Lobbyismus Die strahlenden Sieger der Atomlobby
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Erfolge werden nicht gefeiert, sondern heruntergespielt

Teyssen hält sich geradezu mustergültig an eine eiserne Regel im Lobbygeschäft: Erfolge werden nicht gefeiert – sondern heruntergespielt.

Der Erfolg des Aufbegehrens liegt dabei voll im Trend: Denn Unternehmen finden sich immer öfter zu neuen, auch branchenübergreifenden Interessengruppen zusammen. Zu diesem Ergebnis kommt die Hans Böckler Stiftung in einer Studie zum Thema "Lobbying von Unternehmen".

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Das hat Konsequenzen: Allein in Berlin gibt es inzwischen mehr als 100 Firmenrepräsentanten, beinahe alle Dax-30-Unternehmen sind vor Ort. Die Folge: Das Know-how der Unternehmen über politische Prozesse und deren Korrigierbarkeit ist in den vergangenen Jahren rapide gestiegen. Das Vorgehen der Energiebosse belegt das eindrucksvoll. Über deren Anzeigenkampagne berichtete selbst die Boulevardpresse – obwohl das normalerweise nicht zu ihrem klassischen Repertoire gehört.

Das Engagement der Wirtschaft hat einen handfesten Hintergrund: "Die politischen Rahmenbedingungen werden für den Unternehmenserfolg immer wichtiger", sagt Klaus Dittko, Geschäftsführer der PR-Agentur Scholz & Friends Agenda. Lobbyarbeit wird also zur Chefsache.

Und folglich müssen die Bosse mitunter direkt an die Front. "Das hat natürlich den unangenehmen Effekt, dass sie auch die direkte Rückkopplung abbekommen", sagt Pleon-Partner Frank Behrendt. Doch nicht jeder CEO ist medial vorzeigbar und verträgt viel Feedback. Diese Kriterien aber haben längst Einfluss auf die künftige Wahl der Unternehmenschefs, versichern Personalberater.

Auch die Tonlage der Lobbyisten hat sich verändert. "Sie ist viel lauter geworden, und die Argumente sind weitaus zugespitzter – anders dringt man medial nicht mehr durch", sagt Pleon-Partner Behrendt. Fernab des lauten Getrommels gibt es allerdings weiterhin die leisen Gespräche, auch wenn sie seltener werden. "Denken Sie nur an die Hotels und die Mehrwertsteuer, da hat man nichts von mitbekommen", sagt Michael Schröder, Geschäftsführer der PR-Agentur WBPR.

(Erschienen im Handelsblatt)

 
Leser-Kommentare
  1. ... wie die Lobby hier ausnahmsweise mal für unser aller Interessen gekämpft hat. Im Ausland (z. B. Frankreich) stand und steht man nämlich schon bereit, um neue Atomkraftwerke hochzuziehen, um uns "gnädigerweise" Strom verkaufen zu können. Wo sollte er in den nächsten jahren auch sonst herkommen?!

    Was das produzierende Gewerbe hier vor allem trifft, sind nicht einmal die Personalkosten, sondern die Energiekosten. Letztendlich werden alle gewusst haben, dass ein frühzeitiger Ausstieg Wahnsinn gewesen wäre.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    auch die Firmen der erneuerbare Energien.
    Jedoch werden die erneuerbaren Energien immer billiger und alle anderen teurer. Von Endlagerkosten speziell der Kernenergie (oder bald CCS) haben wir dabei noch gar nicht gesprochen....
    Die Stromlücke ist nur Angstgespinst der großen Energiekonzerne und ihrer Jünger (genauso wie die GAU-Warnungen der Atomgegner, Kernenergie hat schon genug Nachteile, da braucht es nichtmal einen GAU).
    Als wissenswerte Zahl: in Norwegen gibt es 85 TWh wirtschaftlich erschließbares Stromspeicherpotenzial (sie unten)!

