Tarifpolitik Höhere Löhne helfen der gesamten Wirtschaft

Es kann nicht sein, dass sämtliche Risiken von den Arbeitnehmern getragen werden. Wir brauchen eine Trendwende bei den Löhnen. Ein Gastbeitrag von Gustav Horn

Die Konjunktur hat kräftig angezogen, der Absatz der Exporteure explodiert, die Beschäftigung steigt und die Arbeitslosigkeit geht zurück. Es erheben sich zudem Klagen über den Mangel an qualifizierten Fachkräften. Man sollte meinen, dies sei der Zeitpunkt, um deutliche Lohnerhöhungen durchzusetzen. Denn Arbeit ist knapp und die Nachfrage offenbar hoch.

Doch kaum werden seitens der Gewerkschaften höhere Lohnforderungen als in den vergangenen Jahren gestellt, schwillt ein Chor warnender Stimmen an, die das Gespenst zu hoher Löhne beschwören. Menetekel schwindender Wettbewerbsfähigkeit und hoher Inflationsraten werden an die Wand gemalt. Insbesondere die EZB mit ihrem Präsidenten Jean-Claude Trichet an der Spitze ermahnt die Deutschen dringend, ihre Lohnzuwächse vor dem Hintergrund steigender Ölpreise moderat zu halten. Anderenfalls sei die EZB gezwungen, mittels Zinserhöhungen einzuschreiten, um Inflation zu verhindern.

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Gustav Horn
Gustav Horn

leitet das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Wem dies bekannt vorkommt, irrt nicht. All dies haben wir in diesem und im vergangenen Jahrzehnt schon allzu oft gehört. Immer dann, wenn sich die Lohnzuwächse etwas beschleunigten, wenn sogar reale Lohnzuwächse möglich erschienen, waren die gleichen warnenden Stimmen zu vernehmen. In Zeiten schlechter Konjunktur waren es die vermeintlich schwindende Wettbewerbsfähigkeit und zu hohe Kostenbelastung deutscher Unternehmen, in Zeiten guter Konjunktur waren es dann vermeintlich drohende zu hohe Inflationsraten, die stärkeren Lohnzuwächsen im Wege stünden. Zwischen dieser Skylla von Wettbewerbsbefürchtungen und der Charybdis von Inflationsgefahren wurde nahezu jede Steigerung der Reallöhne in Deutschland zerrieben.

Das Ergebnis ist, dass die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte während der vergangenen zehn Jahre mehr oder minder stagniert haben, und die Ungleichheit drastisch zugenommen hat. Insbesondere wurden die mittleren und die unteren Einkommen von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Sämtliche Erträge des Wachstums verblieben bei den oberen Einkommen, die sehr stark aus Gewinn – und Vermögenseinkommen bestehen und weniger aus Arbeitseinkommen mit stagnierenden Reallöhnen.

Schaut man sich nun die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und die Inflationsraten in Deutschland während der jüngeren Vergangenheit an, erhebt sich schon die Frage, ob diese Befürchtungen eigentlich gerechtfertigt waren. Die Antwort ist ein klares Nein. Spätestens seit Beginn des vorigen Jahrzehnts kann von einer schwachen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft keine Rede mehr sein. Die Leistungsbilanz Deutschlands weist seither fortwährend zunehmende Überschüsse mit dem Ausland auf. Das ist ein deutliches Anzeichen für eine hohe Wettbewerbsfähigkeit, da offensichtlich eine große Nachfrage nach Gütern aus deutscher Produktion besteht. Tatsächlich haben die strukturellen Leistungsbilanzüberschüsse die Stabilität des Euroraums mitgefährdet. Angebracht gewesen wären also Warnungen ob einer zu schwachen Binnennachfrage, weil die Löhne nicht stark genug gestiegen sind. 

Leser-Kommentare
  1. Warum gründet denn dann der verehrte Autor nicht mal fix ein Unternehmen und beteiligt seine Angestellten an seinen "Wachstumserfolgen"? Allerding darf er dann nicht verabseumen den Indern, dem "Kinesen" etc. zu schreiben, dass sie gefälligst ihre Wettbewerbspreise erhöhen sollen da er sonst krachen geht.

