Laufzeiten Die Knackpunkte im Atomstreit
Die Debatte um eine Verlängerung der Atomlaufzeiten geht in die heiße Phase. Die Koalition ist dabei alles andere als einig. Ein Überblick über die offenen Fragen
Der Streit um die Atomenergie geht in der Regierung in die letzte Runde. Ende der Woche sollen die Energieszenarien vorliegen, die das Kabinett bei mehreren Forschungsinstituten bestellt hat. Kommende Woche will das Kabinett über den Haushalt 2011 und die damit verbundenen Sparbeschlüsse entscheiden. Und Ende September soll dann das Energiekonzept der Regierung vorliegen. Derzeit wird vor allem darüber gestritten, wie viel die Energiekonzerne für eine Laufzeitverlängerung bezahlen, in welcher Form sie das tun sollen, und wie das Geld verwendet werden soll.
Was steht im Koalitionsvertrag?
Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP heißt es: "Die Kernenergie ist eine Brückentechnologie, bis sie durch erneuerbare Energien verlässlich ersetzt werden kann. (…) Dazu sind wir bereit, die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke unter Einhaltung der strengen deutschen und internationalen Sicherheitsstandards zu verlängern." Weiter heißt es: "In einer möglichst schnell zu erzielenden Vereinbarung mit den Betreibern werden zu den Voraussetzungen einer Laufzeitverlängerung nähere Regelungen getroffen (u. a. Betriebszeiten der Kraftwerke, Sicherheitsniveau, Höhe und Zeitpunkt eines Vorteilsausgleichs, Mittelverwendung zur Erforschung vor allem von erneuerbaren Energien, insbesondere von Speichertechnologien)."
Was ist mit Brückentechnologie gemeint?
Das wird von den Vertretern der Koalitionsparteien in Süd- und in Norddeutschland unterschiedlich beantwortet. Während der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) darunter eine Laufzeitverlängerung zwischen zehn und 20 Jahren versteht, hält Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) acht Jahre für genug. Auf der anderen Seite stehen die Südumweltminister Tanja Gönner (Baden-Württemberg), Silke Lautenschläger (Hessen) und Markus Söder (Bayern), die gar keine Jahreszahl nennen wollen, sondern die Anlagen so lange weiterlaufen lassen wollen, "wie sie sicher sind".
Was passiert mit den zusätzlichen Gewinnen aus einer möglichen Laufzeitverlängerung?
Die
Schätzungen über die möglichen Zusatzgewinne durch eine Laufzeitverlängerung
variieren. Die Landesbank Baden-Württemberg rechnet mit zwischen 4,4 und 3,57 Milliarden Euro pro Jahr für alle Kraftwerke. Die Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Claudia Kemfert, erwartet etwa 6,5 Milliarden Euro jährlicher Zusatzgewinne. Das Ökoinstitut kam bei einer angenommenen achtjährigen Laufzeitverlängerung auf Zusatzgewinne von 5,75 Milliarden Euro jährlich. Sicher ist, dass die Bundesregierung die Energiekonzerne mit 2,3 Milliarden Euro netto jährlich an der Konsolidierung des Haushalts beteiligen will. Dafür hat Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) einen Gesetzentwurf zur Einführung einer Brennelementesteuer vorgelegt.
Gleichzeitig verhandelt die Regierung aber mit den vier Atomkraftwerksbetreibern über eine Alternativlösung, beispielsweise einen öffentlich-rechtlichen Vertrag. Da eine Steuer jedoch nicht gezielt für den Ausbau und die Erforschung erneuerbarer Energien eingesetzt werden kann, wie das der Koalitionsvertrag fordert, wird weiterhin darüber gestritten, ob die Energiekonzerne über die 2,3 Milliarden Euro hinaus dafür zur Kasse gebeten werden sollen. Die Konzerne argumentieren, schon die Steuer schöpfe ihre Gewinne bis zu 80 Prozent ab. Viele Unionspolitiker halten jedoch das Argument, dass die Laufzeitverlängerung den erneuerbaren Energien zugute komme, für unverzichtbar.
- Datum 25.08.2010 - 10:20 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Das Wissen um die Mövenpick-Partei gehört ja inzwischen zum Allgemeingut.
Jetzt outen sich die "C"-Parteien nocheinmal als strahlende Fuhls-Krümmel-Atombüttel-Parteien.
Ob das Stimmen bei den nächsten Wahlen bringen wird ??
Was wurde aus der Zusage, nur sichere Kernkraftwerke weiter laufen zu lassen?
Heißt dies, dass Alt-Anlagen, die nicht auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik stehen sofort abgeschaltet werden? Das nur solche Kraftwerke weiter laufen dürfen, die einen Sicherheitsbehälter aus Beton haben, der ausreicht um einen gezielten Absturz eines Jumbos auszuhalten? Werden Kraftwerke die unsicher sind stillgelegt, weil sie keine unabhängige Notstandswarte haben, oder weil der nukleare Kühlkreislauf dem Sicherheitsbehälter verlässt?
Ich hoffe, dass das Versprechen auf die Sicherheit zu achten eingehalten wird. Das Kraftwerke die nicht mehr dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik genügen werden sofort abgeschaltet werden. Ich wünsche mir eine ZEIT, die zur Vorstellung des Energiekonzeptes fragt, wo es Rabatt bei der Sicherheit zu den oben genannten Fragen geben könnte, oder ob sich unsere Regierung nur versprochen hat.
Zum Hintergrund:
http://www.ausgestrahlt.d...
was in der diskussion untergeht, ist dass das hier entstandene co2, ist es ersteinmal in der atmosphäre, von dort nicht mehr heruntergebracht werden kann und somit zum endlager wird - dies sollte man bedenken, wenn man darüber spricht die akws abzuschalten, denn die alternativen wären neue akws in z.b. frankreich oder der bau neuer fossiler kraftwerke, was einen zusätlichen co2-austosß von ca. 160 mio. tonnen / jahr bedeuten würde
habe leider meinen kommentar an der falschen stelle plaziert:
das frauenhofer institut fuer windenergie und energiesystemtechnik (IWES) in kassel hat eine studie mit dem zentrum fuer sonnenenergie- und wasserstoff-forschung (ZSW) in stuttgart erstellt: siehe "solarzeitalter" 1/2010.
die stromspitzen aus den windparks,solaranlagen und ... lassen sich ueber elektrolyse in wasserstoff und sauerstoff aufspalten. der wasserstoff wird mit kohledioxid zu methan (erdgas) gewandelt. dieses kann in den vorhandenen und zu erweiternden gasnetzen und gasspeichern fuer "schlechte wind- oder sonnen-zeiten" gelagert werden, um dann wieder in gaskraftwerken eingesetzt zu werden.
Wem an einer bündigen Zusammenfassung des Themas gelegen ist, kann sich online die Sendung scobel vom 15.4.2010 mit dem Titel "Zukunft Kernenergie?" anschauen:
http://www.3sat.de/page/?...
bzw.
http://www.3sat.de/mediat...
Es lohnt sich.
Ab wann soll denn die Brennelementesteuer erhoben werden?
Sofort oder erst ab 2022?
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