Basel III Banken müssen mit harten Eigenkapitalregeln rechnen
Die Institute werden künftig deutlich mehr Eigenkapital vorhalten müssen. Das soll sie im Krisenfall schützen, schmälert aber auch Gewinnchancen.
© Ralph Orlowski/Getty Images

Finanzzentrum: die Skyline von Frankfurt
Banken müssen mit harten Vorschriften für ihren Eigenkapitalanteil rechnen. Das geht aus einer Entscheidungsgrundlage für den Basler Ausschuss hervor, die ZEIT ONLINE vorliegt.
Demnach müssen die Institute künftig neun Prozent der Klasse "Tier 1" als Eigenkapital vorhalten. Die Mindestkapitalquote liegt künftig bei sechs Prozent. Hinzu kommt ein spezieller sogenannter Conservation Buffer für schlechte Zeiten von drei Prozent.
Zusätzlich kann die Bankenaufsicht ein antizyklisches Kapitalpolster von drei Prozent verlangen, sodass der Kapitalbedarf in Boomzeiten auf insgesamt zwölf Prozent (der risikogewichteten Aktiva) steigen könnte. Die Kapitalquote würde damit insgesamt bei maximal 16 Prozent liegen. Derzeit sind acht Prozent üblich. Die neue Kapitalquote setzt sich zusammen aus sechs Prozent der Klasse "Tier 1", hinzu kommen vier Prozent minderwertigeres "Tier 2" und zwei Puffer von je drei Prozent.
Die Notenbanker und Bankenaufseher wollen auf Basis des Papiers am Dienstag in Basel über diese Eigenkapitalregel verhandeln. Mit den künftigen Mindestkapitalquoten und der Zusammensetzung des Eigenkapitals von Banken wollen die im Baseler Ausschuss zusammengeschlossenen Finanzexperten aus 27 Ländern die Branche widerstandsfähiger gegen Krisen machen. Sie wollen die Banken vor existenzbedrohenden Problemen wie in der jüngsten Finanzkrise bewahren. Allerdings bedeutet eine höhere Eigenkapitalquote, dass die Banken weniger Kredite vergeben können und damit auch geringere Umsätze und Gewinne erzielen.
Die Basel III genannten Vorschriften des Ausschusses haben rechtlich gesehen nur empfehlenden Charakter, sie werden aber in der Regel weltweit umgesetzt. Im Fall Europas würden sie in eine EU-Richtlinie überführt. Bislang ist es Praxis, dass sie dann auch für alle Banken gelten. Andere Länder wenden sie nur auf international tätige Großbanken an.
Auch die Vorschriften für das harte Kernkapital (Aktien und Gewinnrücklagen – Common Equity) will der Ausschuss dem Papier zufolge verschärfen. Künftig sind davon nach Abzügen mindestens fünf Prozent vorzuhalten, der Conservation Buffer und das antizyklische Polster liegen bei jeweils 2,5 Prozent.
Die Vorschriften für Common Equity sollen 2013 in Kraft treten, der Conservation Buffer schrittweise in Abständen von 0,5 Prozentpunkten von 2014 an bis 2018 eingeführt werden.
In Deutschland wird nach Informationen von ZEIT ONLINE befürchtet, dass diese Vorschläge die Banken überfordern und die Kreditversorgung gefährden könnten. Die zehn größten deutschen Banken werden nach Angaben des Branchenverbandes BdB einer Vorausberechnung nach etwa 105 Milliarden Euro zusätzliches Kapital benötigen. Der Chefvolkswirt der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, Stephen Cecchetti, sagte dem Handelsblatt , einen großen Teil des zusätzlichen Kapitals könnten die Banken durch die Einbehaltung von Gewinnen ansammeln.
Die neuen Regeln für die Abzüge, welche die Banken für vermeintlich nicht werthaltige Posten vom Eigenkapital vornehmen müssen – zum Beispiel für die Anerkennung von Beteiligungen an Finanzinstituten – beginnen 2014 mit 20 Prozent und erreichen bis 2018 dann 100 Prozent.
