Energie Bundesnetzagentur kritisiert Strompreis-Erhöhung

Die Stromanbieter wollen zum Jahreswechsel die Preise drastisch erhöhen. Die Bundesnetzagentur wirft den Unternehmen vor, sie würden das unter einem Vorwand tun.

Wegen der steigenden Ökostrom-Umlage wollen 344 Stromversorger ihre Preise im Jahr 2011 massiv erhöhen und rufen damit viel Kritik hervor. Mattias Kurth, der Präsident der Bundesnetzagentur , warf den Stromkonzernen vor, die Erhöhung der Umlage lediglich als Vorwand zu benutzen. Zu Beginn des Jahres 2010, als die Ökostrom-Umlage um etwa 1,0 Cent gestiegen war, hatten laut dem  Verbraucherportal Verivox nur 181 Versorger die Preise erhöht. Knapp 70 Anbieter hatten die Preise gesenkt. Für Anfang 2011 hat noch kein einziger Versorger niedrigere Preise angekündigt.

Bislang haben 344 der rund 900 Versorger angekündigt, ihre Tarife zum 1. Januar anzuheben. Die Ökostrom-Umlage steigt zum Jahreswechsel um 1,5 Cent pro Kilowattstunde. Die Erhöhung der Strompreise liege durchschnittlich bei 7 Prozent, berichtet Verivox . In der Spitze seien aber auch deutlich über zehn Prozent möglich. Betroffen seien mindestens 22,3 Millionen der bundesweit 40 Millionen Haushalte. Ein Vier-Personen-Haushalt müsse im Schnitt monatlich 5,50 Euro mehr zahlen.

Die Welle der Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel ist eine der massivsten seit der Liberalisierung der Energiemärkte 1998. Am Freitag kündigte Vattenfall als dritter großer Versorger eine Preiserhöhung an. Der Anbieter, der unter anderem in Hamburg, Berlin und Ostdeutschland aktiv ist, setzt die Preise im kommenden Jahr um 9,9 Prozent nach oben. Zuvor hatten schon EnBW und RWE deutlich höhere Preise zum Jahreswechsel angekündigt. Ob der E.on-Konzern als vierter großer Versorger noch nachzieht, ist bisher noch unklar.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen rechnet auch weiterhin mit massiv steigenden Strompreisen: Um rund 60 Prozent seien die Stromkosten für die Verbraucher in den vergangenen zehn Jahren gestiegen, und es sei davon auszugehen, "dass es in den kommenden zehn Jahren mindestens ebenfalls 60 Prozent nach oben gehen wird mit den Preisen", sagte Energieexperte Holger Krawinkel.

Dies würde laut dem Bericht jährliche Preiserhöhungen von rund fünf Prozent bedeuten. Krawinkel fordert deshalb ein sogenanntes Klimaschutzmonitoring: Dabei soll eine zentrale Stelle überwachen, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.

 
Leser-Kommentare
  1. Denn sie haben 80% des Markts. Zeit für Wechsel zu einem Stromanbieter an dem diese Viererbande (Eigenkapitalrendite 26,6%) keine Anteile hat!

    Aber Achtung, diese Anbieter sind extrem selten!
    http://www.atomausstieg-s...

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    • hajipe
    • 22.11.2010 um 21:44 Uhr

    Na schön, aber wer sind diese Viererbande und wie komme ich zu den anderen?

    • hajipe
    • 22.11.2010 um 21:44 Uhr

    Na schön, aber wer sind diese Viererbande und wie komme ich zu den anderen?

    • gquell
    • 22.11.2010 um 14:29 Uhr

    Die Stromkonzerne müssen die Preise erhöhen, weil zum einen die Einspeisungen aus dem Ökostrom die Preise an Leipziger Strombörse gerade zu den Spitzenzeiten deutlich senken. Dadurch sinken auch die Gewinne der Konzerne. Zum anderen sind wir Deutschen einfach zu sparsam. Je weniger Strom wir verbrauchen, desto teurer wird dieser. Auch hier wollen die Konzerne vor allem ihre Gewinnquoten (ca.25-50%) erhalten.
    Insgesamt ergibt das ein Dilemma, je mehr Ökostrom eingespeist wird und je weniger Strom die Verbraucher verbrauchen, desto teurer wird der allgemeine Strom.

    Und hierfür gibt es keine einfache marktwirtschaftliche Lösung. Am sinnvollsten wäre meiner Ansicht, daß die Konzerne jedem Verbraucher, der es verlangt, genau aufschlüsseln müssen, warum der Strom so teuer ist. Können sie die Erhöhung nicht schlüssig begründen, so wird sie einfach nicht zugelassen.

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    • joG
    • 22.11.2010 um 18:16 Uhr

    ...Technologie in der vorgegeben Zeit auf alternative Energie umrüsten wollen, so werden die Kosten für die Konsumenten weit mehr steigen müssen. Lediglich ist offen, ob das in Mieten/Eigenheimkosten über Wärme effiziente Aufrüstung, über Steuer bezahlte Subventionen oder eben über höhere Energiepreise abgegolten werden wird. Aber wer soll sonst weniger konsumieren als der Konsument? Und dass er weniger konsumieren muss, wenn riesige Mengen Geld in Investitionen fließen, die weniger abwerfen als die alte Technologien, ist eine einfache volkswirtschaftliche Gleichung.

