Wachstum China gibt die Ein-Kind-Politik auf
Seit 1979 bremst China das Wachstum der Bevölkerung. Heute rächt sich diese Politik. Der chinesischen Wirtschaft droht der Nachwuchs auszugehen.
© Gou Yige/AFP/Getty Images

Ein junger chinesischer Vater füttert sein Kind: China geht der Nachwuchs aus, jetzt soll die strikte Familienpolitik gelockert werden
Chinas Regierung plant den Ausstieg aus der Ein-Kind-Politik. In Pilotregionen sollen Eltern ab dem kommenden Jahr ein zweites Kind bekommen dürfen, sagte der Demographieexperte und Publizist He Yafu dem Handelsblatt. 2014 solle landesweit eine Zwei-Kind-Politik gelten. Voraussetzung sei, dass die Eltern selbst Einzelkinder sind, was aber in den meisten Fällen gegeben ist. He beruft sich auf Quellen in der Kommission für Familienplanung, dem maßgeblichen staatlichen Organ für Bevölkerungspolitik.
Eine vorsichtige Lockerung der Ein-Kind-Politik gibt es bislang nur für einige wenige Paare in Großstädten, in denen die Geburtenrate ganz besonders niedrig ist. Die meisten Eltern im ländlichen China wünschen sich dringend mehr Kinder und würden die neuen Möglichkeiten voraussichtlich voll ausschöpfen.
Seit 31 Jahren bestraft China Familien, die ein zweites Kind bekommen, mit horrenden Geldbußen und dem Entzug von Förderung – etwa Kindergartenplätzen oder kostenloser Schulbildung. Diese strikte Familienplanung hat das Bevölkerungswachstum in der Volksrepublik um insgesamt rund 400 Millionen Einwohner reduziert. Nun droht eine rapide Überalterung der Gesellschaft und Arbeitskräftemangel, wenn weiterhin auf zwei Chinesen nur 1,8 Kinder kommen.
Bis spätestens 2014 soll den Plänen zufolge daher landesweit eine Zwei-Kind-Politik gelten, sagte He. 2011, dem ersten Jahr des nächsten Fünf-Jahres-Plans, sollen zunächst Pilotprojekte in den Provinzen Heilongjiang, Jilin, Liaoning, Jiangsu und Zhejiang anlaufen.
Die Ein-Kind-Politik ist zwar heute weitgehend akzeptierte Realität, doch in den vergangenen Jahren sind ihre Nachteile zunehmend deutlich geworden. „Ihre Einführung hat das Bevölkerungswachstum stark gebremst, doch nun steht China vor einem beispiellosen Alterungsprozess“, sagt Ökonom Jonathan Anderson vom Bankhaus UBS in Hongkong. In 20 Jahren werden in China 300 Millionen Rentner leben – das entspricht etwa der Einwohnerzahl der USA. Während heute fünf Einwohner im arbeitsfähigen Alter auf einen Rentner kommen, werden es 2040 nur noch zwei sein – was angesichts der immer noch geringen Einkommen zu einer Versorgungslücke führt. „Die Alterung der Bevölkerung bedeutet fast sicher einen Rückgang des Wirtschaftswachstums“, sagt Anderson.
- Datum 17.09.2010 - 16:01 Uhr
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- Quelle Handelsblatt
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Eine Gesellschaft die nur funktioniert, wenn sie ständig wächst ist auch nicht gerade nachhaltig angelegt.
Langfristig haben wir doch nur 2 Optionen. Entweder Lebensstandard auf der Welt reduzieren oder die Bevölkerungszahl reduzieren. Zumindest wenn eine globale gerechte Verteilung und Nutzung der Resourcen und ein gerecht geteiltes "Verschmutzungsrecht" gelten soll.
Abgesehen davon springen in China auf dem Land noch jede Menge Arbeitskräfte rum. Was China fehlt sind hochgebildete Nachwuchskräfte, ob man die einfach mehr bekommt, wenn die Bevölkerung insgesamt wächst wage ich zu bezweifeln. Normaler weise schrumpft bei zunehmender Bildung und Einkommen die Bereitschaft Kinder zu bekommen.
