In der Bundesregierung kursieren Pläne für eine Umschuldung Griechenlands. Nach Informationen der Wochenzeitung DIE ZEIT soll den Griechen ermöglicht werden, ihre Staatsanleihen zurückzukaufen. Die nötigen Kredite dafür könnten aus dem Europäischen Stabilitätsfonds (EFSF) kommen, der dem Land dafür Kredite mit günstigen Zinskonditionen einräumen soll. Im Gegenzug will Berlin neue Zusagen für eine stabilitätsorientierte Politik fordern.

Wie die ZEIT außerdem aus Regierungskreisen erfuhr, lehnt die Bundesregierung auch die Erhöhung der Ausleihesumme des EFSF nicht länger grundsätzlich ab. Allerdings müsse dies Teil eines größeren Pakets zur dauerhaften Stabilisierung des Euro sein. Dieses Gesamtpaket soll nach den Vorstellungen der Koalition auf dem EU-Gipfel am 24. und 25. März verabschiedet werden.

Die Regierung wies den Bericht zurück. "In der Euro-Zone gibt es derzeit gemeinsame Überlegungen über eine nachhaltige Gesamtstrategie zur Stabilisierung der Euro-Zone", sagte der Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). "Pläne zur Umschuldung von griechischen Staatsanleihen sind dabei klar nicht Bestandteil dieser gemeinsamen Überlegungen."

Aus anderen Kreisen verlautete, dass das Bundesfinanzministerium an einem Notfallplan für eine Pleite Griechenlands arbeitet. "Sie haben begonnen, das Undenkbare zu denken", sagte eine mit der Diskussion vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Deutschland wolle dies nicht, stelle sich aber auf eine solche Situation ein. "Sie wären sonst nicht vorbereitet auf die Folgen für die Banken."

Ein anderer Insider bestätigte, dass sich die Experten im Finanzministerium mit verschiedenen Szenarien beschäftigten. Auch eine Restrukturierung der Schulden Irlands werde durchgespielt. "Man kann nicht griechische Anleihen restrukturieren und nichts für Irland tun."