Deutschland Arbeitsmarkt wird resistenter gegen Konjunktureinbrüche

Der Aufschwung am deutschen Arbeitsmarkt wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Ökonomen rechnen für 2012 mit weniger als 2,5 Millionen Menschen ohne Job.

Gäbe es einen Preis für die besten Arbeitsmarktprognosen, dann wäre Carsten-Patrick Meier zurzeit der Favorit dafür – und zwar gleich im doppelten Sinne: Der Gründer und Chef des kleinen Instituts Kiel Economics erkannte 2010 vor allen anderen Forschern, dass die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf nicht etwa steigen, sondern kräftig sinken würde. Und nun sieht er die weitere Entwicklung nach dem Jahreswechsel erneut günstiger als alle anderen.

Selbst Arbeitslosenzahlen von unter 2,5 Millionen liegen nach Einschätzung Meiers nicht mehr allzu fern. Eine solche Entwicklung hatte sich zuletzt SPD-Kanzler Schröder beim Start der Hartz-Reformen erträumt. Meiers jüngste Prognosen: durchschnittlich 2,89 Millionen im Jahr 2011 – und nur noch 2,27 Millionen im Jahr 2012. Die wenigen anderen Forscher, die überhaupt schon übers aktuelle Jahr hinausblicken, tasten sich bislang nur zaghaft an die Marke von 2,7 Millionen heran.

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Die Unterschiede sind bei weitem nicht nur akademisch interessant. Sie haben gravierenden Einfluss auf die öffentlichen Finanzen: 100 000 Arbeitslose beziehen im Schnitt etwa 1,6 Milliarden Euro Arbeitslosengeld pro Jahr. Zwischen 2,7 und 2,27 Millionen Arbeitslosen müssen daher aus den Etats der Bundesagentur für Arbeit (BA) des Bundesfinanzministers versorgt werden - hochgerechnet eine Spanne von annähernd sieben Milliarden Euro.

Eine Bestätigung für Meiers Prognosegeschick wird die BA am morgigen Dienstag liefern, wenn sie mit ihrem Monatsbericht für Dezember die Abrechnung für das alte Jahr vervollständigt. Denn schon jetzt ist klar: Selbst wenn Kälte und Schneechaos die Beschäftigungslage in diesem Winter stärker belasten als üblich, wird die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt 2010 klar unter der Marke von 3,3 Millionen bleiben – also um mindestens 150.000 unter dem Niveau von 2009.

Noch vor zwölf Monaten hatten alle Experten spätestens ab Mitte 2010 eine kräftig steigende Arbeitslosigkeit erwartet. Institute wie das DIW Berlin und das IWH in Halle rechneten daher für 2011 sogar mit Zahlen jenseits der Vier-Millionen-Marke. Doch schon am 12. März kündigte der Kieler Ökonom Meier als erster diesen Krisenkonsens und sagte eine anhaltende Besserung voraus. Mittlerweile besteht weithin Einigkeit, dass die Arbeitslosenzahl im Jahresschnitt 2011 zumindest knapp unter drei Millionen sinkt. 

Leser-Kommentare
  1. ist m.E. eine Nebelkerze. Die Unternehmen wollen natürlich am liebsten nur die besten 30% ihres Jahrgangs mit drei Jahren Berufserfahrung, trotzdem sollen sie billig und willig sein sowie mit einer befristeten Anstellung auch total zufrieden. Und Überstunden sind mit dem Gehalt natürlich abgegolten. Wer will, dass die Unternehmen auch Berufsanfängern, Nicht-Überfliegern, Frauen mit Kindern oder Älteren eine Chance geben, sollte nicht jedem Ruf nach Zuwanderung nachgeben. Im März bekommen die Polen, Ungarn etc. ohnehin Arbeitnehmerfreizügigkeit, das wird genug Druck auf die deutschen Arbeitnehmer ausüben.

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    ...selbst DIW und Spiegel haben das schon herausgefunden:
    http://www.spiegel.de/wir...

    Nur bei der ZEIT ist es noch nicht angekommen.

    ...selbst DIW und Spiegel haben das schon herausgefunden:
    http://www.spiegel.de/wir...

    Nur bei der ZEIT ist es noch nicht angekommen.

  2. Irgendwie hat niemand die Einschätzung Herrn Weises gedruckt & irgendwie passt das alles nicht so ganz zusammen...

    "Mit gemischten Gefühlen blickt Bundesarbeitsagentur-Chef Weise auf die nächsten Jahre. Er prognostiziert für Firmen und Arbeitnehmer eine wachsende Unsicherheit."

    http://www.focus.de/finan...

  3. Arbeitslose 2010

    Im November erhielten *5.463.000 erwerbsfähige Menschen, Lohnersatzleistungen nach dem SGB III oder
    Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II

    Im Monat November befanden sich *1,50 Millionen Personen in einer von Bund oder Bundesagentur für Arbeit geförderten arbeitsmarktpolitischen Maßnahme.

    Wem die Fantasie dieses Artikel zu weit geht und sich lieber mit der Realität befassen will, sollte mal diese Seite besuchen.

    http://www.theonussbaum.d...

    10 Leser-Empfehlungen
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    bitte nich immer das Forum mit dem Hinweis auf die Realität. Das ist doch vollkommen rückwärtsgerichtet und daher so wenig konstruktiv wie eine Suche nach Ursachen und Wirkungen.

    Machen Sie der Redaktion und der VDL mal eine kleine Freude zum Beginn des neuen Jahres und jubeln Sie einfach mit. Verordnen Sie doch auch mal Ihrem Denkapparat eine kleine Pause. Schalten Sie einfach ab.