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    • Thom78
    • 04.03.2011 um 14:23 Uhr

    Also gegenüber Indien weist Deutschland ebenso einen Handelsbilanzüberschuss auf wie gegenüber zahlreichen anderen Niedriglohnländern auch. Ihr Hinweis, dass er ein Untenehmen gründen soll, welches hohe Löhne zahlt, um von der Dynamik zu profitieren, ist natürlich Unsinn. Sie verwechseln Betriebswirtschaft mit Volkswirtschaft. Ein einzelnes Unternehmen profitiert natürlich von niedrigeren Löhnen - solange alle anderen die Löhne nicht senken und das Unternehmen somit unverändert viel absetzt. Eine Volkswirtschaft ist aber kein Unternehmen und wenn alle Unternehmen die Löhne erhöhen, steigern auch alle den Absatz und gegenüber dem Ausland sinkt eben der unsinnige Überschuss.

    • Thom78
    • 04.03.2011 um 14:23 Uhr

    Also gegenüber Indien weist Deutschland ebenso einen Handelsbilanzüberschuss auf wie gegenüber zahlreichen anderen Niedriglohnländern auch. Ihr Hinweis, dass er ein Untenehmen gründen soll, welches hohe Löhne zahlt, um von der Dynamik zu profitieren, ist natürlich Unsinn. Sie verwechseln Betriebswirtschaft mit Volkswirtschaft. Ein einzelnes Unternehmen profitiert natürlich von niedrigeren Löhnen - solange alle anderen die Löhne nicht senken und das Unternehmen somit unverändert viel absetzt. Eine Volkswirtschaft ist aber kein Unternehmen und wenn alle Unternehmen die Löhne erhöhen, steigern auch alle den Absatz und gegenüber dem Ausland sinkt eben der unsinnige Überschuss.

  2. Ich frage mich immerwieder, wo die vernünftigen Unternehmer geblieben sind. Gerade der deutsche Mittelstand, der einen Großteil der Arbeitsplätze stellt würde doch enorm profitieren von steigender Binnennachfrage. Denn auch eine Firma, die niedrige Lohnkosten hat kann nicht überleben, wenn keiner mehr Geld hat ihre Produkte zu kaufen.

    Wo bleibt die Initiative des deutschen Mittelstandes in diese Richtung? Warum schlagen sich Verbände des Mittelstandes nicht mal ausnahmsweise auf die Seite der Gewerkschaften und unterstützen die Forderung nach höheren Löhnen. Die schiessen sich doch ins eigene Bein?

    12 Leser-Empfehlungen
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    dass es in Deutschland einen "völlig neuen Markt zu entdecken gäbe"?

    Den BinnenMARKT.

    Hm? Ja, OK, ich setz mich schon in die Ecke der Linken Spinner.

    Tschuldigung.

    • bhayes
    • 04.03.2011 um 13:20 Uhr

    Fuer jeden einzelnen Unternehmer gilt, dass es vernuenftig ist, nicht mehr Geld an die Angestellten zu zahlen, als notwendig; wenn also Angestellte oder potentielle Angestellte nicht mehr verlangen, wuerde ein Unternehmer seinen Gewinn vermindern, wuerde er freiwillig mehr zahlen. Verlangen sie zuviel, rechnet sich die Sache nicht. Im Zweifel werden andere Unternehmen ihn unterbieten.
    Die Idee, dass ein Unternehmer mehr Geld verdient, weil evtl. die eigenen Angestellten mehr Geld von ihm erhalten und dann bei ihm einkaufen, ist absurd, dieser Effekt ist viel zu klein.
    Letztlich hilft NUR eines, wenn man die Gegenleistung fuer eine Stunde Arbeit steigern will (und darum geht es; es geht NICHT um Eurobetraege): Hoehere Produktivitaet, wobei man beachten muss, dass evtl. Maschinen etc. auch Geld kosten und finanziert werden muessen.

