Steuerreform Städte und Kommunen sollen Einkommenssteuer festsetzen

Andere Stadt, anderer Steuersatz: Finanzminister Schäuble schlägt vor, dass die Kommunen die Einkommensteuersätze festlegen. Das wäre ein radikaler Wechsel.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

Ein Arbeitnehmer in Hamburg könnte bald einen anderen Einkommenssteuersatz zahlen als sein Kollege in München, obwohl beide das gleiche Gehalt erhalten: Bewohner unterschiedlicher Städte und Gemeinden könnten möglicherweise zu unterschiedlichen Abgaben auf ihr Einkommen verpflichtet werden. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) plant, Städte und Gemeinden die Höhe der Einkommenssteuer künftig selbst festzulegen zu lassen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Demnach sollen die Kommunen künftig einen Zuschlag auf die Einkommensteuer erheben dürfen, den jede Gemeinde innerhalb einer festen Bandbreite selbst bestimmen kann. Damit wäre die Einkommenssteuer bald zweigeteilt: Einen Teil würden Bund und Länder festlegen, den anderen die Kommunen. Dem Bericht zufolge würde der allgemeine Steuersatz zunächst sinken. Aufgeschlagen würde dann der Anteil, den die Gemeinden selbst bestimmen können.

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Ziel der Umstrukturierung sei es, die Finanzlage der Städte und Gemeinden zu verbessern. Ein entsprechendes Modell werde derzeit vom Bundesfinanzminister mit den Kommunalverbänden diskutiert. Die Einigung soll bis Weihnachten feststehen.

Im Streit um eine Reform der Gemeindefinanzen hatten Union und FDP bisher gefordert, die Gewerbesteuer abzuschaffen, was Städte und Gemeinden ablehnen. Sollte Schäubles Einkommenssteuer-Modell kommen, wird der Finanzminister von dieser Forderung wahrscheinlich Abstand nehmen. 

Allerdings kommt Widerstand ausgerechnet aus den Städten und Gemeinden. Der Vize-Präsident des Städtetags, Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, sagte, der Vorschlag sei fatal, weil er Städte in Finanznot zu Steuererhöhungen zwingen würde. Damit würden sie für Besserverdienende noch unattraktiver. Ude sagte der Süddeutschen Zeitung, Städtetag und Gemeindetag würden alle Register ziehen, um das Vorhaben des Finanzministers zu verhindern.

Grundsätzlich begrüßte der Kommunalverband aber die Fortschritte bei den Verhandlungen. "Wir können nach dem Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble davon ausgehen, dass die Gewerbesteuer als wichtigste Steuer der Städte bis auf weiteres unangetastet bleibt", sagte die Verbandspräsidentin, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU), der Zeitung.

Schäuble will dem Bericht zufolge an anderer Stelle auf die Kommunen zugehen. Der Bund soll demnach einen Teil der Sozialausgaben der Gemeinden übernehmen. So könne der Bund unter anderem die Grundsicherung im Alter künftig vollständig finanzieren. Im Gegenzug verlangt der Finanzminister von den Kommunen einen höheren Anteil an der Mehrwertsteuer.

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 05.11.2010 um 10:10 Uhr

    ....würde doch die Verantwortung für die Finanzierung von Ausgaben dort angesiedelt, wo man die Aufgaben beschließt. Eine Stadt, die ein Bürgerhaus, ein Schwimmbad oder eine Kita bauen will, könnte eine Steuer anheben, um den Bau und Betrieb zu bezahlen. Wer diese Einrichtungen nicht will, kann dann im Dorf vor der Stadt wohnen ohne Bürgerhaus, Schwimmbad und Kita.

  1. .
    Bund und Land beschlossen und die Gemeinde zahlt.

    Der Effekt ist dann wie bei der Gewerbesteuer: Dumping.

    Am Ende verlieren alle! Der Bürger zahlt zwar teilweise weniger Steuern, aber seine Kindergärten und Schulen verwahrlosen ebenso wie die städtischen Anlagen und Grünflächen.

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    • joG
    • 05.11.2010 um 10:40 Uhr

    ... Gesetze von___
    .
    Bund und Land beschlossen und die Gemeinde zahlt."

    Das wurde hier vor einiger Zeit eingehend diskutiert. Die Frage war, wieso Deutschland ein so schlampiges System öffentlicher Projekte und deren Finanzierung hat und das niemand korrigieren will.

    • joG
    • 05.11.2010 um 10:46 Uhr

    "Am Ende verlieren alle! Der Bürger zahlt zwar teilweise weniger Steuern, aber seine Kindergärten und Schulen verwahrlosen ebenso wie die städtischen Anlagen und Grünflächen."

    Bis auf die Anlagen und Grünflächen sind das doch weitgehend private Güter, die Sie da nennen. Vor zwei Jahrhunderten war die Schule noch ein weitgehend berechtigt öffentliches Gut. Heute nicht mehr. Man muss auch sagen, dass der Staat da nicht besonders effektiv gewesen ist die letzten Jahre und hat ein Desaster angerichtet. Das alles sollen doch besser von privat angeboten und bezahlt werden. Das ist nichts für Beamte.

    • joG
    • 05.11.2010 um 10:40 Uhr

    ... Gesetze von___
    .
    Bund und Land beschlossen und die Gemeinde zahlt."

    Das wurde hier vor einiger Zeit eingehend diskutiert. Die Frage war, wieso Deutschland ein so schlampiges System öffentlicher Projekte und deren Finanzierung hat und das niemand korrigieren will.

