irrelevant. Einzig wichtig ist: Übermässige Gewinne der Konzerne gilt es staatlicherseits abzuschöpfen und keine weiteren Subventionen sollten fliessen. Ansonsten sollte man nach Kosten-Nutzen Erwägungen Atomstrom nutzen, möglicherweise auch ausbauen!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ist es, die da aus Ihrem Kommentar spricht.

    Ganz egal, wie man persönlich zur Kernenergie und deren Fortsetzung stehen mag: Die kommmunalen Energieversorger haben sich auf eine - später in Gesetz gegossene - Vereinbarung des Staates mit den vier grossen Energieunternehmen eingestellt, wenn sie entsprechend investiert haben.

    Sie gingen bei dieser Vereinbarung - offenbar fälschlicherweise - von der Redlichkeit der Energieversorger aus, diese abgeschlossenen Vereinbarungen bei anderen politischen Mehrheiten nicht wieder umgehend brechen zu wollen.

    Wenn sich also aufgrund von politischer Unsicherheit einerseits sowie mangelnder Kontinuität der "Energieriesen" andererseits die Investitionen der Stadtwerke nicht rechnen, ist das KEINE Fehlentscheidung im unternehmerischen Sinne, so sehr Sie das hier mit blumigen Formulierungen wie "aufs falsche Pferd gesetzt" auch gerne anderen Usern einzureden versuchen.

    Die mangelnde Planungssicherheit der Investitionen (aufgrund der Handlungen des Gesetzgebers) war für die Stadtwerke in diesem Umfang so nämlich nicht abzusehen -
    oder erinnern Sie sich an bürgerliche Wahlkämpfe in den Jahren 2002-2008, in denen
    offensiv eine weitreichende Laufzeitverlängerung propagiert wurde?
    Wenn ja, verlinken Sie doch bitte entsprechendes Wahlkampfmaterial, bevor Sie hochmütig anderen zu VWL-Kursen raten.

    @huhi, S.1

    "Ökonomische Vernunft" - Zwei Wörter, die unvereinbarer nicht sein können. Das ist nun wirklich eine Pervertierung des Vernunftbegriffes.

    ist es, die da aus Ihrem Kommentar spricht.

    Ganz egal, wie man persönlich zur Kernenergie und deren Fortsetzung stehen mag: Die kommmunalen Energieversorger haben sich auf eine - später in Gesetz gegossene - Vereinbarung des Staates mit den vier grossen Energieunternehmen eingestellt, wenn sie entsprechend investiert haben.

    Sie gingen bei dieser Vereinbarung - offenbar fälschlicherweise - von der Redlichkeit der Energieversorger aus, diese abgeschlossenen Vereinbarungen bei anderen politischen Mehrheiten nicht wieder umgehend brechen zu wollen.

    Wenn sich also aufgrund von politischer Unsicherheit einerseits sowie mangelnder Kontinuität der "Energieriesen" andererseits die Investitionen der Stadtwerke nicht rechnen, ist das KEINE Fehlentscheidung im unternehmerischen Sinne, so sehr Sie das hier mit blumigen Formulierungen wie "aufs falsche Pferd gesetzt" auch gerne anderen Usern einzureden versuchen.

    Die mangelnde Planungssicherheit der Investitionen (aufgrund der Handlungen des Gesetzgebers) war für die Stadtwerke in diesem Umfang so nämlich nicht abzusehen -
    oder erinnern Sie sich an bürgerliche Wahlkämpfe in den Jahren 2002-2008, in denen
    offensiv eine weitreichende Laufzeitverlängerung propagiert wurde?
    Wenn ja, verlinken Sie doch bitte entsprechendes Wahlkampfmaterial, bevor Sie hochmütig anderen zu VWL-Kursen raten.

    @huhi, S.1

    "Ökonomische Vernunft" - Zwei Wörter, die unvereinbarer nicht sein können. Das ist nun wirklich eine Pervertierung des Vernunftbegriffes.

  5. 165 Milliarden Subventionen sind heftig. Interessant wäre auch zu wissen wer für die Kosten des Atommülls aufkommt und wie hoch diese Kosten sind, auch in ferner Zukunft.
    Warum wird das immer vergessen, wenn über Atomkraft debattiert wird?