… um es ein wenig süffisant zu beantworten. Man muss da zwischen den Zeilen lesen und sich im Bereich der Wirtschaft noch ein wenig schlauer machen. Die Chinesen haben gut vorgebaut und können in Bälde die USA übernehmen, dann können rund 500 Millionen Chinesen übersiedeln, dann wird es bezogen auf heutige Verhältnisse eher menschenleer in China. (°!°)
… um es ein wenig süffisant zu beantworten. Man muss da zwischen den Zeilen lesen und sich im Bereich der Wirtschaft noch ein wenig schlauer machen. Die Chinesen haben gut vorgebaut und können in Bälde die USA übernehmen, dann können rund 500 Millionen Chinesen übersiedeln, dann wird es bezogen auf heutige Verhältnisse eher menschenleer in China. (°!°)
Die erste genannte Provinz müsste Heilongjiang heißen, oder? 黑龙江 im Chinesischen.
Ob die Reduzierung der chinesischen Bevölkerung um 400 Millionrn Menschen hauptsächlich auf die Ein-Kind-Politik zurückzuführen ist, wage ich zu bezweifeln.Bereits in den 70er Jahren, also noch vor der Einführung der Ein-Kind-Politik, ist die Geburtenrate in China von 5 Kinder pro Frau auf etwas über 2 Kinder pro Frau gesunken.(1)
Das dürfte der entscheidende Grund für die massive Senkung der Bevölkerungszahlen gewesen sein, nicht die spätere Ein-Kind-Politik.
(1)
http://www.bbc.co.uk/zhon...
"Es leben derzeit in China 13 Millionen mehr Jungen unter neun Jahren als Mädchen."
Da "mehr Jungen als Mädchen" ein international auftretendes Phänomen ist (wenn man Geburten betrachtet), ist die Angabe wenig hilfreich ohne Bezugsgröße, z.B. normal zu erwartender Jungenüberschuss in dieser Gruppe, oder wenigstens deren Gesamtgröße (dann müsste man das natürliche Jungen/Mädchen-Verhältnis noch selbst nachschlagen).
Ich würde mich über einen noch ausführlicheren Artikel freuen.
"China gibt offiziell die Ein-Kind-Politik auf"?
finde ich auch ziemlich bescheuert. das zeigt, wie willkürlich diese vorschriften sind.
gute zeiten für chinesische frauen. noch stärker, als allgemein üblich, können sie sich auf das gegeneinander ausspielen und dirigieren von paarungswilligen männern
konzentrieren.
ach by the way, man könnte es doch wie bei verschmutzungsrechten machen. daß die, welche auf kinder verzichten, ihre rechte an paare verkaufen, die mehr, als
2 haben wollen, was allerdings auf dem lande oft die ärmeren sein dürften, die gar kein geld für weitere
gebärzertifikate haben...
...ist das mit Kindern nicht so wie mit Verschmutzungsrechten. Dumme Menschen kosten dem Staat Geld und schlaue verhelfen der Gesellschaft zu Wohlstand. Bei Verschmutzungsrechten ist es egal, ob die Tonne CO2 aus dem Auto oder dem Kraftwerk kommt. Sowieso eine komische Diskussion
...ist das mit Kindern nicht so wie mit Verschmutzungsrechten. Dumme Menschen kosten dem Staat Geld und schlaue verhelfen der Gesellschaft zu Wohlstand. Bei Verschmutzungsrechten ist es egal, ob die Tonne CO2 aus dem Auto oder dem Kraftwerk kommt. Sowieso eine komische Diskussion
Man sieht, wohin diese geplanten Gesellschaften führen. Zu Ihrer Abschaffung. Die ehemals Leidtragenden werden sich fragen, wofür sie gelitten haben. Die Neuentscheider könnten sich ja an Fidel Castro ein Beispiel nehmen
die Kubaner zumindest können sagen, dass sie im Human-Development-Index von 2009 auf Platz 51 stehen -die Nachbarn aus der DomRep auf Platz 90.
Zum Thema: dass Einzelkinder und die Mitglieder ethnischer Minderheiten 2 Kinder bekommen können ist nichts neues, das gibt es schon ein paar Jahre...
die Kubaner zumindest können sagen, dass sie im Human-Development-Index von 2009 auf Platz 51 stehen -die Nachbarn aus der DomRep auf Platz 90.
Zum Thema: dass Einzelkinder und die Mitglieder ethnischer Minderheiten 2 Kinder bekommen können ist nichts neues, das gibt es schon ein paar Jahre...
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