Kreditwürdigkeit Rating-Agentur stuft Spanien herab

Die Finanzkraft schwindet, die Schulden sind hoch und die Konjunkturaussichten schlecht: Moody's bewertet die Kreditwürdigkeit Spaniens nicht mehr mit der Bestnote.

Bauboom gestoppt: Auch die Bauarbeiten am neuen Stadion Nou Mestalla in Valencia ruhen

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Drei Jahre nach Beginn der Wirtschaftskrise kämpft Spanien noch immer mit den Folgen . Die Arbeitslosenrate ist hoch, genauso wie die Verschuldung, die viele Spanier persönlich, aber auch den gesamten Staat betrifft. Die Regierung von Ministerpräsident José Zapatero , dessen Sparpaket am Mittwoch einen Generalstreik provoziert hatte , muss nun neue schlechte Nachrichten verkraften: Die Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des Landes herabgestuft.

Wie das Institut mitteilte, werde Spaniens Bonität nicht mehr mit der Bestnote Aaa bewertet, sondern um eine Stufe auf Aa1 gesenkt. Weitere Herabstufungen drohen aber vorerst nicht: Der Ausblick sei "stabil".

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Spaniens Ruinen: Bilder von der spanischen Immobilien-Malaise

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Die Ratingagentur begründete ihren Schritt mit der schwindenden Finanzkraft des Staates und den schlechten Konjunkturaussichten. Die Wirtschaft werde in den kommenden Jahren im Schnitt nur um ein Prozent wachsen können, hieß es. 

Zudem werde es noch Jahre dauern, bis sich Spanien von der Abhängigkeit vom Bausektor lösen könne. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise hatte Spanien einen kräftigen Aufschwung erlebt, der von einem beispiellosen Bauboom befeuert wurde.

Trotz der Konjunkturkrise geht Moody's davon aus, dass die spanische Regierung das Staatsdefizit wie geplant senken kann. Sie will den Fehlbetrag bis 2013 mithilfe eines Sparprogramms auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes drücken, in diesem Jahr wird er sich auf etwa 9,3 Prozent belaufen.

Auf einer als informell bezeichneten Konferenz der Finanzminister in Brüssel wird laut Diplomaten über Spanien gesprochen, aber auch um andere Krisenfälle in der Eurozone.

Das hoch verschuldete Portugal hatte am Vorabend des Treffens überraschend neue Maßnahmen zur Budgetsanierung angekündigt. In Irland müssen weitere Milliarden in das angeschlagene Bankensystem gepumpt werden. Beide Euro-Länder bezahlen bereits hohe Risikoprämien für ihre langfristigen Staatsanleihen.

EU-Währungskommissar Olli Rehn äußerte sich besorgt über die Lage in Portugal. Er sagte aber, die nun ergriffenen Sparmaßnahmen gingen in die richtige Richtung. Der Vorsitzende der Ministerrunde, Luxemburgs Jean-Claude Juncker, sagte, er rechne nicht damit, dass Irland den Euro-Hilfsfonds für klamme Staaten anzapfen müsse. Entscheidung werden bei dem Treffen nicht erwartet.

 
Leser-Kommentare
  1. Die Gewerkschaften haben zum Generalstreik aufgerufen und boykottieren damit alle Maßnahmen, welche zu einer Gesundung der Wirtschaft führen können.
    Unter diesen Umständen wäre wohl eine Abstufung auf C-gerechtfertigt.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... die Gewerkschaften arbeiten auf eine Gesundung hin, die Wirtschaft mit *sparen* retten zu wollen ist neoklassische Volkswirtschaftsmystik. Darauf fallen leider zu viele Politiker und Menschen rein, mit fatalen Folgen.

    Abgesehen von der m.E. richtigen Bemerkung von #johaupt:

    Da die von Ihnen angesprochenen Maßnahmen, die angeblich zur Gesundung der Wirtschaft führen sollen, auch in Spanien wieder einmal nur die kleinen Leute treffen und nicht die Verursacher und Nutznießer der Abzocke an der Krisenbewältigung angemessen beteiligen, ist ein Generalstreik für mich eine sehr sinnvolle Maßnahme, um die Wirtschaftskriminellen wieder zur Vernunft zu bringen.

    Und wenn schon sparen, warum eigentlich? Nur um das Ersparte dann den "systemrelevanten" Banken und Abzockern gebündelt in den Rachen zu werfen?

    Schön, dass die Spanier, Griechen und Franzosen nicht so blöd sind wie die Deutschen und das alles brav mit sich machen lassen.

