Landesbanken Fusion von WestLB und BayernLB ist gescheitert

Die beiden Landesbanken werden nicht fusionieren. Die Bayern sehen angesichts der Zahlen in einem Zusammenschluss keinen Vorteil mehr.

Die seit Wochen laufenden Verhandlungen der beiden angeschlagenen Landesbanken WestLB und BayernLB über eine Fusion sind gescheitert. Der Vorstand habe am Vortag beschlossen, die Fusionsprüfung nicht fortzusetzen, teilte die BayernLB mit und bestätigte damit einen Bericht der Financial Times Deutschland . Die wirtschaftlichen Vorteile eines möglichen Zusammenschlusses gegenüber einer eigenständigen BayernLB stünden in keinem "hinreichend ausgewogenen Verhältnis", hieß es. Der Chef der BayernLB, Gerd Häusler, sieht die Bank auch alleine "für die Zukunft gut positioniert".

Die WestLB bedauerte den Abbruch der Gespräche. Eine vertiefte Prüfung wäre sinnvoll gewesen, sagte Vorstandschef Dietrich Voigtländer. Der Veräußerungsbeauftragte für die WestLB, der Anwalt und CDU-Finanzexperte Friedrich Merz, sagte, die WestLB werde auch in Zukunft Fusionsoptionen ausloten. Parallel dazu und im Einklang mit den Auflagen der EU-Kommission treibe er den laufenden Verkaufsprozess voran.

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Bei einem Zusammenschluss von WestLB und BayernLB wäre gemessen am bisherigen Umfang der Geschäfte das drittgrößte deutsche Geldhaus nach Deutscher Bank und Commerzbank entstanden. Das Ende der Gespräche ist für die vor allem vom Bund geforderten Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors ein schwerer Rückschlag. Die WestLB muss gemäß EU-Auflagen bis Ende 2011 mehrheitlich in neue Hände kommen. Alternativ wäre eine Landesbanken-Fusion möglich gewesen. 

Diese Option favorisierten die WestLB-Eigentümer. Das sind das Land Nordrhein-Westfalen und die Sparkassen in NRW. Sie wollten den Fusionsplan mit der BayernLB im November einen wesentlichen Schritt voranbringen. Das Land hat Sorge, dass sich bei einem Verkauf weitere Belastungen ergeben könnten. Die WestLB hätte um die zehn Milliarden Euro einbringen müssen, damit sich keine neuen Haushaltslasten ergeben, wie NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) vorgerechnet hatte.

Das Aus für die Fusion ist auch ein Rückschlag für die Sparkassen in Deutschland, die die bisher acht Landesbanken als Zentralbanken nutzen. Es gab schon mehrere Versuche, die Zahl der Landesbanken zu verringern und damit dauerhafte Geld zu sparen. Am Ende der Fusionen sollte nach den Vorstellungen Nordrhein-Westfalens eine effiziente Sparkassen-Zentralbank entstehen.

Bei einem Treffen mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sollten die Brüsseler Bedingungen für einen Zusammenschluss der zweit- und drittgrößten Landesbank in Deutschland ausgelotet werden. Dieser Termin aber wird nun aller Wahrscheinlichkeit nicht zustande kommen.

Die Landesbanken Bayerns und Nordrhein-Westfalens hatten in der Finanzkrise milliardenschwere Zuschüsse und Garantien vom Staat erhalten. Die WestLB richtete als erste deutsche Bank eine sogenannte Bad Bank ein, also eine Sammelstelle für risikoreiche Wertpapiere, welche die Bank in wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht hatten.

Mit einer Zeitungsanzeige hatte Ende September der Verkauf begonnen. Interessenten sollten sich bis Ende Oktober melden. Der Veräußerungsbevollmächtigte Merz hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, für die WestLB gebe es mehrere Interessenten.

Mit der WestLB, der BayernLB, der Landesbank Baden-Württemberg LBBW und der HSH Nordbank mussten in der Finanzkrise gleich vier große Landesbanken von ihren Eigentümern gestützt werden. Brüssel hatte der LBBW und der WestLB bereits einen harten Schrumpfkurs verordnet, die BayernLB und die HSH Nordbank warten noch auf entsprechende Auflagen. Nur die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Landesbank Berlin (LBB) hatten im vergangenen Jahr Gewinn gemacht.

Für die Landesbanken war der Wegfall von finanzieller Staatsgarantie 2005 ein einschneidendes Ereignis. Bisher bekamen die Landesbanken bis dahin beste Bonitätseinstufungen. So konnten sie sich Geld zu günstigeren Konditionen als andere Banken leihen und damit ihr Geschäft enorm ausbauen. Diesen Vorteil nutzten sie ausgiebig: Sie füllten ihre Kassen und legten die Mittel weltweit an. Dabei hatten sie aus  Expertensicht oftmals die Risiken aus dem Blick verloren.

 
Leser-Kommentare
  1. Verstehen kann man die Zusammenhänge überhaupt nicht mehr. Die Landesbanken sind öffentlich-rechtliche Institute wie die Sparkassen. Sie haben milliardenschwere Finanzspritzen und Garantien bekommen.

    Jetzt gibt es einen Veräußerungsbevollmächtigten?
    Wenn die Landesbanken von nicht öffentlich-rechtlichen Instituten übernommen werden können ... wer zahlt die milliardenschwerden Finanzspritzen zurück?

    Eine EU-Kommission muss einer Fusion zustimmen? Was hat die EU mit öffentlich-rechtlichen Instituten zu schaffen?

