Klimaschutz Wir brauchen eine neue Energieabgabe

Ganz Deutschland debattiert über Atomkraft. Dabei gäbe es Wichtigeres: Energiesparen zum Beispiel, und wie mehr Effizienz zu finanzieren ist. Ein Kommentar

Dachsanierung in Frankfurt am Main

Dachsanierung in Frankfurt am Main

Ob die Atomkraftwerke nun etwas länger laufen oder nicht: Für den Klimaschutz ist das völlig unerheblich – bis auf die Tatsache, dass die Aufregung um den Atomkompromiss den Blick verstellt auf andere, aus klimapolitischer Sicht viel wichtigere Bestandteile der schwarz-gelben Energiepolitik.

Um 80 Prozent sollen unsere Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2050 verglichen mit 1990 sinken, lautet das ambitionierte Ziel. Dass dafür die Erneuerbaren Energien stärker gefördert und auch die Stromversorger von 2013 an für ihre Emissionsrechte zahlen müssen: geschenkt.

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Doch wenn wir nicht lernen, Energie viel effizienter einzusetzen als bisher, werden wir die Messlatte reißen. Rund 40 Prozent aller hierzulande verbrauchten Energie wird zum Heizen benötigt. Trotz energieeffizienter Neubauten und der Einführung des Energieausweises vor wenigen Jahren sind immer noch viel zu viele Gebäude nicht ausreichend gedämmt. Sie zu sanieren, ist eine Herkulesaufgabe, und unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen nicht zu schaffen. Für Hausbesitzer rechnet sich die teure Investition kaum, selbst wenn sie die Kosten teilweise auf die Mieter umlegen können. Unter Umständen ist der Kredit für die neuen Fenster oder die neue Außenhaut des Gebäudes noch gar nicht abbezahlt, wenn die ersten Reparaturen anstehen.

Ohne mehr Geld vom Staat wird es deshalb nicht gehen. Bislang gibt es zwar günstige Förderkredite von der KfW für Hausbesitzer, und das neue Energiekonzept sieht vor, dass die Einnahmen aus dem Emissionshandel ab 2013 der Gebäudesanierung zugute kommen sollen. Zudem sollen die Emissionserlöse helfen, weitere Ziele der Klimapolitik zu erreichen. Aber ob dieses Geld ausreichen wird, um den Immobilienbestand klimafest zu machen, ist völlig unklar.

Die Bundesregierung sollte deshalb über eine weitere Emissionsabgabe nachdenken. Warum nicht auch die Hausbesitzer, die aus schlecht gedämmten Gebäuden ihre Umwelt heizen, dafür zur Kasse bitten? Das wäre gleich zweifach charmant. Verschwendung würde bestraft, und die Erlöse aus der Abgabe könnten sämtlich dafür verwendet werden, die Sanierung von Häusern zu fördern – unabhängig von Konjunkturschwankungen und der gerade aktuellen staatlichen Kassenlage. Nur eins darf nicht passieren: Der Staat muss der Versuchung widerstehen, seine Finanzen mit den zusätzlichen Einnahmen zu sanieren.

 
Leser-Kommentare
  1. Nein. Frau Endres, Geld bekommt man nicht "geschenkt", man muß es erarbeiten. Und statt die Deindustrialisierung Deutschlands weiter voranzutreiben, sollte die Bundesregierung endlich ihre abstrusen "Klimaziele" korrigieren. Im übrigen ist eine Unverschämtheit, Hausbesitzer "bestrafen" zu wollen, weil sie ihr Geld nicht für Unsinn zu Fenster hinauswerfen wollen.

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    Wieso bezeichnen Sie Maßnahmen, die dazu beitragen, Heiz-Energie zu sparen, als Unsinn? Unsinn ist, so etwas als Unsinn zu bezeichnen.

    Allerdings haben Sie leider recht, dass es sich derzeit auf Grund der Energiepreise und der noch zu geringen Steuern darauf nicht lohnt (oder in Ihren Worten, dass man Geld zum Fenster heraus wirft), in entsprechende Maßnahmen zu investieren. Das vernünftigste Vorgehen ist es, nicht-regenerative und somit CO2-erzeugende Energieträger mit einer Ökosteuer zu belegen, die jährlich in kleinen Schritten aber berechenbar nach und nach steigt. So kann sich jeder selber ausrechnen, ab wann die Kosten für die Ökosteuer auf Energie die Investitionen zum Energiesparen überschreiten. Und dann wird jeder vernünftige Mensch (und das sind wir ja alle :-) ) diese Investition gerne tätigen. Und ein mit Vernunft begabter Mensch sieht eben auch ein, dass kein Weg an der Reduzierung von CO2 vorbeiführt, wollen wir unseren Kindern eine lebenswerte Welt vererben.

    Hoffentlich haben Sie, Herr Mallokent, Kinder und ein wenig Verantwortungsbewusstsein für diese, sonst ist Ihnen nicht zu helfen, und wir müssen weiterhin noch mehr Unsinn von Ihnen lesen!