    • joG
    • 05.11.2010 um 10:46 Uhr

    "Am Ende verlieren alle! Der Bürger zahlt zwar teilweise weniger Steuern, aber seine Kindergärten und Schulen verwahrlosen ebenso wie die städtischen Anlagen und Grünflächen."

    Bis auf die Anlagen und Grünflächen sind das doch weitgehend private Güter, die Sie da nennen. Vor zwei Jahrhunderten war die Schule noch ein weitgehend berechtigt öffentliches Gut. Heute nicht mehr. Man muss auch sagen, dass der Staat da nicht besonders effektiv gewesen ist die letzten Jahre und hat ein Desaster angerichtet. Das alles sollen doch besser von privat angeboten und bezahlt werden. Das ist nichts für Beamte.

  2. Es ist doch klar, daß eine derartige Steuer das Leben in D. noch mehr verkompliziert.
    Reiche Kommunen könnten geringere Steuern erheben, arme Kommunen müßten noch mehr Steuern erheben.

    Ob Kommunen mit dem Geld besser umgehen können als der Bund, ist eine Lüge. Das Kernproblem ist doch, daß Politiker und Parteien generell nicht mit Steuergelder umgehen können.
    Außerdem wächst doch die Gefahr innerhalb einer Kommune, daß eine reiche Oberschicht sich die Bauaufträge untereinander zuschanzt (was ja jetzt schon teilweise der Fall ist).

    Demnächst darf die Kommune auch noch die Schulform feststellen und wir verfallen wieder in ein kleinstaatliches Gebilde.
    Natürlich könnte man wegziehen (ist auch eine Empfehlung des google Chefs für die Street View Gegner), aber wer weiß, vielleicht läßt man den fliehenden Bürger aus München nicht nach Hamburg einreisen, weil dort Einreisezoll erhoben würde.

    unser Steurrecht hätte andere Reformen verdient !

  3. Hammer der Woche - ZDF Länderspiegel - Archiv !

    http://laenderspiegel.zdf...

  4. Ihre Überschrift/Artikel enthält einen Schreibfehler:

    Es heißt Einkommensteuer nicht Einkommen s s teuer (ein "s")

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    .

    .. na wenn das Ihre größten Sorgen sind.

    .

    .. na wenn das Ihre größten Sorgen sind.

    • joG
    • 05.11.2010 um 10:40 Uhr

    ... Gesetze von___
    .
    Bund und Land beschlossen und die Gemeinde zahlt."

    Das wurde hier vor einiger Zeit eingehend diskutiert. Die Frage war, wieso Deutschland ein so schlampiges System öffentlicher Projekte und deren Finanzierung hat und das niemand korrigieren will.

    • sebwei
    • 05.11.2010 um 10:41 Uhr

    Sehr gute Idee, ich hoffe sie wird durchgezogen!

    Die Gewerbesteuer, eine einzigartige deutsche Erfindung abschaffen, stattdessen sollen die Kommunen einen Heberecht auf die Est bekommen.
    Die Est ist weniger anfällig für Krisen wie die GewST.
    Außerdem werden da alle Einwohner in die Finanzierung einbezogen, nicht nur die Gewerbebetriebe.

    In Skandinavien gibt es dieses Modell schon. Dort ist die Steuergerechtigkeit viel stärker ausgeprägt. Steuerhinterziehung gibt es dort kaum. Der Steuerzahler kann so nämlich vor Ort sein, wo Teil seines Geldes hinfließt. Zum Beispiel in ein neues Schwimmbad oder Bücherei.

    Ich hoffe Schäuble setzt sich gegen Angela Merkel und die Kommunen durch, die FDP sollte er hinter sich haben, da dies schon lange von den Liberalen gefordert wird.

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    .
    stuererklärung der Bürger auch im internet veröffentlicht wird!

    Das schafft große Transparenz und Zufriedenheit!

    Alle damit einverstanden??

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    stuererklärung der Bürger auch im internet veröffentlicht wird!

    Das schafft große Transparenz und Zufriedenheit!

    Alle damit einverstanden??

    • joG
    • 05.11.2010 um 10:46 Uhr

    "Am Ende verlieren alle! Der Bürger zahlt zwar teilweise weniger Steuern, aber seine Kindergärten und Schulen verwahrlosen ebenso wie die städtischen Anlagen und Grünflächen."

    Bis auf die Anlagen und Grünflächen sind das doch weitgehend private Güter, die Sie da nennen. Vor zwei Jahrhunderten war die Schule noch ein weitgehend berechtigt öffentliches Gut. Heute nicht mehr. Man muss auch sagen, dass der Staat da nicht besonders effektiv gewesen ist die letzten Jahre und hat ein Desaster angerichtet. Das alles sollen doch besser von privat angeboten und bezahlt werden. Das ist nichts für Beamte.

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    richtigen Land wohnen. Ihre Auffassungen werden vom Grundgesetz nicht mehr gedeckt!

    Wenn ich noch das Thema "Folter" aus der Rubrik "Bush" hinzunehme, sind Sie ein Fall fürd den Verfassungsschutz.

    Mal in Ruhe drüber nachdenken......

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    richtigen Land wohnen. Ihre Auffassungen werden vom Grundgesetz nicht mehr gedeckt!

    Wenn ich noch das Thema "Folter" aus der Rubrik "Bush" hinzunehme, sind Sie ein Fall fürd den Verfassungsschutz.

    Mal in Ruhe drüber nachdenken......

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