World Food Programme : "Wir brauchen eine radikale Agrarwende"

Die Zeit des Überflusses ist vorbei, Nahrung teuer wie nie. Wer den Hunger bekämpfen will, muss die kleinen Bauern in Entwicklungsländern stärken, sagt Ralf Südhoff.
Ein Arbeiter trägt einen Sack voller Kartoffeln über einen Markt in Mumbai. © Sajjad Hussain/AFP/Getty Images

ZEIT ONLINE: Nahrungsmittel sind so teuer wie seit Langem nicht: Soeben veröffentlichten Daten der Welternährungsorganisation FAO zufolge erreichten die Preise im Januar ein neues Hoch. Zugleich zirkulieren an den globalen Finanzmärkten riesige Summen, die möglichst profitabel angelegt werden sollen. Treibt Spekulation die Preise?

Ralf Südhoff: Daran besteht kein Zweifel mehr. Dass mit Nahrungsmitteln spekuliert wird, zeigen Daten der Rohstoffbörse von Chicago: Die Summen, die dort in Getreide investiert werden, übersteigen den Wert der Ware, die gegenwärtig real auf dem Markt ist, um ein Vielfaches.

ZEIT ONLINE: An Börsen werden auch Terminkontrakte über künftige Ernten abgeschlossen. Muss die investierte Summe deshalb nicht höher sein als die real verfügbare Menge?

Ralf Südhoff

Das UN World Food Programme (WFP) ist die größte humanitäre Organisation der Welt. Ralf Südhoff ist WFP-Chef für Deutschland, Österreich und die deutschsprachige Schweiz.

Südhoff: Natürlich, aber der gegenwärtige Unterschied ist damit nicht zu erklären. Termingeschäfte gibt es ja schon lange, sie sind auch sinnvoll. Auch das World Food Programme als größte humanitäre Organisation der Welt könnte ohne solche Verträge gar nicht arbeiten. Die Explosion des Kapitals auf den Märkten lässt sich nicht auf Terminkontrakte zurückführen. Das Grundproblem liegt derweil auf den realen Märkten: Spekulation lohnt sich, weil die Ära der Nahrungsmittelüberschüsse vorbei ist.

ZEIT ONLINE: Was bedeutet das?

Südhoff: In acht der vergangenen zehn Jahre waren die Ernten zu gering, um die weltweite Nachfrage zu decken. Der Trend ist langfristig: Die Weltbevölkerung wächst, der Bedarf an Bioenergie steigt, die Schwellenländer konsumieren mehr Milch und Fleisch. Laut UN-Prognose müssen wir bis zum Jahr 2030 unsere Nahrungsmittelproduktion um die Hälfte erhöhen, um alle Menschen satt zu bekommen.

ZEIT ONLINE: Kann das klappen?

Südhoff: Nur, wenn wir die heutigen Probleme endlich ernsthaft angehen: In den Industriestaaten sind viele Böden ausgelaugt, große Produktionssteigerungen sind kaum noch ohne massive Umweltschäden möglich. Hinzu kommen Wetterextreme in einem nie dagewesenen Ausmaß – und, dass Industrie- und Entwicklungsländer die Landwirtschaft jahrelang vernachlässigt haben.

ZEIT ONLINE: Was ist jetzt zu tun?

Südhoff: Wir brauchen eine radikale Agrarwende. Zuallererst müssen Kleinbauern in Entwicklungsländern mehr Möglichkeiten erhalten und besser gefördert werden. Der Weltagrarrat der Vereinten Nationen schätzt, dass sich die dortigen Ernten vervierfachen könnten, wenn wir die Wende zu einer effizienteren und zugleich nachhaltigen Bewirtschaftung ermöglichten. Damit würde man zugleich den Hungernden direkt helfen, den drei von vier Hungernden weltweit sind Viehzüchter , Landarbeiter und Subsistenzbauern, die sich heute vom Ertrag ihrer Felder nicht ernähren können und auch kein Geld haben, um Nahrung zu kaufen.

ZEIT ONLINE: Aber die Kleinbauern alleine können die globale Nahrungsmittelproduktion wohl kaum bis 2030 um die Hälfte erhöhen.

