Serie: Wie gerecht ist Deutschland? Die soziale Kluft wächst

Während die Unternehmensgewinne steigen, bekommen Arbeiter und Angestellte immer weniger ab. Die Politik verschärft die Polarisierung. Von A. Endres

Ein Arbeiter auf einer Baustelle in Berlin

Ein Arbeiter auf einer Baustelle in Berlin

Der Überbringer der Botschaft war die Nachricht, viel mehr noch als ihr Inhalt, als am 3. Januar 2011 die Tagesschau meldete: "Deutschland ist ungerechter als viele andere Länder." Die Journalisten bezogen sich auf eine Studie der wirtschaftsnahen Bertelsmann-Stiftung. Die war zu Zeiten der Regierung Schröder an der Hartz-IV-Reform beteiligt gewesen. Jetzt beklagten ihre Fachleute die zunehmende Ungleichverteilung der Einkommen: "Mit Blick auf den Zusammenhalt einer Gesellschaft ist eine solche Polarisierungstendenz bedenklich", schrieben sie.

Die soziale Kluft im Land wächst. Ökonomen beschäftigt das seit einer ganzen Weile. Die OECD zeigte sich schon vor drei Jahren besorgt: In Deutschland seien die Einkommen in der jüngsten Vergangenheit stärker auseinandergedriftet als in anderen Mitgliedsländern, berichtete sie. Die Armut habe ähnlich stark zugenommen.

Anzeige

Hinter der wachsenden Kluft verbergen sich vielfältige Ungleichheiten, sagt Claus Schäfer vom gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI): "Frauen verdienen weniger als Männer, sicher angestellte Vollzeitbeschäftigte sind besser dran als solche mit prekären Jobs, und immer noch gibt es große Unterschiede zwischen Ost und West." Der Arbeitsmarkt ist unsicherer geworden, auch das spiegelt sich in der zunehmenden sozialen Polarisierung wider.

Ungleiche Einkommen
Der Gini-Koeffizient

Der Gini-Koeffizient ist das gängigste Maß für die in einer Gesellschaft herrschende Ungleichheit. Hier bezieht er sich auf die Verteilung der Einkommen. Liegt er bei Null, herrscht vollkommene Gleichverteilung. Erreicht er den theoretisch möglichen andere Extremwert von Eins, herrscht vollkommene Ungleichverteilung: Eine Person würde über alle Einkommen verfügen. In der Realität liegt der Wert üblicherweise zwischen 0,2 und 0,6. Der höchste je gemessene Wert wurde 1993 in Namibia verzeichnet: 0,74.

Löhne und Gewinne
Die Bruttolohn- und Gewinnquote 

Die Bruttolohnquote ergibt sich durch die Division der gesamtwirtschaftlich erzielten Arbeitslöhne, inklusive der von den Arbeitgebern gezahlten Sozialabgaben, durch das Volkseinkommen. Entsprechend wird die Bruttogewinnquote errechnet, indem man die in einem Land erwirtschafteten Unternehmensgewinne – zu denen weniger verlässliche Daten existieren – durch das Volkseinkommen teilt.

Umverteilung
Die Nettolohn- und Gewinnquote

Die Nettolohnquote ergibt sich durch die Division der Netto-Arbeitslöhne durch das Volkseinkommen. Die Nettogewinnquote ergibt sich, indem man von den Einkünften der privaten Haushalte aus Gewinnen und Zinsen die Steuern, Sozialabgaben und zu zahlende Zinsen abzieht und das Ergebnis durch das Volkseinkommen teilt. Unternehmensgewinne, Sozialleistungen und die Einkünfte des Staates werden nicht berücksichtigt; deshalb liegt die Summe beider Quoten unter 100 Prozent.

Die Serie

Deutschland im Jahr 2011: Die Gesellschaft spaltet sich. Reiche werden reicher, Arme ärmer. Wer einmal unten ist, kommt nur noch schwer nach oben – und wer oben ist, stürzt schneller ab. So ist es immer wieder zu lesen. Doch stimmt das auch? ZEIT ONLINE beschreibt in einer siebenteiligen Serie, wie gerecht es in Deutschland wirklich zugeht. Zum Auftakt haben wir den Gerechtigkeitstheoretiker Stefan Gosepath gefragt: Was ist heute noch gerecht? In den kommenden Wochen werden wir die Statistik bemühen, um zu klären, ob die Reichen immer reicher werden.

