Europas Finanzkrise Ist der Rettungsschirm groß genug?

Der Euro-Rettungsfond soll Irland helfen. Doch gibt es mehr Kandidaten. Bis zu 1,5 Billionen Euro brauche es, um alle bedrohten Staaten zu stützen, glauben Pessimisten.

Die Lage ist offenbar komplizierter, als man noch zu Beginn der Finanzkrise gedacht hat. Die einen sagen, 750 Milliarden Euro seien ausreichend. Von 1,5 Billionen sprechen andere. Ist der Rettungsschirm groß genug?

Es begann fast wie eine Auktion. Der Rettungsschirm von 750 Milliarden Euro sei zusammen mit anderen Mitteln völlig ausreichend, aber wenn nicht, dann würden es auf keinen Fall mehr als 1070 Milliarden, rechnete Bundesbankpräsident Axel Weber vor .

Anzeige

Das nächste Gebot kam vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI): 1,25 Billionen. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, toppte das mit der runden Summe von 1,5 Billionen. 1500 Milliarden also. Ein echtes, klares Dementi gibt es zu den Rechnungen nicht. Es würde den Märkten wohl auch das falsche Signal geben.

Euro-Rettungsfonds

Seit dem Frühjahr 2010 können kriselnde Euroländer auf einen Rettungsschirm zurückgreifen. Der Fonds mit dem offiziellen Namen "Europäische Finanz-Stabilitäts-Fazilität" (EFSF) hat ein Volumen von insgesamt 750 Milliarden Euro und kann im Notfall Kredite gewähren, damit geschwächte Länder eine drohende Staatspleite verhindern.

Die Errichtung des Rettungsfonds trug in der Griechenland-Krise zur Beruhigung der Finanzmärkte bei. Bisher wurde der Fonds nicht in Anspruch genommen. Derzeit wird aber spekuliert, das hochverschuldete Irland könnte als erster darauf angewiesen sein. Die Regierung in Dublin dementiert das und betont, es gebe aktuell keine Notwendigkeit für einen Hilfsantrag.

Aufbau und Funktionsweise

Der Rettungsfonds besteht aus mehreren Teilen. Im Krisenfall kann er an den Finanzmärkten Anleihen herausgeben, die von allen Euroländern mit bis zu 440 Milliarden Euro garantiert werden. Die Mitgliedstaaten zahlen also keine Geldbeträge ein. Hinzu kommen eine Sonderkreditlinie der EU-Kommission von 60 Milliarden Euro und 250 Milliarden Euro vom Internationalen Währungsfonds (IWF).

Bevor der Fonds einspringen kann, müssen aber strenge Bedingungen erfüllt sein. Ein Euro-Mitgliedsland muss soweit in der Klemme stecken, dass es sich nicht mehr zu akzeptablen Zinssätzen an den Märkten finanzieren kann. Es muss dann einen Antrag stellen. Anschließend wird ein Hilfsprogramm mit der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) verhandelt. Erst nachdem die Euro-Finanzminister dem Programm zugestimmt haben, kann der Fonds aktiv werden. Die ganze Prozedur kann mehrere Wochen dauern.

Der Rettungsfonds ist bis Ende Juni 2013 begrenzt. Ende Oktober 2010 beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs, dass es von 2013 an eine dauerhafte Einrichtung geben soll. In dem neuen Mechanismus sollen dann bei Staatspleiten auch private Anleger, also Investmentfonds und Banken, in die Pflicht genommen werden. Den Kreditgebern droht dann ein echtes Verlustrisiko – das hat die Risikoaufschläge für langfristige Staatsanleihen von schwer angeschlagenen Ländern wie Irland oder Griechenland nach oben getrieben.
 

Wie groß muss der Rettungsschirm sein? Knapp gesagt: Es muss so viel Geld zur Verfügung stehen, dass niemand denkt, es sei zu wenig . "Es ist gefährlich, konkrete Zahlen zu nennen. Der Markt testet jede Obergrenze", sagt der Ökonom Michael Burda, der an der Humboldt-Universität in Berlin lehrt. Also dürfe es letztlich gar kein Limit geben. "Die EU sollte eine unbegrenzte Garantie für die Schulden der Mitgliedstaaten abgeben, so ähnlich wie es die Bundeskanzlerin vor zwei Jahren für die Sparguthaben der Deutschen getan hat. Nur so kommt Ruhe in die Märkte."

