MobilfunkEinheitliches Handy-Ladegerät kommt 2011

Ab nächstem Jahr wird es ein Universal-Ladegerät für Handys geben. Die EU hat sich mit führenden Herstellern auf Standards geeinigt. Zunächst nur für Smartphones. von AFP und dpa

Das neue Jahr beginnt mit einer guten Nachricht für Handynutzer: Die Universal-Ladergeräte für Handys kommen. Schon in den nächsten Monaten sollen sie in den Geschäften liegen, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Die nötigen Standards seien bestimmt, die Produktion könne anlaufen. "Jetzt ist es Zeit für die Industrie, sich zu der Abmachung zu bekennen und mit dem Verkauf von Mobiltelefonen für das neue Ladegerät zu starten", sagte Industriekommissar Antonio Tajani laut Mitteilung.

Die Kommission hofft vor allem auf sinkende Preise und weniger Müll. "Es ist eine echte Win-win-Situation", sagte Tajani. Bislang mussten Verbraucher in der Regel mit jedem Handy ein neues Ladegerät kaufen. "Das neue Ladegerät wird das Leben der Verbraucher leichter machen, Müll reduzieren und der Wirtschaft nutzen."

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Schon 2009 hatten sich Brüssel und 13 führende Handy-Hersteller darauf geeinigt, ein gemeinsames Ladegerät einzuführen. Doch die zuständigen Behörden brauchten zwei Jahre, um die Vorgaben anzupassen. Das Standard-Ladegerät kommt damit etwa ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Die gemeinsame Lösung ist ein sogenannter Micro-USB-Stecker, der jedoch nur in Mobiltelefone mit entsprechendem Anschluss passt. Dieser ist heute in vielen Handys eingebaut, um etwa Fotos herunterladen zu können. Die EU-Kommission geht davon aus, dass die meisten Mobiltelefone von 2011 an entsprechend ausgestattet sein werden.

Dass das einheitliche Ladegerät zunächst nur für die Smartphones eingeführt wird, begründete die EU-Kommission damit, dass diese Multifunktionshandys sich "innerhalb der nächsten zwei Jahre" auf dem europäischen Markt durchsetzen dürften, die im Wesentlichen auf das Telefonieren und SMS-Botschaften begrenzten Handys also keine Zukunft hätten.

Zu den beteiligten Firmen zählen Nokia, Sony Ericsson, Apple, Motorola und Samsung. Die EU-Kommission hatte den Herstellern mit einer Regulierung gedroht, falls diese sich nicht auf einen einheitlichen Netzteil-Standard einigen sollten. Im Juni 2009 unterzeichneten die Firmen dann die Absichtserklärung mit der EU.

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Leserkommentare
  1. "weniger Müll" - soll ich lachen oder weinen?
    Weiterhin werden Mobiltelefone mit jeweils einem Ladegerät ausgeliefert - insofern wird es wohl kaum weniger Ladegeräte geben.
    Oder muss man die in Zukunft extra kaufen? Dann kaufe ich kein Mobiltelefon wenn meines kaputtgeht.

    Die wenigsten Menschen kaufen sich mehrere Ladegeräte - und die die es bisher taten werden es weiter tun, da ändert der gleiche Anschluss recht wenig.

    Des weiteren haben unterschiedliche Geräte gern auch mal einen unterschiedlichen Strombedarf - durch einen eigenen proprietären Anschluss könnte sich ein Gerät schneller laden lassen, USB ist auch 5V und 500mA begrenzt - zumindest am Computer - am Mobiltelefon wird es nicht viel mehr sein.

    Dann Micro USB - warum Micro USB? Vor allem wenn jeder zu Hause mittlerweile ein Mini USB Kabel hat?
    Micro USB ist minimal dünner - dafür wirkt der Anschluss zerbrechlich ohne Ende (mein eReader nutzt Mini-USB, micro wäre mir lieber).
    Aber natürlich, bricht der Anschluss ist es entweder eine Reparatur, oder weil diese zu aufwändig ist muss man ein neues Gerät kaufen.