Und: Während die Anteile der Unternehmensgewinne am Volkseinkommen steigen, bekommen Arbeiter und Angestellte immer weniger ab. Der Verlauf von Bruttolohn- und Bruttogewinnquote (Grafik 2) zeigt, dass der Anteil der Löhne am Wohlstand seit den 1990er Jahren stetig sinkt, während der Anteil der Gewinne spiegelbildlich steigt. Zwar brachte die Finanzkrise ein kurzes Zwischenhoch: Weil die Gewinne der Unternehmen einbrachen, sprang die Lohnquote in die Höhe. Doch das wird voraussichtlich nicht von Dauer sein.

Der Staat tut zu wenig, um der Umverteilung von Arm zu Reich entgegenzuwirken, kritisieren die Forscher. Denn auch die Netto-Arbeitseinkünfte der privaten Haushalte sinken seit Jahrzehnten. In den Jahren 1960,1970 und 1980 lag die Nettolohnquote, definiert als Anteil der Nettolöhne am Volkseinkommen, WSI-Daten zufolge um die 44 Prozent. Bis 1990 war sie auf 38,5 Prozent gefallen, und seit Mitte der 1990er Jahre sinkt sie weiter (Grafik 3). Zugleich stiegen die Netto-Gewinne.

"Der Staat schröpft die Arbeitseinkommen und begünstigt steuerlich die Gewinne", sagt WSI-Ökonom Schäfer. Seit 1960 hat die Politik die Steuern auf Gewinn- und Vermögenseinkommen mehrmals gesenkt, während die Belastung der Bürger durch Lohnsteuern und Sozialabgaben stieg.

Zwar gibt der Staat auch viel Geld aus, um den Armen zu helfen. Doch gerade die profitieren zu wenig. In Deutschland sei die Stütze "weniger auf Personen mit geringeren Einkommen zielgerichtet als in anderen Ländern", bemängelt die OECD. So verstärkt die Politik die Kluft noch zusätzlich. Das trifft nicht nur die, die ohnehin schon wenig haben, sagt DIW-Forscher Karl Brenke. Es könnte der gesamten Wirtschaft schaden.

 
Leser-Kommentare
    • NoG
    • 06.04.2011 um 11:34 Uhr

    der binnenkonsum ist das sich immer besser verfestigende fundament unseres xxl-aufschwungs!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...immer weniger kaufen?

    ...immer weniger kaufen?

  1. Neues, was hier beschrieben wird. Das sind eben die Effekte des Neoliberalismus, den unsere Parteien ja gefördert haben; auch Rot-Grün. Unter Schröder/Fischer wurden ebenfalls die Unternehmenssteuern gesenkt. Danke dennoch für den Artikel, wenngleich ich mir gewünscht hätte, daß die Umverteilung von unten nach oben ein wenig mehr an plastischen Beispielen kenntlich gemacht worden wäre. Aber vielleicht kommt das ja noch.

    42 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • self22
    • 06.04.2011 um 15:40 Uhr

    statt auch durch Rot-Grün

    Rot-Grün hat alle Schotten aufgemacht für gemeine Neoliberale, a la Heuschrecken, Schattenbanken etc.

    Aber inzwischen haben das alle vergessen.

