Finanzmarkt Bankenaufseher einigen sich auf Reformpaket "Basel III"
Die Einigung der Notenbanker in Basel steht. Demnach sollen Banken schärfere Eigenkapitalregeln auferlegt werden. Dadurch sollen sie für kommende Krisen gewappnet sein.
Die wichtigsten Notenbanker und Bankenaufseher der großen Wirtschaftsnationen haben sich in Basel auf schärfere Eigenkapitalvorschriften für die Branche geeinigt. Das teilte der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht mit. Nach dem Reformpaket "Basel III" müssen Institute demnach weltweit von 2013 an mit strengeren Eigenkapitalvorschriften rechnen.
Damit soll verhindert werden, dass in der nächsten Finanzkrise wieder viele Institute mit Milliarden vom Staat vor der Pleite gerettet werden müssen. Die Banken sollen aber in wesentlichen Punkten Übergangsfristen zwischen fünf und zehn Jahren erhalten, um ausreichend frisches Kapital zurücklegen oder bei den Aktionären einsammeln zu können.
Der Baseler Ausschuss mit Vertretern aus 27 Industrie- und Schwellenländern hatte sich am Dienstag auf eine Kompromisslinie verständigt. Verabschiedet werden sollen die neuen Regeln dann im November beim Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) in Seoul in Südkorea.
Die neuen Eigenkapitalvorschriften sollen im Wesentlichen bereits 2013 in Kraft treten. Dann sollen die Banken etwa sechs (bisher vier) Prozent ihrer risikogewichteten Aktiva als Kernkapital (Tier 1) vorhalten müssen. Für einen zusätzlichen Kapitalpuffer von rund 2,5 Prozent, den die Banken nur in Krisen antasten dürfen, soll es Übergangsfristen geben, ebenso wie für den Aufbau von mehr "hartem Kernkapital" (Core Tier-1) – das sind Aktionärskapital und Gewinnrücklagen.
Dieses soll am Ende rund drei Viertel des Kernkapitals ausmachen, bisher muss es nur die Hälfte sein. Insgesamt brauchen die Banken damit künftig acht bis neun Prozent Kernkapital, gut doppelt so viel wie bisher, sieben Prozent allein als hartes Kernkapital.
Die meisten internationalen Banken haben nach der Krise schon zusätzliche Kapitalreserven aufgebaut und kommen damit zumeist über sechs Prozent. Für den Aufbau des Kapitalpuffers und des harten Kernkapitals brauchen aber allein die zehn größten deutschen Banken nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren mehr als 100 Milliarden Euro frisches Eigenkapital – aus den laufenden Gewinnen, die dann nicht mehr für Dividenden zur Verfügung stehen, oder aus Kapitalerhöhungen. Einem Bericht der NZZ am Sonntag zufolge brauchen Credit Suisse und UBS wegen der neuen Kapitalvorschriften rund 20 Milliarden Franken mehr Kapital.
Die Deutsche Bank hat mit Blick auf Basel III bereits eine Kapitalerhöhung um bis zu 9,8 Milliarden Euro vorbereitet. International liegt sie unter den Banken mit ihrer Kernkapitalquote im hinteren Feld. Bei der Kapitalerhöhung geht es vordergründig zwar um die Übernahme der Postbank. Doch muss auch deren Kernkapital deutlich aufgebessert werden, um den künftigen Anforderungen zu genügen.
Die Baseler Aufseher hatten einen Kompromiss versucht, der die Kreditvergabe der Banken nicht abwürgt. Der Vorstandschef der italienischen Großbank Unicredit, Alessandro Profumo, betonte als Präsident des Europäischen Bankenverbandes EBF, die europäischen Institute seien sehr besorgt über die Konsequenzen der neuen Vorschriften. Er hatte den Basler Ausschuss aufgefordert, die Reform sorgfältig zu justieren.
"Das ist entscheidend, wenn wir für das europäische Wachstum und den Arbeitsmarkt kein Risiko eingehen wollen", hieß es in einem Brief Profumos an EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Auch der führende US-Verband kritisierte, die geplanten Vorgaben schränkten den Spielraum für Kredite an Unternehmen ein. Deutschland hatte sich vergeblich für mildere Vorschriften eingesetzt.