    Lesen sie sich die "Aktuelle Stellungnahme Nr. 15:100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050: klimaverträglich, sicher, bezahlbar" des Sachverständigenrats für Umweltfragen (www.umweltrat.de) durch.
    „Deutschland kann im Jahr 2050 zu hundert Prozent klimaschonend mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden.“
    „Für die Übergangszeit sind weder Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke noch neue Kohlekraftwerke erforderlich. Die Brücke zu den erneuerbaren Energien steht bereits“.

    Sind nicht die jüngsten Gutachten der Bundesregierung zu dem Ergebnis gekommen, dass Atomstrom keine Auswirkungen auf den Strompreis hat? Damit wäre Ihr Argument hinfällig.
    Zumal die 10% Atomstrom doch locker in 10 Jahren ersetzbar sein müssten.
    Andererseits finde ich eine erneute überschaubare Verlängerung um 10 Jahre auch keinen Beinbruch. Am Problem der Endlagerung ändert das nicht mehr viel und wenn man den Gewinn ordentlich abschöpft lassen sich vielleicht einige Gute Dinge damit anstellen.

    • WiKa
    • 07.09.2010 um 12:46 Uhr

    Um bei einer Analogie zu bleiben: Wenn alle ihren Nächsten gefährden oder gar schädigen, darf man bei derlei Gebaren nicht außen vor stehen, weil man sich damit eine Chance vergeben könnte. So interpretiere ich ihre Aussage. Dies ist also mit Bezug auf eine Wirtschaftsschlacht und reinen Verdienstinteressen korrekt. Und wer wagt den Blick auf das Große und Ganze? Die enormen Folgekosten und ungeklärte Endlagerung. Sagen Sie da auch, ach da wird unseren Enkeln schon noch was einfallen … wenn sie nicht gerade verstrahlt sind?

    Ich finde diesen vermeintlichen Atomkompromiss im höchsten Maße bedenklich und in keiner Weise Zukunftsorientiert, sondern ausschließlich Profitinteressiert. Damit vergeben wir eine weiter Chance uns zeitnah zu bemühen von dieser Technologie wegzukommen, damit wird das Thema und ein möglicher Druck zu regenerativen Energien und zur Energieeffizienz gleich mit auf die lange Bank geschoben.

    Und wo ist jetzt die Lobby für den Normalbürger? Offensichtlich hat der keine, weil er sich die nicht leisten kann. Also spalten wir die Gesellschaft weiter zugunsten derer die sich die Politiker kaufen können und das Fußvolk kann bei der nächsten Wahl erneut entscheiden, ob sie vom Teufel oder vom Beelzebub regiert werden möchten.

    Insoweit darf man sagen, ja, die Wirtschaft hat gewonnen und der Mensch an sich verloren, weil es nach meiner Einschätzung bislang durchaus Konsens war sich von dieser Technologie zeitnah zu verabschieden.

    klingt das alles seltsam, was Sie da ins Feld führen.

    Deutschland ist einer von Europas größten StromEXPORTEUREN und da werden die Atommeiler zwar ihren Teil zu beitragen. Sie abzuschalten würde uns aber nicht in fremde Abhängigkeit stürzen, schießlich sind schon neue KohleKWs im Bau. Und Kohle ist bekanntlich für das Klima besonders schlimm, da stimme ich zu. Aber mit neuen Verfahren wird das Kohlendioxid-Problem früher oder später kontrollierbar. Die radioaktiven Berge Atommüll dagegen dürften uns auch in 500 Jahren noch auf Trapp halten, denn so wie bei uns die Endlagersuche läuft... Naja, am Ende landets hoffentlich bei der Merkel im Vorgarten.

    Und das Energiekosten die Personalkosten übersteigen mag bei der Zementproduktion oder der Stahl- und Aluindustrie stimmen... Auf einen "normal"-energieabhängigen Betrieb umgelegt, ist Ihre Aussage schlichtweg vollkommen falsch.

