Das Kernkraftwerk Isar 2 in der Nähe von Landshut Atomstrom ist nicht so billig, wie die Bundesregierung es oft darstellt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace . Seitdem in den fünfziger Jahren die ersten Pläne zur Nutzung der Kernenergie in Deutschland gemacht wurden, seien rund 204 Milliarden Euro Fördergelder in die Technologie geflossen.

Diese setzten sich aus Finanzhilfen des Bundes und Kosten für die Atommülllager Asse 2 und Morsleben zusammen. Die größten Posten machten Zuschüsse für Forschung und Entwicklung sowie Steuervergünstigungen für die AKW-Betreiber aus. Selbst ohne die von der Bundesregierung geplante Laufzeitverlängerung kämen weitere 100 Milliarden Euro Kosten hinzu, teilte Greenpeace am Mittwoch mit. Die Studie war beim Forum Ökologische-Soziale Marktwirtschaft in Auftrag gegeben worden.

Andree Böhling, Energie-Experte von Greenpeace sagte: "Atomkraft ist nicht nur die gefährlichste, sondern auch die teuerste Form der Stromerzeugung." Sollte die Bundesregierung die Verlängerung der AKW-Laufzeiten um acht bis vierzehn Jahre durchsetzen, fallen Greenpeace zufolge weitere Kosten an.

Auf den Durchschnitt der vergangenen 60 Jahre gerechnet, wurde jede Kilowattstunde Strom aus Kernkraftwerken mit 4,3 Cent gefördert. In den fünfziger Jahren betrug die Subvention umgerechnet mehr als einen Euro, heute sind es noch etwa 3,7 Cent.

Greenpeace kritisiert außerdem, dass der Subventionsbericht der Bundesregierung die tatsächliche Höhe der Steuerzuschüsse verschleiere. Dort würden allein die Kompensationen für Land- und Forstwirtschaft nach dem Unfall im sowjetischen AKW Tschernobyl 1986 erfasst, die sich auf rund 200 Millionen Euro beliefen.

Die Subventionen lägen sogar noch weitaus höher, wenn die Risiken der Atomkraftnutzung in die Berechnung einbezogen würden. Welche Kosten ein Unfall in einem deutschen AKW verursachen würde, sei aber nicht exakt zu berechnen.