Erneuerbare EnergienÖkostrom-Subvention treibt Strompreise in die Höhe

Immer mehr Strom wird aus Wasser, Wind und Sonne gewonnen. Das ist gut für die Ökobilanz – kommt die Verbraucher aber teuer zu stehen: Deren Umlage steigt um 70 Prozent.

Die genaue Zahl wird erst am Freitag bekannt gegeben, doch schon jetzt steht fest: Die Strompreise werden auch im kommenden Jahr deutlich ansteigen. Dies liegt nicht nur an der Marktmacht der vier großen Energiekonzerne, sondern auch an der sogenannten EEG-Umlage, die von jedem Stromkunden für den Ausbau erneuerbarer Energien entrichtet wird. Diese Ökostrom-Förderung wird aller Voraussicht nach 2011 stark steigen – und damit für deutlich höhere Stromrechnungen sorgen.

Medienberichten zufolge steigt die Umlage von rund 2,05 Cent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde – ein Anstieg von bislang beispiellosen 70 Prozent. Die Subventionierung erneuerbarer Energien beträgt demnach im kommenden Jahr voraussichtlich rund 13 Milliarden Euro. In diesem Jahr waren es noch rund acht Milliarden Euro.

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Branchenkreise rechnen damit, dass sich die Stromkosten eines Durchschnittshaushalts – zugrunde gelegt wird ein Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden – um 60 Euro pro Jahr verteuern werden. Nach Angaben des Verbraucherportals Toptarif.de kann das für einen Haushalt sogar Mehrkosten von 112 Euro pro Jahr mit sich bringen. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer. Bisher musste der Musterhaushalt jährlich im Schnitt etwa 85 Euro für die Förderung zahlen.

Die Förderung der alternativen Stromgewinnung ist seit 2000 in dem Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt. Demnach erhält der Produzent für jede Kilowattstunde, die ins deutsche Netz gelangt, eine sogenannte Einspeisevergütung. Da die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen bisher teurer ist als die Gewinnung aus klassischen Quellen, soll sie durch diese Subvention wirtschaftlich gemacht werden, bis die neue Technik sich von alleine rechnet.

Die Stromkunden können den steigenden Preisen kaum entkommen. Die Umlage ist bei allen Stromanbietern gleich hoch, egal, wie viel Strom sie aus erneuerbaren Energien beziehen. Nicht alle Versorger dürften aber die Umlage gleichermaßen an die Kunden weiterreichen. Stromkunden können daher wie immer Preise vergleichen und zu einem günstigen Anbieter wechseln.

Die Netzbetreiber, die für die Verkündung der Höhe der EEG-Umlage verantwortlich sind, machen vor allem den Boom von Solarstrom in diesem Jahr für die Erhöhung verantwortlich. Laut Schätzungen ist das Plus in diesem Jahr rund viermal größer als ursprünglich erwartet. Die Produktion dieser Form der erneuerbaren Energie ist im Vergleich zu Wind und Wasser besonders teuer.  Hier zahlt der Staat – und damit jeder Stromkunde – daher dreimal mehr Geld, um die Produktion rentabel zu machen.

Zwei Gründe sind für den Solarboom in diesem Jahr entscheidend: Die Kosten für Solaranlagen sinken, was eine Einspeisung lukrativer macht. Zudem beschloss die Bundesregierung für das laufende Jahr eine Kürzung der Förderung, weshalb sich viele Menschen noch schnell eine Solaranlage auf ihr Dach montieren ließen. Kritiker monieren, dass die Fördersätze trotzdem noch zu hoch lägen, weil die Kosten von Solaranlagen zuletzt wesentlich stärker gesunken seien.

Der Anstieg der Umlage dürfte für eine neue Debatte über die Zukunft der Förderhöhe sorgen. Energiekonzerne prangern die teure Förderung angesichts der eher geringen Solarstromerzeugung als Geldverschwendung an. Auch Verbraucherschützer monieren die deutliche Steigerung. "Die Förderung steht hier in keinem Verhältnis zum Nutzen", sagte Holger Krawinkel, Energieexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). "Dies wird zum Akzeptanz-Problem für erneuerbare Energien insgesamt."

Nach vzbv-Berechnungen fließt für die Förderung der Solarenergie ab kommendem Jahr die Hälfte aller Subventionen. Zugleich steht demnach der Strom aus Sonnenkraft nur für etwa ein Sechstel der erneuerbaren Energien hierzulande.

