Energiekonzept Häuschen-Sanierung wird wieder freiwillig

Die Regierung entschärft wegen Widerstands von Hausbesitzern und der FDP ihren eigenen Plan: Statt scharfer Energievorschriften für Wohnhäuser kommt nun die Abrissprämie.

In dem Energiekonzept der Regierung hieß es bisher, dass bis 2050 alle Wohngebäude auf einen "Null-CO2-Emissions"-Standard gebracht werden sollen. Das bedeutet, dass die Bauten möglichst wenig Energie verbrauchen sollen – und wenn, dann nur Öko-Energien. Hausbesitzer und Wohnbaugesellschaften hätten ihre Häuser mit enormem Aufwand sanieren müssen. Die Immobilienwirtschaft schätzte die Kosten für die etwa 3,5 Milliarden Quadratmeter Wohnfläche in Deutschland auf bis zu 2,6 Billionen Euro.

Doch der aus dem Energiekonzept resultierende Zwang zur Gebäudesanierung für alle Hausbesitzer ist nun vom Tisch , wie aus Ministeriums- und Koalitionskreisen zu erfahren ist. "Wir wollen dabei Anreize setzen, aber keine Zwangssanierungen anordnen", heißt es im neuen Entwurf für das Energiekonzept.

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Der Energieverbrauch in Gebäuden soll bis 2050 so verringert werden, dass in diesem Bereich 80 Prozent weniger klimaschädliches CO2 verursacht wird. Neu eingeführt wurde eine Art "Abrissprämie", wenn Häuser nicht mehr vernünftig energetisch saniert werden können und ein Ersatzneubau billiger wäre.

Die Abrissprämie

Sie dient dazu, kaum zu dämmende Gebäude zu ersetzen und könnte Teil des Gebäudesanierungsprogramms werden. "Wichtig ist, dass auch Ersatzneubauten bezuschusst werden, weil es gerade beim Gebäudestand der sechziger und siebziger Jahre Häuser gibt, die von ihrer Substanz in einem zu schlechten Zustand sind, um sie ausreichend energetisch sanieren zu können", sagt der baupolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Sebastian Körber.

Lohnt Sanieren?

Es gibt Schätzungen von Eigentümerverbänden, die die Kosten der energetischen Sanierung aller Gebäude in Deutschland bis 2050 auf bis zu 2,6 Billionen Euro beziffern. Die Deutsche Energieagentur (dena) hält das für "Quatsch". Hier würden auch normale Sanierungsarbeiten einfach mit eingerechnet. Zudem ließen sich mit einer massiven Sanierung nach neuesten Energieeinspar-Standards bis zu 4 Billionen Euro an Energiekosten in den nächsten 40 Jahren einsparen. "Die derzeitige Panikmache, dass sich etwa Mieten verdreifachen würden, ist nicht akzeptabel", sagt dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. Bis zu einer Energieeinsparung um 70 Prozent lasse sich eine Sanierung ohne Mietsteigerungen realisieren, da in einem solchen Fall zwar die Kaltmiete deutlich steigt, die Heizkosten aber massiv zurückgehen. "Und es gibt für Hausbesitzer einen viel, viel höheren Verkaufserlös, wenn das Gebäude energetisch saniert ist", sagt Kohler.

Dauert es nicht Jahrzehnte, bis sich eine Sanierung rechnet?

Ja, das kann sein. Aber die Energiekosten steigen und steigen, sodass es sich je nach Investitionskosten auch in wenigen Jahren rechnen kann. Die dena verweist darauf, dass seit 1995 die Kaltmieten um 22 Prozent gestiegen seien, die Energiekosten um 120 Prozent. Auch kursierende Zahlen von 1000 Euro Sanierungskosten pro Quadratmeter verweist dena-Chef Kohler ins Reich der Fantasie. Für eine Energieeinsparung von 80 Prozent würden nach dena-Berechnungen 420 Euro pro Quadratmeter anfallen. Zum Vergleich: Bei einem unsanierten Haus aus den siebziger Jahren würden binnen 20 Jahren Heizkosten von 107.000 Euro anfallen, bei einem sanierten Haus aber nur 21.000 Euro.