    Die "vernünftigen Unternehmer" können rechnen. Sie wissen, dass jedes Mehr an Lohn, das in Form von inländischen Konsum bei ihnen ankommt, von Unternehmern vorher bezahlt wurde. Das ist linke Tasche, rechte Tasche. Wenn ich meinem Arbeitnehmer 10 Euro mehr bezahle und er die 10 Euro dann für eines meiner Produkte ausgibt, habe ich nichts gewonnen. Ich habe lediglich "meine" 10 Euro wieder bekommen. Unternehmen haben nichts davon, mehr als nötig zu bezahlen.

    Das ist eine der vielen Denkfehler in der Argumentation, höhere Löhne würden die Wirtschaft beflügeln. Äußerst zweifelhaft ist vor allem die Gleichung von "höhere Löhne" = "mehr Konsum". Der Konsum hängt nicht von der Lohnhöhe sondern von der Lohnsumme ab. Die Lohnsumme wiederum ist ein Produkt von Durchschnittslohn und Zahl der Lohnempfänger. Die Zahl der Lohnempfänger wiederum ist abhängig von der Lohnhöhe. Je höher der Lohn, desto höher die inländischen Arbeitskosten und desto attraktiver werden ausländische Arbeit und Kapital, was gleichbedeutend ist mit einem niedrigeren Beschäftigungsgrad. Weniger Beschäftigung heißt aber weniger Konsum.

    Oder kurz und weniger technisch: Die Binnennachfrage ist höher, wenn zwei Personen einen niedrigen Lohn von 10 verdienen, als wenn eine Person einen hohen Lohn von 19 verdient.

    den Handwerksmeistern, die sind ja unmittelbar betroffen und verstehen es trotzdem nicht. Ich tätige nur Investitionen in Energiesanierung und Zweitwagen wenn die Einnahmeseite stimmt. Die Einnahmeseite ist aber durch die Billiglöhne und Arbeitsplatzunsicherheit gestört. Bis auf wenige Deppen, sehr viele von diesen Deppen sind in der Politik, haben die Deutschen überwiegend ein ausgewogenes Gespür für Verschuldungsrisiken, notwendige Investition und reinen Luxus.

    Die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes und die gesetzliche Rückführung der Zeitarbeit in die Vorschrödergesetzeslage incl. der weitgehenden Wiedereinführung der Vorschrödersozialgesetzgebung würden dem Privatmann auch wieder die notwendige Investitionssicherheit bringen. So investiert man eben nur das, was unbedingt sein muss. Aus diesem Grunde wird ja auch der Privatmann zur Investition inzwischen gesetzlich gezwungen. Umweltplakette, ASU, Heizungssanierung, TÜV, Kanaluntersuchung, etc.
    Ansonsten sollte sich der Handwerksmeister mal um Aufträge aus China bemühen. Dort ist ja alles viel besser.

    wahrscheinlich Unternehmer mit einer veritablen Villa, mehreren Auto's für die ganze Familie und allen sonstigen Annehmlichkeiten die so ein Leben zu bieten hat. Es sei ihnen von Herzen gegönnt. Natürlich bekommen ihre Angestellten, bzw. Arbeiter "ihr" sauer verdientes Geld als Lohn. Ist Ihnen schon mal in den Sinn gekommen, daß sie ohne diese Schmarotzer, die nur "ihr" Geld abziehen, es für sie, durch ihre ( manchmal auch körperlich ) harte Arbeit erst verdient haben??? Ich kann es nicht verstehen, daß wir heute noch in diesen Kategorien denken : Meins-Deins. Es ist "Unser"!!! Der Eine, kommt ohne den Anderen, nicht aus!!! Das scheint sich für die, ach so intelligenten Unternehmer, noch nicht herumgesprochen zu haben. Wie auch. Sie setzen ihre durchaus vorhandene Intelligenz dazu ein, ihre eigenen Mitarbeiter über den Tisch zu ziehen und lassen sich dafür von Ihresgleichen als clever feiern. So ist das, leider, leider!!!

    dass es in Deutschland einen "völlig neuen Markt zu entdecken gäbe"?