    Leider hilft der Artikel bei beiden Fragen nicht weiter.

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    gingen sie aufs (internationale) Eis und drehten mit Glodman Sachs, Morgan Stanley, Lehmann-Brothers und anderen am ganz großen Rad. Das nannte man dann "silly German money"!

    Als bei dem "Reise nach Jeruslem-Spiel" die Musik stoppte waren alle Stühle besetzt und unsere Superbanker standen etwas bedröppelt da. Jetzt kam der Steuerzahler ins Spiel.
    Ihm gehört jetzt nicht nur die "Drecksbank" (O-Ton Weber) HRE sondern auch ein Teil der LBs.

    Die sollte man am besten zu einer großen bad bank zusammenfassen und abwickeln, Herr Brüderle!

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    gingen sie aufs (internationale) Eis und drehten mit Glodman Sachs, Morgan Stanley, Lehmann-Brothers und anderen am ganz großen Rad. Das nannte man dann "silly German money"!

    Als bei dem "Reise nach Jeruslem-Spiel" die Musik stoppte waren alle Stühle besetzt und unsere Superbanker standen etwas bedröppelt da. Jetzt kam der Steuerzahler ins Spiel.
    Ihm gehört jetzt nicht nur die "Drecksbank" (O-Ton Weber) HRE sondern auch ein Teil der LBs.

    Die sollte man am besten zu einer großen bad bank zusammenfassen und abwickeln, Herr Brüderle!

  2. 2. ~ 1173

    Wieso heißen die Dinger Landesbanken?
    Wieso will man gerade diese beiden Extremversager fusionieren?
    Wieso wird die "Neuordnung" aus rein finanzieller Warte begonnen?

    Mehr als Fragen fällt mir hier als Kommentar nicht ein. Andererseits...

    • Chilly
    • 04.11.2010 um 11:23 Uhr

    Landesbanken immer als verlängertes Instrument des Regierungshandelns und aus Ausdruck der eigenen Größe und Bedeutung gesehen hat und weiter sieht. Deshalb wurden diese (nicht nur in Düsseldorf und München) in jüngster Zeit mit Milliardenspritzen bzw. Garantien künstlich am Leben gehalten, weil man sich nicht die Blöße geben wollte, auf "seine" Landesbank verzichten zu müssen und insoweit auch ein gewisses wirtschaftspolitisches Scheitern eingestehen zu müssen. Ferner werden die Landesbanken als lukrative Versorgungseinrichtungen benötigt sowie für Struktur- oder Industriepolitische Sofortmaßnahmen. Dieses schöne Spielzeug will daher kein Ministerpräsident (oder -in), gleich welcher politischer Färbung auch immer, aufgeben. Selbst der Druck aus Brüssel oder Berlin und die gigantischen Kosten, die etwa die Möglichkeiten von Hamburg und Schleswig-Holstein übersteigen, reichen hierzu nicht aus.

    Das ist vermutlich auch der wahre Grund des Scheiterns. Jede Seite wollte letztlich die andere über den Tisch ziehen und einerseits einen Konkurrenten ausschalten und andererseits die Gewinner der Fusion sein. Das setzt geht aber nur, wenn eine Seite "klein bei gibt". Das wollten aber weder München noch Düsseldorf. So war es im Übrigen auch, als eine Fusion von LBBW und BayernLB angedacht war, obwohl hier wenigstens die politische Farbenlehre gepasst hätte.

    CHILLY

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    • M.M.
    • 04.11.2010 um 13:04 Uhr

    Mich wundert das keineswegs.
    Zwei Rettungsboote ergeben noch keinen Ozeandampfer !!

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    • Civil1
    • 04.11.2010 um 13:05 Uhr

    "Ferner werden die Landesbanken als lukrative Versorgungseinrichtungen benötigt"
    Ich sehe dies mittlerweile als den Hauptgrund für das weitere Fortbestehen der Landesbanken. Sie dienen dem Schaffen von hochbezahlten Arbeitsplätzen ohne Rampenlicht für Parteikumpane und sonstige Klüngel. Dies kann man sehr schön an den aufgeblähten Managementstrukturen und den Personengeflecht zwischen Regierung/Partei/LB Management erkennen.

    Natürlich will keine Landesregierung bzw. Partei auf diese Möglichkeiten verzichten.

    @Zeit-Redaktion:
    Ich bin zwar nicht im Universitätsbereich in Bayern angestellt, habe aber erfahren dass z.Z. die Etats der Universitäten massiv gekürzt werden um das BayernLB Fiasko zu bezahlen. Hierüber habe ich noch nichts weiter in den Medien gelesen. Wäre dies nicht mal eine Recherche wert?

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  3. '
    gingen sie aufs (internationale) Eis und drehten mit Glodman Sachs, Morgan Stanley, Lehmann-Brothers und anderen am ganz großen Rad. Das nannte man dann "silly German money"!

    Als bei dem "Reise nach Jeruslem-Spiel" die Musik stoppte waren alle Stühle besetzt und unsere Superbanker standen etwas bedröppelt da. Jetzt kam der Steuerzahler ins Spiel.
    Ihm gehört jetzt nicht nur die "Drecksbank" (O-Ton Weber) HRE sondern auch ein Teil der LBs.

    Die sollte man am besten zu einer großen bad bank zusammenfassen und abwickeln, Herr Brüderle!

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    Antwort auf "Konfus statt Fusion?"

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