Die Änderungen

Ursprünglich sollte es Steuernachteile geben, wenn ein Haus nicht energetisch saniert wird. Nun ist im Entwurf für das Energiekonzept davon keine Rede mehr – Koalitionskreise sehen Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) als Verlierer, weil er seine Forderungen nicht habe durchsetzen können. "Wir wollen dabei Anreize setzen, aber keine Zwangssanierungen anordnen", heißt es in einem neuen Passus. Oberstes Gebot soll sein, dass sich Sanierungen rechnen. Als Motivation zum Dämmen und Fensteraustauschen soll das Gebäudesanierungsprogramm aufgestockt worden, aus dem Bauministerium kamen Forderungen von drei Milliarden Euro pro Jahr. Bis 2050 soll bei allen Gebäuden der Energieverbrauch so gesenkt werden, dass in diesem Bereich 80 Prozent weniger klimaschädliches Kohlendioxid als heute verbraucht wird.

Start


Am kommenden Dienstag entscheidet das Kabinett, dann wird in den nächsten Wochen geklärt, wie das riesige Konjunkturprogramm für die Bau- und Handwerksbranche gestaltet wird. Die dena schlägt ein Fördervolumen von 5 Milliarden Euro pro Jahr vor. "Diese Förderung löst das Sechsfache an Investitionen aus", betont die Energieagentur. Nur so könne die Sanierungsrate von derzeit 1 Prozent auf 2 Prozent pro Jahr verdoppelt werden. Jährlich müssten zur Erreichung der Ziele mindestens 360.000 Gebäude (68 Millionen Quadratmeter Wohnfläche) saniert werden. Als erstes müssen die vor 1978 gebauten Gebäude saniert werden. Da nach Schätzungen etwa die Hälfte aller Gebäude in den nächsten 20 Jahren ohnehin saniert werden müssten, soll dabei gleich die energetische Sanierung mitgemacht werden.

Selbst Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte vor einigen Wochen Nachbesserung an dem Entwurf verlangt, nachdem Umwelt- und Wirtschaftsministerium das Energiekonzept präsentiert hatten. Denn der Ressortchef musste für 2011 zugleich eine Kürzung der Gelder für die Gebäudesanierung um zwei Drittel verkünden. Auch ihren Plan, den Betrieb von Atommüll-Endlagern in private Hände zu geben, hatte die Regierung nach Protest von Umweltschützern aufgegeben .

"Wir haben uns bemüht, die größten Schnitzer herauszubekommen", hieß es nun mit Blick auf Pläne von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU), Verstöße gegen die Sanierungsverpflichtung mit Steuernachteilen zu belegen. Diese ab dem Jahr 2020 geplante Möglichkeit der Bestrafung hat dem Vernehmen nach bei den Beratungen keine Mehrheit gefunden. Röttgens Pläne für mehr Energieeffizienz wurden teils deutlich abgeschwächt.

Das Kabinett will das Energiekonzept mit den längeren Atomlaufzeiten und den Energieeinsparplänen bei Gebäuden am Dienstag verabschieden.

Koalitionspolitiker reagierten erleichtert. "Das ist ein großer Erfolg, insbesondere dass es zu keinen Zwangsmaßnahmen kommt", sagte der baupolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Sebastian Körber. Die Idee zum Sanierungszwang war nicht nur im Bauministerium, vor allem auch bei der FDP-Fraktion auf Widerstand gestoßen.

Der FDP-Bauexperte sprach sich dafür aus, das Programm zum energetischen Sanieren mit einem Programm für altersgerechte Sanierungsarbeiten zu kombinieren. "Wir müssen beim Sanieren viel stärker als bisher auch den demografischen Wandel bedenken und mehr Gebäude so umbauen, dass sie barrierefrei sind."
 

 
Leser-Kommentare
  1. Hab ich das richtig verstanden, dass die Zwangssanierung durch den Zwangsabriss ersetzt werden soll, wenn das Haus nicht die erforderliche Kriterien erfüllt, aber bewohnbar ist?