Der Bundesverband Solarwirtschaft ließ dagegen bereits am Mittwoch wissen, die Preise von Solaranlagen seien seit dem Jahr 2006 um etwa 40 Prozent gefallen. Halte dieser Trend an, werde Solarstrom bei den Herstellungskosten schon bald mit "normalen Haushaltsstromtarifen" konkurrieren können.

Experten rechnen damit, dass die EEG-Umlage auch weiter steigen wird. So hat die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept für die kommenden Jahrzehnte den massiven Ausbau erneuerbarer Energien festgeschrieben. Wie stark sich dies auf die Stromrechnung auswirkt, hängt aber auch davon ab, welche Techniken künftig vorherrschen werden. Viele Experten raten etwa dazu, stärker auf Windenergie auf dem Meer zu setzen, weil dies günstiger ist als Solarstrom.

 
Leserkommentare
  1. In der Zeit lese ich, dass der Atomstrom am teuersten ist
    (warum die perfiden Stromkonzerne da wohl weitermachen wollen, das drueckt doch die Gewinne!) und jetzt ist es auf
    einmal der Oekostrom, der den Verbrauchern die Preise erhoeht! Wir verbleiben wir denn nun?

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    Äpfel mit Birnen, sprich die hemmungslos schöngerechneten 2ct/kWh für Strom aus steuerlich abgeschriebenen AKW mit den realen Kosten für Strom aus neu errichteten Windkraft- oder Solaranlagen, sondern ermitteln sie z. B. die Kosten für Strom, den abgeschriebene Windräder in nicht allzu ferner Zukunft produzieren werden, oder lassen Sie sich von den Kosten für neu gebaute AKW schockieren. Danach können Sie sich Ihre Frage selber beantworten.

    Die teueren Solar-Invesitionen müssen natürlich mit den vorhandenen, also sog. abgeschriebenen AKWs verglichen werden! Das ist doch die Realität: Wir lassen diese länger laufen, für sehr billigen Strom, oder wir installieren teure neue Solarplatten.

    Öko kostet eben, schön, dass es jetzt endlich im Portemonnaie der Bevölkerung ankommt. Mal sehen, wie sich die Grünen zwischen sozial und öko da positionieren!

    Äpfel mit Birnen, sprich die hemmungslos schöngerechneten 2ct/kWh für Strom aus steuerlich abgeschriebenen AKW mit den realen Kosten für Strom aus neu errichteten Windkraft- oder Solaranlagen, sondern ermitteln sie z. B. die Kosten für Strom, den abgeschriebene Windräder in nicht allzu ferner Zukunft produzieren werden, oder lassen Sie sich von den Kosten für neu gebaute AKW schockieren. Danach können Sie sich Ihre Frage selber beantworten.

    Die teueren Solar-Invesitionen müssen natürlich mit den vorhandenen, also sog. abgeschriebenen AKWs verglichen werden! Das ist doch die Realität: Wir lassen diese länger laufen, für sehr billigen Strom, oder wir installieren teure neue Solarplatten.

    Öko kostet eben, schön, dass es jetzt endlich im Portemonnaie der Bevölkerung ankommt. Mal sehen, wie sich die Grünen zwischen sozial und öko da positionieren!

  2. ...hätte man ziehen müssen und zwar schon vor einer längeren Zeit. Nichts dagegen wenn jemand sich so eine Anlage auf das Dach stellen will oder der Bauer auf seine Scheune aber die vielen Anlagen auf gepachteten Ackerflächen als reine Investitionsanlagen sind einfach ein Unding.

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    ... eine energiepolitische Wende gibts nicht zum Nulltarif.

    Wo man längst hätte die Notbremse hätte ziehen müssen sind die gigantischen Gewinne, die die Stromkonzerne abschöpfen und die fast die Hälfte des Strompreises ausmachen.

    ABER das ist natürlich gesunder Kapitalismus, gelle?

    Da wird über billigen Atomstrom geschwafelt und niemand merkt, für wen das billig ist, für uns nämlich nicht, wir zahlen immer die Zeche.

    ... eine energiepolitische Wende gibts nicht zum Nulltarif.

    Wo man längst hätte die Notbremse hätte ziehen müssen sind die gigantischen Gewinne, die die Stromkonzerne abschöpfen und die fast die Hälfte des Strompreises ausmachen.

