Neben der immerwährenden Diskussion über die Beachtung der Menschenrechte in China gibt es beim Besuch des chinesischen Staatschefs Hu Jintao ein weiteres wichtiges Gesprächsthema: Den geringen Wert der chinesischen Währung Renminbi, der die aufstrebende Wirtschaftsmacht zum Exportweltmeister werden ließ. Durch den billigen Yuan ist zugleich der Export nach China erschwert.

Am Rande des Besuchs von Hu in Washington erklärte sich Handelsminister Chen Deming nun bereit, das Ungleichgewicht im Handel mit den USA abzubauen. Wie sein Land dies konkret tun wolle, ließ er offen. Der Kurs des Yuan sei jedenfalls nicht die Ursache dieses Ungleichgewichts, zitierte die Nachrichtenagentur Xinhua den Minister.

US-Präsident Barack Obama hatte auf einer Pressekonferenz mit Hu in Washington gesagt, der Yuan sei noch immer unterbewertet. "Eine weitere Anpassung des Wechselkurses ist nötig." Staatschef Hu schwieg dazu. Am Rande hieß es, China werde weiter an einer "größeren Flexibilität beim Wechselkurs" arbeiten.

Handelsminister Chen, der zur Delegation Hus gehört, forderte die USA auf, die Beschränkungen für den Export von Hochtechnologie nach China aufzugeben.

Die einzigen konkreten Ergebnisse des Besuches hatten Unterhändler schon vor Hus Eintreffen besiegelt: China will für 19 Milliarden Dollar (14,2 Milliarden Euro) 200 Flugzeuge vom US-Hersteller Boeing kaufen. Insgesamt wurden nach Angaben des Weißen Hauses 70 Abkommen mit US-Firmen geschlossen. Es ging dabei um zusätzliche Exporte von 45 Milliarden Dollar (33,6 Milliarden Euro) und damit um den Erhalt von mehr als 200.000 US-Arbeitsplätzen.

Der boomende Export Chinas lässt die Wirtschaft des Landes noch immer deutlich wachsen, im vergangenen Jahr um 10,3 Prozent. Mit seinem starken Wirtschaftswachstum überholte China 2010 Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hinter den USA.

Am heutigen Donnerstag wird Hu Mitglieder des US-Kongresses treffen und anschließend nach Chicago fliegen, dem Hauptsitz von Boeing.