    • joG
    • 07.04.2011 um 5:24 Uhr

    ....oben war zu erwarten, als der Kalte Krieg vorbei war und die westliche Welt plötzlich mit einer riesigen Masse neuer Arbeitnehmer (über)versorgt wurde. Da war Weltweit weniger Geld pro Arbeiter vorhanden und die Durchschnittsproduktivität (= Durchschnittslohn) fiel. Diese Auswirkung sah man auch in anderen Ländern. Dazu belastete die Handhabung des Anschlusses mit Ostdeutschland und die viel zu hohe Einbringung der DM in den Euro die Lohnentwicklung, weil deutsche Arbeiter hierdurch weniger konkurrenzfähig waren. Einfach gesagt: Deutsche Arbeiter waren zu teuer.
    Daher die damalige Arbeitslosigkeit und geringen Lohn Zuwachsraten. Das war kein Kapitalistischer Komplott. Das war die einfache Folge des gewonnenen Krieges, der Befreiung der Menschen, des Ansschluss und des Eintritts in den Euro. Das waren lauter politische Entwicklungen, die mit den Vorstellungen hinter dem Kampfbegriff des "Neo-Liberalismus" kaum zu tun hatten.

    • self22
    • 06.04.2011 um 15:40 Uhr

    statt auch durch Rot-Grün

    Rot-Grün hat alle Schotten aufgemacht für gemeine Neoliberale, a la Heuschrecken, Schattenbanken etc.

    Aber inzwischen haben das alle vergessen.

    • joG
    • 07.04.2011 um 5:24 Uhr

    ....oben war zu erwarten, als der Kalte Krieg vorbei war und die westliche Welt plötzlich mit einer riesigen Masse neuer Arbeitnehmer (über)versorgt wurde. Da war Weltweit weniger Geld pro Arbeiter vorhanden und die Durchschnittsproduktivität (= Durchschnittslohn) fiel. Diese Auswirkung sah man auch in anderen Ländern. Dazu belastete die Handhabung des Anschlusses mit Ostdeutschland und die viel zu hohe Einbringung der DM in den Euro die Lohnentwicklung, weil deutsche Arbeiter hierdurch weniger konkurrenzfähig waren. Einfach gesagt: Deutsche Arbeiter waren zu teuer.
    Daher die damalige Arbeitslosigkeit und geringen Lohn Zuwachsraten. Das war kein Kapitalistischer Komplott. Das war die einfache Folge des gewonnenen Krieges, der Befreiung der Menschen, des Ansschluss und des Eintritts in den Euro. Das waren lauter politische Entwicklungen, die mit den Vorstellungen hinter dem Kampfbegriff des "Neo-Liberalismus" kaum zu tun hatten.

    • joG
    • 06.04.2011 um 11:36 Uhr

    ....Verknüpfungen zwischen Arbeitseinkommen und Gewinne. Ob es sinnvoll ist über Gewinne die Gleichverteilung analysieren zu wollen, ist fraglich, da der Zusammenhang sehr tentativ ist und nur weiter gehende Analysen bestimmen können, wieso der Gini gestiegen ist oder fiel. Flossen bspw die Dividenden in Pensionskassen, ausländische Lebensversicherungspolicen oder in die Tasche der Quandts? Ohne dies zu wissen, ist das Verhältnis in der Überschrift sinnlos. Natürlich ist es in der Emotionswelt leicht die Brücke zu schlagen. Aber seriös ist es nicht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Vermögensverteilung in Deutschland ist eine klare, nicht wegzudiskutierende Aussage, die auch all Ihre Nebelkerzen unwirksam macht. Das Geld fliesst von arm zu reich. Jene die arbeiten, machen die reich, die von der Arbeit anderer profitieren, selbst jedoch nichts davon haben.
    Diese Entwicklung ist nicht neu - und auch die Auswirkungen nicht. Sie führt unweigerlich zu Unruhen, Aufständen, Gewalt, Revolutionen und Kriegen. Sicherlich wird das in Deutland nicht gleich passieren. Polizeiknüppel und Castingshows werden die Menschen noch eine Weile daran hindern, ihre Rechte einzufordern. Doch wie lange noch?
    Der Ausweg ist klar. Ein anderes Verteilungs- und Steuersystem muss für eine Umkehr der Entwicklung sorgen. Das ist durchaus möglich ... nur eben jene, die dieses in unserem politischen System realisieren könnten, sind halt auch die Profiteure der Ungerechtigkeit. MIT Diesen wird es nicht funktionieren.
    Und was die angeblich verhungernden Pensionsfonds betrifft ... sie sind nur ein winzig kleiner Bruchteil jener Milliarden, die jedes Jahr in die Taschen der Reichen fliessen. Bei einer gerechteren Umverteilung kann man etwaige Verluste problemlos ausgleichen.