    Wer mir Micro USB als Fortschritt verkaufen will... für eine Wegwerfgesellschaft vielleicht, aber nicht wenn es um Haltbarkeit geht.

    • ben_
    • 29. Dezember 2010 16:18 Uhr

    Puh! Na da freue ich mich aber mal. Micro-USB-Kabel hat man ja jetzt schon daheim rumfliegen und die haben sich in den letzten Jahren sehr bewährt, im Gegensatz zu den propreitären Steckern. EU, ick liebe Dir!

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    Sie schreiben sie hätten schon viele Micro USB Kabel - ich frage mich woher.

    Ich habe nur ein Micro USB Kabel - alles andere bei mir ist Mini USB.

    Ich bin neugierig :)

  2. Der Vorsatz mit der Umweltbelastung ist ja sinnvoll, aber ich hoffe, dass man dann nicht automatisch immer ein Ladegerät als kostenpflichtiges "Extra" bestellen muss (so wie es zB. Apple mittlerweile mit Fernbedienungen bei Macs macht). Am verbraucherfreundlichsten wäre die Option beim Kauf, ein neues Ladegerät mitzugeben. Der Kunde mit bereits einem oder zwei neunen Standart-Ladegeräten kann dann sagen "Ne, danke, hab schon zwei" und die Hersteller könnten dann trotzdem sparen..

    Im Grunde hätten sich, sehe ich mir die Verbreitung von iPhones, IPads und dem Touch an, die Verantwortlichen sich lieber auf den Stecker von Apple einigen sollen, den schließlich ja auch alle Zusatzgeräte mit iPhone Dock (Bose, B&O Soundgeräte, Auto-Anschlüsse usw.) nutzen.

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    Im Grunde hätten sich, sehe ich mir die Verbreitung von iPhones, IPads und dem Touch an, die Verantwortlichen sich lieber auf den Stecker von Apple einigen sollen, den schließlich ja auch alle Zusatzgeräte mit iPhone Dock (Bose, B&O Soundgeräte, Auto-Anschlüsse usw.) nutzen.

    So? Die meisten externen Festplatten laufen mit Mini USB, alle älteren BlackBerrys laufen mit Mini USB, Kameras nutzen überwiegend Mini USB.

    Ich würde Mini USB bevorzugen - vor allem ist der nicht proprietär an eine Firma gebunden.

    Und in dem Sinne - bei mir gibt es kein einziges Apple Gerät - wozu auch, gibt besseres :) aber das ist eine andere Diskussion.

  3. Sie schreiben sie hätten schon viele Micro USB Kabel - ich frage mich woher.

    Ich habe nur ein Micro USB Kabel - alles andere bei mir ist Mini USB.

    Ich bin neugierig :)

    Antwort auf "Micro-USB!"
  4. Im Grunde hätten sich, sehe ich mir die Verbreitung von iPhones, IPads und dem Touch an, die Verantwortlichen sich lieber auf den Stecker von Apple einigen sollen, den schließlich ja auch alle Zusatzgeräte mit iPhone Dock (Bose, B&O Soundgeräte, Auto-Anschlüsse usw.) nutzen.

    So? Die meisten externen Festplatten laufen mit Mini USB, alle älteren BlackBerrys laufen mit Mini USB, Kameras nutzen überwiegend Mini USB.

    Ich würde Mini USB bevorzugen - vor allem ist der nicht proprietär an eine Firma gebunden.

    Und in dem Sinne - bei mir gibt es kein einziges Apple Gerät - wozu auch, gibt besseres :) aber das ist eine andere Diskussion.

    Antwort auf "Apple-Stecker!"
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    Moin Detlev,

    gleich vorweg, ich nutze nur Apple, aber da muss ja jeder seine eigenen Erfahrungen machen ;-) mir ging es hier aber wirklich nicht um die Begeisterung für Apple, bin nämlich kein dummer Fanboy.