    Den BinnenMARKT.

    Hm? Ja, OK, ich setz mich schon in die Ecke der Linken Spinner.

    Tschuldigung.

    • bhayes
    • 04.03.2011 um 13:20 Uhr

    Fuer jeden einzelnen Unternehmer gilt, dass es vernuenftig ist, nicht mehr Geld an die Angestellten zu zahlen, als notwendig; wenn also Angestellte oder potentielle Angestellte nicht mehr verlangen, wuerde ein Unternehmer seinen Gewinn vermindern, wuerde er freiwillig mehr zahlen. Verlangen sie zuviel, rechnet sich die Sache nicht. Im Zweifel werden andere Unternehmen ihn unterbieten.
    Die Idee, dass ein Unternehmer mehr Geld verdient, weil evtl. die eigenen Angestellten mehr Geld von ihm erhalten und dann bei ihm einkaufen, ist absurd, dieser Effekt ist viel zu klein.
    Letztlich hilft NUR eines, wenn man die Gegenleistung fuer eine Stunde Arbeit steigern will (und darum geht es; es geht NICHT um Eurobetraege): Hoehere Produktivitaet, wobei man beachten muss, dass evtl. Maschinen etc. auch Geld kosten und finanziert werden muessen.

    Die "vernünftigen Unternehmer" können rechnen. Sie wissen, dass jedes Mehr an Lohn, das in Form von inländischen Konsum bei ihnen ankommt, von Unternehmern vorher bezahlt wurde. Das ist linke Tasche, rechte Tasche. Wenn ich meinem Arbeitnehmer 10 Euro mehr bezahle und er die 10 Euro dann für eines meiner Produkte ausgibt, habe ich nichts gewonnen. Ich habe lediglich "meine" 10 Euro wieder bekommen. Unternehmen haben nichts davon, mehr als nötig zu bezahlen.

    Das ist eine der vielen Denkfehler in der Argumentation, höhere Löhne würden die Wirtschaft beflügeln. Äußerst zweifelhaft ist vor allem die Gleichung von "höhere Löhne" = "mehr Konsum". Der Konsum hängt nicht von der Lohnhöhe sondern von der Lohnsumme ab. Die Lohnsumme wiederum ist ein Produkt von Durchschnittslohn und Zahl der Lohnempfänger. Die Zahl der Lohnempfänger wiederum ist abhängig von der Lohnhöhe. Je höher der Lohn, desto höher die inländischen Arbeitskosten und desto attraktiver werden ausländische Arbeit und Kapital, was gleichbedeutend ist mit einem niedrigeren Beschäftigungsgrad. Weniger Beschäftigung heißt aber weniger Konsum.

    Oder kurz und weniger technisch: Die Binnennachfrage ist höher, wenn zwei Personen einen niedrigen Lohn von 10 verdienen, als wenn eine Person einen hohen Lohn von 19 verdient.

    den Handwerksmeistern, die sind ja unmittelbar betroffen und verstehen es trotzdem nicht. Ich tätige nur Investitionen in Energiesanierung und Zweitwagen wenn die Einnahmeseite stimmt. Die Einnahmeseite ist aber durch die Billiglöhne und Arbeitsplatzunsicherheit gestört. Bis auf wenige Deppen, sehr viele von diesen Deppen sind in der Politik, haben die Deutschen überwiegend ein ausgewogenes Gespür für Verschuldungsrisiken, notwendige Investition und reinen Luxus.