Wie viel Geld am Ende nötig sein werde, sei auch für gewiefte Finanzexperten nicht bezifferbar. Die Lage sei komplizierter, als man noch zu Beginn der Finanzkrise gedacht habe. "Wir Ökonomen haben versäumt, die indirekte Haftung von Staaten für ihre Banken richtig einzuschätzen. Es zeigt sich zunehmend, dass letztlich alle Staaten für alle Banken haften , weil die Banken auch untereinander so miteinander verwoben sind."

Wie sieht die Rechnung der Bundesbank aus? Dass der Bundesbankpräsident öffentlich rechnet, ist ungewöhnlich und hat ihm Kritik aus der Bundesregierung eingetragen. Die maximale Haftungssumme kommt für ihn durch die Addition der Schulden von Griechenland, Portugal, Irland und Spanien zustande. "Es stehen rund 925 Milliarden Euro der öffentlichen Hand gegen ein Maximalszenario von 1070 Milliarden Euro", kalkuliert Weber.

Die 925 Milliarden ergeben sich aus dem Rettungsschirm, für den die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) 750 Milliarden Euro bereitstellen sowie dem Hilfspaket für Griechenland und die Staatsanleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB).

Weber wies darauf hin, dass bei dieser Rechnung 145 Milliarden Euro fehlten – aber dieses Szenario halte er für ausgeschlossen. "Und selbst wenn es so käme, bin ich fest davon überzeugt, dass der Euro an dieser Differenz nicht scheitert."

Wie plausibel ist die Rechnung? Weber wollte Ruhe in die Debatte bringen. Sein Argument lautet, dass der Topf selbst für den abwegigen Fall der vollständigen Pleite von vier Staaten nahezu groß genug ist. Nur: Längst ist nicht mehr nur von Griechenland, Irland, Portugal und Spanien die Rede, sondern von weiteren Krisenkandidaten. "Wenn Spanien auch noch fällt, bleibt der Politik nichts anderes übrig, als die Haftungssumme aufzustocken", sagt ein Banker aus einem großen Institut, der nicht genannt werden möchte. Dann werde die EU gleich mehrere Staaten unter den Rettungsschirm stellen, um alle Zweifel restlos auszuräumen.

Zu den vier Staaten aus Webers Rechnung kämen demnach Italien sowie Slowenien und die Slowakei hinzu. Oder Österreich. "Die Banken dort sind stark in Osteuropa engagiert", sagt der Banker. Und dann wäre es mit 1070 Milliarden Euro wahrscheinlich nicht getan.

Leser-Kommentare
  1. es wird nicht helfen..

    die jetziger ist gross genug für irland..und was ist?..die zins steigt trotzdem auf ihre bonds...wieso?..die 100% abgesichert...es soll eigentlich kein zins verlangt werden..

    irgentwas anders lauft hier ab als die meistern menschen denken...meine meinung nach ist es schlicht eine verbrechen..es ist ein gigantischen raub..und kriminelle hören nur auf wenn man die dazu zwingt...eine rauber aufhalten zu wollen in dem man geld nach ihn schmeisst wird nicht funktionieren glaube ich..

    es muss wirklich eine versuch gestartet würden rauszufinden wer hinter diesen ganzen steckt..einfach weiter zu machen in die hoffnung das es irgenwann aufhört ist mehr als blöd...

  2. Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/wg

    ...so ein EU-Staat mal kräftig abschmieren zu lassen? Dann sinkt der Euro, aber das wäre doch großartig im Internationalen Wettbewerb, zudem haben die meisten Staaten doch sowieso keine Infrastrutkur mehr, die man verkaufen müsste.