    Denn alles was wir an Energie einsparen, läßt die Preise sinken, was andere wieder dazu verführt, mehr Energie zu kaufen und zu verbrauchen. Diesen simplen Mechanismus scheint aber kaum noch jemand zu begreifen.

    Wieso bezeichnen Sie Maßnahmen, die dazu beitragen, Heiz-Energie zu sparen, als Unsinn? Unsinn ist, so etwas als Unsinn zu bezeichnen.

    Allerdings haben Sie leider recht, dass es sich derzeit auf Grund der Energiepreise und der noch zu geringen Steuern darauf nicht lohnt (oder in Ihren Worten, dass man Geld zum Fenster heraus wirft), in entsprechende Maßnahmen zu investieren. Das vernünftigste Vorgehen ist es, nicht-regenerative und somit CO2-erzeugende Energieträger mit einer Ökosteuer zu belegen, die jährlich in kleinen Schritten aber berechenbar nach und nach steigt. So kann sich jeder selber ausrechnen, ab wann die Kosten für die Ökosteuer auf Energie die Investitionen zum Energiesparen überschreiten. Und dann wird jeder vernünftige Mensch (und das sind wir ja alle :-) ) diese Investition gerne tätigen. Und ein mit Vernunft begabter Mensch sieht eben auch ein, dass kein Weg an der Reduzierung von CO2 vorbeiführt, wollen wir unseren Kindern eine lebenswerte Welt vererben.

    Hoffentlich haben Sie, Herr Mallokent, Kinder und ein wenig Verantwortungsbewusstsein für diese, sonst ist Ihnen nicht zu helfen, und wir müssen weiterhin noch mehr Unsinn von Ihnen lesen!

    Denn alles was wir an Energie einsparen, läßt die Preise sinken, was andere wieder dazu verführt, mehr Energie zu kaufen und zu verbrauchen. Diesen simplen Mechanismus scheint aber kaum noch jemand zu begreifen.

    • Ron777
    • 08.09.2010 um 17:21 Uhr

    Energie gehört schon heute zu den am höchsten versteuerten Gütern. Strom, Gas und Heizöl unterliegen neben der Mehrwertsteuer diversen Verbrauchs- und Ökosteuern. Viele Bürgern frieren in den Wintermonaten bereits jetzt, weil sie sich die hohen Kosten nicht mehr leisten können oder wollen. An dieser Preisschraube weiter drehen? Wie man es auch immer drehen und wenden will. Am Ende wird der Bewohner, ob Mieter oder Eigentümer für die Kosten der Zusatzdämmung aufkommen. Bei einem Mehrfamilienhaus mir mehreren 2-Zimmer-Wohnung könnten sich nach Abisolierung der Außerfassade und dem Austausch der Fenster, dem dann notwendigen Einbau einer Lüftungsanlage und der Installation von Solarzellen die monatlichen Mehrkosten für den Mieter auf ca. 100 Euro belaufen. Mag er durch die Heiz-Einsparungen vielleicht 30 Euro davon wieder bekommen, es bleiben Mehrkosten von 70 Euro. Wollen wir das wirklich?

    • TDU
    • 08.09.2010 um 17:23 Uhr

    Reichen 19 Grad im Wohnzimmer. Ich denke, diese und die Parteizentralen der Klimaretter sind besser geheizt. Vielleicht plädieren Sie mal für entschädigunglose Enteignung?

  2. Die Bürger sind klug. Wenn es sich lohnt ihr Haus zu sanieren, dann werden sie das schon machen.
    Es ist verrückt, dass der Staat allen Bürgern Geld wegnimmt um es dann den Hausbesitzern in Form von Subventionen für nichtlohnende Investitionen zurückzugeben. Zusätzlich dürfen die Bürger dann noch die Zinsen zahlen, die der Staat für die Kredite bezahlt, die er für dieses Engagement ausgibt.

    Sowohl die Solarförderung als auch die Programme zur Bausanierung stellen eine gewaltige Umverteilung von unten nach oben dar.
    Der ewige Ruf nach dem Staat ist doch nicht die Antwort auf Enttäuschung über den "Neoliberalismus". Der "Neoetatismus", den etliche Kommentatoren der ZEIT heraufbeschwören ist doch nicht wirklich eine Alternative. Er entspricht auch nicht unseren Staatsfinanzen.

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    • Gerd H
    • 08.09.2010 um 18:12 Uhr

    Die Hausbesitzer sollen es zahlen ?.
    Nur, ich kenne nur ganz wenige, die im Wohnwagen leben.
    Alle zahlen also wieder, entweder als Mieter oder Vermieter .
    Dem Bürger muss dann schon klar gemacht werden, daß dies auf lange Sicht ökonomisch sinnvoll ist.Dann ist er auch zu höheren Abgaben bereit .

    • Gerd H
    • 08.09.2010 um 18:12 Uhr

    Die Hausbesitzer sollen es zahlen ?.
    Nur, ich kenne nur ganz wenige, die im Wohnwagen leben.
    Alle zahlen also wieder, entweder als Mieter oder Vermieter .
    Dem Bürger muss dann schon klar gemacht werden, daß dies auf lange Sicht ökonomisch sinnvoll ist.Dann ist er auch zu höheren Abgaben bereit .