  2. Was bleibt also von dem Blendwerk, dass Frau Merkel in Durck gegeben hat, um zu vertuschen, dass es ihr nur um neue Subventionen für die Atomindustrie geht, bei der die Kosten und die Risiken von der kinderlosen Merkel auf Bürger und deren Nachfahren abgewälzt werden? Nichts.

    Die Fakten:
    - das Hausmodernisierungsbeldnwerk ist wieder weg udn es bleibt bei der Tatenlosigkeit der CDU
    - Subventionen für Solaranlagen und Windkraftanlagen sind gekürzt worden: Merkel will keine alternative Enrgie
    - desertec wird von der CDU nicht unterstützt, weil die ihre Spenden von der Atom- und Waffenindustrie bekommen. Auch der Umbau zu einem Gleichstromhochspannungsnetz mit niedrigeren Verlusten bleibt aus.
    - bei der Kohle wird der CCS-Traum verillusioniert von Spinnern, die auch an die Fusion seit fünf Jahrzehnten glauben. Mit genauso nicht vorhanden Ergebnissen.

    Nur die Atomenergie wird von Frau Merkel gehätschelt. Im Hinterzimmer, unter Ausschluss des Bürgers und des Fachministers und des Bundesrates.

    Sozialistische Misswirtschaft durch Merkel und die CDU wie in der DDR. Schlampige Arbeit an der Asse als Zukunftsvorsorge der kinderlosen Merkel: nach mir die Sintflut. Wie Honecker. Merkel wird wie Honecker auch bald nach Südamerika flüchten, wo sich seit Jahrhunderten die deutschen Versager sammeln.

  3. Leider konnte ich im Artikel keine Angaben zum Erhalt historischer Bausubstanz finden. Zwar wird angegeben, die Hauptzielgruppe der "Abrissprämie" liege in den 60er und 70er Jahren, ich sehe ein Problem aber ohne genauere Informationen auch weiterhin.

    Wie wird verhindert, daß z.Bsp. eine Villa des Historismus, Jugendstil, ... oder auch ein altes Bauernhaus bei Aufkauf, Erbe oder Besitz durch bildungsferne und gewissenslose Mitbürger zerstört wird. Dabei beginnt nach meiner Meinung die Zerstörung nicht erst bei einem völligen Abriß, sondern bereits z.Bsp. bei Stuck oder Erker.

    Das "Prämien" die Eigenart haben, auch höhere Werte, egal ob materiell, kulturell oder sonstiger Art sinnlos zu opfern, sollte hierbei unter anderem bereits die Abwrackprämie für PKW deutlichst vor Augen geführt haben.

    Werte ZEIT-Redaktion, ich möchte Sie inständigst bitten, diese Zeilen nicht als bloßem Kommentar abzutun. Bitte nehmen Sie sich des Themas an.

    Unsere nachfolgenden Generationen haben neben einer sauberen Umwelt auch einen Anspruch auf ein kulturelles und historisches Erbe, eine der wesentlichen Grundlagen einer Gesellschaft.

    Politikern mag es entgangen sein, wie wertvoll und vielfältig die historische Bausubstanz vor allem in kleineren Städten und Dörfern immer noch ist. Eine CO2-neutrale Energieversorgung sollte für diesen Anteil an Bausubstanz zudem kein Problem darstellen.

    Greifen Sie daher bitte das Thema auf, bevor es zu spät ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Steinager

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    Schon einmal, nach dem zweiten Weltkrieg, wurden viele Städte durch eine brutale Modernisierung unwirtlich, das sollte sich nicht wiederholen.

    Ich kann Ihnen nur zustimmen! Gerade Fachwerk- und Backstein-, aber auch viele Jugendstilgebäude prägen das Bild unsrer Städte, sie gilt es zu erhalten, ebenso wie Gutshäuser und alte Gehöfte auf dem Land. Hier ist ein Vollwärmeschutz gar nicht möglich, ohne das Erscheinungsbild maßgeblich zu beeinträchtigen. Schon jetzt ist zu bemerken, dass die "energetische Sanierung" von Gebäuden meist mit dem Einbau von Kunststofffenstern einhergeht, die nicht nur hässlich aussehen, sondern auch den Sondermüll von morgen abgeben werden. Ich wohne im Süden der Republik, wo die sogenannten "Besserverdienenden" leben. Am Starnberger See wurde jüngst ein Baustopp verhängt, weil ein Privatmann für sich und seine Familie ein Haus mit 834 Quadratmetern bauen wollte, die zulässige Größe dabei aber geringfügig (!) überschritten hatte. Wer dagegen in einem "Siedlerhäusl" mit 75 Quadratmetern Wohnfläche wohnt - und selbst bei offenen Fenstern weniger verbraucht als der Privatmann in seiner amerikanisch dimensionierten Luxusvilla - hätte sein Haus abreißen sollen? Gut, dass wenigsten dieser Unfug in letzter Minute verhindert wurde.