    ... die Gewerkschaften arbeiten auf eine Gesundung hin, die Wirtschaft mit *sparen* retten zu wollen ist neoklassische Volkswirtschaftsmystik. Darauf fallen leider zu viele Politiker und Menschen rein, mit fatalen Folgen.

    Abgesehen von der m.E. richtigen Bemerkung von #johaupt:

    Da die von Ihnen angesprochenen Maßnahmen, die angeblich zur Gesundung der Wirtschaft führen sollen, auch in Spanien wieder einmal nur die kleinen Leute treffen und nicht die Verursacher und Nutznießer der Abzocke an der Krisenbewältigung angemessen beteiligen, ist ein Generalstreik für mich eine sehr sinnvolle Maßnahme, um die Wirtschaftskriminellen wieder zur Vernunft zu bringen.

    Und wenn schon sparen, warum eigentlich? Nur um das Ersparte dann den "systemrelevanten" Banken und Abzockern gebündelt in den Rachen zu werfen?

    Schön, dass die Spanier, Griechen und Franzosen nicht so blöd sind wie die Deutschen und das alles brav mit sich machen lassen.

    • Fifty4
    • 30.09.2010 um 10:58 Uhr

    Nachdem sich die internationale Bankenmafia an unseren Steuergeldern gesundbereichert hat, gehts jetzt ans Eingemachte. Griechenland war der Vorbote, Spanien ist der Anfang. Danach gehts mit anderen Staaten weiter, bis der Euro kaputtspekuliert ist und wir wieder die D-Mark haben. Mit erheblichem Wertverlust natürlich.

    Die Ratigagentur Moodys gehört im wesentlichen Rupert Murdoch, Goldman Sachs und der Rothschild Bank Barclays. Das sind Firmen die mit ihren kriminellen Machenschaften bereits am Bankencrash gut verdient haben.

    Sie sind auch diejenigen, die Spanien nach der Herabstufung Kredite anbieten und natürlich Bedingungen stellen. So z. B. die staatlichen Sozialausgaben zu beschränken. Damit die Reichen noch ein wenig reicher werden können. Deutsche Banken, die auch satt Steuergelder abgesahnt haben sind garantiert auch mit dabei.

    Staaten so unter Druck zu setzen funktioniert nur deshalb so gut, weil die bereits über alle Maßen verschuldet sind. Denn die Verantwortlichen in Staat und Regierung sind im wesentlichen Lobbyisten und nicht Politiker. Sie haben den Geldsäcken mit hoher Staatsverschuldung den Boden für kriminellen Aktivitäten bereitet. Später sitzen sie dann in deren Aufsichtsräten als Abnicker.

    In Deutschland ist das nicht anders, wie jeder täglich sehen kann. Und uns wird irgendwann auch die Abstufung der Ratingagenturen erreichen. Dank Merkel, Westerwelle und Brüderle.

    Doch die haben dann ihr Schärflein bestimm schon ins trockene gebracht.

    • HH7
    • 30.09.2010 um 11:00 Uhr

    ...und das Platzen der nächsten neoliberalen Blase steht an.

    Nachdem die Deutschen im Gegensatz zu Spanien & Frankreich offenbar bereit sind, jede Kröte zu schlucken, wird das Volk, welches in Spanien nicht umsonst "Cabezas quadradas" (Quadratschädel - weil immer schön folgend...) genannt wird, demnächst ernten, was es in seinem naiven Glauben an den Neoliberalismus u. insbesondere mit der Wahl von Schwarz-Gelb gesäht hat.

    Das, was ansteht, wird entweder darin enden, dass entweder...

    a) der Euro platzt

    b) ...oder aber die Menschen fortan Multi-Mia. in fremde EU-Haushalte gepumpt hat.

    Wahrscheinlich ist, dass die Kanzlerin Plan B fortsetzt. Dann sind nicht nur die 30 Mrd. an Griechenland, sondern auch die 150 Mrd. Bürgschaft am 750 Mrd. "Rettungspaket" des Euros fällig. Und dies wird nur eine 1. Rate sein.

    Obwohl seit Mai die EZB monatl. mehr als 15 Mrd. € Kredite gegen Ramschanleihen an die PIGG-Staaten ausgibt, sackt das Gebäude zusammen. Diese Gelder werden allesamt abinflationiert werden. Der Goldpreis signalisiert, dass sich die Profiteure der Bankenstützungs- u. Blasenpolitik der vergangenen Jahre auf den großen Crash vorbereiten.