    Die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes und die gesetzliche Rückführung der Zeitarbeit in die Vorschrödergesetzeslage incl. der weitgehenden Wiedereinführung der Vorschrödersozialgesetzgebung würden dem Privatmann auch wieder die notwendige Investitionssicherheit bringen. So investiert man eben nur das, was unbedingt sein muss. Aus diesem Grunde wird ja auch der Privatmann zur Investition inzwischen gesetzlich gezwungen. Umweltplakette, ASU, Heizungssanierung, TÜV, Kanaluntersuchung, etc.
    Ansonsten sollte sich der Handwerksmeister mal um Aufträge aus China bemühen. Dort ist ja alles viel besser.

    wahrscheinlich Unternehmer mit einer veritablen Villa, mehreren Auto's für die ganze Familie und allen sonstigen Annehmlichkeiten die so ein Leben zu bieten hat. Es sei ihnen von Herzen gegönnt. Natürlich bekommen ihre Angestellten, bzw. Arbeiter "ihr" sauer verdientes Geld als Lohn. Ist Ihnen schon mal in den Sinn gekommen, daß sie ohne diese Schmarotzer, die nur "ihr" Geld abziehen, es für sie, durch ihre ( manchmal auch körperlich ) harte Arbeit erst verdient haben??? Ich kann es nicht verstehen, daß wir heute noch in diesen Kategorien denken : Meins-Deins. Es ist "Unser"!!! Der Eine, kommt ohne den Anderen, nicht aus!!! Das scheint sich für die, ach so intelligenten Unternehmer, noch nicht herumgesprochen zu haben. Wie auch. Sie setzen ihre durchaus vorhandene Intelligenz dazu ein, ihre eigenen Mitarbeiter über den Tisch zu ziehen und lassen sich dafür von Ihresgleichen als clever feiern. So ist das, leider, leider!!!

    • hepalu
    • 04.03.2011 um 12:49 Uhr

    in deutschland ist doch aber, dass man zwar die löhne erhöhen kann, wenn es gut läuft, aber eine senkung nicht möglich ist. es geht immer nur nach oben, aber nicht nach unten.

    wie soll ein unternehmer dann das risiko eingehen, mehr lohn zu zahlen, wenn er in schlechten zeiten den lohn nicht auch mal kürzen kann?

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    • joG
    • 04.03.2011 um 14:25 Uhr

    ....gäbe es Möglichkeiten die "Klebrigkeit" der Löhne so zu reduzieren, dass die negativen Effekte weitgehend entfielen. Da bräuchte es allerdings ein Umdenken vor allem der Gewerkschaften und Sozialfraktionen der Parteien. Das ist hierzulande kaum zu erwarten.

    ist das beste, was die Zeit seit einer Ewigkeit veröffentlich hat. Endlich mal was gegen den wirtschaftlichen Mainstream in Deutschl., der ja offensichtlich keine vernünftigen Lösungen bietet, außer, dass Arbeitnehmer immer flexibel sein sollen (also bitte weniger Gehalt)
    Lob an die Zeit, dass dieser Artikel veröffentl. wurde, jetzt sollten ihre Journalisten aus dem Wirtschaftsressort auch mal was stichhaltiges beitragen. Es ist theoretisch recht einfach: Löhne steigen, Nachfrage steigt, Binnenkonjunktur steigt und damit eventuell auch Arbeitsplätze, Handelsbilanzüberschüsse gleichen sich etwas aus, die Stabilität in Europa wächst. Diese permanente Schürung von Inflationsängsten ist doch völlig übertrieben!

    @Hepalu: Das Problem, was sie nennen, mag es natürlich geben und der Hinweis ist auch berechtigt. Stellt sich doch aber gleichzeitig die Frage, warum Unternehmen so unflexibel sind. Für Tarife gibt es Aussetzungsklauseln, die es Unternehm. erlauben, in schweren Zeiten die Löhne zu reduzieren. Es gibt alternativ Kurzarbeit. Falls das noch nicht reichen sollte, kann man als Arbeitgeber auch mit seinen Arbeitnehmer über schwierige Zeiten und möglichen Konseqzuenzen reden. AN sollen schließlich auch immer flexibel sein und sollen möglichst alles hinnehmen, daher sollte dies auch für Unternehmen und ihre Arbeitgeber gelten.

    Die meisten Unternehmen gönnten ihren Vorständen in den letzten 10 Jahren doch auch Gehaltserhöhungen von bis zu 500%...
    DA jammert kein Unternehmer!
    Und wenn eine Firma/Bank etc. von den hochbezahlten Nieten in Nadelstreifen abgewirtschaftet wurden, gibt es sogar noch einen vergoldeten Abschied.