  6. Redaktion

    Lieber Herr Schreiber,

    Sie haben in einem Punkt recht: Regenerative Energie ist zum jetzigen Zeitpunkt teurer als Atomstrom. Die Ursache liegt aber einzig und allein daran, dass die AKWs abgeschrieben sind. Atomstrom ist nicht per se günstiger.

    Bei der Alternativen Energie wird genau dasselbe eintreten, wie bei der Atomkraft. Sie wird über die Zeit günstiger und könnte langfristig sogar billiger sein als Atomstrom jetzt. Denn: Die variablen Kosten sind bei Solar- und Windenergie niedriger als bei Strom aus Kernkraftwerken.

    Wenn man Ihrer Logik folgen würden, hieße das: Wie überlassen den Atom-Konzernen ihr Oligopol, verhindern Wettbewerb, weil wir für einen Zeitraum von vielleicht einigen Jahren vermeintlich günstigen Atomstrom bekommen.

    Die Folge: Die vier Stromkonzerne verdienen etliche Jahre zig Milliarden Euro zusätzlich. Das Geld versetzt sie in die Lage, bei den erneuerbare Energien im schlimmsten Fall erneut die Marktführerschaft zu erlangen. Die kleine Konkurrenz bleibt auf den Investitionen, die sie bereits mit Blick auf den bestehen Atomausstieg betätigt hat, sitzen.

    Die Subventionen, die die Atomenergie bekommen haben, geschenkt, haben Sie ja nicht zahlen müssen. Die Folgekosten für die notwendigen Endlager interessieren Sie wahrscheinlich auch nicht.

    Das soll sinnvoll sein?

    Liebe Grüße

    Marcus Gatzke

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    • huhi
    • 26.08.2010 um 16:26 Uhr

    Sie verrennen sich immer tiefer. Ähnlich Ihrem Zeit-Kollegen Fritz Vorholz, von dem man interessanterweise nicht mehr viel hört.
    Ihr einziges Argument das zieht: Oligopolmacht. Da sollte dann eben staatlicherseits über Besteuerung eingegriffen werden!

    Lieber Herr Gatzke,

    natürlich ist Atomstrom billiger, weil die AKWs abgeschrieben wurden. Das ist überhaupt keine Einschränkung für meine Argumentation. Im Gegenteil, gerade weil die AKWs bereits abgeschrieben wurden, sollten wir sie weiter "melken".

    Alternativen Enegien werden auch günstiger werden. Ob sie dann aber billiger sein werden als Atomstrom, ist mehr als fraglich. Auf absehbare Zeit wird das nicht der Fall sein. Ihre Argumentation gegen das Argument der Atomkraftbefürworter, dass Atomstrom billiger sei, läuft damit ins Leere.

    Was "meine Logik" angeht, waren Sie äußerst voreilig. Dazu habe ich nämlich herzlich wenig geschrieben. Vielmehr habe ich mich zu "Ihrer Logik" geäußert. Auch Ihre Unterstellungen im letzten Absatz zeugen nicht davon, dass Sie richtig mit Kritik umgehen können. Ich habe mich zu der Entsorgungsfrage nicht geäußert. Und ob ich die Subventionen für Atomkraft bezahlt habe, spielt für meine Argumentation keine Rolle. Ich halte sie deshalb für irrelevant, weil ich nun mal nicht in die Vergangenheit reisen und diese Subvention ungeschehen machen kann. Ich empfehle, "sunk costs" nachzuschlagen. Versunkene Kosten spielen bei einer Alternativenwahl keine Rolle.

    Der Problematik, dass die Energieoligopolisten aus ihren Oligopolgewinnen ein neues Oligopol bei den Alternativen Energien aufbauen könnten, kann man begegnen, indem man diese Oligopolgewinne abschöpft. Auf billigen Atomstrom muss man deswegen nicht verzichten.

    Mfg Knut Schreiber

    • huhi
    • 26.08.2010 um 16:26 Uhr

    Sie verrennen sich immer tiefer. Ähnlich Ihrem Zeit-Kollegen Fritz Vorholz, von dem man interessanterweise nicht mehr viel hört.
    Ihr einziges Argument das zieht: Oligopolmacht. Da sollte dann eben staatlicherseits über Besteuerung eingegriffen werden!