Südhoff: Auf ihnen muss der Fokus liegen. Aber es stimmt: Wenn wir schnell genug sein wollen, dürfen wir die mechanisierte Landwirtschaft nicht verteufeln. Das Beispiel Brasilien zeigt, was sie leisten kann – wenngleich ihr Ausbau nicht auf Kosten des Regenwaldes gehen müsste, wie es derzeit der Fall ist. Der Agrarboom des Landes basiert vor allem auf mechanisierter Landwirtschaft, und viele Menschen haben durch den Aufschwung Arbeit und Einkommen erhalten. Heute hat Brasilien praktisch den Hunger besiegt und kann sogar uns vom World Food Programme fördern, um Hungernde in anderen Ländern zu helfen.

ZEIT ONLINE: Die Nahrungspreise sind höher als im Krisenjahr 2008 , aber im Gegensatz zu damals gab es bislang kaum Hungerunruhen. Warum?

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Kommentare

79 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

FAKTEN

würde gerne Ihren Ausführungen jemand entgegenstellen, der mit ökologischer Landwirtschaft seine Erträge gesteigert hat:

Der Bauer mit den Regenwürmern

Sepp Braun ist seit 1984 Biobauer. Auf seinem Hof in der Nähe von Freising betreibt er neben biologischem Ackerbau auch biologische Viehzucht. Für ihn und seine Frau geht es um mehr als nachhaltige Landwirtschaft.

Der Ökolandbau ist für die beiden eine Antwort auf die Frage des Klimawandels.

Während sich auf konventionell bewirtschafteten Äckern durchschnittlich 16 Regenwürmer pro qm finden lassen, tummelt sich bei Sepp Braun ungefähr die 25-fache Menge.
Dass er die Lebensbedingungen der fleißigen Helfer berücksichtigt, versteht sich von selbst:
Ihre "Wohnungen" werden nicht durch schwere Maschinen platt gewalzt und eine eigens gesäte Kleekräutermischung dient als Winterfutter für die kleinen Tiere.
Regenwurmkot liefert wertvollen Humus und der Boden mit den bis zu 2 Meter tiefen Regenwurmröhren kann pro Stunde bis zu 150 Liter Wasser aufnehmen und im Boden speichern.
Diese fantasievolle vielfältige Art der Ökolandwirtschaft erhöht seine Bodenfruchtbarkeit weit über die der auf chemische Düngung setzenden Nachbarn.

Beachten Sie den letzten Satz!

Schauen Sie sich den Film an, von einem der nicht ( wie wir) redet sondern der durch Praxis Beweise erbringt.

Fakten sind gut

Vergleichen wir mal die Fakten:
http://de.wikipedia.org/w...Ökologische_Landwirtschaft#Umweltwirkungen

Daraus zitieren wir z.B. bzgl. des Treibhauseffekts:
"Sie ergab für die untersuchten Feldfrüchte, dass bei ökologischer Produktion das Treibhauspotenzial nur wenig unter dem konventioneller Produktion liegt."

Interessanter sind allerdings die Landnutzungszahlen, die durchgängig im Bereich von 1,5 bis 3 liegen. Also für 1kg Ertrag braucht man im Öko-Landbau die anderthalb bis dreifache Fläche.

Es ist schade um die Regenwürmer welche durch konventionellen Landbau verloren gehen, allerdings kriegen wir nur damit die Menschheit satt.

Interessant ist auch, dass im ökologischen Landbau die Böden ähnlich schnell bis sogar noch schneller versauern als im konventionellen Landbau.

Der Düngemitteleintrag beim Öko-Landbau ist dagegen ein vielfaches höher was sich leicht erklärt weil man neben dem gewünschten Getreide ja auch noch alle Ungräser durchfüttert.

Der Kollege mfgreinhard hat durchaus recht mit seiner Aussage, dass der Ökologische Landbau das Hungerproblem auf dieser Welt verschärft.

Fakten sind definitiv gut ...