    Das Prinzip, dass man den Banken für 0,5% Zinsen viel, ganz viel Geld gibt, diese Banken mit der Menge dann die Anleihenmärkte manipulieren in der Gewissheit, die EU wird deren "Spekulation" finanzieren wird. (Es ist doch kein Zufall, dass die Staaten alle schön säuberlich der Reihe nach pleite machen...)

    Gäbe es eine Demokratie, dann müssten die Versager von der CDU umgehen niedergestreckt werden. Für was sind diese überbezahlten Penner eigentlich nütze?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/wg"
    ------------------------------------------------------

    Jetzt in Fettdruck?

    "Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/wg"
    ------------------------------------------------------

    Jetzt in Fettdruck?

  3. Mit Aktien lässt sich global gesehen momentan zu wenig Geld verdienen. Da sucht sich die Finanzwirtschaft ein neues Kasino und hat es in den Euro Anleihen gefunden.

    Besonders irrational ist, dass die USA um vieles schlechter dastehen:
    - viele Bundesstaaten der USA haben eine Defizitquote im Haushalt von ca 30%. Ein amerikanischer Bundesstaat steht schon gut da, wenn er nur 10% Defizitquote hat.
    - das wirtschaftliche Schwergewicht Kalifornien ist regelmäßig zahlungsunfähig und muss Schuldscheine drucken
    - Obama setzt eine Geldspritze nach der anderen ohne nennenswerte Erfolge zu erzielen. Die Schulden Washingtons explodieren ca 1,56 Billionen Dollar Defizit dieses Jahr. Kein Ausstieg aus der Schuldenexplosion in Sicht.
    - Die Privathaushalte müssen eine geplatzte Immobilienblase verkraften und sind so hoch verschuldet, dass der Privatkonsum auf Jahre darniederliegt
    - Das produzierende Gewerbe der USA hat sich ins Ausland verabschiedet (=globalisiert). Inzwischen hat die USA prozentual einen kleineren Industriesektor als Griechenland

    Wie bewerten die "effizienten" Märkte die USA? Viele Kenngrößen sind doch schließlich viel schlimmer als in Europa.
    Die Finanzwirtschaft bewertet die Kreditwürdigkeit mit einem AAA Rating und mit sehr niedrigen Zinsen für amerikanische Staatsanleihen.
    Ich zumindest habe den Glauben an die rationale und effiziente Märkte verloren.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 27.11.2010 um 16:25 Uhr

    ....die Finanzposition eines Landes mit der eines anderen zu vergleichen, wenn man nicht ziemlich tief einsteigt. Sehen Sie sich die Ausführungen in Wikipedia dazu an und Sie erhalten einen Eindruck davon, wie wenig man aus den normalen Mediendarstellungen an belastbaren vergleichenden Aussagen erhält.
    http://en.wikipedia.org/w...
    http://en.wikipedia.org/w...

    Alleine schon der Versuch die in den Artikeln enthaltenen Informationen für Deutschland zu bekommen ist ein Heiden Aufwand. Machen Sie es aber und Sie werden sich wundern, wie wir dastehen. Um einen Überblick der Verschuldung der amerikanischen Staaten zu bekommen fand ich diese Links ganz interessant.
    http://www.forbes.com/201...
    http://www.cbpp.org/cms/?...
    Wenn man dann noch die Unterschiede in den wirtschaftlichen Prozessen und der unterschiedlichen Gesetzen, Reglungen und Abstimmungen innerhalb der jeweiligen Wirtschaften und wie entscheidend solche Voraussetzungen sind, wenn man bestimmen will, wie die Änderung eines Faktors der Matrix sich auswirkt, bedenkt, so dürfte rasch klar werden, dass man ein ziemlich robustes Bewertungssystem braucht, um den richtigen Preis für die Anleihe eine dieser Länder braucht. Das machen die Märkte wahrlich nicht perfekt. Sie sind aber das beste Instrument, das wir dazu haben.

