Wall Street II Wie echt ist Gordon Gekko?
Im Film "Wall Street II" erzählt Oliver Stone von der Gier der Hochfinanz. Justus Bender traf in Boston einen echten Investmentbanker. Der beteuert, ganz anders zu sein.
Drake Heuser ist wahrscheinlich genau die Sorte Wall-Street-Banker, wie sie sich Oliver Stone vorstellt. Der junge Hedgefonds-Analyst mit Harvard-Abschluss sitzt nach einem Zehnstundentag in seinem Stammitaliener in der Bostoner Innenstadt und legt seine zwei Blackberrys auf den Tisch. In seiner linken Hosentasche steckt ein Geldclip aus Gold mit, wie er sagt, mehreren hundert Dollar. In seiner rechten Hosentasche steckt der Autoschlüssel zu seinem Mercedes CLK.
Heuser redet mit lauter Stimme, lauter als die Hintergrundmusik oder die Gespräche rundherum. Laut wie ein Händler auf dem Börsenparkett, besonders in diesem Moment, denn Heuser schwärmt von dem neuen Film Wall Street 2 von Oliver Stone und von der Hauptfigur Jake, einem jungen Analysten der Investmentbank Keller Zabel, einer fiktiven Version der untergegangenen Bank Bear Stearns.
Es ist ein Film über Moral und Liebe in der korrupten Welt der Banker und die Fortsetzung des legendären ersten Wall-Street -Films aus dem Jahr 1987, in dem Michael Douglas den gierigen, kriminellen Finanzhai Gordon Gekko spielt. Heuser hat den Film vor wenigen Tagen gesehen, mit zwei Freunden aus der Finanzwelt.
"Ich liebe meinen Beruf nicht. Neun von zehn Bankern hassen diese Arbeit."
"Ich mag Jake", sagt Heuser. "Er und ich sind uns sehr ähnlich. Wir sind Analysten. Er macht Energie, ich mache Immobilien. Er hat ein Gewissen, das habe ich auch. Er kommt aus der Mittelschicht und hat es nach oben geschafft, so wie ich auch. Mein Vater war Ingenieur bei Ford."
Gemeinsam haben Jake und Drake auch, dass ihre Namen ausgedacht sind. Jake weil er einem Drehbuch entstammt. Drake weil er keine Interviews geben darf über seine Arbeit bei einem der großen, milliardenschweren Hedgefonds der USA. Also verwendet er ein Pseudonym. Der Unterschied zwischen den beiden aber ist: Jake ist die Fiktion, Drake Heuser ist das Original. Und wer wissen will, wie viel von Oliver Stones neuem Film der Realität entspricht, der muss sich einen Abend lang mit Drake Heuser in Boston an einen Tisch setzen.
Heuser ist keiner, der sich seine Branche schön malt. "Ich liebe meinen Beruf nicht. Neun von zehn Bankern hassen diese Arbeit. Sie ist brutal. 100 Stunden die Woche zu arbeiten, über Jahre hinweg, das ist doch lächerlich." Und er glaubt, viel zu verstehen: Dass es ein schlechtes System voll falscher Anreize war, das zu der Krise führte. Dass es eine Reform der Finanzmärkte geben muss. Dass sich bei vielen Amerikanern die Mundwinkel nach unten ziehen, wenn sie heute an Banker denken. "Ich verstehe, warum die Durchschnittsamerikaner mit dem Finger auf uns zeigen. Weil die Politiker es ihnen vormachen. Und weil die Medien ihnen dabei helfen."
- Datum 05.10.2010 - 11:17 Uhr
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"Die meisten Leute, die Probleme hatten, waren selbst Schuld daran“, sagt Heuser. “Wer 30.000 Dollar im Jahr verdient und denkt, er könnte sich mit Krediten ein Haus für 500.000 Dollar kaufen, ohne etwas zurück zu legen, lag schlicht daneben“.
Es ist die Gier der meisten Menschen und nicht nur der Banker.