... leider sind selbst mir als interessiertem Leihe nur sehr wenige konkrete bekannt. Und von einer einzigen Studie in Großbritannien auf die Produktivität einer gesamten Art von Landwirtschaft zu schließen ist etwas gewagt. Zudem ist ja nicht die Produktivität in Europa oder Nordamerika das Problem, sondern die in Schwellen und Entwicklungsländern.
In letzteren bietet die ökologische Bewirtschaftung nach modernen Methoden sicher die größten Potentiale, ohne auch die teure mineralische Düngung/Insektizid- und Herbizideinsatz (und deren Auswirkungen) nach sich zu ziehen.
Das Problem der Versauerung durch Kupfer- bzw. Schwefelausbringung im Ökolandbau ist bekannt. Allerdings wird beides in den konventionellen Landwirtschaft ja ebenso verwendet. Bleibt die Frage, wer hier mehr pro Hektar verteilt. Den Hinweis zum Thema Dünger verstehe ich nicht ganz. Laut meines Wissens ist die Anwendung von mineralischen Düngern im Ökolandbau verboten. Wie kann dann dort gleichzeitig ein höherer Düngemitteleintrag (abgesehen von organischem) stattfinden?

Die Essenz meines Beitrages: Wenn weltweit überall die Hektarerträge der europäischen Öko-Landwirtschaft erreicht würden, wäre eine Versorgung der Bevölkerung kein Problem.

Stelle ich so hier mal zur Diskussion

Niemand bestreitet

dass der Ökolandbau sinnvolle Elemente beinhaltet. Hinderlich ist allerdings seine ideologische Grundhaltung. Beispiel Gentechnik. Seit Jahrzehnten werden Bt-Toxine im Rahmen der biologischen Schädlingsbekämüfung im Ökolandbau eingesetzt. Damit sparen Sie Pflanzenschutzmittel. Nun gibt es dank der Gentechnik dieselben Toxine, nur diesmal direkt von der Pflanze hergestellt. Gentechnik ist für den Ökolandbau aber ein nogo, da können Sie noch so viele wissenschaftliche Erkenntnisse vorlegen. Der Ökolandbau sollte die Scheuklappen runterfahren und seine ideologische Grundhaltung überwinden. Pragmatische Lösungen sind erforderlich.

Vgl. http://www.amazon.com/Tom...

Ökolandbau und Gentechnik

Grundsätzlich erst einmal folgendes:
http://www.weltagrarberic...
Der Großteil aller gentechnischen Modifikationen hat Herbizidtoleranz zum Ziel. Dementsprechend ist der Acker nach einer Herbizidbehandlung - bis auf die angebaute Pflanze - biologisch tot. Das nur anbei.
Das größere Problem sehe ich aber darin, dass gentechnische Modifikation extrem teuer und zeitaufwändig sind, ergo nur bei wenigen Arten/Sorten angewandt wird. Das Resultat ist, dass auf riesigen Flächen Klone mit dem gleichen Erbgut wachsen. Bei konstanten Bedingungen wie im Labor bringen diese Pflanzen wunderbare Erträge. Ändert sich dann ein Umweltfaktor (Temperatur, Wasserversorgung, Nährstoffhaushalt, Schädlingsbefall), verabschieden sich alle Pflanzen auf einmal. Heterogeneres, weniger hochgezüchtetes Erbgut brächte vielleicht keine Extremsterträge, wäre bei Umweltveränderungen aber anpassungsfähiger. Die Tausenden von alten Pflanzensorten und Varietäten gentechnisch zu modifizieren lohnt sich hingegen nicht. Und diese ganzen Aspekte berücksichtigen nicht einmal die potentielle gesundheitliche Dimension des Problems, sondern allein die Sicherheit der Nahrungsmittelproduktion.

Irrungen und Wirrungen

1. Das wichtigste Züchtungsziel der Grünen Gentechnik 2008-2015 ist die Insektenresistenz (45%).

2. Die Erfindung/Entdeckung einer gentechnischen Transformation ist teuer und aufwändig, ja. Eine vorhandene Eigenschaft können Sie aber recht leicht in ihre Sortenvielfalt einkreuzen. Das wird auch getan. Insofern sind ihre weiteren Folgerungen völlig verfehlt.

Und zur Grundlagenforschung: Die Lehrbuch-Rolle der öffentlichen Forschung. Beispiel gentechnisch veränderte Papaya auf Hawaii (http://de.wikipedia.org/w...). Leider will die Öffentlichkeit nicht, obwohl es sinnvoll wäre hier zu investieren.

Wieder etwas dazugelernt ...

