Studie Das Rentenalter steigt
Während die Politik über die Rente mit 67 streitet, zeigt eine Studie: Das Arbeitsleben in Deutschland verlängert sich. Unterschiede zwischen Arm und Reich werden größer.
Die Menschen in Deutschland bleiben länger berufstätig: Das faktische Renteneintrittsalter ist zwischen 2002 und 2008 von 62 auf 63 Jahre gestiegen. Das teilte die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) mit und bestätigte damit auch einen Bericht der Süddeutschen Zeitung unter Berufung auf eine Studie im Auftrag der Regierung. Seither sei auch der Anteil der Über-60-Jährigen, die noch im Beruf stünden, auf 33 Prozent gestiegen. Deutliche Unterschiede gebe es weiterhin zwischen Männern und Frauen. Bei den Männern arbeiteten knapp 40 Prozent über den 60. Geburtstag hinaus in einer festen Stelle, bei den Frauen seien es 32 Prozent in West- und 25 Prozent in Ostdeutschland.
Seit 1996 werden für die Studie die Lebensumstände von Menschen im Alter zwischen 40 und 85 Jahren in Deutschland untersucht. Ihr zufolge arbeiten die Bürger nicht nur länger, immer mehr Menschen nutzen inzwischen auch die Altersteilzeit als Brücke in den Ruhestand. Im Jahr 2008 bemühte sich dem Bericht zufolge bereits jeder zehnte im Alter zwischen 55 und 59 Jahren und jeder vierte zwischen 60 und 64 darum, von einer Vollzeitstelle in die Altersteilzeit zu wechseln.
Die sozialen Unterschiede im Alter würden immer größer, zitierte die Zeitung aus der Studie. Die Schere zwischen den Gutverdienenden, die sich gut versorgt fühlen, und denen, die sich echte Sorgen machen, gehe immer weiter auseinander. Rund 60 Prozent aller älteren Menschen hätten ihre finanzielle Lage als gut oder sehr gut bezeichnet. Zugleich nehme die Zahl derer zu, die gravierende Einschnitte befürchteten. Inzwischen habe fast jeder Dritte Angst vor einem deutlich sinkenden Lebensstandard.
In der Untersuchung zeigte sich der Zeitung zufolge auch, dass fast ein Drittel aller Bürger im Alter zwischen 40 und 85 Jahren ein großes Bedürfnis haben, sich sozial zu engagieren – ohne dass sie bisher wissen, wie. Diesem Potenzial möchte sich Familienministerin Kristina Schröder (CDU) stärker zuwenden. Schröder sagte der Süddeutschen Zeitung , die Studie bestätige, dass immer mehr Menschen sich gerne "Zeit für Verantwortung nehmen" wollten. "Das ist ein Schatz, den wir heben wollen." So könnten die sogenannten jungen Alten eine wichtige Rolle bei der Betreuung alter und kranker Menschen spielen.
In Deutschland und anderen Ländern streiten Politiker und Bürger über die Rente mit 67 . Die Gewerkschaften lehnen die Rente mit 67 als verkappte Rentenkürzung ab . Die SPD hat eine Kursänderung bei der Rente mit 67 beschlossen. Der von ihr vor drei Jahren in der großen Koalition festgelegte Einstieg in das höhere Rentenalter ab 2012 soll bis mindestens 2015 verschoben werden. Mindestens die Hälfte der 60- bis 64-Jährigen soll sozialabgabenpflichtig beschäftigt sein, bevor die Rente mit 67 kommt. Die Bundesregierung lehnt dies ab.
In Frankreich waren am Dienstag nach Gewerkschaftsangaben über zwei Millionen Menschen
aus Protest gegen die geplante Rentenreform auf die Straße gegangen
. Dort soll das Renteneintrittsalter auf 62 Jahre erhöht werden.
- Datum 08.09.2010 - 10:14 Uhr
- Quelle AFP, Reuters
- Kommentare 11
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Wenn 67 Prozent der Über-60-Jährigen, also 2 von drei!, nicht mehr im Berufsleben stehen?
Das heisst doch, dass die nicht nur nichts beitragen zum Unterhalt unserer hart arbeitenden Abgeordneten und Minister und Bundesbanker, sondern, schlimmer noch, sich auf Kosten der Allgemeinheit ein herrliches Leben verschaffen?
Eine neue Studie hat ergeben, dass jeder Deutsche 10 Liter reinen Alkohol pro Jahr trinkt. Damit ist Deutschland Europameister.
In Deutschland hat jeder Einwohner laut einer Studie durchschnittlich rund 57.900 Euro auf der hohen Kante. „Die Deutschen sind damit so wohlhabend wie noch nie“, sagte Dresdner-Bank-Volkswirtin Renate Finke.
Ich liebe diese Studien.