Es ist immer sehr einfach andere zu beschuldigen.
..die Absicht des Artikels und auch nicht des Zitates. Es geht nur darum, dass es IMMER 2 Seiten einer Medaille gibt, und man muss eben auch sehen, dass das oben zitierte Beispiel auch sehr oft vorgekommen ist (trotz und prallel zu dem Chaos, dass allein die Banker zu verantworten haben).
Ich denke der Artikel trifft das ganz gut: es ist die Gier die jeden angetrieben hat, nur dass der, der einen Hauskredit aufnimmt eben wesentlich weniger verzockt hat als ein Banker (bzw aktiv ja nichts verZOCKT hat sondern sich schlicht privat verkalkuliert)und somit keinen volkswirtschaftlichen Schaden anrichtet.
..die Absicht des Artikels und auch nicht des Zitates. Es geht nur darum, dass es IMMER 2 Seiten einer Medaille gibt, und man muss eben auch sehen, dass das oben zitierte Beispiel auch sehr oft vorgekommen ist (trotz und prallel zu dem Chaos, dass allein die Banker zu verantworten haben).
Ich denke der Artikel trifft das ganz gut: es ist die Gier die jeden angetrieben hat, nur dass der, der einen Hauskredit aufnimmt eben wesentlich weniger verzockt hat als ein Banker (bzw aktiv ja nichts verZOCKT hat sondern sich schlicht privat verkalkuliert)und somit keinen volkswirtschaftlichen Schaden anrichtet.
..die Absicht des Artikels und auch nicht des Zitates. Es geht nur darum, dass es IMMER 2 Seiten einer Medaille gibt, und man muss eben auch sehen, dass das oben zitierte Beispiel auch sehr oft vorgekommen ist (trotz und prallel zu dem Chaos, dass allein die Banker zu verantworten haben).
Ich denke der Artikel trifft das ganz gut: es ist die Gier die jeden angetrieben hat, nur dass der, der einen Hauskredit aufnimmt eben wesentlich weniger verzockt hat als ein Banker (bzw aktiv ja nichts verZOCKT hat sondern sich schlicht privat verkalkuliert)und somit keinen volkswirtschaftlichen Schaden anrichtet.
in Politik und Medien diente vor allem dazu von der Verantwortlichkeit von Politik und Medien abzulenken. Die Politik hat es versäumt die Gier in für das Gemeinwohl nützliche Bahnen zu lenken und die Medien haben es in der breiten Masse versäumt den Bürger darüber zu informieren. Und der Bürger hat versagt indem er sich nicht dagegen gewehrt hat sondern seine Augen verschlossen und klaglos am System teilgenommen hat.
Unser ganzes System würde in kürzester Zeit zusammenbrechen wenn Menschen nicht gierig wären insoweit ist es idiotisch die Gier nur Bänkern zuzuschreiben. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass auch die Versäumnisse von Politik, Medien und Bürgern letztlich auf "Gier" zurückzuführen sind, auch wenn es nicht unbedingt im Einzelfall die Gier nach Geld war.
"
"Jeder trinkt dasselbe Kool-Aid", sagt Gekko in Anspielung auf einen amerikanischen Energy-Drink.
"
ist wohl weniger eine Anspielung auf den Energy Drink, sondern auf den Massenselbstmord in Jonestown wo die Anhänger vergiftetes kool-aid getrunken hatten, was in Amerika oft sprichwörtlich verwendet wird.
wikipedia sagt dazu
" * Drinking the Kool-Aid refers to the Jonestown Massacre; the phrase suggests that one has mindlessly adopted the dogma of a group or leader without fully understanding the ramifications or implications."
Passt auch besser in den Kontext.
Gern würd ichs glauben.
Nur ist die auffällige Klumpung von überaus menschlichen Darstellungen des Bankenwesens eher ein Indikator das ein paar Reglementierungen anstehen und dies flankierendes PR Streufeuer?
