Immobilienmarkt Wohnen in Großstädten wird teurer
Mieter müssen im Durchschnitt fünf Prozent mehr für ihre Wohnung zahlen als vor einem Jahr. Besonders stark gestiegen sind die Mieten für Neubauwohnungen in Berlin.
Mieter in deutschen Großstädten müssen sich wieder auf schneller steigende Mieten einstellen. Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) unter Berufung auf eine Marktstudie berichtet, steigen die Mieten erstmals seit 20 Jahren rapide. Neumieter müssten in kreisfreien Städten heute durchschnittlich fünf Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr – jedenfalls, wenn sie sich für eine moderne Wohnung entscheiden, die nicht älter ist als zehn Jahre.
In einigen Großstädten sind die Mieten sogar noch stärker gestiegen. So kosten gut ausgestattete Neubauwohnungen in Berlin heute 14 Prozent mehr als vor einem Jahr; in Düsseldorf 13 Prozent, in Köln und Bonn zwölf Prozent. In Hamburg und Frankfurt zahlen Neumieter im Schnitt sieben Prozent mehr. Die FAS beruft sich dabei auf das Marktforschungsinstitut Empirica .
Die Hauptstadt Berlin ist mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 8,07 Euro allerdings immer noch relativ günstig – verglichen mit anderen Großstädten wie München (12,35 Euro), Frankfurt/Main (11,59 Euro), Hamburg (11,03 Euro), Düsseldorf (10,47 Euro) oder Köln (10,13 Euro).
Grund für die Mieterhöhungen sei nicht zuletzt die wachsende Anzahl von Single-Haushalten, wodurch der Bedarf an Wohnungen steigt. Viele Städte hätten seit Jahren an Einwohnern gewonnen, die noch dazu immer häufiger allein lebten, sagt der Empirica-Immobilienexperte Reiner Braun. Parallel seien aber nicht so viele neue Wohnungen gebaut worden.
Die Studie zeigt auch, dass kleinere Städte ebenfalls von der Mietsteigerung betroffen sind. In Zweibrücken beispielsweise zogen die Preise um zwölf Prozent an, in Jena um zehn und in Rostock um acht Prozent. Nach wie vor gibt es allerdings Städte, in denen die Mieten nur langsam steigen. In München, wo die Mieten allerdings ohnehin sehr hoch sind, sind neu vermietete Wohnungen nur drei Prozent teurer als vor einem Jahr, in Stuttgart zwei Prozent. In Kiel sind die Mieten sogar um vier Prozent gesunken.
Im Durchschnitt hat Empirica für ganz Deutschland eine Mietsteigerung von 3,4 Prozent ermittelt. Die Zahlen beziehen sich auf inserierte Kaltmieten für die Vermietung von 60- bis 80-Quadratmeter-Wohnungen mit gehobener Ausstattung, die frühestens im Jahr 2000 gebaut wurden.
- Datum 05.09.2010 - 15:19 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP
- Kommentare 33
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sind mit Blick auf die dort besonders stark ausgeprägte Rezession im Jahr 2009 nicht verwunderlich. Dies hemmte den Zuzug von Gutverdienern und macht gerade in BW und BY die Menschen auch besonders vorsichtig, hohe laufende Verbindlichkeiten einzugehen.
In Berlin beobachten wir vermutlich nur einen Nachholvorgang. Der Anbietermarkt verändert sich hin zum Nachfragermarkt. Das lässt die Preise steigen. Ferner ist zu beobachten, dass zumindest im Raum Berlin in den letzten paar Jahren nennenswerter Neubau fast nur noch im oberen Preissegment stattgefunden hat. Daher schlagen diese Neuvermietungen bei der Statistik besonders durch.
Ich fürchte allerdings, dass diese Mietsteigerungen wieder internationale Investorengruppen anlocken werden, die dann wieder große Wohnungsbestände en block erwerben und schließlich "hochzonen" wollen. Dies wird zu seinem sozialen Problem in den großen Städten werden.
Andererseits bieten höhere Neubaumieten auch wieder einen stärkeren Anreiz für Neubau. Wenn dann noch die Banken ihre große Angst vor der Immobilienfinanzierung ablegen (wozu die guten Steigerungsraten ebenfalls einen Beitrag leisten dürften), können wir mit etwas Glück in den nächsten Jahren auch wieder mehr Wohnungsneubau sehen.
CHILLY
Der Euro hat uns nicht nur die Romantik fremden Geldes im Urlaub genommen, sondern hat uns zudem völlig verarmen lassen. Wo wir früher Qualität kaufen konnten, bekommen wir für's gleiche Geld Made-Hauptsache-Billig. Das billige Zeug hält aber nicht lange, was dazu führt, dass man wieder und wieder den gleichen Mist kaufen muss. Wenn man heute Qualität kaufen möchte, dann sind die Waren 2-3 mal so teuer wie früher. Und den Hausvermietern geht es auch nicht anders. Sie lassen Billigreparaturen durchführen und wundern sich nach und nach, wie oft sie dies wiederholen müssen. Klar das jetzt wieder die Mieten kräftig steigen müssen - nicht nur wegen dem Zuzug.
Verstehe ich nicht...
Verstehe ich nicht...
empirica hat nicht das allgemeine Meitpreisniveau gemessen sondern nur die Anzeigen für Neuvermietungen ausgewertet. Das sind also die Wunschpreise der Eigentümer.
Im amtlichen Mietspiegel fangen die Nettokalt-Vergleichsmieten bei 2,77 €/qm an. Der durchschnittliche Preis von oben 8,07 € bezieht sich also nur auf den Preis von Leerstand, wenn er vermietet würde, nicht vermietete Wohnungen.
http://www.stadtentwicklu...