    ABER das ist natürlich gesunder Kapitalismus, gelle?

    Da wird über billigen Atomstrom geschwafelt und niemand merkt, für wen das billig ist, für uns nämlich nicht, wir zahlen immer die Zeche.

    • xpol
    • 14.10.2010 um 18:24 Uhr

    ... an die Steinkohlesubvention:

    Eine geradezu irrwitzig unwirtschaftliche Art der Enrgieerzeugung wird durch Preisdiktat am Leben erhalten.

    Allerdings ging es bei der Steinkohle immerhin um die Arbeitsplätze spezialisierter Arbeitnehmer, hier nur um Geschäftemacherei auf Kosten der Allgemeinheit.

    Die Solarzellen kommen mit steigenden Anteilen aus China, die Umrichter gibt es mittlerweile für kleines Geld in Korea.

    Und wir können zusätzlich zu den Aufschlägen auf den Strompreis noch den Ausbau des Stromnetzes bezahlen, um die bei schönem Wetter kleckerweise erzeugte Energie zu verteilen.

    Scheinbar haben wir immer noch zu viel Geld.

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    Die Subvention der heimischen Steinkohle ist keine Vergangenheit, noch immer wird jeder Arbeitsplatz im deutschen Kohlebergbau mit ca. 25T€ pro Jahr subventioniert.

    Dabei beuten wir die geringen heimischen Kohleresourcen zu einem Preis aus, der nicht wirklich gut ist. Für das gleiche Geld bekommen wir zur Zeit günstigere Kohle auf dem Weltmarkt und könnten mehr davon kaufen.

    Die heimischen Resourcen könnten wir so lange stillegen bis sich der Abbau wieder lohnt, weil alle anderen Länder ihre Vorkommen erschöpft haben ... aber das wäre ja zukunftsorientiert gedacht in einem Land das nur bis zum nächsten Wahlkampf geplant wird.

    • Jenss
    • 14.10.2010 um 19:13 Uhr

    Die Subventionen für Neuanlagen werden kontinuierlich reduziert, auch die Subventionen für Windkraft. Da die alten Anlagen aber die alte Subvention behalten, steigt die Umalge trotzdem.

    Der "günstige" Atomstrom wurde übrigens auch mit mind. 140MRD subventioniert, für Grundlagenforschung etc. Dies geschah allerdings nicht über die Umlage auf den Strompreis, sondern über die Steuern. Die Endlagerung des Atommülls bezahlen übrigens auch sie und ich. Die Energierzeuger hatten dies seinerzeit mit der Regierung ausgehandelt. Die Endlagerung wird auch von der Steuer bezahlt.

    Die Kohlesubvention läuft übrigens auch aus.

    Die Subvention der heimischen Steinkohle ist keine Vergangenheit, noch immer wird jeder Arbeitsplatz im deutschen Kohlebergbau mit ca. 25T€ pro Jahr subventioniert.

    Dabei beuten wir die geringen heimischen Kohleresourcen zu einem Preis aus, der nicht wirklich gut ist. Für das gleiche Geld bekommen wir zur Zeit günstigere Kohle auf dem Weltmarkt und könnten mehr davon kaufen.

    Die heimischen Resourcen könnten wir so lange stillegen bis sich der Abbau wieder lohnt, weil alle anderen Länder ihre Vorkommen erschöpft haben ... aber das wäre ja zukunftsorientiert gedacht in einem Land das nur bis zum nächsten Wahlkampf geplant wird.

    • Jenss
    • 14.10.2010 um 19:13 Uhr

    Die Subventionen für Neuanlagen werden kontinuierlich reduziert, auch die Subventionen für Windkraft. Da die alten Anlagen aber die alte Subvention behalten, steigt die Umalge trotzdem.

    Der "günstige" Atomstrom wurde übrigens auch mit mind. 140MRD subventioniert, für Grundlagenforschung etc. Dies geschah allerdings nicht über die Umlage auf den Strompreis, sondern über die Steuern. Die Endlagerung des Atommülls bezahlen übrigens auch sie und ich. Die Energierzeuger hatten dies seinerzeit mit der Regierung ausgehandelt. Die Endlagerung wird auch von der Steuer bezahlt.

    Die Kohlesubvention läuft übrigens auch aus.