Habe ich das wieder einmal richtig verstanden? Ich meine, ich erwarte ja nichts anderes von [...] Schröder. Auf die zunehmende, hohe Arbeitslosenquote bei älteren Mitmenschen fällt ihr ein, dass man diesen Schatz heben sollte, dass man also die Arbeitslosen dann wieder als kostenlose Hilfen im sozialen Bereich einsetzen könnte?
Seufz.
Frischer Wind in der Politik, ja, den wollte ich auch. Aber je mehr diese "Jungen" sagen und tun, desto mehr bin ich überzeugt, dass sie die falsche Brise sind. [...]
Gekürzt, bitte verzichten Sie auf persönliche Anwürfe. Vielen Dank. /Die Redaktion pt.
Diese ganze Debatte um das Rentenalter geht ja so am Thema vorbei und kein einziger Politiker merkt's.
Klar, ist es logisch, wenn in einem 'alternden' Land auch das Rentenalter steigen muss. Dumm ist nur zu glauben es gebe nur den Weg "einer für alle und alle für einen".
Wie kann denn einem Fabrikarbeiter o.ä. zugemutet werden, er solle sich abrackern bis er 67 oder sogar 70 ist?
Gleichzeitig aber, warum muss der geistig noch fitte und willige Uni-Prof o.ä. gehen, nur weil das 'Alter' ruft?
Warum können wir die 'Last' nicht fair aufteilen?
In bestimmten Berufszweigen ist es sicher sinnig länger arbeiten zu 'dürfen', in bestimmten aber nicht.
Mit der 'Aufteilung' hätte man auch die ganze Debatte vom Hals, weil sich Menschen in bestimmten Berufsgruppen zu Recht über eine Erhöhung des Rentenalters aufregen.
Wenn ich als Ottine-Normal-Verbraucher auf so eine Idee komme, warum dann nicht auch die überbezahlten Super-Berater von Politikern?
Mal ganz salopp: Soziale Gerechtigkeit passt Euch nicht, 'ne?
Soziale Gerechtigkeit ist sogar sehr wichtig!
Wir müssen ganz klar erkennen, dass forschen, malen und dichten eben sehr viel anstrengender und mühseliger ist als leichte Tätigkeiten wie schmieden, ackern und hobeln, die ja z.T. auch noch an frischer Luft stattfinden, oder in doch in warmen, überdachten Räumen!
Soziale Gerechtigkeit ist sogar sehr wichtig!
Wir müssen ganz klar erkennen, dass forschen, malen und dichten eben sehr viel anstrengender und mühseliger ist als leichte Tätigkeiten wie schmieden, ackern und hobeln, die ja z.T. auch noch an frischer Luft stattfinden, oder in doch in warmen, überdachten Räumen!
Soziale Gerechtigkeit ist sogar sehr wichtig!
Wir müssen ganz klar erkennen, dass forschen, malen und dichten eben sehr viel anstrengender und mühseliger ist als leichte Tätigkeiten wie schmieden, ackern und hobeln, die ja z.T. auch noch an frischer Luft stattfinden, oder in doch in warmen, überdachten Räumen!
Die gesamte Debatte hinkt. Die Rente für die Lebensarbeitsleistung eines Menschen ist kein Almosen des Staates oder der Unternehmen, die die Menschen beschäftigen. Die Rente wird von jedem Arbeitnehmer Zeit seiner Lebensarbeitsleistung auf Konten der staatlichen Rentenversicherungsanstalt eingezahlt und sollte man nach Möglichkeit so verwaltet und verzinst werden, dass jeder!!!!, der das Rentenalter von 60 erreicht, einen sorgenfreien "Lebensabend" geniessen kann.
Aber die Wirklichkeit sieht ganz anders aus: bei Frauen, die dem Staat die Kinder großgezogen haben, die später die Rentenzahler für die nächste Generation werden, bei Sozialhilfeempfängern, (das Wort Hartz IV sollte ersatzlos gestrichen werden, weil allein der Name eine Unverschämtheit und Verschleierung ist) die mit 40 Jahren aus dem Job gekegelt wurden und keine Aussicht auf eine neue Beschäftigung haben oder bei Kranken, die der Staat ohnehin alimentieren muss.
Sind 40 Jahre Arbeit für eine kapitalistisch geprägte Gesellschaftsordnung nicht ausreichend, um dann sein Leben so leben zu können, wie man es als älterer Mensch erwarten kann? Muss nicht der Gewinn und das akkumulierte Kapital, das die ca. 7% Reichen aus der Arbeitskraft jedes Einzelnen gesaugt haben, nicht zusätzlich dazu verwendet werden, dass alle Menschen ab 60 sorglos leben können?
Die abstrus geführte Rentendebatte hat nur oberflächlich etwas mit Demographie zu tun, viel wichtiger ist mehr denn je die Frage nach Rentengerechtigkeit.
W.Neisser
", die dem Staat die Kinder großgezogen haben, ..." schreiben Sie. Beklagernswerterweise kenne ich solche Frauen nicht, ganz sicher gehört die meine nicht dazu.