Ein besonders schönes Schmankerl:
http://www.berliner-miete...
"Durch den Beschluss des Senats von 2003, damals noch mit Thilo Sarrazin (SPD) als Finanzsenator, Subventionen für Sozialimmobilien teilweise zu streichen, drohen Mietern in Innenstadtlagen, wie berichtet, Mieterhöhungen von 30 bis 100 Prozent. Rund 28 000 von 172 000 Berliner Sozialwohnungen sind von den Kürzungen betroffen."
...
Vermieter, die vom Wegfall der Subventionen betroffen sind, dürften per Gesetz die Miete verlangen, die ihre Kosten deckt und die in Berlin zwischen 12 und 21 Euro pro Quadratmeter und damit weit über dem Mietspiegel liegt."
http://www.tagesspiegel.d...
Sarrazin arbeitete in der Mainzer Landesregierung unter dem Gründer von empirica (Pfeiffer) und eröffnete zu Beginn seiner Karriere dort, dass man keinen sozialen Wohnungsbau brauche. Quelle: Sarrazin bei der FES bei der Laudatio für Pfeiffer :-)
Ergänzend zu diesen "Statistiken":
Aus dem MieterEcho Nr. 280 - Juli/ August 2000:
Der Geschäftserfolg von empirica beruht darauf, dass die Firma als Provokateur zu Diensten ist, wenn einflussreiche Leute irgendwo eine Bresche schlagen wollen, sich selbst aber im Hintergrund halten möchten. Pfeiffer selbst will diese Rolle intellektuell verstanden wissen und bezeichnet sich in diesem Sinne als "struktureller Polemiker".
und dem MieterEcho 309/April 2005:
Ullrich Pfeiffer ist - und darauf kommt es allein an - Sprecher des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung. Lange Zeit war sein Stellvertreter Thilo Sarrazin. Diese ultraneoliberale Gruppierung innerhalb der SPD gibt eine Linie vor, die nur aus einem Forderungspaar besteht: Privatisierung und Deregulierung. Gutachten, so sachkompetent zu erscheinen sie sich bemühen, haben nur die zwingende Funktion eines verstärkenden Echos.
Beide Zitate zum nachlesen im Zusammenhang:
http://www.bmgev.de/miete...
http://www.bmgev.de/miete...
Ergänzend zu diesen "Statistiken":
Aus dem MieterEcho Nr. 280 - Juli/ August 2000:
Der Geschäftserfolg von empirica beruht darauf, dass die Firma als Provokateur zu Diensten ist, wenn einflussreiche Leute irgendwo eine Bresche schlagen wollen, sich selbst aber im Hintergrund halten möchten. Pfeiffer selbst will diese Rolle intellektuell verstanden wissen und bezeichnet sich in diesem Sinne als "struktureller Polemiker".
und dem MieterEcho 309/April 2005:
Ullrich Pfeiffer ist - und darauf kommt es allein an - Sprecher des Managerkreises der Friedrich-Ebert-Stiftung. Lange Zeit war sein Stellvertreter Thilo Sarrazin. Diese ultraneoliberale Gruppierung innerhalb der SPD gibt eine Linie vor, die nur aus einem Forderungspaar besteht: Privatisierung und Deregulierung. Gutachten, so sachkompetent zu erscheinen sie sich bemühen, haben nur die zwingende Funktion eines verstärkenden Echos.
Beide Zitate zum nachlesen im Zusammenhang:
http://www.bmgev.de/miete...
http://www.bmgev.de/miete...
Die Tatsache, daß selbst in Städten mit nur geringem Zuzug oder gar Abwanderung die Mieten trotzdem im zweistelligem Bereich ansteigen beweist wieder einmal auf's neue, dass wir eine schärfere Regulierung des Mietspiegels nach unten brauchen, da sich der Hang zur Raffgier logischerweise nicht von selbst reguliert und schon gar nicht, wenn der Markt keine nennenswerten Alternativen bietet. Bezahlbarer Wohnraum wird dank jahrelanger städtebaulicher Fehlplahnung immer knapper, neue lebenswerte Konzepte seitens der Architektur sind leider auch so gut wie nicht vorhanden, da man immer noch nicht begreift, warum die Leute denn auf Altbauten so scharf sind, anstatt sich gefälligst in den ewiggleichen ISO-Norm Betonwürfeln der Moderne voneinander zu entfremden. Die Debatte über sittenwidrige Mieten und die daraus zu ziehenden Konsequenzen sind mehr als überfällig, gleiches gilt für eine grundlegende Änderung überalteter und dogmatischer Vorstellung in der Architektur und Stadtplanung zugunsten grundlegender, menschlicher Bedürfnisse anstelle der Industrialisierung und Ghettoisierung von öffentlichem und privatem Lebensraum.
Auf Mondmieten sowie absurde Maklercourtagen, die in keinem Verhältnis zur erbrachten Leistung stehen, können wir hingegen umgehend verzichten. Was im grossen Maßstab Karstadt fast das Genick gebrochen hätte, funktioniert im privaten Haushalt ebenso. Nur leider hilft Herrn Kowalski kein Investor aus der Patsche, da muß er dann wohl in eine mit Steuergeldern subventionierte Sozialwohnung umziehen. Ansonsten noch ein Tip, mal ins StGB unter § 291, Mietwucher nachschauen. Wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe, in besonders schweren Fällen mit Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren bestraft. Wer weiss, vielleicht ergibt sich hier und da ja auch eine Möglichkeit. Bloss nichts unversucht lassen.
Verstehe ich nicht...
Nachdenken hilft !
Nachdenken hilft !
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zeigt sie doch, dass sich wirtschlaftlich endlich was bewegt in der Hauptstadt.
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