... so sollte ein Forum sein :-). Nur bin ich mir nicht sicher, wie die Lizenzinhaber dann (zu Recht) an ihr Geld kommen. Wenn der Landwirt eine gentechnisch veränderte Sorte in seine eigenen Sorten einkreuzt, und deren Samen verwendet ... begeht er doch Vertragsbruch, oder? Die einzige Möglichkeit um das zu umgehen wäre, nur Hybriden zu erzeugen.
Das hätte wiederum zu Folge, dass der Landwirt beim Gentech-Unterehmen in jeder Saison neues Saatgut seiner eigenen Sorten inkl. der gentechnischen Modifikation kaufen müsste.
Ob das Praxis ist? Das Gentech unternehmen müsste dann tausende Sorten inkl. gentechnischer Modifikation vorrätig halten und die Sammlung ständig erweitern. Fragen über Fragen.

Falsch

Nach wie vor liegt das Hauptaugenmerk sowohl bei Monsanto als auch bei Bayer Crop Science auf die Entwickulung weiterer sog. Roundup-Produkte, welche eine absolute Katastrophe für die Böden sind. Das wissen auch Landwirte, die konventionell anbauen. Desweiteren führt das Sterilmachen von Saatgut dazu, dass Bauern nicht mehr wie bisher weitgehend unabhängig wirtschaften können, in dem sie nach Bedarf zusätzliches Saatgut kaufen, sondern müssen alles Saatgut vom Monopolisten kaufen. Eine wirtschaftliche Katastrophe. Wir weinen ja jetzt schon über die Monopolisten beim Strom, aber die sind im Gegensatz zu dem Saatgutkonzernen kleine, brave, großzügige Sonntagsmädchen (Ich möchte nur mal am Percy Schmeiser erinnern).
Die konventionelle Landwirtschaft ist sehr gut in der Lage, durch flexible Züchtungen auf die Anforderungen zu reagieren, das letzte was wir brauchen sind Monsanto und Co.

Antworten

1. Der Erfinder (sagen wir ein gewinnorientiertes Unternehmen) einer gentechnischen Veränderung ist nicht zwingend im Bereich Saatgut tätig. Es gibt Unternehmen, die erfinden und lassen sich dann für die Nutzung der Erfindung von anderen Firmen bezahlen. Der Nutzer der Erfindung ist dann z.B. ein (wiederum gewinnorientiertes) Saatgutunternehmen, welches die Erfindung in seine Sorten einkreuzt. Die Nutzer der Erfindung können zahlreich sein.

2. Unternehmen, die Erfindungen tätigen, stehen untereinander in Konkurrenz. Jede möchte ihre Erfindungen an Saatgutfirmen lizensieren. Ein gewisser Wettbewerb besteht also.

3. Der Bauer hat die Wahl zwischen Sorten mit der Erfindung und Sorten ohne die Erfindung. Der Preis für erstere ist wahrscheinlich höher als für die zweite. Aber das Potenzial eben auch.

4. Hybride: Ja, die gewinnorientierten Saatgutfirmen werden tendenziell Hybride vermarkten. Hybride lassen sich nachbauen, verlieren dann aber an Ertragspotenzial. Hybride haben aber von vorneherein ein deutlich höheres Ertragspotenzial als offen bestäubte Sorten (deren Nachbau mit deutlich geringenren Ertragspotenzialverlusten einhergeht). Der Bauer hat wiederum die Wahl zwischen Hybriden, die teurer aber leistungsfähiger sind, und billigeren aber schwächeren offen bestäubten Sorten.

5. Die offen bestäubten Sorten bieten sich daher als Investition für die öffentliche, nicht gewinnorientierte Forschung an.

Irrungen und Wirrungen II

1. Roundup ist ein Monsanto-Produkt. Bayer hat nichts mit Roundup am Hut.

2. Glyphosat ist umweltfreundlicher als seine Alternativen. Zudem spart der Einsatz von Breitbandherbiziden Kraftstoffe, weil man nicht mehr pflügen muss (Direktsaat).

3. Sterilmachen von Saatgut- hats nie gegeben.

4. Soll doch jeder Landwirt selbst entscheiden, wessen Saatgut er kaufen möchte. Er wird es besser wissen als wir. Schauen Sie sich in der Welt um, und sehen Sie, wie die Bauern entscheiden.

Freie Wahl?