("Ich helfe Antje bei der Erzehung unserer Kinder" Axel Hacke)
Ich vermag aber nicht einzusehen, warum nun ich als abhängig Beschäftigter deren Rente zahlen sollte und nicht "der Staat"? Vielleicht gibt es da sogar einen Mann, der Beamter war? Also viel mehr Geld kriegt als ich?
Nicht Sie, sondern der Staat zahlt die Rente, aber nur weil alle "Abhängig Beschäftigten" mehr oder weniger einzahlen, außer denen, die Besitzende sind oder als freiberuflich Beschäftigte Eigenvorsorge betreiben müssen.
Jede Familie, die Kinder hat, und dabei vor allem die Mütter, die die Erziehung übernehmen, sorgt dafür, dass später wieder Rentenbeiträge eingezahlt werden. Und diese Frauen bekommen oftmals eine sehr geringe Rente - ist das gerecht?
Die Besitzenden, damit sind die 7% gemeint, denen 90% des Kapitals in Deutschland gehört, bräuchten nur geringe Prozentsätze abzugeben, um mehr Gerechtigkeit bei den Rentenempfängern zu erreichen - dabei wird keiner verarmen. Und müssen Beamte des Staates, insbesondere der aufgeblähte Beamtenapparat des Bundes dermaßen überzogene Renten kassieren, auch wenn sie beispielsweise nur wenige Jahre als Abgeordnete, Minister oder Ministerialräte ihr Wählervotum abgesessen haben?
Warum muss immer der viel zitierte "kleine Mann" für alles gerade stehen, auch mit einer angeblich durch Demographie begründetes späteres Renteneintrittsalter? Das sind drängende Fragen und ohnehin scheint nach neuesten Zahlen das Renteneintrittsalter bei ca. 63 Jahren zu liegen, aber nicht, weil die Menschen eine höhere Rente anstreben, sondern weil viele wegen ihrer "Rüstigkeit" nicht zu Hause hocken wollen. Aber in Wirklichkeit sind gerade diejenigen, die noch körperlich arbeiten, mit 60 Jahren vom Schuften bedient. Das muss man auch sehen.
W.N.
Nicht Sie, sondern der Staat zahlt die Rente, aber nur weil alle "Abhängig Beschäftigten" mehr oder weniger einzahlen, außer denen, die Besitzende sind oder als freiberuflich Beschäftigte Eigenvorsorge betreiben müssen.
Jede Familie, die Kinder hat, und dabei vor allem die Mütter, die die Erziehung übernehmen, sorgt dafür, dass später wieder Rentenbeiträge eingezahlt werden. Und diese Frauen bekommen oftmals eine sehr geringe Rente - ist das gerecht?
Die Besitzenden, damit sind die 7% gemeint, denen 90% des Kapitals in Deutschland gehört, bräuchten nur geringe Prozentsätze abzugeben, um mehr Gerechtigkeit bei den Rentenempfängern zu erreichen - dabei wird keiner verarmen. Und müssen Beamte des Staates, insbesondere der aufgeblähte Beamtenapparat des Bundes dermaßen überzogene Renten kassieren, auch wenn sie beispielsweise nur wenige Jahre als Abgeordnete, Minister oder Ministerialräte ihr Wählervotum abgesessen haben?
Warum muss immer der viel zitierte "kleine Mann" für alles gerade stehen, auch mit einer angeblich durch Demographie begründetes späteres Renteneintrittsalter? Das sind drängende Fragen und ohnehin scheint nach neuesten Zahlen das Renteneintrittsalter bei ca. 63 Jahren zu liegen, aber nicht, weil die Menschen eine höhere Rente anstreben, sondern weil viele wegen ihrer "Rüstigkeit" nicht zu Hause hocken wollen. Aber in Wirklichkeit sind gerade diejenigen, die noch körperlich arbeiten, mit 60 Jahren vom Schuften bedient. Das muss man auch sehen.
W.N.
Später in Rente, und früher Tot. Das ist doch erwünscht.!!!! Ha!!! Diese ganze Debatte, ist totaler Blödsinn. Von mir aus auch Rente mit 80. Bloß wer stellt die Leute denn ein? Mal ganz ehrlich: Die Finanzierung der Gesetzliche Rente ist doch kein Problem, sondern die Lobbypolitiker, wie Riester und Konsorten. Diese, und die Versicherungsunternehmen verdienen sich auf Grund der Dummheit der Deutschen eine Goldene Nase. Die Produktivität, hat sich im Vergleich zu den Rentnern, mindestens 3 mal so schnell entwickelt. Und mal ehrlich, Rente mit 67 oder 70, die stellen ja nicht mal mehr 45 jährige ein. Auch das Gelaber, man muss jetzt lebenslang lernen u.s.w. Der Maurer der mit 50 seinen Job verliert, und eine Umschulung mit Bravur besteht, bewirbt sich als 53 jähriger ohne Berufserfahrung. Den nehmen alle mit Kusshand. Wer das glaubt, ist für mich dümmer, als ein Meter Feldweg.
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