    Lassen Sie sich doch von dem Geplapper dieser Betriebswirtschaftslehrlinge nicht irritieren.

    Dies ist wahrlich kein Problem: in den allermeisten Tarifverträgen gibt es Öffnungsklauseln für den Fall einer Flaute, keine Arbeitnehmervertretung ist so dumm, die Existenz des Unternehmens aufs Spiel zu setzen, wenn es um temporären Verzicht auf Gehaltsbestandteile geht. Außerdem sind die meisten Unternehmer mit Kündigungen schnell bei der Hand, wenn sie Wolken am wirtschaftlichen Horizont erspähen.
    Sehr viele Arbeitgeber haben noch nicht begriffen, dass sie von steigenden Löhnen selbst am meisten profitieren.

    • joG
    • 04.03.2011 um 14:25 Uhr

    ....gäbe es Möglichkeiten die "Klebrigkeit" der Löhne so zu reduzieren, dass die negativen Effekte weitgehend entfielen. Da bräuchte es allerdings ein Umdenken vor allem der Gewerkschaften und Sozialfraktionen der Parteien. Das ist hierzulande kaum zu erwarten.

    ist das beste, was die Zeit seit einer Ewigkeit veröffentlich hat. Endlich mal was gegen den wirtschaftlichen Mainstream in Deutschl., der ja offensichtlich keine vernünftigen Lösungen bietet, außer, dass Arbeitnehmer immer flexibel sein sollen (also bitte weniger Gehalt)
    Lob an die Zeit, dass dieser Artikel veröffentl. wurde, jetzt sollten ihre Journalisten aus dem Wirtschaftsressort auch mal was stichhaltiges beitragen. Es ist theoretisch recht einfach: Löhne steigen, Nachfrage steigt, Binnenkonjunktur steigt und damit eventuell auch Arbeitsplätze, Handelsbilanzüberschüsse gleichen sich etwas aus, die Stabilität in Europa wächst. Diese permanente Schürung von Inflationsängsten ist doch völlig übertrieben!

    @Hepalu: Das Problem, was sie nennen, mag es natürlich geben und der Hinweis ist auch berechtigt. Stellt sich doch aber gleichzeitig die Frage, warum Unternehmen so unflexibel sind. Für Tarife gibt es Aussetzungsklauseln, die es Unternehm. erlauben, in schweren Zeiten die Löhne zu reduzieren. Es gibt alternativ Kurzarbeit. Falls das noch nicht reichen sollte, kann man als Arbeitgeber auch mit seinen Arbeitnehmer über schwierige Zeiten und möglichen Konseqzuenzen reden. AN sollen schließlich auch immer flexibel sein und sollen möglichst alles hinnehmen, daher sollte dies auch für Unternehmen und ihre Arbeitgeber gelten.

    Die meisten Unternehmen gönnten ihren Vorständen in den letzten 10 Jahren doch auch Gehaltserhöhungen von bis zu 500%...
    DA jammert kein Unternehmer!
    Und wenn eine Firma/Bank etc. von den hochbezahlten Nieten in Nadelstreifen abgewirtschaftet wurden, gibt es sogar noch einen vergoldeten Abschied.

    Lassen Sie sich doch von dem Geplapper dieser Betriebswirtschaftslehrlinge nicht irritieren.

    Dies ist wahrlich kein Problem: in den allermeisten Tarifverträgen gibt es Öffnungsklauseln für den Fall einer Flaute, keine Arbeitnehmervertretung ist so dumm, die Existenz des Unternehmens aufs Spiel zu setzen, wenn es um temporären Verzicht auf Gehaltsbestandteile geht. Außerdem sind die meisten Unternehmer mit Kündigungen schnell bei der Hand, wenn sie Wolken am wirtschaftlichen Horizont erspähen.
    Sehr viele Arbeitgeber haben noch nicht begriffen, dass sie von steigenden Löhnen selbst am meisten profitieren.