    Die Vermögensverteilung in Deutschland ist eine klare, nicht wegzudiskutierende Aussage, die auch all Ihre Nebelkerzen unwirksam macht. Das Geld fliesst von arm zu reich. Jene die arbeiten, machen die reich, die von der Arbeit anderer profitieren, selbst jedoch nichts davon haben.
    Diese Entwicklung ist nicht neu - und auch die Auswirkungen nicht. Sie führt unweigerlich zu Unruhen, Aufständen, Gewalt, Revolutionen und Kriegen. Sicherlich wird das in Deutland nicht gleich passieren. Polizeiknüppel und Castingshows werden die Menschen noch eine Weile daran hindern, ihre Rechte einzufordern. Doch wie lange noch?
    Der Ausweg ist klar. Ein anderes Verteilungs- und Steuersystem muss für eine Umkehr der Entwicklung sorgen. Das ist durchaus möglich ... nur eben jene, die dieses in unserem politischen System realisieren könnten, sind halt auch die Profiteure der Ungerechtigkeit. MIT Diesen wird es nicht funktionieren.
    Und was die angeblich verhungernden Pensionsfonds betrifft ... sie sind nur ein winzig kleiner Bruchteil jener Milliarden, die jedes Jahr in die Taschen der Reichen fliessen. Bei einer gerechteren Umverteilung kann man etwaige Verluste problemlos ausgleichen.

  2. Schön wenn eine Sache richtig analysiert wird - Führt das aber auch zu politischen Handeln?

    Ich wähle links - nicht weil ich sie so sehr mag - aber sie neigen die Waagschale wieder zu Gunsten der zu niedrigen Einkommen. Mehr kann ich nicht tun.

    45 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    sie tun nichts und sie können auch nichts tun, weil sie keine politische Macht haben!
    Überall dort, wo sie mitregieren durften, ist Schmalhans Küchenmeister geworden.
    Kasse leer, nichts geht mehr, siehe MacPom und Berlin!

    Selbst wenn die Linke sich als genauso verlogen herausstellt, wie die anderen Parteien, werden diese natürlich bemerken, worauf der Wähler wert legt.

    Das Signal durch den kurzen Höhenflug der FDP war dagegen fatal, zusätzlicher Schwung für das ohnehin schon gens Tal rasende Auto, obwohl man es bremsen müsste.

    sie tun nichts und sie können auch nichts tun, weil sie keine politische Macht haben!
    Überall dort, wo sie mitregieren durften, ist Schmalhans Küchenmeister geworden.
    Kasse leer, nichts geht mehr, siehe MacPom und Berlin!

    Selbst wenn die Linke sich als genauso verlogen herausstellt, wie die anderen Parteien, werden diese natürlich bemerken, worauf der Wähler wert legt.

    Das Signal durch den kurzen Höhenflug der FDP war dagegen fatal, zusätzlicher Schwung für das ohnehin schon gens Tal rasende Auto, obwohl man es bremsen müsste.

  3. ..nur noch der Contra-Artikel, der behauptet, in der *Globalisierung* könne es gar nicht anders sein (sonst fliehen die *INVESTOREN*!) und die Globalisierung an sich, mit ihren offenen Grenzen und ihrer Kapitalfreizügigkeit, sei absolut unabwendbar, evolutionär, fortschrittlich und es gäbe sowieso nur noch internationale Lösungen (auf die wir dann nur noch 40+ Jahre warten müssen).

    Nicht falsch verstehen, ich begrüße es, dass die ZEIT solche Artikel wie obigen schreibt, aber die Analyse, warum es so gekommen ist, und immer noch weiter so fortschreitet, fehlt mir.

    37 Leser-Empfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... eine Staatsquote wie Dänemark, dann gäbe es 5 Mio. Arbeitsplätze mehr im öffentlichen Dienst in Deutschland.

    ... einen Sozialstaat wie das immer verschriene Belgien, läge die Brutolohnquote bei 88 %.

