Industriekonzept Brüderle warnt vor Überhöhung des Klimaschutzes
In seinem Industriekonzept schlägt Wirtschaftsminister Brüderle Maßnahmen zur Sicherung des Aufschwungs vor. Unter anderem müsste der Klimaschutz bezahlbar bleiben.
Eine "Überhöhung umweltpolitischer gegenüber konkurrierenden Belangen" sei langfristig nicht zielführend, schreibt Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in seinem neuen Industriekonzept. Bei Umweltanliegen müssten Aufwand und Ertrag nüchtern abgewogen werden. Energieintensive Firmen hätten für Deutschland als Industriestandort hohe Bedeutung. Daher bestehe ein hohes Interesse an einem bezahlbaren und ausgewogenen Klimaschutz .
Das Konzept mit dem Titel "Im Fokus: Industriestandort Deutschland" listet Schwächen und Stärken des deutschen Wirtschaftsraumes auf. Als Minuspunkte nennt Brüderle relativ hohe Arbeits-, Strom- und Energiekosten sowie wachsenden Fachkräftemangel.
Weitere Mängel seien die Stagnation bei Patentanmeldungen, eine ausbaufähige Kompetenz bei Spitzentechnologien und eine verbreitete Technologie-Skepsis. Hier müssten Politik und Wirtschaft handeln. Nötig seien mehr Anstrengungen im Bereich Bildung, eine Verbesserung der Innovationsfähigkeit sowie mehr Kosteneffizienz bei Umwelt- und Klimaschutz. Wichtig seien auch offene, effiziente Märkte.
Brüderle fordert, dass die EU-Kommission bei ihren Klimaschutzplänen mehr Rücksicht auf die Interessen der Wirtschaft nimmt. Die Kommission strebt an, dass in der Europäischen Union bis zum Jahr 2020 verbindlich rund 30 Prozent statt der geplanten 20 Prozent Kohlendioxid (CO2) eingespart werden müssen. Das würde deutsche Industriezweige wie Stahl, Metalle, Chemie, Glas und Papier belasten, die sehr viel Strom verbrauchen und CO2 ausstoßen.
"Die Märkte werden entscheiden, welche Industrien und welche konkreten Produkte in kommenden Jahrzehnten erfolgreich sind", heißt es in dem Konzept. "Der Industriestandort Deutschland muss in Anbetracht steigender Ansprüche an die herzustellenden Güter und die anzuwendenden Produktionstechnologien seine Zukunftsfähigkeit ständig verbessern", lautet die Kernforderung an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Es müsse schneller, profunder und flexibler auf neue Entwicklungen reagiert werden.
Das Konzept setzt auf streng marktwirtschaftliche Prinzipien. Angebot und Nachfrage sollen dem Konzept zufolge die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Produkten steuern. Ein direktes Eingreifen des Staates sollte es nur in Ausnahmen geben. Das gelte etwa für "externe Effekte im Umwelt- und Forschungsbereich und Größenvorteile in den reinen Netzindustrien".
Brüderle rechnet angesichts der günstigen Steuereinnahmeentwicklung fest mit Steuersenkungen in dieser Legislaturperiode. Zwar habe die Koalition gemeinsam die Priorität gesetzt, den Haushalt zu konsolidieren. "Aber wir wollen auch den Freiraum schaffen, dass wir steuerlich die Mitte entlasten", sagte er.
Die amtlichen Steuerschätzer sagen dem Gesamtstaat bis 2012 61 Milliarden Euro mehr Einnahmen voraus als in ihrer Prognose vom Mai. Grund dafür ist das überraschend starke Wirtschaftswachstum. Das Finanzministerium erklärte, durch die Steuerschätzung entstehe kein neuer Finanzierungsspielraum .
- Datum 04.11.2010 - 15:43 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, dpa
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Da soll Herr Brüderle doch gleich weitermachen, anzusetzen gibt es genug:
- Umlage der REALEN Kosten für die Atomendlagerung auf die Verursacher
- Umlage der REALEN Kosten des Klimawandels auf die Verursacher (letztenendes auch die Verbraucher)
Das wären SEHR marktwirtschaftliche Prinzipien, die, wenn sie weltweit gelten würden, sehr schnell dem Umweltschutz zugute kämen. Aber daran denkt Herr Brüderle sicher nicht, denn dies würde ja die Wirtschaft im globalen Wettbewerb schädigen...