    • joG
    • 27.11.2010 um 16:25 Uhr

    ....die Finanzposition eines Landes mit der eines anderen zu vergleichen, wenn man nicht ziemlich tief einsteigt. Sehen Sie sich die Ausführungen in Wikipedia dazu an und Sie erhalten einen Eindruck davon, wie wenig man aus den normalen Mediendarstellungen an belastbaren vergleichenden Aussagen erhält.
    http://en.wikipedia.org/w...
    http://en.wikipedia.org/w...

    Alleine schon der Versuch die in den Artikeln enthaltenen Informationen für Deutschland zu bekommen ist ein Heiden Aufwand. Machen Sie es aber und Sie werden sich wundern, wie wir dastehen. Um einen Überblick der Verschuldung der amerikanischen Staaten zu bekommen fand ich diese Links ganz interessant.
    http://www.forbes.com/201...
    http://www.cbpp.org/cms/?...
    Wenn man dann noch die Unterschiede in den wirtschaftlichen Prozessen und der unterschiedlichen Gesetzen, Reglungen und Abstimmungen innerhalb der jeweiligen Wirtschaften und wie entscheidend solche Voraussetzungen sind, wenn man bestimmen will, wie die Änderung eines Faktors der Matrix sich auswirkt, bedenkt, so dürfte rasch klar werden, dass man ein ziemlich robustes Bewertungssystem braucht, um den richtigen Preis für die Anleihe eine dieser Länder braucht. Das machen die Märkte wahrlich nicht perfekt. Sie sind aber das beste Instrument, das wir dazu haben.

    • wotcom
    • 27.11.2010 um 15:36 Uhr

    "..zeigt sich.., dass letztlich alle Staaten für alle Banken haften".
    Sehr geehrte Verfasser, mein erster Impuls über Ihren Versuch sich mit dem Schuldsystem auseinander zu setzen, war Ihnen wohl gesonnen. Zum Ende des Textes fehlte mir jedoch die Überzeugung an Ihrer Aufrichtigkeit. Der Text klingt wie die Beschreibung einer schweren Krankheit und den Versuch durch immer höhere Dosierung des Medikamentes den Patienten heilen zu wollen, ohne auch nur ein einziges mal die Ursache für das schwere Leiden erfahren zu wünschen. Ich vermute Sie sind entweder nicht gewillt oder nicht in der Lage nach der Ursache dieser schweren Krankheit zu forschen. Die ganze Diskussion um die sogenannte Finanzkrise kann nicht ernsthaft geführt werden, ohne sich mit dem Geldsystem zu beschäftigen. Sie unterlassen es auf die Zusammenhänge von Geldschöpfung, insbesonderer der privaten Geldschöpfung aus dem Nichts, der exponentiellen Entwicklung der Geld- bzw Schuldmenge im Gegensatz zur Wirtschaftsleistung, dem Umstand das sich Staaten bei Privatbanken gegen Zinsen verschulden müssen, und den Konsequenzen für den Steuerbürger einzugehen. Diese kleine Aufzählung ist nicht vollständig. Sie kann jedoch bei der Analyse nicht fehlen, denn in Ihr finden Sie die einzige Ursache. Solange darüber nicht geredet und eine Abschaffung erdacht wird, werden Sie hier jede Woche eine neue gigantonomische Rettungsschirmnumme ziehen, mit der - wie oben zitiert - alle Banken aber keine Bürger gerettet werden müssen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 28.11.2010 um 6:31 Uhr

    ....ein Problem mit Geld? Ich weiß, dass das Wort: "Geldschöpfung" etwas warmes hat, in dem Tiefen man vermutet. Aber es ist ganz banal. Oder die Idee privater Banken, die Staaten Geld leihen. buhhh, da muss eine finstere Verschwörung sein.
    Aber wenn man schaut? Es ist alles dann ganz durchsichtig und klar strukturiert. Oft sind die Regeln schlecht abgestimmt oder fachlich inkompetent. Das mag sein. Aber die Verschwörung hat sich mit dem Schauen aufgelöst wie Tau im Morgenlicht.