    Diese Länder liegen auch auf dem Globus, sind also auch der Globalisierung ausgesetzt. Man glaubt es kaum.

    Der verhasste Oskar

    • mooody
    • 06.04.2011 um 12:35 Uhr

    Wenn 5% mehr Lohn gefordert wird, wird immer mit den Arbeitsplätzen oder Abwanderung ins Ausland gedroht. Der Arbeitskampf an sich, lohnt sich nur selten.

    Ich kann mich noch gut an den Streik der BVG in Berlin vor ein paarJahren erinnern. Es wurden 6% gefordert, es wurde wochenlang gestreikt und was kam bei raus? 2% und ne Einmalzahlung, super. Dann wird wieder ne Tochterfirma gegründet wie die BT, alte Busfahrer mit ner Abfindung abgeworben und zu weitaus schlechteren Bedingungen wieder eingestellt.

    So ist es nunmal in unserer wunderbaren globalisiert - kapitalistischen Welt...

    genau das ist das Problem, alle schimpfen und analysieren, aber der Ursache von Ungleichgewichten geht man nicht auf den Grund.
    Die Beschäftigung nur mit dem tagespolitischen Geschehen reicht nicht aus, man braucht auch ein wenig geschichliches, politisches und gesellschaftswissenschaftliches Wissen um die ganzen Auswirkungen und Zusammenhänge zu verstehen.

    globalen Investorismus, der in der realwirtschaftlichen Sprache als Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft beschrieben wird, werden in jedem Falle von Peer Steinbrück und Jörg Asmussen zu erhalten sein, wobei die beiden als Quellenangabe sowohl die Herren Kohl, Genscher, Otto G. Lambsdorf, Waigel, G. Schröder,
    Müntefering und die sonstigen Lobbypolitiker dieser Neuen Sozialen Marktwirtschaftssektion verweisen können.

    Dass diese Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft in allen Varianten und Facetten absolut alternativlos und in allen Hinsichten total systemisch unverzichtbar. Alle Werte, Grundlagen und sämtliche Rechtsstaatlichkeit würden gefährdet werden, wenn ein solch terroristischer Angriff auf den Selbstbedienungsladen der Acker'Ndrangheta in Frankfurt, London, Paris, New York oder sonstigen Centren der Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft seitens irgendwelcher Feinde des internationalen Investorismus geduldet oder gar unterstützt würden.

    Soweit die Klarstellung der Position, die von der Prätorianerin dieser Neuen Sozialen Marktwirtschaft, der Fr. Dr. Merkel und ihren Kumpanen wohl so oder in anderen, ähnlich bedeutungsschweren Worten kommen wird.

    Frage: Wollen wir uns diesen totalen Krieg gegen die Interessen unserer Kinder, Alten und so vieler anderer Menschen aufzwingen lassen oder revoltieren wir, ähnlich den Moslems, die in Arabien ein ähnliche Joch gerade abzuschütteln versuchen.

    ... eine Staatsquote wie Dänemark, dann gäbe es 5 Mio. Arbeitsplätze mehr im öffentlichen Dienst in Deutschland.

    ... einen Sozialstaat wie das immer verschriene Belgien, läge die Brutolohnquote bei 88 %.

    Diese Länder liegen auch auf dem Globus, sind also auch der Globalisierung ausgesetzt. Man glaubt es kaum.

    Der verhasste Oskar

    • mooody
    • 06.04.2011 um 12:35 Uhr

    Wenn 5% mehr Lohn gefordert wird, wird immer mit den Arbeitsplätzen oder Abwanderung ins Ausland gedroht. Der Arbeitskampf an sich, lohnt sich nur selten.

    Ich kann mich noch gut an den Streik der BVG in Berlin vor ein paarJahren erinnern. Es wurden 6% gefordert, es wurde wochenlang gestreikt und was kam bei raus? 2% und ne Einmalzahlung, super. Dann wird wieder ne Tochterfirma gegründet wie die BT, alte Busfahrer mit ner Abfindung abgeworben und zu weitaus schlechteren Bedingungen wieder eingestellt.