  3. als die Atommeiler abzuschalten. Alle.

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    Die ganze Welt ist blöd, nur hier gibt es ein paar Schlaue. Am Deutschen Wesen soll mal wieder die Welt genesen.

    Die ganze Welt ist blöd, nur hier gibt es ein paar Schlaue. Am Deutschen Wesen soll mal wieder die Welt genesen.

  4. Vielleicht sind wir das beste Volk der Welt - klimatolog gesehen. Anzahl anderer Länder weltweit die den A.ausstieg beschlossen haben: 0. In Worten: NULL. Vielleicht sind wir aber auch die dümmsten Bürger weltweit, denen man ständig höhere Kosten auferlegen kann für so konkrete Sachen wie "dem Klima nutzt es irgendwie". Wann werden denn dann endlich in D alle Fastfoodketten stillgelegt - "wegen dem Dicksein" zB ? Deutschland spart, der Bürger zahlt, die Welt lacht.

    • Gerd H
    • 08.09.2010 um 17:59 Uhr

    Wieder eine neue Abgabe .
    Solizulage, PV-Zusatzabgabe , Öko-Abgabe etc. ist doch ein alter Hut.
    Vielleicht mal von den Abgaben runter, dann kann man (frau)sich auch Handwerker (-innen) zum Dämmen leisten.

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    Wenn es sich nicht lohnt, wird sich niemand den Dämm-Handwerker leisten, das ist richtig!

    Wenn aber die Öko-Steuer auf nicht-regenerative Energien steigt, dann wird sich die Dämmung** aber lohnen. Dann werden die Leute mehr dämmen, die Dämmung auf Grund der steigenden Nachfrage günstiger werden (Marktwirtschaft) und immer mehr Leute dämmen. Und dann wird, wer nicht dämmt, dämlich sein! Das ganze wird dann zum Selbstläufer, man muss unseren inneren Schweinehund nur von außen da kitzeln, wo wir am kitzeligsten sind, nämlich am Geldbeutel. Eben uns richtig steuern durch entsprechende Steuern!

    (** Dämmen = alles was den Heizenergieverbrauch senkt wie z.B. Wärmerückgewinnung durch kontrollierte Lüftungsanlagen etc.)

    Da sollten Sie sich nochmal mit dem ganz kleinen Einmaleins der Wirtschaftslehre beschäftigen.

    Wenn es sich nicht lohnt, wird sich niemand den Dämm-Handwerker leisten, das ist richtig!

    Wenn aber die Öko-Steuer auf nicht-regenerative Energien steigt, dann wird sich die Dämmung** aber lohnen. Dann werden die Leute mehr dämmen, die Dämmung auf Grund der steigenden Nachfrage günstiger werden (Marktwirtschaft) und immer mehr Leute dämmen. Und dann wird, wer nicht dämmt, dämlich sein! Das ganze wird dann zum Selbstläufer, man muss unseren inneren Schweinehund nur von außen da kitzeln, wo wir am kitzeligsten sind, nämlich am Geldbeutel. Eben uns richtig steuern durch entsprechende Steuern!

    (** Dämmen = alles was den Heizenergieverbrauch senkt wie z.B. Wärmerückgewinnung durch kontrollierte Lüftungsanlagen etc.)

    Da sollten Sie sich nochmal mit dem ganz kleinen Einmaleins der Wirtschaftslehre beschäftigen.

  5. Klar, heizen ist super, wenn man das nötige Kleingeld dafür aufbringen kann. Es ist aber auch schön,denn in geheizten Räumen lebts sich einfach angenehmer. Keine lästigen Pullover,nichts was einen einengt.Grad wie im Sommer.Für Einige unter uns ist das sogar eine wichtige Massnahme,die eventuell unter Rheuma leiden.Das muß man berücksichtigen,wenn hierrüber debattiert wird.

    Aber was ist mit all den Andern,die das nicht unbedingt brauchen? Denen kann man ruhigen Gewissens im Winter eine nicht so hohe Temperatur in den Wohnräumen empfehlen.
    Zum Ersten ist das Temperaturgefälle von innen nach aussen nicht so hoch und zum Andern entlastet es den Geldbeutel enorm. Und hat drittens den Vorteil die gesundheitliche Konstitution der Vernünftigen zu schonen.
    Ich muss,beruflich bedingt, auch bei Minusgraden im Freien arbeiten, und ich empfinde dann den Eintritt in eine überheizte Wohnung als sehr unangenehm.
    Also,nicht so jammern sondern nachdenken was besser für einen selbst ist.

    Und nun recht ernsthaft: Wenn wir überhaupt das Problem Energie wirklich angehen wollen, dann müssen wir sparen,sparen und nochmals Energie sparen.

    Und wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden,wir könnten dem,durch den steten Bevölkerungszuwachs verursachten Energiebedarf, Paroli bieten. Dies bleibt ein Wunschtraum. Also,Strassenbeleuchtungen reduzieren die in manchen Gebieten keiner braucht,Standby ausschalten,weniger Auto,weniger Festbeleuchtung usw.
    by.

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