  3. In schönster Regelmäßigkeit wird die ( interessengelenkte) Mär von der preistreibenden Ökostrom-Subvention verbreitet.
    Während die ach so saubere Kernenergie bereits mit Fördersummen gefördert wurde, von denen SolarStrom noch meilenweit entfernt ist und dem "Durchschnittshaushalt" durch die an den Steuerzahler weitergereichten Entsorgungskosten noch das Portemonnaie durchschmoren wird, kommt alle paar Monate der Versuch SolarStrom kaputtzurechnen.
    Solarstrom wird nach erreichter Preisparität ohne Folgekosten für die nächsten Generationen sein: Den Kindern eine offene Zukunft u. gravierend entschärfte Welt-Energiemärkte.
    Und das soll dem "Durchschnittshaushalt" nicht den Gegenwert von 1 Zigarrete am Tag wert sein?

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    Gerne hätte man in der Solarbranche erstmal ordentlich forschen sollen, bis die Solarplatten ausreichend effizient und günstig sind. Pilotprojekte auf öffentlichen Gebäuden hätten ja gereicht.

    Aber dass jeder Häuslebesitzer jetzt so ein Steuersparmodell geschenkt bekommt ist extrem falsch!

    Doch, mir ist der Ökostrom 5 € im Monat wert. Aber dann bitte sollen davon bitte 60 KWh produziert werden (Wind) und nicht nur 10 KWh!!!

    Gerne hätte man in der Solarbranche erstmal ordentlich forschen sollen, bis die Solarplatten ausreichend effizient und günstig sind. Pilotprojekte auf öffentlichen Gebäuden hätten ja gereicht.

    Aber dass jeder Häuslebesitzer jetzt so ein Steuersparmodell geschenkt bekommt ist extrem falsch!

    Doch, mir ist der Ökostrom 5 € im Monat wert. Aber dann bitte sollen davon bitte 60 KWh produziert werden (Wind) und nicht nur 10 KWh!!!

  4. ... hat uns die Regierung wieder und wieder versichert, dass die Laufzeitverlängerungen nötig wären, damit der Strompreis niedrig bleibt. Nun ist die Verlängerung beschlossene Sache und plötzlich steigen die Strompreise.

    Schön haben sie das gedeichselt. Natürlich bleiben auch die Milliardengewinne der Stromkonzerne. Nur gut, dass der Markt so wunderbar funktioniert.

    • Jenss
    • 14.10.2010 um 18:30 Uhr

    Schließlich gehen alle Szenarien, die eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien beinhalten von einem sinkenden Stromkonsum aus. So auch das letzte Gutachten der Bundesregierung.

    Der Slogan "Energiesparen ist unsere beste Energiequelle" sollte allen im Ohr sein. Was bislang aber nicht bedacht oder verschwiegen wurde ist, dass in unsere Marktwirtschaft die Nachfrage abhängig vom Preis ist. Wenn also der Stromkonsum sinken soll, muss der Preis steigen. Die Vergangenheit hat nämlich gezeigt, dass alle Einsparungen "aufgefressen" wurden von neuen Möglichkeiten des Verbrauchs.

    Obwohl wir also energiesparende Kühlschränke etc. kaufen verbrauchen wir mehr Strom.

    Den Verbrauch insgesamt senken geht nur über Preissteigerungen. Beim Benzin haben wir dies vor 1,5 Jahren gesehen. Auf dem Höchstpreis wurde 5% bis 6% weniger verbraucht.

    Ich denke, das ist alternativ los. Die ganzen Anstrengungen beim Energiesparen, werden zukünftig dazu führen, die Kosten konstant zu halten anstelle den "eingesparten" Strom anders zu verbrauchen.

    • ramare
    • 14.10.2010 um 18:46 Uhr

    Alles nachzulesen auf:

    http://www.eurosolar.de/d...

    Kommentar erübrigt sich!

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    machen Sie sich doch nicht lächerlich. Glauben Sie ersthaft auf einer Lobbyistenseite wie "Eurosolar" objektive Zahlen zu Atomkraft finden? I don't think so.

    machen Sie sich doch nicht lächerlich. Glauben Sie ersthaft auf einer Lobbyistenseite wie "Eurosolar" objektive Zahlen zu Atomkraft finden? I don't think so.

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  • Quelle dpa, Reuters, AFP
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  • Schlagworte Bundesregierung | Energie | Euro | Produktion | Solarenergie | Strom
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