    So ist es nunmal in unserer wunderbaren globalisiert - kapitalistischen Welt...

    genau das ist das Problem, alle schimpfen und analysieren, aber der Ursache von Ungleichgewichten geht man nicht auf den Grund.
    Die Beschäftigung nur mit dem tagespolitischen Geschehen reicht nicht aus, man braucht auch ein wenig geschichliches, politisches und gesellschaftswissenschaftliches Wissen um die ganzen Auswirkungen und Zusammenhänge zu verstehen.

    globalen Investorismus, der in der realwirtschaftlichen Sprache als Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft beschrieben wird, werden in jedem Falle von Peer Steinbrück und Jörg Asmussen zu erhalten sein, wobei die beiden als Quellenangabe sowohl die Herren Kohl, Genscher, Otto G. Lambsdorf, Waigel, G. Schröder,
    Müntefering und die sonstigen Lobbypolitiker dieser Neuen Sozialen Marktwirtschaftssektion verweisen können.

    Dass diese Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft in allen Varianten und Facetten absolut alternativlos und in allen Hinsichten total systemisch unverzichtbar. Alle Werte, Grundlagen und sämtliche Rechtsstaatlichkeit würden gefährdet werden, wenn ein solch terroristischer Angriff auf den Selbstbedienungsladen der Acker'Ndrangheta in Frankfurt, London, Paris, New York oder sonstigen Centren der Finanzspekulations- und -anlagenbetrugswirtschaft seitens irgendwelcher Feinde des internationalen Investorismus geduldet oder gar unterstützt würden.

    Soweit die Klarstellung der Position, die von der Prätorianerin dieser Neuen Sozialen Marktwirtschaft, der Fr. Dr. Merkel und ihren Kumpanen wohl so oder in anderen, ähnlich bedeutungsschweren Worten kommen wird.

    Frage: Wollen wir uns diesen totalen Krieg gegen die Interessen unserer Kinder, Alten und so vieler anderer Menschen aufzwingen lassen oder revoltieren wir, ähnlich den Moslems, die in Arabien ein ähnliche Joch gerade abzuschütteln versuchen.

  4. Es gilt immer zu berücksichtigen: Mit zunehmender Steigerung des Vermögens steigt der politische Einfluss. Ab einer bestimmten Größenordnung gibt es direkten Zugang zu den Ministerien und zum Kanzleramt und die Möglichkeit, direkt auf politische Entscheidungen einzuwirken. Wird dem Einfluss nicht gefolgt, wird gedroht, medienwirksam hinzuschmeissen, zu fliehen und alle Beschäftigten zu entlassen.

    Diese Entwicklung ist durch die Ideologie des Tickle-Downs massiv gefördert worden und gilt selbst heute noch - fast drei Jahre nach der Finanzkrise - in so manchen Kreisen als très chic.

    23 Leser-Empfehlungen
  5. ... eine Staatsquote wie Dänemark, dann gäbe es 5 Mio. Arbeitsplätze mehr im öffentlichen Dienst in Deutschland.

    ... einen Sozialstaat wie das immer verschriene Belgien, läge die Brutolohnquote bei 88 %.

    Diese Länder liegen auch auf dem Globus, sind also auch der Globalisierung ausgesetzt. Man glaubt es kaum.

    Der verhasste Oskar

    27 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Jetzt fehlt..."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    mit ihrem noch funktionierenden umlagefinanzierten Rentensystem, welches durch privatisierungswütige Geier aber ebenfalls gefährdet ist.
    In der Schweiz gibt es keine Beitragsbemessungsgrenze, aber einen geringeren Beitragssatz und alle zahlen in eine Rentenkasse. Alle Einkommensarten werden herangezogen.

    Aber was wir beide machen ist unredlich, denn wir führen hier sozialistische Musterstaaten an, in denen keiner leben will. Aus der Schweiz fliehen die Reichen in Scharen. Wie, hat keiner mitbekommen?

    MfG
    AoM

    ... auch Volker Pispers' gesehen? http://www.youtube.com/wa... Teil 3 ab 6:00 Min :- )
    Ein wirklich sehr sehenswerter Beitrag von Herrn Pispers, kann ich nur empfehlen!