    • joG
    • 28.11.2010 um 6:31 Uhr

    ....ein Problem mit Geld? Ich weiß, dass das Wort: "Geldschöpfung" etwas warmes hat, in dem Tiefen man vermutet. Aber es ist ganz banal. Oder die Idee privater Banken, die Staaten Geld leihen. buhhh, da muss eine finstere Verschwörung sein.
    Aber wenn man schaut? Es ist alles dann ganz durchsichtig und klar strukturiert. Oft sind die Regeln schlecht abgestimmt oder fachlich inkompetent. Das mag sein. Aber die Verschwörung hat sich mit dem Schauen aufgelöst wie Tau im Morgenlicht.

  4. Wer ein Interesse am Fortbestehen der Währungsunion hat, sollte etwas dafür tun, dass diese Schreckensmeldungen endlich aufhören !! Spanien musste schon vor der Einführung des Euro auch schon hohe Zinsen für seine Staatsanleihen bezahlen und ist daran nicht bankrott gegangen.

    In Zwei Dritteln der Staaten der Welt leben die Menschen nicht so gut wie in Spanien oder in Portugal. Trotzdem kommen diese Staaten ohne Milliardentransfers ihrer Nachbarn über die Runden. Außerdem ist die Wirtschaft in Spanien viel produktiver als in Griechenland und der Schuldenstand des Landes ist insgesamt sogar niedriger als in Deutschland.

    Wir dürfen nicht zulassen, dass einige Leute durch Gier und kurzsichtiges Denken den Frieden auf unserem schönen Kontinent gefährden. Irgendwann wird die Geduld der Bürger der Schuldenstaaten und auch der Bürger der Nettozahlerstaaten erschöpft sein. Dies könnte zu einer politischen Radikalisierung mit unvorhersehbaren Konsequenzen führen. Dann würden auch diejenigen verlieren, die jetzt von den hohen Zinsen profitieren. Die Verluste wären dann um ein Hundertfaches oder Tausendfaches höher als die Verluste durch die Pleite einer Bank, die sich verzockt hat.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 27.11.2010 um 16:27 Uhr

    ....anders herum. Wenn man in den Märkten Stabilität erreichen will, muss man Zweifel abbauen. Das tut nachhaltig man nur durch höhere Transparenz.

    • joG
    • 27.11.2010 um 16:27 Uhr

    ....anders herum. Wenn man in den Märkten Stabilität erreichen will, muss man Zweifel abbauen. Das tut nachhaltig man nur durch höhere Transparenz.

  5. Die Folgen einer frivolen Zockerei, zu der sich immer mehr Banken haben hinreissen lassen, endete in einem nicht mehr überschaubaren Taumel von Bilanzen, die auf den internationalen Börsen den Anschein einer Realität erwecken, die nur "handgemacht" ist. Erst wurde mit dem sauer erarbeiteten Geld der Menschen spekuliert, die nur den Anteil behalten konnten der ihnen zum Leben reicht und jetzt wird mit ihren Schulden spekuliert. Keine Regierung wagt es, dem Treiben der Geldbranche ernsthaft Einhalt zu gebieten. Und so bleibt es mit den für Generationen danach Schulden kreierenden Rettungsmassnahmen, die genau betrachtet nur ein erbärmlicher Ausverkauf sind.
    Hier kann nur eine ernstzunehmende demokratische Abstimmung von Mehrheiten noch etwas aufhalten wenn gar retten.
    Das Finanzsystem wäre längst kollabiert, wäre da nicht die Idee stáatlicher Bürgschaften zur Hilfe gekommen, mit dem man dem Schaden eine Deckung anbietet, die so real ist, wie das Märchen von den Sterntalern.
    Wer rettet die Menschen vor den verantwortungslosen Gesundbetern, die ihre Position missbrauchen um sich und einer frivolen Minderheit auf Kosten von Mehrheiten das Weiter-so zu garantieren?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • knuham
    • 27.11.2010 um 17:45 Uhr

    lässt mich völlig im Regen stehen.

    """Das Finanzsystem wäre längst kollabiert, wäre da nicht die Idee stáatlicher Bürgschaften zur Hilfe gekommen[...]""".

    Hier wackelt ja der Schwanz mit dem Hund.