[Der Bauer hat die Wahl zwischen Sorten mit der Erfindung und Sorten ohne die Erfindung. Der Preis für erstere ist wahrscheinlich höher als für die zweite.]

Die Wahl?

Wenn ein Konzern, wie z.B. Monsanto, die Saatgutunternehmen nach und nach aufkauft, ist es ja marktwirtschaftlich betrachtet logisch, das natürliches Saatgut vom Markt immer mehr verdrängt wird (zur Mangelware wird).

Saatgut ist kein x beliebiges Produkt, welches in kürzester Zeit produziert werden kann. Auch ist es nicht ausgeschlossen, dass sich die genetischen Veränderungen auch auf natürliches Saatgut vermischt (siehe das Video auf Youtube - welches ich hier verlinkt habe).

Ihre sog. freie Wahl ist nichts weiter als ein Wunschtraum, welcher sich auf dem Markt überhaupt nicht unter diesen Bedingungen realisieren lässt.

Sie irren

Die Vielfalt unter den Saatgutherstellern ist in der Regel groß. Nehmen Sie das Beispiel Indien. Dort waren 2009 über 35 Unternehmen am Markt für gv-Baumwolle. Hinzu kommt, dass die Zahl der Erfindungen zugenommen hat. Chinesische und indische öffentliche Forschungseinrichtungen haben ähnliche Erfindungen getätigt.

Für Herkunft der Märchen über Bioeigentum kann man hier nachlesen: http://www.ask-force.org/... Öko- und Antiglobalisierungsaktivisten sind für die weite Verbreitung von Fehlinformationen verantwortlich. Zum Nachteil der Armen, deren Interessen sie vorgeben zu vertreten.

Fakten?

Aha,-
Wikipedia weiß also mehr als ein Landwirt der wirklichen ökologischen Landbau praktiziert.

Wenn Sie das so hinstellen als wären Regenwürmer putzige Tierchen,
die halt dran glauben müssen,
dann haben Sie bei allem Respekt- entweder noch nie im Garten gearbeitet ,
oder überhaupt gar nichts verstanden.

Ich gebe aber auch zu, dass es in meinen Augen "ökologischen" Landbau gibt der den Namen nicht verdient , weil dort nicht ein gesundes Bodensystem im Vordergrund steht, sondern lediglich Kunstdünger mit Mineraldünger getauscht wird, aber nichts wesentlich für ein gesundes Bodenökosystem.

(zu 49. ) Vielen Dank ...

... für die ausführliche Erklärung! Ich glaub, ich werde mich da wohl noch etwas intensiver in die Materie einlesen müssen. Insgesamt betrachtet fehlt es der Diskussion um ökologischen Landbau, Gentechnik etc. meiner Meinung nach deutlich an Fachwissen und harten Fakten. Diese Defizite werden dafür durch "Ideologisierung" ersetzt.
Sieht man ja auch an der mageren Bilanz aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen zum Thema auf Wikipedia und co.. In Anbetracht der Flächen die die Landwirtschaft bearbeitet (und somit auch beeinflusst und prägt), ist eine intensivere Forschung (ob nun konventionell oder öko) sicher mehr als sinnvoll. Bis ich mir dazu ne endgültige Meinung gebildet hab, bevorzuge ich aber weiterhin die ökologische Schiene. Deren Auswirkungen und Risiken scheinen mir aktuell überschaubarer, auch wenn so eventuelle Potentiale verschenkt werden.

Zu 53.

Da Sie offensichtlich Experte in Bodenkunde sind möchte ich Sie bitten, mir den Unterschied zwischen "Kunstdünger" und "Mineraldünger" erklären.
Ich kann´s aber auch kurz machen.
"Kunstdünger" ist eine falsche Bezeichnung für Handeldünger.

Im Gegensatz zum Handelsdünger,der durch den Agrarhandel vertrieben wird gibt es betriebseigenen oder fremden "Wirtschaftsdünger", der sich in der Regel auf Stalldung und Kompost bezieht.

Wenn man hier mitmischt sollte man etwas richtiges wissen, es könnte ja auch mal einer unter den Diskutanten einer sein, der weiß von was er schreibt.

