Der Ifo-Geschäftsklimaindex für September stieg leicht auf 106,8 Punkte von 106,7 Zählern im Vormonat. Das teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) mit. Wirtschaftsexperten hatten dagegen mit einem Rückgang des Ifo-Indexes auf 106,2 Zähler gerechnet.

Die 7000 befragten Unternehmen schätzten die Aussichten für die kommenden sechs Monate etwas schlechter ein als zuletzt, die Lage wurde dafür erneut besser bewertet. "Das konjunkturelle Hoch hält an", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der deutsche Aktienmarkt drehte nach Bekanntgabe der Daten ins Plus. Auch der Eurokurs zog leicht an.

Besonders bei den Einzelhändlern hat sich das Geschäftsklima merklich verbessert. "Wir erwarten reale Lohnsteigerungen bei hoher Arbeitsplatzsicherheit", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. "Das stärkt die Inlandskräfte."

Die exportabhängige Industrie erwartet weiter gute Geschäfte. Wegen der Konjunkturschwäche in den USA und der geringeren Dynamik in China rechnet sie allerdings nicht mehr mit ganz so starken Zuwächsen wie zuletzt. Bei Dienstleistern und in der Baubranche hellte sich die Stimmung leicht auf, während sie sich im Großhandel etwas eintrübte.

Das Barometer für die Erwartungen sank auf 103,9 Punkte von 105,2 Zählern. Das Lage-Barometer kletterte auf 109,7 Punkte von 108,2 Punkten.

Die meisten Experten sagen für das zu Ende gehende dritte Quartal ein schwächeres Wirtschaftswachstum voraus. Sie rechnen mit einem Plus von weniger als einem Prozent. Im zweiten Quartal hatte die Wirtschaftsleistung überraschend mit 2,2 Prozent so stark zugelegt wie seit rund zwei Jahrzehnten nicht mehr.