Konsum Für die Verbraucher ist die Krise vorbei

Volle Auftragsbücher der Unternehmen, eine niedrige Inflation und gute Arbeitsmarktdaten versetzen die Deutschen in Kauflaune. Sie shoppen so gern wie vor der Krise.

Bei den Konsumenten scheint die Krise vergessen : Die Verbraucherstimmung liegt wieder auf dem Niveau vom Sommer 2008, als die Weltwirtschaft ins Trudeln geriet. Der entsprechende Index der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die die neuesten Daten veröffentlichte, stieg im September von revidierten 4,3 auf 4,9 Punkte an. "Damit hat sich der Aufwärtstrend des Konsumklimas spürbar beschleunigt", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl zu den Ergebnissen der Umfrage unter etwa 2000 Konsumenten.

Die Nürnberger Marktforscher machen für die Shoppinglaune der Deutschen den konjunkturelle Aufschwung mit sinkenden Arbeitslosenzahlen sowie ein moderates Preisklima verantwortlich. Sie gehen davon aus, dass der private Verbrauch künftig noch weiter steigen wird. Voraussetzung ist allerdings, dass sich die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ändern.

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Im Frühjahr war die Wirtschaftsleistung in Deutschland um 2,2 Prozent gestiegen , das ist das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung. Als eine der tragenden Säulen des Aufschwungs entpuppte sich dabei neben dem Export und den Investitionen der private Konsum. Viele Banken und Forschungsinstitute rechnen inzwischen mit einem Wirtschaftswachstum von mehr als drei Prozent in diesem Jahr.

Die Konsumenten gingen derzeit davon aus, dass sich die konjunkturelle Belebung auch in den kommenden Monaten fortsetze, erläuterte die GfK. Da zudem die Inflation sehr niedrig sei, sähen die Arbeitnehmer offenbar eine realistische Chance auf steigende Löhne und Gehälter – die Einkommenserwartung kletterte auf den höchsten Stand seit fast zehn Jahren und beflügelte die Kauflust.

Laut GfK sehen die Bundesbürger die deutsche Wirtschaft klar auf Erholungskurs. Entscheidend trägt dazu auch die gute Lage am Arbeitsmarkt bei, auf dem die Kurzarbeit eine immer geringere Rolle spielt. Experten sehen realistische Chancen, dass die Zahl der Jobsuchenden in diesem Herbst unter die Drei-Millionen-Marke fällt. Auch die Unternehmen sind positiv gestimmt. Die Konjunkturerwartung der Verbraucher stieg deshalb auf den höchsten Stand seit rund drei Jahren.

 
Leser-Kommentare
  1. Deutschland hat von allen westlichen EU-Ländern die geringste Netto-Lohn-Entwicklung.
    Die Preise u.a. für Energie und Gesundheit steigen und steigen.
    Reguläre Arbeitsplätze werden durch 400 Euro Jobs, Leiharbeit usw. vernichtet.
    Das Studium der Kinder wird zur großen Belastung für Normalverdiener.
    Wer nicht verbeamtet oder sehr wohlhabend ist, hat berechtigte Zukunftsängste - nicht nur wegen der Atompolitik der Lobby-Regierung.

  2. Lebe in Münster, geringe Arbeitslosigkeit. Geldsack weiterhin leer trotz wiss. Tätigkeit im Vollzeit-Job. Kosten für das tägliche steigen. Anpassung der Netto-Löhne ... ? Fehlanzeige!! Riecht nach Augenwischerei diese Beschönigungen. Oder steht mal wieder eine Steuerehöhung an!?

    • joG
    • 28.09.2010 um 9:57 Uhr

    ....Euro und Anschluss auslösten, ist nun abgearbeitet, da die Inflationsdifferenzen zwischen den Euro-Mitgliedsländern die deutschen Arbeitskosten relativ zu den anderen nivelliert hat. Das war zu erwarten.

    Nun entbrennt der Streit mit den anderen Ländern, die nun eine lange Stagnation erwarten müssen (siehe Artikel zu "Stabilitätspakt") und deren Bevölkerungen weniger gerne wegducken als hier. Die ersten kleineren Verwerfungen sahen wir bereits als Unruhen auf den Strassen mancher Länder und wir müssen aufpassen, dass sich nicht zu sehr ausdehnt. Tut es das, so kann uns das die EU kosten.

    Das Problem ist, dass die Länder des Nordens wahrscheinlich massive Transfers nach Süden werden machen müssen um Unruhen zu vermeiden. Denn wir haben diesen Bevölkerungen vorgemacht, dass sie wohlständig würden durch die EU. Nun sehen sie, dass man gelogen hat bzw man ihnen nehmen will, was sie erreicht haben, während die Wirtschaft der "reichen Deutschen" von der Finanzkrise unberührt davon segelt.

  3. Toooooll dieses Wachstum.
    Der, der hat, gibt also wieder Geld aus, fast so wie vor der "Krise" ??
    -
    Angenommen die Krise ist wirlich vorbei?
    Wozu hat sie gerührt?
    ...
    Vielleicht zu:
    Noch mehr Umverteilung von Unten nach Oben,
    noch mehr moderner Skavenhaltung?

    ...Und der Banker lacht verschmitzt,
    ...ihm ist's egal, wem er's stibitzt.

    ...und der Michel bleibtg der Michel.

    Gruß Max Stockhaus

  4. [...]

    ich bete nur das nix unvorhergesehnes passiert - Kühlschrank Waschmaschine kaputt oder so - an der Nebenkostenabrechnung knabber ich noch an demnächst kommt die Jahresabrechnung der Stadtwerke - Urlaub ? Klar 4 Tage im letzten Jahr an der Nordsee ! Bin kein Hartz 4ler sondern seit mehr als 20 Jahren im ÖD - verh. - 2 Kinder ....

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine sachliche Ausdrucksweise. Die Redaktion/sh

  5. "Sie shoppen so gern wie vor der Krise."
    Das klingt stark nach gesundbeten. Ich frage mich wovon ?

  6. ...nein, nicht die Nachricht, sondern die ganzen Kommentare dazu. Zeigt es doch deutlich dass die Regierung uns nicht mehr alles erzählen kann sondern der Bürger beginnt wieder selber zu denken. Natürlich denkt die Regierung immer noch, dass sie uns alles auf die Nase binden kann...aber das ist ja unser Vorteil, wenn die Machthabenen das Volk unterschätzen...

  7. Wer glaubt den wirklich noch an das Märchen, dass Wachstum unsere Probleme beseitigen könnte? Ich kann nur den Film „The Story of Stuff“ hierzu empfehlen: http://www.ploync.de/zeit...

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  • Quelle dpa, Reuters
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