  3. Alles schön und gut - gerade hinsichtlich der auf den Weg zu bringenden Festigung des Euro-Raumes... andererseits sind kleine und mittlere Betriebe immer noch durch Auftragsschwünde in Folge der Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise angeschlagen bis sehr angeschlagen. Kurzarbeit kann noch bis September ausgeweitet werden, und viele Betriebe werden dies auch tun, wobei sich die Frage stellt, ob sie nach dieser Frist noch weiter existieren können. Lohnanhebungen sind daher nur in den großen tarifgebundene Branchen - Chemie, Stahl, Pharma, öffentlicher Dienst zu erwarten, weil dort nur plausibel durchsetzbar. Einige der kleinen Betriebe könnten vielleicht ein wenig davon profitieren. Der Mindestlohn, wie jüngst ausgehandelt, ist immerhin schon etwas und als zusätzlicher Trend zur ohnehin bedeutsamen Stärkung der Binnenwirtschaft unbedingt auszubauen. ich hoffe sehr, dass dies auch vom Wirtschaftsminister und den Branchen- & Arbeitergeberverbänden so gesehen wird.

  4. dass es in Deutschland einen "völlig neuen Markt zu entdecken gäbe"?

    Den BinnenMARKT.

    Hm? Ja, OK, ich setz mich schon in die Ecke der Linken Spinner.

    Tschuldigung.

    • bhayes
    • 04.03.2011 um 13:20 Uhr

    Fuer jeden einzelnen Unternehmer gilt, dass es vernuenftig ist, nicht mehr Geld an die Angestellten zu zahlen, als notwendig; wenn also Angestellte oder potentielle Angestellte nicht mehr verlangen, wuerde ein Unternehmer seinen Gewinn vermindern, wuerde er freiwillig mehr zahlen. Verlangen sie zuviel, rechnet sich die Sache nicht. Im Zweifel werden andere Unternehmen ihn unterbieten.
    Die Idee, dass ein Unternehmer mehr Geld verdient, weil evtl. die eigenen Angestellten mehr Geld von ihm erhalten und dann bei ihm einkaufen, ist absurd, dieser Effekt ist viel zu klein.
    Letztlich hilft NUR eines, wenn man die Gegenleistung fuer eine Stunde Arbeit steigern will (und darum geht es; es geht NICHT um Eurobetraege): Hoehere Produktivitaet, wobei man beachten muss, dass evtl. Maschinen etc. auch Geld kosten und finanziert werden muessen.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Die Produktivität ist in den letzten 10 Jahren nicht gestiegen? Nein?

    Afaik bestreiten aber genau das noch nicht einmal die allerneoliberalsten Angebotsökonomen. Daran kann es also nicht liegen.

    Sie betrachten die Sache aber aus einem viel zu kleinen Blickwinkel. Bezogen auf einen einzigen Betrieb haben Sie natürlich Recht, aber wenn sich ganze Vereinigungen von Unternehmern zusammentun und den Forderungen nach höheren Löhnen nachgeben, rechnet sich das früher oder später.

    Genau da ist ja das Problem der herrschenden Wirtschaftslehre. Man denkt an morgen, vielleicht noch an übermorgen oder sogar bis nächste Woche. Aber was in 10 oder 20 Jahren ist, daran denkt keiner. Die Wachstumsimpulse, die flächendeckende Lohnerhöhungen haben würden sind eine WIN-WIN Situation für alle.

    Die einzigen, die davon nicht profitieren ist die Export Wirtschaft. Aber die hat auch wirklich ein paar goldenen Jahre hinter sich und muss sich jetzt mal zu Gunsten der Binnenwirtschaft hinten anstellen.

    Wer profitiert von höheren Löhnen und steigender Binnenachfrage?:

    Einzelhandel, Dienstleister im Binnenmarkt, Handwerk, Industrie deren Schwerpunkt im Inland liegt, Verkehr und Tourismuswirtschaft, die Renten- und Sozialkassen, die Versicherungswirtschaft, Bauwirtschaft, Konsumgüterindustrie, Kinos, Gastronomie...