    Nur ist es doch so, dass es hier um Smartphones geht und da hat Apple ja nun zahlenmäßig die Nase vorn und benutzt seither den selben Stecker (das kenne ich aus meiner Mobilfunkvergangenheit auch anders) und viele neue Geräte sind auf eben diesen Stecker abgestimmt, ich denke da z.B. an die ganzen Soundsysteme verschiedenster Firmen (von billig bis B&O), an die ganzen Wecker auf die man ein iphone Stecken kann oder auch an meinen MINI (Auto) Adapter, bei dem ich einfach mein iphone an schliesse (gut, bei diesen Armlehnenlösungen mit Schale funzt es nicht, das ist klar). Die Ausrichtung der Hersteller kommt natürlich auch von den vielen iPods, die ja auch diesen Stecker oder Dock nutzen.
    Objektiv ist es demnach so, dass viele Geräte schon an dem Apple-Stecker ausgerichtet sind und da der B&O Kunde sein Gerät ja nicht wegschmeissen will usw. wird dieser Stecker wohl auch in Zukunft verbaut werden und in vielen Geräten anderer Hersteller zu finden sein. Nun geht es ja darum die Umwelt zu schonen, daher mein Gedanke das weitverbreiteste, funktionierende System frei zu nutzen, würde auch unzählige Adapter sparen.

    Weiter...

    Sie haben Recht was die Festplatten angeht, es wäre natürlich auch eine Lösung alle Geräte mit USB auszustatten, dann könnte man jedes USB Kabel zugleich als Ladekabel nutzen.
    Ich wäre da dann auch für Mini-USB, nicht Micro.

    Und, das muss man Apple mal objektiv lassen, mein Kabel vom Ladegerät kann ich dank USB-Ende auch als Ladekabel an meinen Mac/PC nutzen, das kenne ich bislang nicht von anderen Herstellern... ;-)

    Easy!

  5. In diesem Zusammenhang: Ich bin grad sauer auf mein schon ältereres 500-Teuro-Handy von Mitsubishi. Die Kamera ist ausgefallen. Gut, ich bin ein unverbesserlicher Optimist, wenn ich erwarte, dass so ein Teil mehrere Jahre hält.

    Trotzdem will ich ein bisschen Consumer-Fun damit haben: Ich werde es auf Youtube vor laufender Kamera mit dem Hammer zerlegen. Vielleicht sieht's ja jemand bei Mitsu-Schrotti. Falls die überhaupt noch Handys bauen.

    • 2b
    • 29. Dezember 2010 17:03 Uhr

    wenn man sich beim geistigen Eigentum von proprietären Steckverbindern auf einen gemeinsamen Standard für die AnschlussWerte (Spannung, verfügbarer Ladestrom, ...) einigen konnte, dann finde ich das als Nutzer angenehm.
    So kann man sich bei "Inkompatibilitäten" und HerstellerWechsel immer noch zusätzlich mit ÜbergangsVerbindern als HardwareUpdate weiterhelfen ...

    Und wenn Abfall (zT auch "Wertstoff") dort reduziert wird, wo er gefährlich ist, die Rohstoffe knapp und kostbar sind oder ein Entsorgungssystem mit einem Kreislaufsystem entlastet werden kann, dann finde ich das sinnvoll ...

    Gerade auch jetzt, Freundliche Grüße auch an die Mitarbeiter bei AbfallEntsorgung, Wertstoffhöfen ...

  6. Die sind zwar momentan weit verbreitet, aber ziemlich unpraktisch. Der Anschluss wirkt extrem zerbrechlich, das Kabel rutsch schnell raus und es sieht sehr mittelmäßig aus.
    Da lobe ich mir Lösungen wie die von Apple oder Sony Ericsson. Das sieht gut aus, die Verbindung hält und ist auch gut wieder zu lösen.

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    • 2b
    • 29. Dezember 2010 18:24 Uhr

    LightPeak im Usb 4.0 Verbinder und zumindest für NotfallSituationen frei zugänglichem "Stromnetz"Dsl übers Ladegerät???

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
  • Schlagworte Europäische Union | Antonio Tajani | EU-Kommission | Apple | Nokia | Handy-Hersteller
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