Gruss

So so Sie Haben mich fast überzeugt

[...]Wenn man es genau nimmt, geht aus dem Text lediglich hervor, dass er mehr Regenwürmer erzeugt. Da freuen sich die Angler bestimmt. Die Aussage, dass "seine Bodenfruchtbarkeit stärker erhöht wird als bei seinen Nachbarn die chemischen Dünger benutzen", bleibt etwas vage. Fährt er nun bessere Ernten ein oder nicht, und wenn ja, muss der Unterschied auch meßbar sein und ich würde gern die Zahlen sehen. Ausserdem ist es sicherlich nicht ausgeschloßen, dass der eine oder andere Biobauer mal einne bessere Ernte einfährt als sein konventioneller Nachbar. Wie heisst es doch so schön: Die dümmsten Bauern haben die dicksten Kartoffeln.

Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

Hauptursache der Krise wird als gegeben angenommen

"In acht der vergangenen zehn Jahre waren die Ernten zu gering, um die weltweite Nachfrage zu decken. [...] die Schwellenländer konsumieren mehr Milch und Fleisch."

Die Ernten sind zu gering? Sie reichen doch aus, um Abermilliarden von Tieren zu füttern, deren Fleisch und andere Produkte dann konsumiert werden. Was nicht in die Tierproduktion geht, bleibt für die Menschen übrig. Und ja, diese Reste reichen nicht aus, um alle Menschen satt zu bekommen.

Herr Südhoff setzt anscheinend stillschweigend voraus, dass dieses System nicht hinterfragt werden muss.
Hat er schon mal darüber nachgedacht, wieviel ein Tier fressen muss, damit ein Schnitzel draus wird? Abhängig von der Tierart, werden fünf bis dreißig pflanzliche Kalorien verfüttert. Beim Rind bleiben deutlich über 90 Prozent der Nahrungsenergie auf der Strecke. Mehrfach so viele Menschen können daher mit der gleichen Getreidemenge ernährt werden.
Quelle: http://vebu.de/umwelt/pro...

Hier, genau hier entsteht die Welthungerkrise. Wir als Konsumenten tragen alle unser Scherflein dazu bei, dass anderswo Menschen verhungern, von ihrem Land vertrieben und regelmäßig mit Giften überschüttet werden. Mancherorts raten Ärzte den Frauen davon ab, in den nächsten 10 Jahren Kinder zu bekommen, weil sie sonst missgebildet auf die Welt kommen. Auch das dürfen wir uns ruhig auf unserere persönliche kleine Liste schreiben.
http://www.youtube.com/wa...

Der groesste Reisimporteur

sind die Philippinen. Kaum zu glauben,aber wahr. Bei einer Bevoelkerung, die j e d e s Jahr um 1 Million Menschen zunimmt.D.h. in 90 Jahren wird sich die Zahl verdoppeln. Dann wird es in diesem Land ca. 200 Millionen Menschen geben und Land ist nicht genug vorhanden. Allein in Manila sollen ueber 14 Millionen hausen. Oft schlaegt die Natur zurueck, aber das reicht nicht.Taifune, Vulkanausbrueche, Erdbeben usw.

Fast 90% sind katholisch. Verhuetung ist verboten genau wie Scheidung.Der neue Praesident Aquino wollte kuerzlich die
GEBURTENKONTROLLE einfuehren, wurde aber von der kath. Kirche
abgeschmettert.

Noch vor 60 Jahren wurde jede Grossstadt vom Umland mit Lebensmitteln versorgt ( Berlin ausgenommen).z.B. Hamburg.
Da kam das Obst aus den Vierlanden, die Kartoffeln aus der Heide.Heute gibt es Obst vom Bodensee und Kartoffeln auch von weit her.

Aber sind wir nicht selber Schuld?????? Eine Zeitlang gab es die Maerkte nicht mehr,es lohnte nicht fuer die Erzeuger sich die Fuesse in den Bauch zu stehen wenn gleich nebenan ein
Discounter war, der die Produkte von sehr weit her holte, indem er in billigen deutschen Landen einkaufte und die Preise
bestimmte.

Geht zu den Wurzeln zurueck, vergesst die GIER, den NEID und das Protzen. (Gestern hab ich ein Steak aus Argentinien gegessen beim 10 Sternekoch.Hab 100 Euro hingelegt. Seltsam war nur ich war nicht satt.)Trinkt lieber die Milch von gluecklichen Kuehen?? Wer vermarktet diese, erbitte Adresse.