- Datum 06.09.2010 - 19:05 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Hoffentlich ist das eine effezientes Mittel zum Gläubigerschutz. Denn bezahlen müssen das alle.
Da das Geld nicht riskikoreich angelegt werden darf, entegehn Zinsen, die woanders aufgeschlagen werden.
Die Vergabe von Krediten an den Mittelstand wird noch rigider. Damit kann man mehr Staatswirtschaft begründen. Die Großkonzerne, die immer noch Bedingungen aushandeln können, profitieren am meisten. Die Konzentration und damit die Monopole werden zunehmen.
Hoffentlich ist das eine effezientes Mittel zum Gläubigerschutz. Denn bezahlen müssen das alle.
In diesem noch frischen Artikel der ZEIT wird das Thema recht deutlich angesprochen:
Finanzmarkt: Die Schaltstelle der globalisierten Finanzwelt
Ansonsten stimme ich Ihnen zu.
Allerdings sind die meisten europäischen Banken inkl. der deutschen schon über 10 Jahre pleite und BASEL III wird das noch verschärfen. Wie die dann weiter neben den offiziellen schöngerechneten Bilanzen die aussen vor gelassenen "Zweckgesellschaften" mit dem toxischen Müll der letzten 15 Jahre weiter verstecken können, wird die große Frage sein.
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"Ein hinterlistiges Argument" sagt die Aufseherin und als Gegenargument: die wenigsten Kredite dienen der Unternehmensfinanzierung.
Es wird ausgesprochen und es wird erwartet, dass mal so hin zu nehmen. Dass das der eigentliche Skandal ist, der Spekulation mit Geld Priorität einzuräumen, scheint egal.
Man würde ja ch als blöd erkärt, wenn man die Verpflichtung zu Kreditvergaben in Höhe X% zur Pflicht machen würde. Solche Geschäfte wo Menschen und Einschätzungen bestimmen, sind ja viel zu unsicherer als Spekulationen.
Geld regiert die Welt. Papas und Opas Satz, in der Jugend gehört, galt als moralische Klage.
Seit das ursprünglich als seriös gedachte Shareholder Value zur Perversion mutiert ist, scheint die moralische Klage zur Realität geworden.
Denn bereits ab Mitte der 1990iger Jahre im Zuge von Basel 2 entschied der Bearbeiter der Bank nach "von oben" konzipierten Kreditrechenprogrammen.
Seine Erfahrung ist nichts wert und der Mittelmäßige hat eine schnell brauchbare Entschuldigung bei Verstoss gegen Punkt A. 1. 10. 222. der Richtlinien und Bedingungen: Die Richtlinien und das Programm habe ich nicht gemacht.
Die von Ihnen angesproche Verwässerung wird nur in dem Masse aufgehalten, als der Kapitalverkehr nicht zugunsten der Türmer und ihrer Klienten behindert wird. Die "Kleinen" erscheinen dabei aus dem obersten Stockwerk wie Ameisen. Um die kommt man halt nicht rum und werden notwenigerweise Opfer beim forschen Voranschreiten.
"Ein hinterlistiges Argument" sagt die Aufseherin und als Gegenargument: die wenigsten Kredite dienen der Unternehmensfinanzierung.
Es wird ausgesprochen und es wird erwartet, dass mal so hin zu nehmen. Dass das der eigentliche Skandal ist, der Spekulation mit Geld Priorität einzuräumen, scheint egal.
Man würde ja ch als blöd erkärt, wenn man die Verpflichtung zu Kreditvergaben in Höhe X% zur Pflicht machen würde. Solche Geschäfte wo Menschen und Einschätzungen bestimmen, sind ja viel zu unsicherer als Spekulationen.
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Seit das ursprünglich als seriös gedachte Shareholder Value zur Perversion mutiert ist, scheint die moralische Klage zur Realität geworden.
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Seine Erfahrung ist nichts wert und der Mittelmäßige hat eine schnell brauchbare Entschuldigung bei Verstoss gegen Punkt A. 1. 10. 222. der Richtlinien und Bedingungen: Die Richtlinien und das Programm habe ich nicht gemacht.
