Die globale Wirtschaft habe im Jahresverlauf an Schwung verloren, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit. Grund seien schwindende fiskalpolitische Impulse und nachlassende Dynamik bei Produktion und Handel. Daher komme die Wirtschaft der Industriestaaten langsamer als erhofft aus der tiefsten Krise der Nachkriegsgeschichte.

Für die USA prognostiziert die OECD im nächsten Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum zwischen 1,75 und 2,25 Prozent. Im Juni-Ausblick dieses Jahres hatte die Organisation prognostiziert, dass die Wirtschaftsleistung um 3,2 Prozent steige. Für den gesamten OECD-Raum rechnen die Konjunkturforscher nun mit einem Wert zwischen 2,0 und 2,5 Prozent. Die Schätzung für die Euro-Zone liege bei 1,5 bis 2,0 Prozent Wachstum, teilte die OECD in Paris mit. Für den OECD-Raum lag die Schätzung Mitte des Jahres bei 2,8 Prozent, für die Euro-Zone bei 1,8 Prozent.

Die OECD forderte die Industriestaaten auf, ihre Schuldenberge abzubauen. Dafür seien historische Konsolidierungsbemühungen notwendig, sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. Dazu rief die OECD die Notenbanken auf, aus ihrer Politik des billigen Geldes auszusteigen, ohne die Unsicherheit an den Finanzmärkten zu verschärfen. Wegen des schwachen Wachstums in den USA und der Euro-Zone sollte die Normalisierung der Zinsen erst in der ersten Jahreshälfte 2012 ernsthaft vollzogen werden. Dies müsse in einem Tempo geschehen, das es der Geldpolitik erlaube, die Wirtschaft weiter zu unterstützen. Sollte das Wachstum schwächer ausfallen als erwartet, müsste dieser Prozess verschoben werden.