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    Schon einmal, nach dem zweiten Weltkrieg, wurden viele Städte durch eine brutale Modernisierung unwirtlich, das sollte sich nicht wiederholen.

    Ich kann Ihnen nur zustimmen! Gerade Fachwerk- und Backstein-, aber auch viele Jugendstilgebäude prägen das Bild unsrer Städte, sie gilt es zu erhalten, ebenso wie Gutshäuser und alte Gehöfte auf dem Land. Hier ist ein Vollwärmeschutz gar nicht möglich, ohne das Erscheinungsbild maßgeblich zu beeinträchtigen. Schon jetzt ist zu bemerken, dass die "energetische Sanierung" von Gebäuden meist mit dem Einbau von Kunststofffenstern einhergeht, die nicht nur hässlich aussehen, sondern auch den Sondermüll von morgen abgeben werden. Ich wohne im Süden der Republik, wo die sogenannten "Besserverdienenden" leben. Am Starnberger See wurde jüngst ein Baustopp verhängt, weil ein Privatmann für sich und seine Familie ein Haus mit 834 Quadratmetern bauen wollte, die zulässige Größe dabei aber geringfügig (!) überschritten hatte. Wer dagegen in einem "Siedlerhäusl" mit 75 Quadratmetern Wohnfläche wohnt - und selbst bei offenen Fenstern weniger verbraucht als der Privatmann in seiner amerikanisch dimensionierten Luxusvilla - hätte sein Haus abreißen sollen? Gut, dass wenigsten dieser Unfug in letzter Minute verhindert wurde.

  4. Zwangssanierungen machen tatsächlich kaum Sinn. Alle genannten Zahlen sind rein theoretisch. Dass man ein Haus effektiv umbauen kann ist klar, aber diese Energiezahlen für alle bleiben theoretisch.
    Manchmal helfen einfach nur die Haustür auszutauschen und oder den Kamin abzudichten, ein paar gezielte Handgriffe, einen guten Brenner anzuschaffen. Die hier genannten 420 Euro pro Quadratmeter hat nicht jeder. Aber vor allem die, die mit Mietgewinn rechnen, sanieren nur selten. Oft sind die Mieten auch so schon hoch, dass eine Mietsteigerung nicht drin ist.

    Helfen würden hier vielleicht einzelne Pakete, die finanziell tragfähig wären, mit denen man meinetwegen alle zwei Jahre gezielte Umbauten verrichten könnte. Denn Passiv- und Niedrigenergiehaus werden nicht am Ende stehen.

    Die Energiepässe sind oft lächerlich. Es gibt ja schon welche für 10 Euro im Netz. Da kann man auch ein Donald Duck Bild vorzeigen.

    Eine sinnvolle Sanierung macht Sinn, muss aber nicht gleich die Welt kosten.

    Ich habe eine Planung erlebt, da hatte man ein Gründerzeithaus abgerissen, dann im Passivhausstandart wieder aufgebaut, mit dem selben visuellen Erscheinungsbild.
    Wo hier der energetische Sinn liegt, erschließt sich mir heute noch nicht.

    Aber so sind wir halt, erst machen, dann denken.

    Vielleicht sollten wir lieber Aktivhäuser entwickeln, die machen mehr Sinn.

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    Falls Sie Dämmstärken von 30cm ästhetisch für bedenklich, die Idee von Zero-Emission Häuser allerdings für richtig halten, empfehle ich Ihnen einen Blick auf folgende Seite zu werfen:
    http://www.viagialla.ch/
    Die Professur Leibundgut der ETH-Zürich bemüht sich einen Weg zu finden Bestands-Gebäude ohne CO2 eq. Emissionen ökonomisch zu betreiben.