Die von Ihnen angesproche Verwässerung wird nur in dem Masse aufgehalten, als der Kapitalverkehr nicht zugunsten der Türmer und ihrer Klienten behindert wird. Die "Kleinen" erscheinen dabei aus dem obersten Stockwerk wie Ameisen. Um die kommt man halt nicht rum und werden notwenigerweise Opfer beim forschen Voranschreiten.
... wäre gewesen, wie denn jetzt die Regeln sind. Ansonsten fällt es schwer, die "Verschärfung" zu beurteilen. Dass irgendwo die Kreditvergabe (deswegen) gefährdet ist, glaube ich im Übrigen keine Sekunde lang.
Was diese Eigenkapitalregeln bei welchen Geschäften bewirken, hätte ich als Laie auch brennend gern gewußt. Angeblich haben die durchaus strengen Vorgaben von Basel2 zwar für Mittelständler und Kleinunternehmen zu Kreditengpässen geführt, aber nicht die Auslagerung riskanter Bankengeschäfte in Conduits und ähnliches behindert. Die Realwirtschaft wurde also defakto schlechter gestellt, während das hochriskante Kasino weiterhin auf Hochtouren lief.
....diese Vorstellung her haben: "Dass irgendwo die Kreditvergabe (deswegen) gefährdet ist, glaube ich im Übrigen keine Sekunde lang." Das muss von jemandem kommen, der noch nicht einmal einen mittelmäßigen Kreditlinienvergabeprozess gesehen hat.
"Was diese Eigenkapitalregeln bei welchen Geschäften bewirken, hätte ich als Laie auch brennend gern gewußt."
Ein Beispiel solcher Wirkungen wäre, dass deutsche Banken im Schnitt ihr Tier1 Kapital auf das Niveau amerikanischer Banken vor der Krise anheben müssten. Hierdurch würden Kredite teurer zu unterlegen und in ihrem Gesamtvolumen enger begrenzt. Dadurch entsteht mittelfristig die Notwendigkeit Kredite durch Wertpapiere zu ersetzen, so dass Nichtbanken das Kapital stellen können.
....diese Vorstellung her haben: "Dass irgendwo die Kreditvergabe (deswegen) gefährdet ist, glaube ich im Übrigen keine Sekunde lang." Das muss von jemandem kommen, der noch nicht einmal einen mittelmäßigen Kreditlinienvergabeprozess gesehen hat.
"Was diese Eigenkapitalregeln bei welchen Geschäften bewirken, hätte ich als Laie auch brennend gern gewußt."
Ein Beispiel solcher Wirkungen wäre, dass deutsche Banken im Schnitt ihr Tier1 Kapital auf das Niveau amerikanischer Banken vor der Krise anheben müssten. Hierdurch würden Kredite teurer zu unterlegen und in ihrem Gesamtvolumen enger begrenzt. Dadurch entsteht mittelfristig die Notwendigkeit Kredite durch Wertpapiere zu ersetzen, so dass Nichtbanken das Kapital stellen können.
Da haben Sie recht. Diese regeln werden das Verhalten der Banken nicht tangieren.
Ein Verbot für Eigengeschäfte ist m.E. der einzige Weg aus banken Dienstleister zu machen. Sonst bleiben sie Diebe.
....würde Sie daran gehindert haben zu sagen, dass eine höhere Kapitalunterlegung cp zu keinen wesentlichen Verhaltensänderungen führt. Auch historisch scheint diese Ihre Annahme falsifiziert durch die Anpassungen, die Basel I und II hervorrief. Obwohl auch andere Faktoren sicherlich mitspielten, zahlten Firmen wie damals Höchst für Kredite im 8-10 Jahresbereich oft unter 10 Basis Punkten. Das stieg Rating und Situationsbedingt auf 50-100 BP oder mehr an.
....würde Sie daran gehindert haben zu sagen, dass eine höhere Kapitalunterlegung cp zu keinen wesentlichen Verhaltensänderungen führt. Auch historisch scheint diese Ihre Annahme falsifiziert durch die Anpassungen, die Basel I und II hervorrief. Obwohl auch andere Faktoren sicherlich mitspielten, zahlten Firmen wie damals Höchst für Kredite im 8-10 Jahresbereich oft unter 10 Basis Punkten. Das stieg Rating und Situationsbedingt auf 50-100 BP oder mehr an.