- Datum 12.09.2010 - 20:06 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 23
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Habe ich das richtig gelesen? "...in der nächsten Finanzkrise [nicht] wieder viele Institute mit Milliarden vom Staat vor der Pleite gerettet werden müssen."
Wurde in Basel denn auch gleich mitbeschlossen, wann die nächste Krise sein soll? Oder erübrigt sich das, weil auf den Rohstoffmärkten schon an der nächsten Krise gebastelt wird?
Das ist im Kapitalismus schon immer so üblich gewesen und wird sich auch nicht ändern. Was die Ursache sein wird? Vielleicht sind es die Rohstoffe, vielleicht auch nicht. Meist kommen Krisen genau aus der Ecke, aus der man sie nicht vermutet hat.
Das ist im Kapitalismus schon immer so üblich gewesen und wird sich auch nicht ändern. Was die Ursache sein wird? Vielleicht sind es die Rohstoffe, vielleicht auch nicht. Meist kommen Krisen genau aus der Ecke, aus der man sie nicht vermutet hat.
Sie liegt im Geldsystem selbst oder/und in einer Marktwirtschaft die durch Monopole vergewaltigt wird.
http://freigeldpraktiker....
EIGENKapital?
KERNKapital?
HARTES KERNKapital?
KapitalPUFFER?
FRISCHES Eigenkapital?
ZUSÄTZLICHE KapitalRESERVEN?
AKTIONÄRSKapital?
KapitalERHÖHUNG?
KERNKapitalQUOTE?
Eigentlich reichen schon diese zitierten Begriffe, um die Absurdität der um sich selbst kreisenden Kreise heraus zu stellen. Aber "mildere Vorschriften", die 2013 gültig werden und dann in einer mehrjährigen Übergangsfrist zu fast einer Verdopplung führen könnten, das ist auch noch ein Gag. Auch diese Quote hätte 2008 nicht verhindert. Und selbst, wenn es ausreichend wäre für leichtere Beben, die Menschen weltweit sollen eben hoffen, dass bis 2020 nichts passieren wird.
Wie kann man Banken und Bankaufseher, die mindestens dem Metier nahe stehen, nur allein solch "systemrelevante" Angelegenheiten aushandeln lassen! Axel Weber und Jochen Sanio, zwei Böcke im paradiesischen Garten.
Ach ja, fällt eigentlich irgend jemandem auf, dass diese "Verbesserungen" allesamt nichts an den Strukturen ändern und für die Umsetzung dieser Maßnahmen erst einmal wieder viele zahlen müssen?
Wenn sich dann (in der nächsten Krise) zeigt dass die Eigenkapitalquote immer noch zu niedrig ist kann ja nachgelegt werden.
Wer vor der nächsten Krise Angst hat, hat das Leben nicht verstanden ;-)
Wer eine Systemkorrektur fordert, dem sei China ans Herz gelegt, oder die VAE ;-)
Träumen sie mal weiter. Zinseszinssysteme sind aus ihrer Art heraus zum Kollaps verurteilt.
Das ist auch geschichtlich belegt.
Träumen sie mal weiter. Zinseszinssysteme sind aus ihrer Art heraus zum Kollaps verurteilt.
Das ist auch geschichtlich belegt.
Das ist wieder Völksberuhigungsverblödungstaktik wie es Basel 2 schon war. Es wird mit Zahlen jongliert die ob 4-5-6-7 oder 8 Prozent im Endeffekt bei einem totalen Crash in einem Bereich liegen der lächerlich ist und nichts retten würde.
Die Ursache der Krise liegt im Finanzsystem und am System wurde bis auf Kosmetik nichts geändert.
Der nächste noch größere Crash ist, wie Frau Merkel so gerne sagt nur in einem anderen Zusammenhang, alternativlos.
Träumen sie mal weiter. Zinseszinssysteme sind aus ihrer Art heraus zum Kollaps verurteilt.
Das ist auch geschichtlich belegt.
Das ist im Kapitalismus schon immer so üblich gewesen und wird sich auch nicht ändern. Was die Ursache sein wird? Vielleicht sind es die Rohstoffe, vielleicht auch nicht. Meist kommen Krisen genau aus der Ecke, aus der man sie nicht vermutet hat.
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erst in ein paar Jahren und nicht schon nächste Woche durch eine
Implosion von HRE
und einiger spanischen oder irischen Banken.
Dann ist schon viel gewonnen!
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