    Mein phD wird sich übrigens genau mit der Frage beschäftigen, wieviel passive Eigenschaften benötigt man von der Fassade und wieviel aktive Massnahmen braucht es von der Gebäudetechnik um ein Gebäude im gemässigtem Klima zu betreiben.
    http://www.gt.arch.ethz.c...

    Falls Sie Dämmstärken von 30cm ästhetisch für bedenklich, die Idee von Zero-Emission Häuser allerdings für richtig halten, empfehle ich Ihnen einen Blick auf folgende Seite zu werfen:
    http://www.viagialla.ch/
    Die Professur Leibundgut der ETH-Zürich bemüht sich einen Weg zu finden Bestands-Gebäude ohne CO2 eq. Emissionen ökonomisch zu betreiben.

    Mein phD wird sich übrigens genau mit der Frage beschäftigen, wieviel passive Eigenschaften benötigt man von der Fassade und wieviel aktive Massnahmen braucht es von der Gebäudetechnik um ein Gebäude im gemässigtem Klima zu betreiben.
    http://www.gt.arch.ethz.c...

  5. Es mag Zufall sein, aber hier hat Schwarzgelb tatsächlich ein gewaltiges Eigentor vermieden.

    Am einfachsten ist wären Zwangssanierungen noch bei Mietwohnungen umsetzbar: Der Mieter zahlt die Zeche. Vielerorts drohten dabei aber schon Leerstand und gleichzeitig Wohnungsnot, denn die Generation, der heute 30- bis 40-jährigen und ihre Nachfolger sind die Generation Niedriglohn (freilich ein Problem des fehlenden Mindestlohns).

    Bei selbstbewohnten Immobilien käme ein anderer Effekt zum Tragen: Nicht wenige Wohnimmobilien werden von älteren Menschen bewohnt, die in ihrem Alter kein Interesse an Sanierung mehr haben. Verbleiben die Erben, die man zwingen könnte. Die aber würden das belastende Erbe schlichtweg ausschlagen, wenn sie eine solche Last zu tragen hätten (zumal sie ebenfalls der prekären Generation angehören).
    Die Folge: Leerstände bei gleichzeitigem Mangel an bezahlbarem Wohnraum.

    Zwangssanierungen wären ein gewaltiges Eigentor gewesen. Nachdem das eingesehen wurde, sollte man sich Gedanken machen, wie es stattdessen ginge...

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    Schon einmal, nach dem zweiten Weltkrieg, wurden viele Städte durch eine brutale Modernisierung unwirtlich, das sollte sich nicht wiederholen.

    • xpol
    • 22.09.2010 um 21:43 Uhr

    ... mit der Qualität faktischer Enteignung sollten in unserem Rechtssystem eigentlich ausgeschlossen sein.

    Man muss eben damit leben, dass 50 Jahre alte Häuser nicht den gerade aktuellen Neubauvorschriften entsprechen - und jetzt umgebaut, würden sie in ein paar Jahren wieder bestenfalls Mittelmass sein.

    Energiesparende Bauweise beginnt bei der Bodenplatte, Nachrüstung birgt Risiken. Aus eigener Anschauung kenne ich einige recht bezeichnende Beispiele von Schimmelbefall in nachisolierten Häusern bis hin zur Schädigung der Bausubstanz.

    Eine 5-Häuser-Anlage von 12 Jahre alten Niedrigenergiehäusern in meiner Nachbarschaft wurde letztens wegen Unbewohnbarkeit abgerissen.

    Nichts spricht allerdings dagegen, Fördergelder für energiesparende Modernisierungen zur Verfügung zu stellen.

  7. Falls Sie Dämmstärken von 30cm ästhetisch für bedenklich, die Idee von Zero-Emission Häuser allerdings für richtig halten, empfehle ich Ihnen einen Blick auf folgende Seite zu werfen:
    http://www.viagialla.ch/
    Die Professur Leibundgut der ETH-Zürich bemüht sich einen Weg zu finden Bestands-Gebäude ohne CO2 eq. Emissionen ökonomisch zu betreiben.