    Wenn man mal von den Verbriefungen im amerikanischen Häusermarkt 2008 und der Lehman-Pleite absieht, sieht es doch so aus, dass die Staaten sich jedes Jahr eine "Netto-Neuverschuldung" genehmigen mit äussert frommen Sprüchen. Das Finanzsystem erhält so weltweit meines Wissens überall "die Fähigkeit zum polititschen Handeln", speziell in den PIIGS-Staaten, von denen gerade die Rede ist.

    Da argumentieren Sie mit staatlichen Bürgschaften. Diese könnten ohne Inanspruchnahme der beschimpften Finanzwirtschaft wiederum gar nicht, im Falle eines Falles, bedient werden, außer es gelänge die Steuerzahler direkt zu enteignen und mit dem Erlös Schulden zu verringern.

    Wo ist das Problem ?

    Entfernt. Bitte kommentieren Sie sachlich zum Thema. Die Redaktion/cs

    • knuham
    • 27.11.2010 um 17:45 Uhr

    lässt mich völlig im Regen stehen.

    """Das Finanzsystem wäre längst kollabiert, wäre da nicht die Idee stáatlicher Bürgschaften zur Hilfe gekommen[...]""".

    Hier wackelt ja der Schwanz mit dem Hund.

    Wenn man mal von den Verbriefungen im amerikanischen Häusermarkt 2008 und der Lehman-Pleite absieht, sieht es doch so aus, dass die Staaten sich jedes Jahr eine "Netto-Neuverschuldung" genehmigen mit äussert frommen Sprüchen. Das Finanzsystem erhält so weltweit meines Wissens überall "die Fähigkeit zum polititschen Handeln", speziell in den PIIGS-Staaten, von denen gerade die Rede ist.

    Da argumentieren Sie mit staatlichen Bürgschaften. Diese könnten ohne Inanspruchnahme der beschimpften Finanzwirtschaft wiederum gar nicht, im Falle eines Falles, bedient werden, außer es gelänge die Steuerzahler direkt zu enteignen und mit dem Erlös Schulden zu verringern.

    Wo ist das Problem ?

    Entfernt. Bitte kommentieren Sie sachlich zum Thema. Die Redaktion/cs

  6. "Gekürzt. Bitte äußern Sie sich sachlich zum Thema. Danke. Die Redaktion/wg"
    ------------------------------------------------------

    Jetzt in Fettdruck?

    Eine Leser-Empfehlung
  7. wenn wir den Bankstern ein grosses europaeisches Stop Schild vor die Nase halten. Wir sollten uns darin einig sein, dass unser Kontinent nicht zum Ausverkauf steht. Aber solange unsere Regierungen den Banken, Investoren und Spekulanten alles durchgehen lassen und nur zuschauen, wie diese kriminellen Banden eine Gesellschaft nach der anderen zerstoeren, wird sich nichts aendern. Die Message ist ganz einfach: Du spekulierst, gut. Du verlierst, auch gut. Es ist doch nicht so, dass nur, weil die Finanzgangster pleite gehen, die Staaten und Gesellschaften aufhoeren zu existieren. Die real geschaffenen Werte sind auch nach einem Finaz-Crash noch da. Die groesste Gefahr fuer alle von uns in Europa ist, dass sich Geschichte wiederholt. Das wir es zulassen, dass durch die von der Finazbranche verursachten Umbrueche, nationalistische Rattenfaenger die Buehnen betreten und die Voelker gegeneinander aufhetzen, obwohl die einfachen Durchschnittsbuerger fuer den ganzen Schlammassel nicht direkt verantwortlich sind. Ich befuerchte, dass viele von uns diesen Kraeften auf den Leim gehen werden, weil sie nicht verstanden haben oder nicht sehen wollen, wer in Wahrheit die Schuld an dem ganzen Uebel traegt. Eine Riege von gierigen Finanzjongleuren und korrupten, unfaehigen und feigen Politikern, die ein untaugliches Geldsystem zu Ihren Nutzen so lange wie moeglich auf Kosten der Allgemeinheit am Leben erhalten wollen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service