    Ich würde behaupten mittelfristig profitieren 4/5 aller deutschen Firmen von steigender Binnennachfrage. Mal ganz abgesehen von den positiven Effekten auf dem EU-Markt.

    Die Produktivität ist in den letzten 10 Jahren nicht gestiegen? Nein?

    Afaik bestreiten aber genau das noch nicht einmal die allerneoliberalsten Angebotsökonomen. Daran kann es also nicht liegen.

    Sie betrachten die Sache aber aus einem viel zu kleinen Blickwinkel. Bezogen auf einen einzigen Betrieb haben Sie natürlich Recht, aber wenn sich ganze Vereinigungen von Unternehmern zusammentun und den Forderungen nach höheren Löhnen nachgeben, rechnet sich das früher oder später.

    Genau da ist ja das Problem der herrschenden Wirtschaftslehre. Man denkt an morgen, vielleicht noch an übermorgen oder sogar bis nächste Woche. Aber was in 10 oder 20 Jahren ist, daran denkt keiner. Die Wachstumsimpulse, die flächendeckende Lohnerhöhungen haben würden sind eine WIN-WIN Situation für alle.

    Die einzigen, die davon nicht profitieren ist die Export Wirtschaft. Aber die hat auch wirklich ein paar goldenen Jahre hinter sich und muss sich jetzt mal zu Gunsten der Binnenwirtschaft hinten anstellen.

    Wer profitiert von höheren Löhnen und steigender Binnenachfrage?:

    Einzelhandel, Dienstleister im Binnenmarkt, Handwerk, Industrie deren Schwerpunkt im Inland liegt, Verkehr und Tourismuswirtschaft, die Renten- und Sozialkassen, die Versicherungswirtschaft, Bauwirtschaft, Konsumgüterindustrie, Kinos, Gastronomie...

    Ich würde behaupten mittelfristig profitieren 4/5 aller deutschen Firmen von steigender Binnennachfrage. Mal ganz abgesehen von den positiven Effekten auf dem EU-Markt.

  5. den Arbeitern in einer ihrer letzten Reden, dass die Gehälter der Arbeiter nur steigen können wenn die Gewinne der Firmen steigen. Ich nehme Merkel beim Wort. Da die Unternehmensgewinne sich in den letzten Jahrzehnten verzehnfacht haben können sich die Arbeiter nun wohl auf Lohnsteigerungen von 1.000% freuen. Wirs sich Frau Merkel damit an ihr Wort halten?

  6. Die Produktivität ist in den letzten 10 Jahren nicht gestiegen? Nein?

    Afaik bestreiten aber genau das noch nicht einmal die allerneoliberalsten Angebotsökonomen. Daran kann es also nicht liegen.

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    • bhayes
    • 04.03.2011 um 13:56 Uhr

    in den letzten 10 Jahren.
    Ihre implizite Frage ist natuerlich, wo denn die entsprechende Kaufkraft hin ist?
    Diese ist aufgrund von den Politikern verursachten Gesetzen abgesaugt worden und zwar Richtung Ausland (Finanzierung von diversen Defiziten, Hausbauaktionen etc.), Richtung irrsinnige Projekte, Richtung Buerokratie, Richtung Finanzbranche, Richtung Pensionaere. usw.
    Ein Teil evtl. auch Richtung Rentner etc. (Stichwort Demographie); aber das ist nicht der Hauptgrund.

    • bhayes
    • 04.03.2011 um 13:56 Uhr

    in den letzten 10 Jahren.
    Ihre implizite Frage ist natuerlich, wo denn die entsprechende Kaufkraft hin ist?
    Diese ist aufgrund von den Politikern verursachten Gesetzen abgesaugt worden und zwar Richtung Ausland (Finanzierung von diversen Defiziten, Hausbauaktionen etc.), Richtung irrsinnige Projekte, Richtung Buerokratie, Richtung Finanzbranche, Richtung Pensionaere. usw.
    Ein Teil evtl. auch Richtung Rentner etc. (Stichwort Demographie); aber das ist nicht der Hauptgrund.

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