Wenn der Mann nach seinem 10-Stunden-Tag schon beim Italiener sitzt, wird es schwierig mit der "100-Stunden-Woche". Vielleicht lügen sich Solche auch gerne etwas in die Tasche....
"Wenn der Mann nach seinem 10-Stunden-Tag schon beim Italiener sitzt, wird es schwierig mit der "100-Stunden-Woche". Vielleicht lügen sich Solche auch gerne etwas in die Tasche...."
das er nach der pause nicht weiterarbeitet ?
"Wenn der Mann nach seinem 10-Stunden-Tag schon beim Italiener sitzt, wird es schwierig mit der "100-Stunden-Woche". Vielleicht lügen sich Solche auch gerne etwas in die Tasche...."
das er nach der pause nicht weiterarbeitet ?
"Die meisten Menschen werden von Geld motiviert. Auch in der Regierung oder in anderen Unternehmen. Sie wollen ein gutes Leben für sich und ihre Kinder. Was ist daran schlimm?"
Schlimm daran ist, wenn man soviel im Jahr verdient, dass es für 5 Familien reicht. Muss ja ein toller Fliessbandarbeiter sein, wenn er in einem Jahr seinen Boni verdienen kann und ich Idiot muss hier für ein paar Kröten noch mein Gehirnschmalz anstrengen... unfassbar!!! Ich möchte für Dienst nach Vorschrift auch mal tausende Euros bekommen! Ich bin auch schon zufrieden, wenns nur ein paar tausende sind.
Schon mal ein zu vorteilhaftes Gehalt oder eine Gehaltserhöhung abgelehnt?
Wie will man es machen: Staatliche Begrenzung oder freiwilliger Verzicht? Alle zu Kleinunternehmern machen?
Der Staat kriegt ja nicht mal die Kontrolle der Produkte hin, und nur noch wirtschaftende Kleinunternehmer waeren ein Desaster fuer den Staatshaushalt.
Moeglicherweise sollte das Hauptaugenmerk auf die gelegt werden, die zu wenig haben. Aber der Glaube oben weniger ergibt unten mehr, ist halt unantastbar.
Faehrt mein Nachbar nur noch VW statt RollRoyce wird der VW eben so teuer, dass ich mir gar kein Auto mehr leisten kann.
Und wenn man das was auf die 4 Familien entfaellt verteilen will, muss man ihn gerade zu den moralisch abgelehnten Geschaeften und Praktiken ermutigen.
Schon mal ein zu vorteilhaftes Gehalt oder eine Gehaltserhöhung abgelehnt?
Wie will man es machen: Staatliche Begrenzung oder freiwilliger Verzicht? Alle zu Kleinunternehmern machen?
Der Staat kriegt ja nicht mal die Kontrolle der Produkte hin, und nur noch wirtschaftende Kleinunternehmer waeren ein Desaster fuer den Staatshaushalt.
Moeglicherweise sollte das Hauptaugenmerk auf die gelegt werden, die zu wenig haben. Aber der Glaube oben weniger ergibt unten mehr, ist halt unantastbar.
Faehrt mein Nachbar nur noch VW statt RollRoyce wird der VW eben so teuer, dass ich mir gar kein Auto mehr leisten kann.
Und wenn man das was auf die 4 Familien entfaellt verteilen will, muss man ihn gerade zu den moralisch abgelehnten Geschaeften und Praktiken ermutigen.
"Sie treffen vielleicht manchmal schlechte Entscheidungen, aber nur, weil sie in einem schlechten System stecken, nicht weil sie schlechte Menschen sind. Sie machen Dienst nach Vorschrift."
Damit wäre es die Aufgabe der Politik dieses schlechte System zu beenden. Aber was tut sie stattdessen, sie pumpt Billionen in das Finanzsystem um das schlechte - und offensichtlich gescheiterte - System noch ein wenig am Leben zu erhalten. Und Unterstützung erfährt die Politik bei diesem Irrsinn von den Medien - auch der Zeit - die jedes Bankenrettungspaket wieder als alternativlos bezeichnen.
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