Wirtschaftskriminalität US-Justiz geht gegen Schweizer Banker vor

Das US-Justizministerium will vier Banker mit internationalem Haftbefehl suchen lassen. Auch die Bank Credit Suisse muss offenbar mit einem Verfahren rechnen.

Vier angeklagte Schweizer Anlageberater sollen sich dem Vorwurf der Beihilfe zu Steuerhinterziehung stellen. Kevin Downing, Anwalt beim US-Justizministerium, sagte, die Männer könnten davon ausgehen, dass sie auf die Interpol-Liste kämen und außerhalb der Schweiz mit ihrer Festnahme rechnen müssten. Laut der Anklage sollen drei ehemalige und ein noch bei der Großbank Credit Suisse beschäftigter Berater amerikanische Steuersünder ermutigt haben, ausländische Kreditkarten zu benutzen und Geld auf andere Banken im Ausland zu transferieren.

Credit Suisse hatte in diesem Zusammenhang stets betont, dass die Bank selbst nicht Gegenstand der Ermittlungen sei. Zum Status von Credit Suisse wollte sich Downing nicht äußern. Das Problem sei aber leider nicht gelöst, fügte er hinzu.

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Nach Ansicht von Beobachtern deutet das Vorgehen gegen die vier Berater darauf hin, dass das Justizministerium auch gegen die Bank ein Verfahren in Gang bringen will. Einer der beschuldigten Banker hatte erklärt, er habe seine Arbeit immer mit Wissen und Zustimmung der Bank erledigt und nie auf eigene Faust gehandelt. Der Mann sollte sich in den USA einen Anwalt nehmen und dann mit dem Justizministerium sprechen, sagte Downing dazu.

Credit Suisse hat nach den Worten von Konzernchef Brady Dougan alles unternommen, um die Einhaltung der Vorschriften in den verschiedenen Ländern durch ihre Mitarbeiter sicherzustellen. Das werde sich hoffentlich auch in den USA so erweisen, sagte Dougan kürzlich bei der Vorstellung des Jahresabschlusses.

 
Leser-Kommentare
    • k2
    • 04.03.2011 um 15:26 Uhr

    als international operierende Privatbank.

    Die Quadrupel-Namen sind hier enummeriert:

    http://www.justice.gov/ta...

    Indessen nennt die Anklageschrift "ad 7":

    "7. An Israeli bank with a head office in Tel Aviv, Israel, operated a subsidiary, organized under the laws of Switzerland, with offices in Geneva and Zurich, Switzerland ("Israeli Bank") that provided cross-border banking services to United States customers. Israeli Bank entered into a QI Agreement with the IRS"( Seite 4 ).

  1. Schön, dass das amerikanische Justizministerium sich in der Pflicht sieht zu intervenieren.
    Nebenbei könnten sich die Damen und Herren des amerikanischen Justizministeriums auch darum bemühen, die Geldwäsche amerikansicher Banken zu untersuchen, die sich mit der Wäsche von Drogengeldern einen satten Gewinn einstreichen.
    http://szmstat.sueddeutsc...

    Oh, ich vergaß: Das wird von der amerikanischen Regierung und des amerikanischen Justizministeriums im gewissen Umfang toleriert und unterstützt. Hypocrites!

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