    Anm: Bitte beteiligen Sie sich mit sachlich argumentierten Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/lv

    bitte nich immer das Forum mit dem Hinweis auf die Realität. Das ist doch vollkommen rückwärtsgerichtet und daher so wenig konstruktiv wie eine Suche nach Ursachen und Wirkungen.

    Machen Sie der Redaktion und der VDL mal eine kleine Freude zum Beginn des neuen Jahres und jubeln Sie einfach mit. Verordnen Sie doch auch mal Ihrem Denkapparat eine kleine Pause. Schalten Sie einfach ab.

    Anm: Bitte beteiligen Sie sich mit sachlich argumentierten Beiträgen an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/lv

  4. Meine Prognose:

    wir werden in den kommenden drei Monaten mit weiteren, gut klingenden Nachrichten überschwemmt werden. Dass es sich dabei um Prognosen handelt, deren Nichteintreffen in der Vergangenheit sogar in diesem Artikel nicht verheimlicht werden konnte, spielt dabei keine Rolle.

    Wir werden weiterhin gute Nachrichten zu hören bekommen, solange bis die Wahlen vorbei sind und wieder Alltag in Deutschland einkehrt. Hauptsache, es klingt gut.

    Die Quellen meiner Recherchen, die zu dieser Prognose führen, kann ich auch angeben: meine Tageszeitung, mehrere online-Zeitungen und eine Wochenzeitung. Beobachtungsdauer auf diesem Gebiet sind jetzt viele Jahre.

    11 Leser-Empfehlungen
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    Da das SUPERWAHLJAHR 2011 ansteht, wird jetzt jedes zarte Wirtschaftspflänzchen zu einer kompletten Hanfplantage aufgeblasen.

    Und wenn die letzte Wahl vorbei ist: Gestern war aber mehr Lametta.

    Da das SUPERWAHLJAHR 2011 ansteht, wird jetzt jedes zarte Wirtschaftspflänzchen zu einer kompletten Hanfplantage aufgeblasen.

    Und wenn die letzte Wahl vorbei ist: Gestern war aber mehr Lametta.

  5. Leiharbeitsfirmen, ungesicherte jobs, Dumpinglöhne, ständige Gängelung der HartzIV-Bezieher, Abwanderung guter Fachkräfte nach Skandinavien, in die Schweiz oder noch weiter weg auf der einen Seite

    und

    der demografische Wandel auf der anderen Seite

    wirken sich eben aus.

    Die Plutokratenpolitiker können einen Teil des Erfolges für sich verbuchen: Haben sie doch wesentlich an der Schaffung der modernen Form der Skalvenhaltergesellschaft mitgewirkt. Diese hat zwar in Teilen durchaus humane Züge. Jedoch bleibt sie das Ergebnis der bedingungslosen Unterordnung fast aller Politiker und aller Parteien unter das Diktat der Wirtschaft.

    Wie erbärmlich sind doch diese rückgratlosen Gesellen.

  6. Eigentlich steht die ZEIT der Hellseherei sehr kritisch gegenüber. Und nun werden auf einmal Prognosen abgegeben, die das alte Geschwätz von gestern vergessen lassen sollen?

    Wie wäre es mal mit echten Arbeitslosenzahlen. Also auch die, welche nicht in der Statistik erscheinen, Arbeitslose älter als 58, Ein-Euro-Jobs, berufliche Weiterbildung, Arbeitsbeschaffungsmassnahmen, Jugendliche die keine Ansprüche haben, kranke Arbeitslose, etc.

    Wer es aushält, hier die Zahlenmystik der Ursula von der Lying:
    http://www.youtube.com/wa...

  7. die noch Anspruch auf Arbeitslosengeld haben und sich deshalb arbeitslos melden.

    Weil nach 12/18 Monaten lediglich Bedürftige ohne Ersparnisse HartzIV bekommen und sich dafür endlöos schikanieren lassen müssen, kann die Zahl der wirklich Erwerbslosen noch so hoch sein, spätestens nach 12 Monaten ist kaum noch jemand in der Statistik.

    Selbst wenn in Deutschlamnd niemand mehr eine Arbeit hätte, gäbe es nach 18 Monaten keinen einzigen Empfänger von Arbeitslosengeld mehr.

    Danke SPD und GRÜNE, wir werden uns das gut merken und alles genau abrechnen.

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    • anni16
    • 03.01.2011 um 18:02 Uhr

    Auch ein Aspekt! (Wenn auch wunderbar ironisch auf die Spitze getrieben;-)) Wie habe ich gerade gehört/ gelesen? Es sollen wohl 800 000? Menschen sein, die bei der Agentur für Arbeit aus diesem Grund nicht gemeldet sind.

    • anni16
    • 03.01.2011 um 18:02 Uhr

    Auch ein Aspekt! (Wenn auch wunderbar ironisch auf die Spitze getrieben;-)) Wie habe ich gerade gehört/ gelesen? Es sollen wohl 800 000? Menschen sein, die bei der Agentur für Arbeit aus diesem Grund nicht gemeldet sind.

  8. 8. [...]

    Statistiken kann man drehen und wenden wie man will.

    Wenn wir die H4 Armee (ALG II) zur ALG I Gruppe dazu rechnen, haben wir annähernd 10 Mio Arbeitslose. Ein Megawert.

    Wie gut dass jede Regierung selbst definieren kann, was sie herausrechnet. Ist ja Wahljahr [...]

    Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/lv

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