    Lieber Herr Gatzke,

    natürlich ist Atomstrom billiger, weil die AKWs abgeschrieben wurden. Das ist überhaupt keine Einschränkung für meine Argumentation. Im Gegenteil, gerade weil die AKWs bereits abgeschrieben wurden, sollten wir sie weiter "melken".

    Alternativen Enegien werden auch günstiger werden. Ob sie dann aber billiger sein werden als Atomstrom, ist mehr als fraglich. Auf absehbare Zeit wird das nicht der Fall sein. Ihre Argumentation gegen das Argument der Atomkraftbefürworter, dass Atomstrom billiger sei, läuft damit ins Leere.

    Was "meine Logik" angeht, waren Sie äußerst voreilig. Dazu habe ich nämlich herzlich wenig geschrieben. Vielmehr habe ich mich zu "Ihrer Logik" geäußert. Auch Ihre Unterstellungen im letzten Absatz zeugen nicht davon, dass Sie richtig mit Kritik umgehen können. Ich habe mich zu der Entsorgungsfrage nicht geäußert. Und ob ich die Subventionen für Atomkraft bezahlt habe, spielt für meine Argumentation keine Rolle. Ich halte sie deshalb für irrelevant, weil ich nun mal nicht in die Vergangenheit reisen und diese Subvention ungeschehen machen kann. Ich empfehle, "sunk costs" nachzuschlagen. Versunkene Kosten spielen bei einer Alternativenwahl keine Rolle.

    Der Problematik, dass die Energieoligopolisten aus ihren Oligopolgewinnen ein neues Oligopol bei den Alternativen Energien aufbauen könnten, kann man begegnen, indem man diese Oligopolgewinne abschöpft. Auf billigen Atomstrom muss man deswegen nicht verzichten.

    Mfg Knut Schreiber

  7. Der kleine Mann zahlt vor allem für grüne, "Die Zeit" lesende Besserverdiener, die sich schöne Photovoltaianlagen aufs Dach setzen, die sich nur dank exzessiver Steuersubventionen rechnen.

    Der kleine Mann ist auch derjenige, der am ehesten draufzahlen wird, wenn billiger Atomstrom durch teuren Strom aus Alternativen Energie ersetzt wird. Und es ist auch der kleine Arbeitnehmer in der Industrie, der mit seinem Arbeitsplatz dafür bezahlen wird, dass ohne Atomkraft die Energiekosten für unsere Industrie massiv steigen werden.

    Aber manch einem sind seine Vorurteile eben wichtiger als seine Interessen ;)

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    auf Menschen zu stoßen, die allen Ernstes immer noch zu glauben scheinen, die fossilen und mineralischen Ressourcen dieses Planeten seien unendlich. Hat der "kleine Mann" Kurt Schreiber sich mal informiert, welche Verwüstungen (vom Energieaufwand will ich gar nicht reden) inzwischen angestellt werden, um die um das immer rarer werdende Uran auszubuddeln? Und falls der "kleine Mann" Nachkommen hat: Schon mal darüber nachgedacht, was denen blüht, wenn beim ersten Anzeichen des endgültigen "Pulle leer" die Preise für Öl, Gas und Uran (zusätzlich befördert durch freundliche Mitwirkung des Spekulantengesindels) in astronomische Höhen schießen, ohne dass alternative Energiequellen schon bereitstehen?

    Ich hoffe jedenfalls aufgrund meines Alters, dies nicht mehr erleben zu müssen.

    auf Menschen zu stoßen, die allen Ernstes immer noch zu glauben scheinen, die fossilen und mineralischen Ressourcen dieses Planeten seien unendlich. Hat der "kleine Mann" Kurt Schreiber sich mal informiert, welche Verwüstungen (vom Energieaufwand will ich gar nicht reden) inzwischen angestellt werden, um die um das immer rarer werdende Uran auszubuddeln? Und falls der "kleine Mann" Nachkommen hat: Schon mal darüber nachgedacht, was denen blüht, wenn beim ersten Anzeichen des endgültigen "Pulle leer" die Preise für Öl, Gas und Uran (zusätzlich befördert durch freundliche Mitwirkung des Spekulantengesindels) in astronomische Höhen schießen, ohne dass alternative Energiequellen schon bereitstehen?

    Ich hoffe jedenfalls aufgrund meines Alters, dies nicht mehr erleben zu müssen.

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