Herr Brüderle plädiert gegen staatliche Eingriffe (außer in Ausnahmefällen, wie neulich bei der Atomkraft). Aber wie sollen denn die realen Kosten marktwirtschaftlich integriert werden, wenn nicht durch staatliche Eingriffe? Oder ist Herr Brüderle plötzlich doch für eine Ökosteuer? Ich meine eine richtige, bei der die realen Kosten am Verursacher hängenbleiben, und nicht beim Steuerzahler?
Diese Einstellung ist eigentlich nicht überraschend: Klimaschutz nur wenn er uns nichts kostet. Man könnte es noch weiterspannen: Katastrophenschutz, aber nur wenn er der Wirtschaft nichts kostet. Sozialfürsorge und öffentliches Gesundheitssystem, aber nur wenn sie der Wirtschaft nicht schaden.
Bei dieser "Aufschwung, Aufschwung über alles"-Mentalität geht es also letztenendes um nichts anderes als darum "die Wirtschaft" zu schonen, und alle ihre Folgekosten auf die Steuerzahler umzulegen. Also gerade keine marktwirtschaftlichen Prinzipien. Irgendwie schade.
Warum wird dieser Punkt denn als negativ bewertet?
Für Existenzgründungen bzw. kleine Firmen ist das ein Standordvorteil. Vor allem für innovative Firmen, die stets befürchten müssen in ein bereits bestehendes Patent zu laufen und dann von einer der spezialisierten Firmen ausgepresst zu werden, ist das eine sehr gute Nachricht.
Für die Großindustrie mit eigenen Rechtsabteilungen dagegen ist das eine schlechte Nachricht, weil sie den Hoheitsanspruch auf Wissen weniger ausgeprägt durchsetzen können.
Aber für den geforderten, dynamischen Markt ist das ein Standortvorteil.
und nach uns die Sintflut.
Brüderle hat Recht. Mit Wohlstandsvernichtung im Namen der Church of CO2 ist keinem gedient - außer den Klimalobbyisten.
Da könnte man bestimmte Gruppen, rennen immer mit irgendwelchen Blumen rum und umarmen Bäume, verrrrbieten lassen weil sie als 5. Kolonne Pekings den Wirschaftsstandort gefährden.
Da das aber nun mal, Gott sie dank, nicht mehr an der Tageordnung ist muss das anders gelöst werden. Denn ökonimisch gesehen schwächen sie tatsächlich die konkurenzfähigkeit. Da ändert auch die brutale Propaganda von dem "Segen grüner Technologien" nichts!
Das "bisschen" was Deutschland noch an Emmissionen vermeiden kann liegt global betrachtet, und darum geht es ja, im Promill bereich. Die Milliarden umn Milljarden die der Volkswirtschaft jedoch jedes Jahr für „grüne Projekte“ entzogen werden schwächen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit sondern belasten jeden Einzelnen messbar und je ärmer um so empfindlicher.
Wenn hier von „Klientelpolitik´“ schwadroniert wird, wäre es auch mal an der Zeit zu betrachten, wie viel Steuergeld in „grüne Projekte“, Gruppen und an Einzelpersonen, trickreich und mannigfach, umgeleitet wird!
...Ersatzreligion geworden. Das darf man den Leuten nicht wegnehmen!
Zynismus alter Männer hat ja gerade mit den Koch-Brothers
in den USA seinen politischen Höhepunkt erlebt.
Ich hoffe auf die nächsten Wahlen und eine Politik,
die unsere Erde auch für unsere Kinder, Enkel,Urenkel
lebenswert erhält.
Mit FDP und CDU/CSU wird es sie nicht geben.
"Das Konzept setzt auf streng marktwirtschaftliche Prinzipien. Angebot und Nachfrage sollen dem Konzept zufolge die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Produkten steuern."
Das hat ja im Bereich Finanzen schon so gut geklappt. Warum werden wir von solchen Stümpern regiert?
Im Bereich "Finanzen" wurden die Blasen durch staatliche Interventionen erzeugt. Ein gutes Beispiel, weshalb man das Spiel von Angebot und Nachfrage nicht für politische Zwecke (sozialer Wohnungsbau, Geldmengenpolitik) verzerren sollte.
Im Bereich "Finanzen" wurden die Blasen durch staatliche Interventionen erzeugt. Ein gutes Beispiel, weshalb man das Spiel von Angebot und Nachfrage nicht für politische Zwecke (sozialer Wohnungsbau, Geldmengenpolitik) verzerren sollte.
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