    • joG
    • 22.11.2010 um 18:16 Uhr

    ...Technologie in der vorgegeben Zeit auf alternative Energie umrüsten wollen, so werden die Kosten für die Konsumenten weit mehr steigen müssen. Lediglich ist offen, ob das in Mieten/Eigenheimkosten über Wärme effiziente Aufrüstung, über Steuer bezahlte Subventionen oder eben über höhere Energiepreise abgegolten werden wird. Aber wer soll sonst weniger konsumieren als der Konsument? Und dass er weniger konsumieren muss, wenn riesige Mengen Geld in Investitionen fließen, die weniger abwerfen als die alte Technologien, ist eine einfache volkswirtschaftliche Gleichung.

  2. Die paar Euro mehr sind wohl nicht das Problem, die kann man als Privater meist durch Vernunft einsparen. Aber wer bekommt das Geld? Würden es kommunale Unternehmen bekommen, wie in der Vergangenheit vor dem Privatisierungswahn, hätte ich kein Problem damit, da z.B. bei uns in Kiel früher die ÖPN -Preise damit subventioniert wurden. Außerdem hatte man mehr Arbeitsplätze, da schaute niemand so genau hin. Die Arbeitsplätze sind längst weggespart worden, die ÖPN-Preise über dem Limit.

    Wohin führt uns das aber? Genau in die richtige Richtung: immer mehr Industriebetriebe werden ihren Strom selbst machen, gekoppelt mit Nahwärmeversorgung anliegender Stadtviertel oder Dörfer, und auch immer mehr Wohnungsbaugenossenschaften machen ihren Strom selbst und verkaufen auch noch die Wärme, die ohnehin anfällt (BHKW und Brennstoffzellen mit Erdgas, das reichlich vorhanden ist und mit Schiffen billigst von überall auf der Erde her transportiert werden kann).

    Auch bei der Elektromobilität werden viele ihren Strom aus Sonne selbst machen, juwi und andere Mittelständler machen es vor, und das werden auch viele Privatleute tun. Die Konzerne sind auf dem absteigenden Ast, und sie wissen es. Es darf vermutet werden, daß die Klientelpolitik bei der Elektromobilität kräftig bremst, damit die Atom - und Kohlekonzerne noch ein paar Jahre gut verdienen können. Aber es wird sich alles wandeln, ebenso wie es bei den Medien (und Verwaltung, und den Bürotechniken) schon geschehen ist.

  3. Für die hohen Strompreise die Klimahysteriker aller Parteien!
    Hohe Energiepreise und ständig sinkender Lebensstandart sind Programm und Agenda unserer politischen Eliten! Ziel ist der postindustrielle Feudalismus! Das heißt die Masse wird mit Lebensmittelmarken und zu Fuß die tägliche, ökologistisch produzierte, Kalorienration bei der zentralen kommunalen Ausgabestelle abholen( HARZIV der Nachhaltigkeit). Einen Grund, warum die Eliten weiter prassen können, findet man garantiert auch noch!

  4. ist das nichts als hohle Luft. Diese Agentur ist wie viele Agenturen in D vollkommen überflüssig.

  5. ... in China ein Sack Reis umgefallen?

    Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/ag

  6. Nicht reden, sondern machen. Dieser verbale Protest bringt nicht viel.

    Als Bürger ist man doch nur wieder einmal der Depp der zahlen darf. Und wo ist Frau Aigner, die spielt sich doch so gerne verbraucherschützend in den Vordergrund?

    Eine Leser-Empfehlung
    • jwenz
    • 22.11.2010 um 17:05 Uhr

    [...]

    Dafür steigen die Preise füe Energie - für die Bürger - Ihr Gehalt ist ja sicher - viel zu hoch - da macht eine Kostenexplosion der Energiekosten nichts aus. Ekalhafte Person, die 3 Mio für eine Werbekampagne rauswirft, die kein Steuerzahler sehen möchte und schon gar nicht bezahlen will.

    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

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    • ribera
    • 22.11.2010 um 17:43 Uhr

    ....dass Sie zu den Wählern gehören, auf deren Kurzzeitgedächnis die Parteien hoffen.
    Sonst wüßten Sie, dass die Strompreise - von kurzzeitigen Schwankungen mal abgesehen - unter jeder Regierung gestiegen sind. So wie beispielsweise die Kraftstoffpreise (genauer gesagt, der Steueranteil).
    Warum wohl?
    Weil jede Regierung über die Steuern auf Energie Geld einnimmt. Bei jeder Preiserhöhung profitiert der Staat zumindest über die Mehrwertsteuer mit.

    • ribera
    • 22.11.2010 um 17:43 Uhr

    ....dass Sie zu den Wählern gehören, auf deren Kurzzeitgedächnis die Parteien hoffen.
    Sonst wüßten Sie, dass die Strompreise - von kurzzeitigen Schwankungen mal abgesehen - unter jeder Regierung gestiegen sind. So wie beispielsweise die Kraftstoffpreise (genauer gesagt, der Steueranteil).
    Warum wohl?
    Weil jede Regierung über die Steuern auf Energie Geld einnimmt. Bei jeder Preiserhöhung profitiert der Staat zumindest über die Mehrwertsteuer mit.

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