    Am Ende wird es die unteren 60% hierzulande treffen.

    Doch wenn dies der Preis für das Ende des Berliner Regimes ist, welches zulässt, dass seit Jahren Arbeiter, Angestellte, Rentner, H4-Empfänger u. deren Kinder im Interesse von Bankern, Versicherungen u. Millionären systemat. ausgeplündert werden, soll es endlich geschehen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Antwort eird B lauten, da gebe ich ihnen recht.

    Was die "zweite Rate" betrifft, da hat die EU gestern einen großen Schritt nach vorn gemacht. Lesen sie mal die Vorschläge zum Thema "makroökonomische Ungleichgewichte" der EU Kommission, da packt einen das kalte Grausen.

    Kurzfassung: http://europa.eu/rapid/pr...

    Grüße

    Die Antwort eird B lauten, da gebe ich ihnen recht.

    Was die "zweite Rate" betrifft, da hat die EU gestern einen großen Schritt nach vorn gemacht. Lesen sie mal die Vorschläge zum Thema "makroökonomische Ungleichgewichte" der EU Kommission, da packt einen das kalte Grausen.

    Kurzfassung: http://europa.eu/rapid/pr...

    Grüße

  2. ... die Gewerkschaften arbeiten auf eine Gesundung hin, die Wirtschaft mit *sparen* retten zu wollen ist neoklassische Volkswirtschaftsmystik. Darauf fallen leider zu viele Politiker und Menschen rein, mit fatalen Folgen.

    Antwort auf "Nur auf AA1?"
  3. Die Antwort eird B lauten, da gebe ich ihnen recht.

    Was die "zweite Rate" betrifft, da hat die EU gestern einen großen Schritt nach vorn gemacht. Lesen sie mal die Vorschläge zum Thema "makroökonomische Ungleichgewichte" der EU Kommission, da packt einen das kalte Grausen.

    Kurzfassung: http://europa.eu/rapid/pr...

    Grüße

  4. Abgesehen von der m.E. richtigen Bemerkung von #johaupt:

    Da die von Ihnen angesprochenen Maßnahmen, die angeblich zur Gesundung der Wirtschaft führen sollen, auch in Spanien wieder einmal nur die kleinen Leute treffen und nicht die Verursacher und Nutznießer der Abzocke an der Krisenbewältigung angemessen beteiligen, ist ein Generalstreik für mich eine sehr sinnvolle Maßnahme, um die Wirtschaftskriminellen wieder zur Vernunft zu bringen.

    Und wenn schon sparen, warum eigentlich? Nur um das Ersparte dann den "systemrelevanten" Banken und Abzockern gebündelt in den Rachen zu werfen?

    Schön, dass die Spanier, Griechen und Franzosen nicht so blöd sind wie die Deutschen und das alles brav mit sich machen lassen.

    Antwort auf "Nur auf AA1?"
  5. "Um diese Schuld zu tilgen, müssen neue Schulden aufgenommen werden, bei denen wieder Zinsen fällig werden."

    Das ist keinesfalls selbstverständlich der Staat könnte sich auch zinsfrei verschulden, respektive das entsprechende Geld selbst schöpfen. Oder er könnte das Geld denen wegnehmen, die es auf der hohen Kante bunkern und damit die Schulden begleichen oder zumindest die Zinslast herunterfahren.

    "Dort wird gelehrt, wenn etwas exponentiell wächst, kollabiert es irgendwann. Wieso scheint kein Ökonom zu verstehen, dies gilt auch für das Geldsystem."

    Das stimmt so nicht, bis in die 70iger sanken in einigen Ländern z.B. die Staatsschulden relativ zum BIP. Es ist nur eine Frage der Umverteilung und Geldschöpfung.

    Und, ach ja, das *Wirtschaftswachstum* ist auch so eine mystische Größe, das brauchen wir auch nur, damit ständig neues Geld für Investitionen geschöpft wird. Weil das alte Geld weggespart wird. Wenn der Druck nicht so groß wäre, prinzipiell eine gute Sache. Das exponentielle daran, bezieht sich ja lediglich auf die Größe der Zahlen auf den Geldscheinen, denn Investitionen sind imho durchaus noch hunderte von Jahren denkbar, in Forschung etwa, in Kultur etc.
    da stehen noch wahnsinnig große Aufgaben vor uns, es muss nur gelingen das Geld in die richtigen Bahnen zu lenken.

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