    Arbeit ist Mittel zum Zweck. Arbeit anzubeten ist einfach unr dumm. Man verrichtet Arbeit, weil man damit etwas erreichen will, also geht es allein darum, das zu Erreichende.

    Arbeitsplätze ohne Sinn zu schaffen ist als kocht man Essen, obwohl keiner Hunger hat - und schmeißt es danach einfach weg.

    Könnten sie bitte ihre Quellen nennen? Ich stimmte ihnen voll zu, aber um mich zu rechtfertigen sollte ich quellen haben, die das belegen.

    Danke im Voraus.

    Dome

    Diese Länder (Dänemark,Belgien, Schweiz) liegen zwar auf dem Globus, aber sie liegen nicht in der Welt der Neoliberalen.

    Das erklärt dann auch, warum solche positiven Beispiele bei unseren Neoliberalen Politiker nicht beachtet werden.

    • rsi99
    • 06.04.2011 um 14:13 Uhr

    Kein Kündigunsschutz - wie in Dänemark - hätten wir sicher viele Beschäftigte mehr. Außerdem wird dort jeder Arbeitlose in Gang gehalten.
    Würden wir dann auch noch vom Tourismus und von Öl leben, dann würde es uns sicher auch besser gehen.[...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke. Die Redaktion/ag

    mit ihrem noch funktionierenden umlagefinanzierten Rentensystem, welches durch privatisierungswütige Geier aber ebenfalls gefährdet ist.
    In der Schweiz gibt es keine Beitragsbemessungsgrenze, aber einen geringeren Beitragssatz und alle zahlen in eine Rentenkasse. Alle Einkommensarten werden herangezogen.

    Aber was wir beide machen ist unredlich, denn wir führen hier sozialistische Musterstaaten an, in denen keiner leben will. Aus der Schweiz fliehen die Reichen in Scharen. Wie, hat keiner mitbekommen?

    MfG
    AoM

    ... auch Volker Pispers' gesehen? http://www.youtube.com/wa... Teil 3 ab 6:00 Min :- )
    Ein wirklich sehr sehenswerter Beitrag von Herrn Pispers, kann ich nur empfehlen!

    Arbeit ist Mittel zum Zweck. Arbeit anzubeten ist einfach unr dumm. Man verrichtet Arbeit, weil man damit etwas erreichen will, also geht es allein darum, das zu Erreichende.

    Arbeitsplätze ohne Sinn zu schaffen ist als kocht man Essen, obwohl keiner Hunger hat - und schmeißt es danach einfach weg.

    Könnten sie bitte ihre Quellen nennen? Ich stimmte ihnen voll zu, aber um mich zu rechtfertigen sollte ich quellen haben, die das belegen.

    Danke im Voraus.

    Dome

    Diese Länder (Dänemark,Belgien, Schweiz) liegen zwar auf dem Globus, aber sie liegen nicht in der Welt der Neoliberalen.

    Das erklärt dann auch, warum solche positiven Beispiele bei unseren Neoliberalen Politiker nicht beachtet werden.

    • rsi99
    • 06.04.2011 um 14:13 Uhr

    Kein Kündigunsschutz - wie in Dänemark - hätten wir sicher viele Beschäftigte mehr. Außerdem wird dort jeder Arbeitlose in Gang gehalten.
    Würden wir dann auch noch vom Tourismus und von Öl leben, dann würde es uns sicher auch besser gehen.[...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke. Die Redaktion/ag

  6. Wen wunderts?

    Da die Menschen nicht mehr unter die Oberfläche schauen,
    halten sie den "Bildschirmschoner"
    Demokratie für echt

    und vergessen dass das
    Betriebssystem Kapitalismus 3.0 (die Raubtierversion) heisst.

    Wer nur einen Funken Menschenverstand hat,
    müsste eigentlich verstehen, das Einkünfte aus Kapital
    das schädlichste ist was einer Volkswirtschaft passieren kann.

    34 Leser-Empfehlungen

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service