....diese Vorstellung her haben: "Dass irgendwo die Kreditvergabe (deswegen) gefährdet ist, glaube ich im Übrigen keine Sekunde lang." Das muss von jemandem kommen, der noch nicht einmal einen mittelmäßigen Kreditlinienvergabeprozess gesehen hat.
"Was diese Eigenkapitalregeln bei welchen Geschäften bewirken, hätte ich als Laie auch brennend gern gewußt."
Ein Beispiel solcher Wirkungen wäre, dass deutsche Banken im Schnitt ihr Tier1 Kapital auf das Niveau amerikanischer Banken vor der Krise anheben müssten. Hierdurch würden Kredite teurer zu unterlegen und in ihrem Gesamtvolumen enger begrenzt. Dadurch entsteht mittelfristig die Notwendigkeit Kredite durch Wertpapiere zu ersetzen, so dass Nichtbanken das Kapital stellen können.
....würde Sie daran gehindert haben zu sagen, dass eine höhere Kapitalunterlegung cp zu keinen wesentlichen Verhaltensänderungen führt. Auch historisch scheint diese Ihre Annahme falsifiziert durch die Anpassungen, die Basel I und II hervorrief. Obwohl auch andere Faktoren sicherlich mitspielten, zahlten Firmen wie damals Höchst für Kredite im 8-10 Jahresbereich oft unter 10 Basis Punkten. Das stieg Rating und Situationsbedingt auf 50-100 BP oder mehr an.
dass neue Regeln auch zu Anpassungen führen. Das erscheint mir sogar selbstverständlich.
Meine Aussage bezog sich auf das gemeinschädliche Verhalten des Bilanzbetrugs und des Handelns mit Hebeln.
Ich sehe nicht, dass die Banken dieses aufgeben werden, weil sie in ihren Büchern höheres Eigenkapital ausweisen müssen.
dass neue Regeln auch zu Anpassungen führen. Das erscheint mir sogar selbstverständlich.
Meine Aussage bezog sich auf das gemeinschädliche Verhalten des Bilanzbetrugs und des Handelns mit Hebeln.
Ich sehe nicht, dass die Banken dieses aufgeben werden, weil sie in ihren Büchern höheres Eigenkapital ausweisen müssen.
"Ein hinterlistiges Argument" sagt die Aufseherin und als Gegenargument: die wenigsten Kredite dienen der Unternehmensfinanzierung.
Es wird ausgesprochen und es wird erwartet, dass mal so hin zu nehmen. Dass das der eigentliche Skandal ist, der Spekulation mit Geld Priorität einzuräumen, scheint egal.
Man würde ja ch als blöd erkärt, wenn man die Verpflichtung zu Kreditvergaben in Höhe X% zur Pflicht machen würde. Solche Geschäfte wo Menschen und Einschätzungen bestimmen, sind ja viel zu unsicherer als Spekulationen.
Geld regiert die Welt. Papas und Opas Satz, in der Jugend gehört, galt als moralische Klage.
Seit das ursprünglich als seriös gedachte Shareholder Value zur Perversion mutiert ist, scheint die moralische Klage zur Realität geworden.
Denn bereits ab Mitte der 1990iger Jahre im Zuge von Basel 2 entschied der Bearbeiter der Bank nach "von oben" konzipierten Kreditrechenprogrammen.
Seine Erfahrung ist nichts wert und der Mittelmäßige hat eine schnell brauchbare Entschuldigung bei Verstoss gegen Punkt A. 1. 10. 222. der Richtlinien und Bedingungen: Die Richtlinien und das Programm habe ich nicht gemacht.
Die von Ihnen angesproche Verwässerung wird nur in dem Masse aufgehalten, als der Kapitalverkehr nicht zugunsten der Türmer und ihrer Klienten behindert wird. Die "Kleinen" erscheinen dabei aus dem obersten Stockwerk wie Ameisen. Um die kommt man halt nicht rum und werden notwenigerweise Opfer beim forschen Voranschreiten.
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