    Klingt ein bisschen nach Lobbyarbeit, dabei haben Sie doch gewonnen ; )

    • Saxe67
    • 08.09.2010 um 7:09 Uhr

    ...preiswerten Atomstrom zu Verfügung zu stellen. Dafür sollen wir dankbar sein ?! Ich ahne schon, was die nächsten Castor-Transporte kosten. Und wieviel Steuermillarden sind schon für die Erkundung von Forschungsbergwerken draufgegangen? Und wieviel wird das noch kosten? Uns und die nächsten 50 Generationen. Der Haken an der Sache ist einfach die Mär vom END-lager. In Zeiten von zusammenfallenden Stadtarchiven und Betonkrebs auf den Autobahnen ist es geradezu lächerlich ein Bauwerk für mindestens 50.000 Jahre für sicher zu erklären.

    auch die Firmen der erneuerbare Energien.
    Jedoch werden die erneuerbaren Energien immer billiger und alle anderen teurer. Von Endlagerkosten speziell der Kernenergie (oder bald CCS) haben wir dabei noch gar nicht gesprochen....
    Die Stromlücke ist nur Angstgespinst der großen Energiekonzerne und ihrer Jünger (genauso wie die GAU-Warnungen der Atomgegner, Kernenergie hat schon genug Nachteile, da braucht es nichtmal einen GAU).
    Als wissenswerte Zahl: in Norwegen gibt es 85 TWh wirtschaftlich erschließbares Stromspeicherpotenzial (sie unten)!

    Lesen sie sich die "Aktuelle Stellungnahme Nr. 15:100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050: klimaverträglich, sicher, bezahlbar" des Sachverständigenrats für Umweltfragen (www.umweltrat.de) durch.
    „Deutschland kann im Jahr 2050 zu hundert Prozent klimaschonend mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden.“
    „Für die Übergangszeit sind weder Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke noch neue Kohlekraftwerke erforderlich. Die Brücke zu den erneuerbaren Energien steht bereits“.

    Sind nicht die jüngsten Gutachten der Bundesregierung zu dem Ergebnis gekommen, dass Atomstrom keine Auswirkungen auf den Strompreis hat? Damit wäre Ihr Argument hinfällig.
    Zumal die 10% Atomstrom doch locker in 10 Jahren ersetzbar sein müssten.
    Andererseits finde ich eine erneute überschaubare Verlängerung um 10 Jahre auch keinen Beinbruch. Am Problem der Endlagerung ändert das nicht mehr viel und wenn man den Gewinn ordentlich abschöpft lassen sich vielleicht einige Gute Dinge damit anstellen.

    • WiKa
    • 07.09.2010 um 12:46 Uhr

    Um bei einer Analogie zu bleiben: Wenn alle ihren Nächsten gefährden oder gar schädigen, darf man bei derlei Gebaren nicht außen vor stehen, weil man sich damit eine Chance vergeben könnte. So interpretiere ich ihre Aussage. Dies ist also mit Bezug auf eine Wirtschaftsschlacht und reinen Verdienstinteressen korrekt. Und wer wagt den Blick auf das Große und Ganze? Die enormen Folgekosten und ungeklärte Endlagerung. Sagen Sie da auch, ach da wird unseren Enkeln schon noch was einfallen … wenn sie nicht gerade verstrahlt sind?

    Ich finde diesen vermeintlichen Atomkompromiss im höchsten Maße bedenklich und in keiner Weise Zukunftsorientiert, sondern ausschließlich Profitinteressiert. Damit vergeben wir eine weiter Chance uns zeitnah zu bemühen von dieser Technologie wegzukommen, damit wird das Thema und ein möglicher Druck zu regenerativen Energien und zur Energieeffizienz gleich mit auf die lange Bank geschoben.

    Und wo ist jetzt die Lobby für den Normalbürger? Offensichtlich hat der keine, weil er sich die nicht leisten kann. Also spalten wir die Gesellschaft weiter zugunsten derer die sich die Politiker kaufen können und das Fußvolk kann bei der nächsten Wahl erneut entscheiden, ob sie vom Teufel oder vom Beelzebub regiert werden möchten.