    Mein phD wird sich übrigens genau mit der Frage beschäftigen, wieviel passive Eigenschaften benötigt man von der Fassade und wieviel aktive Massnahmen braucht es von der Gebäudetechnik um ein Gebäude im gemässigtem Klima zu betreiben.
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    Antwort auf "lieber Aktivhäuser"
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    Ihr Viagialla Link ist doch offensichtliche Realitätsbeugung.
    Wenn man den Energieeinsatz nach guten und schlechten Energien trennt und die "guten" aus der Bilanz herausnehmen kann - ist es nur eine Frage von Gut und Böse - also pure Religion.

    Es sind einfache Schönrechnungen sogenannter "erneuerbarer Energien".
    Und sie sind noch nicht einmal dauerhaft.

    Als Beispiel möchte ich die Erdwärmenutzung unterhalb der dargstellten Projekte heranziehen.
    Ich nehme an, auch in Ihrer theologischen Energieabteilung wird Ihnen bekannt sein, daß die oberflächennahe Erdwärme zu 95% aus der Sonneneinstrahlung kommt.
    Der tatsächliche geophysikalische Wärmestrom beträgt nur etwa 0,07 W/m².

    In eng bebauten Gebieten unter hochisolierten Häusern fließt keine Solarenergie ins Erdreich.
    Die in Ihrem Link aufgezeigten Projekte haben allerdings Fotovoltaik und leiten die sommerliche Einstrahlung nicht in die "Erdwärmeanlage" sondern ins Stromnetz ab.

    Würde jedes Haus in einem engbebauten Bereich Erdwärme entnehmen kommt man auf eine dauerhafte Heizleistung von vielleicht einem halben Watt pro m2 Hausgrundriss.

    Die per Fotovoltaik im Sommer eingespeiste elektrische Energie Ihrer Pojekthäuser möchten Sie im Winter zum Betrieb Ihrer Wärmepumpen dann wieder entnehmen.

    Ich kann in den aufgeführten Projekten keinen zugehörigen Energiespeicher mit der notwendigen Kapazität erkennen.

    Ihre vorgestellten Ideen und Projekte sind also reine ökotheologische Kopftuchmädchenrechnungen.

    Ihr Viagialla Link ist doch offensichtliche Realitätsbeugung.
    Wenn man den Energieeinsatz nach guten und schlechten Energien trennt und die "guten" aus der Bilanz herausnehmen kann - ist es nur eine Frage von Gut und Böse - also pure Religion.

    Es sind einfache Schönrechnungen sogenannter "erneuerbarer Energien".
    Und sie sind noch nicht einmal dauerhaft.

    Als Beispiel möchte ich die Erdwärmenutzung unterhalb der dargstellten Projekte heranziehen.
    Ich nehme an, auch in Ihrer theologischen Energieabteilung wird Ihnen bekannt sein, daß die oberflächennahe Erdwärme zu 95% aus der Sonneneinstrahlung kommt.
    Der tatsächliche geophysikalische Wärmestrom beträgt nur etwa 0,07 W/m².

    In eng bebauten Gebieten unter hochisolierten Häusern fließt keine Solarenergie ins Erdreich.
    Die in Ihrem Link aufgezeigten Projekte haben allerdings Fotovoltaik und leiten die sommerliche Einstrahlung nicht in die "Erdwärmeanlage" sondern ins Stromnetz ab.

    Würde jedes Haus in einem engbebauten Bereich Erdwärme entnehmen kommt man auf eine dauerhafte Heizleistung von vielleicht einem halben Watt pro m2 Hausgrundriss.

    Die per Fotovoltaik im Sommer eingespeiste elektrische Energie Ihrer Pojekthäuser möchten Sie im Winter zum Betrieb Ihrer Wärmepumpen dann wieder entnehmen.

    Ich kann in den aufgeführten Projekten keinen zugehörigen Energiespeicher mit der notwendigen Kapazität erkennen.

    Ihre vorgestellten Ideen und Projekte sind also reine ökotheologische Kopftuchmädchenrechnungen.

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