Finanzmarkt Die Schaltstelle der globalisierten Finanzwelt
In der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich versuchen Experten, eine neue Finanzkrise zu verhindern. Eine Reportage aus Basel von Harald Schumann
© Fabrice Coffrini/AFP/Getty Images

Die Zentrale der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel
Die Organisation erzielt Milliardengewinne. Aber sie zahlt keine Steuern. Ihre Manager handeln mit Wertpapieren und Gold über alle Grenzen hinweg. Aber kein Gericht kann sie belangen und keine Regierung ihre Geschäfte kontrollieren. Und wer ihre Zentrale gleich neben dem Bahnhof von Basel aufsucht, der betritt exterritoriales Gebiet. Die Schweizer Polizei hat hier nichts zu sagen.
So umgibt eine Aura von Konspiration den runden Turmbau, der sich da 18 Stockwerke hoch über die Dächer der Baseler Altstadt erhebt. Aber Peter Dittus, der Verwaltungschef im Haus, kann bei solchen Zuschreibungen nur müde lächeln. "Wir sind nur Dienstleister, wir sind eine Nichtmacht", versichert der freundliche 53-jährige Herr im grauen Anzug, der aus seinem vornehmen Büro das Dreiländereck überblickt.
Doch seine Erklärung ist ebenso wahr wie irreführend. Denn das Unternehmen, dem Dittus als Generalsekretär dient, ist die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich , jene Institution, über die Zentralbanken aus aller Welt ihre Geschäfte und ihre Politik koordinieren. Das macht die "BIZ", wie sie unter Fachleuten heißt, zur wichtigsten Schaltstelle für die staatliche Seite der globalisierten Finanzwelt. Fünfmal im Jahr treffen hier die Herrscher über Zinsen und Geldmengen in abhörsicheren Konferenzräumen zum diskreten Meinungsaustausch zusammen. Hier verabreden die Währungshüter aus den 56 Mitgliedsstaaten, wie sie das stets drohende Chaos auf den Finanzmärkten abwehren oder Rettungspakete für Krisenstaaten in der Praxis umsetzen wollen.
Vom Inhalt der Gespräche erfährt die Öffentlichkeit meist wenig. Die Geheimniskrämerei können die Notenbanker allerdings gut begründen. Schon mit wenigen öffentlich gesprochenen Worten können sie Milliarden auf den Finanzmärkten in Bewegung setzen, weil Investoren auf künftige Zinsänderungen oder Währungsgeschäfte schließen können.
Dass im Turm am Basler Bahnhof weitreichende Entscheidungen fallen, verrät auch ein Begriff wie "Basel II ". Weil hier zugleich die Sekretariate des "Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht" und des "Financial Stability Board" residieren, jenen Gremien, in denen die Finanzaufseher der G20-Staaten die Mindeststandards zum Schutz der Geldbranche vor sich selbst verabreden, ist das Regelwerk nach seinem Entstehungsort benannt. Nun wird an einer verschärften Version gearbeitet, die in der Fachpresse schon unter "Basel III" firmiert. Unvermeidlich ist der Basler Turm daher auch Schauplatz eines harten Machtkampfes zwischen Regierungen, Notenbankern und Lobbyisten. Während die Aufseher den Banken harte Grenzen für ihre Risiken setzen wollen, drohen die Banken, dies würge die Wirtschaft ab.
- Datum 05.09.2010 - 17:35 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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> Während die Aufseher den Banken harte Grenzen für ihre Risiken setzen wollen, drohen die Banken, dies würge die Wirtschaft ab. <
Hier wiederholt sich ein wichtige Art von Aussage zum x-ten mal. Diese Art von Drohungen haben bisher immer dazu geführt, dass die Politik gekuscht hat. Das nicht vorhandensein von ausreichender Kontrolle hat ja erst die Finanzkrise ermöglicht. Nicht die Wirtschaft ist abgewürgt worden, sondern der Steuerzahler hat bezahlt und wird es wieder tun müssen wenn nicht endlich massive Regelungen vorgegeben werden. Wenn die Banken Gewinne machen bekommt der Steuerzahler nichts, machen sie Verluste muss er dafür aufkommen. Das ist eine seltsame Logik.
die 10 Millionen von Ackermann versprochenen Arbeitslosen werden wir nun in Europa locker zusammenkriegen dank der nicht verhinderten Krise. In den USA sieht es noch weitaus schlimmer aus.
Wer glaubt, das die deutschen und europäischen Banken nur wegen Lehmann Probleme haben, der irrt gewaltig. Seit mindestens 10 Jahren schieben diese Häuser heimlich riesige Verluste vor sich her (neben der Bilanz versteht sich), die in Zweckgesellschaften in Steueroasen ausgelagert wurden.
Capital: Die Lehmannlüge
Tagesspiegel: Der große Raubzug
Wir werden seit rund 15 Jahren über die wahren Verhältnisse getäuscht, belogen und betrogen. Auch deswegen ist man bei der CoBa mit 18 Mrd für 25% Anteile eingestiegen, obwohl man seinerzeit den ganzen Laden für 3 Mrd. zu 100% hätte übernehmen können. Die HRE ist die Auslagerung von Unicredit und Hypovereinsbank, die pünktlich einen Tag nach Ablauf der Haftungspflicht und einer Landtagswahl die Beine hob.
Das stinkt schon lange ganz gewaltig und kann nur in einem großen Crash enden, der schon lange verzögert wird. Zusammen mit den unbezahlbaren Rettungsschirmen kann das nur in einer bitteren (Welt-)Währungsreform enden - die dann wohl auch mit einer neuen Ordnung verbunden wird, wenn alle Vorbedingungen geschaffen sind, an denen derzeit Frau Malmström (mit)arbeitet.
Es klingt schon fast altbacken, aber im Grunde lässt sich die ganze Finanzwelt mit einem Maß beschreiben: Gier. Je größer die Gier, desto größer der Gewinn oder Verlust, desto größer das Risiko letzteres einzufahren. So einfach kann Finanzmathematik sein. Geldverdienen leicht gemacht für jederman!
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