    Insoweit darf man sagen, ja, die Wirtschaft hat gewonnen und der Mensch an sich verloren, weil es nach meiner Einschätzung bislang durchaus Konsens war sich von dieser Technologie zeitnah zu verabschieden.

    klingt das alles seltsam, was Sie da ins Feld führen.

    Deutschland ist einer von Europas größten StromEXPORTEUREN und da werden die Atommeiler zwar ihren Teil zu beitragen. Sie abzuschalten würde uns aber nicht in fremde Abhängigkeit stürzen, schießlich sind schon neue KohleKWs im Bau. Und Kohle ist bekanntlich für das Klima besonders schlimm, da stimme ich zu. Aber mit neuen Verfahren wird das Kohlendioxid-Problem früher oder später kontrollierbar. Die radioaktiven Berge Atommüll dagegen dürften uns auch in 500 Jahren noch auf Trapp halten, denn so wie bei uns die Endlagersuche läuft... Naja, am Ende landets hoffentlich bei der Merkel im Vorgarten.

    Und das Energiekosten die Personalkosten übersteigen mag bei der Zementproduktion oder der Stahl- und Aluindustrie stimmen... Auf einen "normal"-energieabhängigen Betrieb umgelegt, ist Ihre Aussage schlichtweg vollkommen falsch.

    Klingt ein bisschen nach Lobbyarbeit, dabei haben Sie doch gewonnen ; )

    • Saxe67
    • 08.09.2010 um 7:09 Uhr

    ...preiswerten Atomstrom zu Verfügung zu stellen. Dafür sollen wir dankbar sein ?! Ich ahne schon, was die nächsten Castor-Transporte kosten. Und wieviel Steuermillarden sind schon für die Erkundung von Forschungsbergwerken draufgegangen? Und wieviel wird das noch kosten? Uns und die nächsten 50 Generationen. Der Haken an der Sache ist einfach die Mär vom END-lager. In Zeiten von zusammenfallenden Stadtarchiven und Betonkrebs auf den Autobahnen ist es geradezu lächerlich ein Bauwerk für mindestens 50.000 Jahre für sicher zu erklären.

  2. auch die Firmen der erneuerbare Energien.
    Jedoch werden die erneuerbaren Energien immer billiger und alle anderen teurer. Von Endlagerkosten speziell der Kernenergie (oder bald CCS) haben wir dabei noch gar nicht gesprochen....
    Die Stromlücke ist nur Angstgespinst der großen Energiekonzerne und ihrer Jünger (genauso wie die GAU-Warnungen der Atomgegner, Kernenergie hat schon genug Nachteile, da braucht es nichtmal einen GAU).
    Als wissenswerte Zahl: in Norwegen gibt es 85 TWh wirtschaftlich erschließbares Stromspeicherpotenzial (sie unten)!

    Lesen sie sich die "Aktuelle Stellungnahme Nr. 15:100% erneuerbare Stromversorgung bis 2050: klimaverträglich, sicher, bezahlbar" des Sachverständigenrats für Umweltfragen (www.umweltrat.de) durch.
    „Deutschland kann im Jahr 2050 zu hundert Prozent klimaschonend mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden.“
    „Für die Übergangszeit sind weder Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke noch neue Kohlekraftwerke erforderlich. Die Brücke zu den erneuerbaren Energien steht bereits“.

  3. Sind nicht die jüngsten Gutachten der Bundesregierung zu dem Ergebnis gekommen, dass Atomstrom keine Auswirkungen auf den Strompreis hat? Damit wäre Ihr Argument hinfällig.
    Zumal die 10% Atomstrom doch locker in 10 Jahren ersetzbar sein müssten.
    Andererseits finde ich eine erneute überschaubare Verlängerung um 10 Jahre auch keinen Beinbruch. Am Problem der Endlagerung ändert das nicht mehr viel und wenn man den Gewinn ordentlich abschöpft lassen sich vielleicht einige Gute Dinge damit anstellen.

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