Für sein Buch Deutschland schafft sich ab hat Thilo Sarrazin viel Kritik einstecken müssen. Es sei das " absurde Ergebnis eines Hobby-Darwinisten ", schrieb der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. Bundeskanzlerin Angela Merkel beschuldigte Sarrazin, die Gesellschaft spalten zu wollen . Andere warfen dem früheren Bundesbank-Vorstand sogar offenen Rassismus und Antisemitismus vor.

Finanziell hat sich die Aufregung um sein Buch für Sarrazin bereits jetzt gelohnt. Drei Wochen nach dem Verkaufsstart ist es in vielen Buchhandlungen immer noch vergriffen, die Wartelisten sind lang.

Auch der DVA-Verlag ist vom Erfolg des Buches überrascht. Ursprünglich sei eine Auflage von 25.000 Exemplaren geplant gewesen, sagt ein Sprecher des Verlags, der zu Bertelsmann gehört. Nun sind 650.000 Exemplare im Handel. Offenbar rechnet der Verlag damit, noch mehr Exemplare des Buches verkaufen zu können. Die 13. Auflage ist bereits im Druck. Mehr als 800.000 Exemplare könnten somit bald auf dem Markt sein. Über die genauen Verkaufszahlen schweigt der Verlag.

Wie lukrativ das Buch für Sarrazin werden könnte, zeigt eine Rechnung. Nach Angaben des Verlags hat Sarrazin einen "normalen Autorenvertrag" unterschrieben. Üblich sei laut DVA-Sprecher, dass ein Autor pro verkauftes Exemplar einen Anteil von 10 bis 13 Prozent des Ladenpreises erhalte. Wie hoch der Vorschuss war, den Sarrazin für sein Buch bekommen hat, ist unbekannt.

Der Verkaufspreis in Deutschland beträgt 22,99 Euro. Verkauft der Verlag alle 650.000 Bücher, die derzeit auf dem Markt sind, würde Sarrazin bei den gängigen Honorarsätzen zwischen 1,5 und 1,9 Millionen Euro verdienen. Wenn sich auch die neue Auflage mit insgesamt 800.000 Exemplaren verkauft, könnte Sarrazin mit seinem Buch sogar bis zu 2,4 Millionen Euro an Honoraren beziehen.

Ob und wie oft das Buch noch nachgedruckt wird, ist nicht absehbar. Aktuell steht es an der Spitze sämtlicher Bestseller-Listen. Weitere Auflagen sind wahrscheinlich.